Fördermaßnahme

Strukturaufbau - Kooperationsnetze

Damit die Versorgungsforschung in Deutschland gestärkt und vernetzt wird, unterstützt das BMBF den Strukturaufbau in der Versorgungsforschung. Dies geschieht über zwei Fördermodule:

Kooperationsnetze in der Versorgungsforschung
Das Fördermodul dient dazu, die vorhandenen Kapazitäten an den einzelnen Standorten effektiv und nachhaltig zu bündeln und die Vernetzung zu verbessern. Dabei steht die intensive multiprofessionelle und interdisziplinäre Betreuung von Patientinnen und Patienten im Fokus - auch über Sektorengrenzen hinweg.

Nachwuchsgruppen für die Versorgungsforschung
Exzellente Nachwuchskräfte können ihr eigenes Projekt konzipieren und dafür Förderung zum Aufbau ihrer Arbeitsgruppe beantragen. Engagierte Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden ermutigt, den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Versorgungsforschung zu unterstützen.

Einzelprojekte

Kölner Kompetenznetzwerk für eine wertorientierte Versorgung von vulnerablen Patientinnen und Patienten (CoRe-Net)

Förderkennzeichen: 01GY1606
Gesamte Fördersumme: 1.776.500 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Holger Pfaff
Adresse: Universität zu Köln - Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Zentrum für Versorgungsforschung
Eupener Str. 129
50933 Köln

Kölner Kompetenznetzwerk für eine wertorientierte Versorgung von vulnerablen Patientinnen und Patienten (CoRe-Net)

Aufgebaut wird das Kölner Kompetenznetzwerk von verschiedenen Partnern aus der Praxis und Forschung. Der Fokus des Netzwerkes liegt auf der Forschung zur Versorgungsentwicklung nach dem Konzept der lernenden Organisationen. Anhand dreier Forschungsprojekte wird sich das Kölner Kompetenznetz nachhaltig etablieren und für zwei Patientengruppen die Versorgungsgestaltung in Köln betrachten. Bei den Patientengruppen handelt es sich um a) sterbende Patientinnen und Patienten in Köln und b) Menschen mit einer Herzerkrankung und einer psychischen Begleiterkrankung.

Identifikation von Überversorgung und Wege zur Verhinderung unnötiger Medizin in der Primärversorgung (PRO PRICARE)

Förderkennzeichen: 01GY1605
Gesamte Fördersumme: 2.134.313 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Kühlein
Adresse: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Medizinische Fakultät – Universitätsklinikum, Allgemeinmedizinisches Institut
Universitätsstr. 29
91054 Erlangen

Identifikation von Überversorgung und Wege zur Verhinderung unnötiger Medizin in der Primärversorgung (PRO PRICARE)

Das Akronym PRO PRICARE steht für Preventing Overdiagnosis in Primary Care. Schwerpunkt ist die Verhinderung von Fehl- und Überversorgung im ambulanten Sektor. Überversorgung betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern alle Altersgruppen. Dem Hausarzt als Generalisten und ersten Ansprechpartner kommt bei ihrer Verhinderung eine zentrale Rolle zu. Das Allgemeinmedizinische Institut der FAU Erlangen bildet mit weiteren Forschungseinrichtungen, Leistungserbringern und Kostenträgern ein breites Kooperationsnetzwerk.

Netzwerk für Versorgungsforschung in der Notfall- und Akutmedizin Berlin (EMANet)

Förderkennzeichen: 01GY1604
Gesamte Fördersumme: 2.346.902 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Martin Möckel
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Arbeitsbereich Notfallmedizin, Campi Nord (CVK, CCM)
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Netzwerk für Versorgungsforschung in der Notfall- und Akutmedizin Berlin (EMANet)

