Einzelprojekt

STOPPIT - Beendigung einer Langzeit-Behandlung mit Protonenpumpenhemmern bei Patienten mit Leberzirrhose

Förderkennzeichen: 01KG2004
Fördersumme: 1.435.808 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Ansgar Lohse
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, I. Medizinische Klinik und Poliklinik
Martinistr. 52
20251 Hamburg

Protonenpumpenhemmer (PPI) gehören zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln (3,5 Milliarden verschriebene Standarddosen/Jahr in Deutschland). Sie werden immer öfter bei uncharakteristischen abdominellen Beschwerden eingesetzt. Gerade bei Personen mit Leberzirrhose treten aber sehr häufig gefährliche Nebenwirkungen und prognoserelevante Komplikationen auf. 150/100.000 Menschen in Europa und den USA leiden an einer Leberzirrhose. Einerseits deuten mehrere Beobachtungsstudien auf einen Zusammenhang zwischen PPI-Einnahme und einen komplizierten Krankheitsverlauf bei Leberzirrhosepatienten hin. Andererseits scheint das Risiko für Blutungen aus Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren bei Patienten mit Leberzirrhose erhöht, so dass PPI womöglich protektiv wirken. Aktuell existiert keine konfirmatorische Prüfung, die das Absetzen einer PPI-Behandlung bei Patienten mit Leberzirrhose untersucht. Die STOPPIT Studie ist die erste prospektive, randomisierte, Placebo-kontrollierte, Doppelblind-Studie, die das Absetzen einer Langzeit-Behandlung mit PPI ohne evidenz-basierte Indikation bei Patienten mit Leberzirrhose untersucht. Patienten mit Leberzirrhose, die die PPI-Behandlung absetzen werden dabei verglichen mit Patienten, die PPI weiterhin einnehmen. Dabei wird analysiert, wie oft welche dieser Patienten ungeplant ins Krankenhaus eingeliefert werden oder versterben. Es handelt sich um eine konfirmatorische Studie mit hoher Relevanz für die Patientenversorgung, da mehr als 50% der Patienten mit einer Leberzirrhose PPI ohne klare Indikation als Dauermedikation erhalten. Außerdem wird die Häufigkeit von Infektionen, Dekompensation der Leberzirrhose, akut-auf-chronisches Leberversagen, Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt und Mikrobiom-Veränderungen in den beiden Patientengruppen untersucht. Zusätzlich werden gesundheitsökonomischen Folgen des Absetzens der PPI evaluiert.