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Theragnostik-System zur Patienten- und Tumor-individuellen Diagnose und Therapie von Lungenkrebs (SPT-Theragnostik)

Ca. 1,3 Millionen Menschen sind im Jahr 2017 in der EU an Krebs gestorben, jeder Fünfte davon an Lungenkrebs. Der Goldstandard der Lungenkrebs-Therapie ist die maximalinvasive chirurgische Entfernung durch eine Thorakotomie (Schnitt im Rippenzwischenraum, offen oder laparoskopisch). Dieser Eingriff ist leider in zwei Dritteln der Fälle mit Komplikationen verbunden. Hierzu zählen zum Beispiel das Kollabieren von Lungenlappen, die spontane Eröffnung eines zuvor verschlossenen Bronchus, starke Nachblutungen oder Wundinfektionen.

Ziel des vorliegenden Projektes SPT-Theragnostik ist die Erforschung eines Endoskop-basierten flexiblen Systems zur kombinierten Diagnose und Therapie (Theragnostik) von Lungentumoren. Das neuartige flexible Theragnostik-System soll erstmalig eine minimalinvasive am-bulante und individuelle Diagnose und Therapie des frühen Lungenkarzinoms und damit einhergehender Erkrankungen ermöglichen.

Für die Bestimmung der Gewebe- und Tumoreigenschaften wird das System elektrische Indikatoren nutzen. Anhand von Spannung, Stromfluss und Widerstand soll eine Unterscheidung zwischen gesundem und kanzerogenem Gewebe während der Ablation ermöglicht werden. Für die direkte patientenindividuelle Therapie wird das System über eine Kombination aus Kryotechnologie (gezielte Abkühlung von Gewebe) und RF-Ablation (Radiofrequenzablation) verfügen, um Tumorgewebe zu entfernen.

Mit dem neuen System sind Ablationszeiten (Zeit zur Entfernung des Tumorgewebes) von unter 10 Minuten möglich. Damit wird erstmals ein Eingriff bei Eigenatmung des Patienten durchgeführt werden können. Das bedeutet eine geringere Belastung für den Patienten und einen geringeren Aufwand für das Operationsteam. Die Kosten des Eingriffs sind zudem ge-ringer, damit entlastet der neue Eingriff auch das Gesundheitssystem.