EMANet ist ein Netzwerk für Versorgungsforschung in der Notfall- und Akutmedizin in Berlin-Mitte, das von Wissenschaftlern der Charité Universitätsmedizin Berlin geleitet wird und an dem alle Notaufnahmen des Bezirks beteiligt sind. Übergeordnetes Ziel von EMANet ist die Etablierung einer dauerhaften Struktur für Versorgungsforschung. Die EMANet-Forschungsprojekte untersuchen die Gesundheits- und Krankenversorgung durch das Gesundheitssystem von Patientinnen und Patienten mit mehreren chronischen Erkrankungen (multimorbide Patientinnen und Patienten), die sich mit akuten Beschwerden in einer Notaufnahme vorstellen. Ziel ist es, ein umfassendes Abbild der Gesundheitsversorgung von Notfallpatienten zu ermitteln, das alle Bereiche des Gesundheitswesens einschließt und die Perspektive der Patientinnen und Patienten einbezieht.

Hamburger Kooperationsnetzwerk für Versorgungsforschung (HAM-NET)

Förderkennzeichen: 01GY1602
Gesamte Fördersumme: 1.481.706 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Martin Härter
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie
Martinistr. 52
20251 Hamburg

Hamburger Kooperationsnetzwerk für Versorgungsforschung (HAM-NET)

Ziel von HAM-NET ist es, Interessen und Bedarfe der Versorgungsforschung zu bündeln und innovative, effiziente, bedarfs- und patientenorientierte Forschungsprojekte zu fördern und durchzuführen. Auf bestehenden Strukturen aufbauend, unterstützt HAM-NET die nachhaltige Kooperation und Kommunikation zwischen Forschung, Gesundheitspolitik, Leistungserbringern, Krankenkassen und Stakeholdern sowie die Übernahme effektiver, innovativer Interventionen in die Regelversorgung. Es bietet eine Plattform zum nationalen und internationalen Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse der Versorgungsforschung und regelmäßige Fortbildungen, die u.a. Nachwuchswissenschaftler fördern. Das Forschungsprojekt COMET implementiert, analysiert und evaluiert ein innovatives Versorgungsmodell für depressive, Angst-, somatoforme und/oder alkoholbezogene Störungen in einem multiprofessionellen Behandlernetzwerk. In einer cluster-randomisierten kontrollierten Wirksamkeitsstudie werden in 50 Hausarztpraxen 750 Patienten rekrutiert, die prospektiv zu vier Zeitpunkten befragt werden. Hauptoutcome ist die Veränderung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zwischen Baseline und 12 Monaten. Sekundäre Outcomes umfassen störungsspezifische Symptombelastung, Response, Remission, funktionelle Lebensqualität und weitere klinische und psychosoziale Variablen.

Netzwerk für eine patientenorientierte Navigation durch das Versorgungssystem (NAVICARE)

Förderkennzeichen: 01GY1601
Gesamte Fördersumme: 1.950.053 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Jacqueline Müller-Nordhorn
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin School of Public Health
Seestr. 73
13347 Berlin

Netzwerk für eine patientenorientierte Navigation durch das Versorgungssystem (NAVICARE)

Mit NAVICARE soll ein aktives und nachhaltiges Netz für patientenorientierte Versorgungsforschung etabliert werden. Das Ziel ist die Analyse und Reduktion von Barrieren und Ungleichheiten in der Versorgung von Patienten mit altersassoziierten Erkrankungen. Dazu wird "optimale Versorgung" aus der Perspektive von Patienten sowie der Perspektive von ärztlichen und nichtärztlichen Versorgern betrachtet. Mehrere Forschergruppen untersuchen gemeinsam Barrieren und Ressourcen optimaler Versorgung aus diesen unterschiedlichen Perspektiven, identifizieren vulnerable Patientengruppen sowie existierende Ressourcen, die Patienten bei der Navigation durch das Versorgungssystem unterstützen. Im Fokus stehen dabei multimorbide Patienten in der allgemeinärztlichen Versorgung, sowie zwei altersassoziierte Erkrankung, Lungenkrebs und Schlaganfall. Darauf aufbauend wird ein Patienten-Navigations-Modell entwickelt, welches als patientenzentriertes Versorgungsmodell Patienten bei der Steuerung durch das fragmentierte Versorgungssystem unterstützen soll.