Verbund

Sensorbasierte Diagnostik, Therapie und Nachsorge nach dem Vojta-Prinzip (Sense-Vojta)

Bei Säuglingen, die unter spastischen Lähmungen leiden, und Erwachsenen, die von einer Multiplen Sklerose oder einem Schlaganfarn betroffen sind, ist das zentrale Nervensystem (ZNS) und der Haltungs- und Bewegungsapparat gestört. Zur Therapie der Beschwerden wie Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen wird in Deutschland unter anderem Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage nach dem „Vojta-Prinzip" verschrieben. Die im Vorfeld ermittelten Fallzahlen mit über 12.500 Behandlungen pro Jahr für Kinder sowie mehr als 13.000 Behandlungen für Erwachsene im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung belegen den hohen Stellenwert dieser Versorgungsleistung.

Das Voijta-Prinzip setzt an der sogenannten Reflexlokomotion an. Damit ist gemeint, dass der Körper auf bestimmte Druckreize in speziellen Körperlagen mit motorischen Reaktionen an Rumpf und Extremitäten antwortet. Bei der Therapie übt der Voijta-Therapeut in genau definierten Ausgangsstellungen am Patienten einen gezielten Druck auf bestimmte Körperzonen aus. Dieser Reiz führt bei Menschen mit geschädigtem ZNS zur Reaktivierung elementarer Bewegungsmuster.

Wegen der mehrmals täglichen Behandlungsnotwendigkeit über Wochen und Monate muss zusätzlich zur stationären oder ambulanten eine in der Regel selbstgesteuerte Versorgung bei Patienten zu Hause durch Angehörige erfolgen. Die Heimtherapie erreicht bisher allerdings nicht die maximale Effizienz. Ohne direkte Kontrolle durch einen Therapeuten ist eine falsche Ausführung der Übungen oder ein Abbruch aufgrund von Unsicherheiten die Regel.

Das hier vorgestellte Projekt soll dabei helfen, diesen Umstand zu verbessern und die Therapie effizienter machen. Eine körpernahe Sensorik liefert zu diesem Zweck laufend hochauflösende Bewegungsbilder und erfasst gleichzeitig Vitaldaten, die zur Visualisierung und Analyse komplexer Bewegungsmuster bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen dienen. Die Patienten sollen damit ein System zur Verfügung gestellt bekommen, das ein Feedback gibt, ob der Druck auf bestimmte Körperzonen den zu erwartenden Bewegungsreiz ausgelöst hat. Die Daten, die während des Therapieverlaufes erhoben werden, werden zur weiteren Therapieplanung und Kommunikation mit den behandelnden Medizinern eingesetzt.