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Therapievorhersage durch Analyse von Patientendaten in der Ophthalmologie (TOPOs)

Netzhauterkrankungen (Retinopathien) sind die häufigsten Erblindungsursachen in den Industrienationen. Die Injektion von „Vascular Endothelial Growth Factors“-Inhibitoren (Anti-VEGF) in den Glaskörper des Auges kann den Krankheitsverlauf bei einigen Retinopathien (z.B. diabetische Retinopathie, retinaler Venenverschluss, feuchte Makuladegeneration) verlangsamen und zu einer Stabilisierung oder sogar Verbesserung des Sehvermögens beitragen. Umfang und Verlauf der Anti-VEGF-Therapie sind von Patient zu Patient verschieden. Diagnostisch werden die unterschiedlichen Ausprägungen der Erkrankung durch die Optische Kohärenztomographie (OCT) erfasst. Dieses Verfahren gibt dem Mediziner eine Momentaufnahme der Makulaschädigung (Makula = Punkt des scharfen Sehens auf der Netzhaut), welche ohne Weiterverarbeitung und vergleichende Analyse jedoch keine Prognose über den zu erwartenden individuellen Therapiebedarf ermöglicht.

Ziel des Vorhabens ist es, eine Therapieunterstützungssoftware zu entwickeln, die dem Arzt eine auf den einzelnen Patienten abgestimmte Anti-VEGF-Therapieplanung ermöglicht. Dazu werden die vielfältigen Informationen aus den klinischen Befundtexten, den krankheitsassoziierten OCT-Daten und weiteren ergänzenden Patientendaten analysiert und bewertet.

Die Auswertung wird in eine für den Arzt leicht verwertbare Darstellung überführt und gibt ihm eine patientenspezifische Übersicht über den zu erwartenden Therapiebedarf. Die empfohlene Medikamentendosis und Therapiepausen werden im direkten Vergleich zu ähnlichen Krankheitsverläufen dargestellt. Der Mediziner kann erstmals für jeden Patienten einen personalisierten Behandlungsplan erstellen, der Rückfallrisiken und Nebenwirkungen minimieren soll. Das Ergebnis des Projektes wird ein innovatives Softwaresystem sein, welches im Anschluss vom KMU-Partner Averbis GmbH zur Marktreife weiterentwickelt werden soll.