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Standardisierte Analyse der Tumorheterogenität zur IT-gestützten Therapieentscheidung bei malignen Tumoren (Cogno-Scan)

Brustkrebs ist mit weltweit etwa 1,7 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebs-erkrankung bei Frauen. In Deutschland sind über 70.000 Frauen pro Jahr betroffen. Die Therapiemöglichkeiten sind mittlerweile sehr vielfältig und können individuell auf jede Patientin zugeschnitten werden. Grundlage für die Individualisierung der Therapie ist allerdings eine spezifische und genaue Diagnostik. Die histologische Tumordiagnostik (mikroskopische Untersuchung des Gewebes) wird in der Pathologie durchgeführt. Hier werden bislang zumeist rein visuelle, semi-quantitative Untersuchungen am Lichtmikroskop vorgenommen.

Insgesamt durchläuft die Tumordiagnostik seit 10 Jahren einen erheblichen technologischen Wandel. In der digitalen Pathologie werden Mikroskopaufnahmen von Gewebeproben digitalisiert und anschließenden digital analysiert und ausgewertet. Die digitale pathologische Diagnostik ist weniger fehleranfällig und reduziert die Anzahl falscher pathologischer Befunde. In vielen Laboren ist jedoch die Einbindung von digitalen Systemen in den Arbeitsablauf bisher noch nicht gelungen.

Im vorliegenden Projekt „CognoScan“ soll ein standardisiertes Laborsystem zur Therapieentscheidungsunterstützung etabliert werden. Moderne Slide Scanner liefern Aufnahmen von Gewebeschnitten in höchster Qualität und sehr hoher Auflösung. Durch die Entwicklung einer innovativen Software, sollen sie besser als bisher in die Systemstruktur und den Arbeitsablauf in der Pathologie eingebunden werden können. Die Software soll gleichsam ermöglichen molekulare Biomarker im Tumorgewebe schnell und standardisiert zu evaluieren und somit eine valide Basis für individualisierte Therapieentscheidungen schaffen. Der Einsatz von digitalen und automatisierten Bildanalysesystemen ermöglicht die Untersuchung und den Vergleich von zahlreichen Gewebearten und unterschiedlichen Biomarkern. Somit wird auch die Tumorheterogenität (Mutationsfähigkeit von Krebszellen) innerhalb eines Organismus berücksichtigt.

Die Ergebnisse sollen durch die Software sowohl für den Arzt als auch für den Patienten verständlich aufgearbeitet werden. Es wird angestrebt nach Projektabschluss die Ergebnisse zu
vermarktungsfähigen Produkten auszubauen. Das System adressiert Kliniken und Tumorzentren in Deutschland und soll auch international vertrieben werden.