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Validierung von Connexin 43 als Target für Krankheits-modifizierende anti-epileptogene Therapie (CONNEXIN)

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft etwa 2,6 Mio. Menschen alleine in der Europäischen Union. Betroffene leiden unter spontan auftretenden Krampfanfällen. Arzneimittel zur Therapie der Epilepsie dienen der Kontrolle der Symptome, es gibt keine Therapie zur Heilung oder Vorbeugung der Krankheit. Zudem sprechen etwa 30 Prozent der Epilepsiepatienten nicht auf die zur Verfügung stehenden Arzneimittel an.

Dementsprechend groß ist der Bedarf an Ansatzpunkten (Targets) für Medikamente mit neuartigen Wirkmechanismen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, das Membranprotein Connexin 43 (Cx43) nach industriellen Standards als Angriffspunkt für neue Wirkstoffe gegen Epilepsie zu validieren. Cx43 bildet Verbindungsbrücken zwischen bestimmten Nervenzellen (Astrozyten) im Gehirn aus und ermöglicht so die Kommunikation zwischen den Zellen. Diese Brücken gehen in Folge epileptischer Krampfanfälle verloren, was vermutlich chronische Epilepsie verursacht. Im Vorhaben sollen Hochdurchsatzverfahren zur Identifizierung von Verbindungen, die den Verlust der Cx43-Kopplung verhindern oder rückgängig machen, entwickelt werden. Die als Werkzeuge für die Validierung dienenden Verbindungen müssen selektiv an das Target binden, ausreichend hirngängig und stabil sein. Sie werden in Tiermodellen der Epilepsie auf ihre Wirksamkeit untersucht. Um unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen, werden Effekte auf den Herzmuskel getestet, da das Target hier ebenfalls vorhanden ist. Schließlich werden die Mechanismen der Aktivierung von Cx43 durch die neuen Wirkstoffe genau untersucht. Die Validierung des Targets Cx43 für eine Therapie, die erstmalig in die Krankheitsentstehung eingreift, wäre ein Durchbruch bei der Behandlung der Epilepsie.

Teilprojekte

Assayetablierung und Entwicklung von Tool-Verbindungen

Förderkennzeichen: 16GW0181K
Gesamte Fördersumme: 480.600 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Christa Müller
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn - Pharmazeutisches Institut - Pharmazeutische Chemie I - Pharma-Zentrum Bonn
An der Immenburg 4
53121 Bonn

Assayetablierung und Entwicklung von Tool-Verbindungen

Machbarkeitsstudien, Nebenwirkungen und Mechanismen der Targetmodulierung

Förderkennzeichen: 16GW0182
Gesamte Fördersumme: 498.000 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Christian Steinhäuser
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum - Institut für Zelluläre Neurowissenschaften
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Machbarkeitsstudien, Nebenwirkungen und Mechanismen der Targetmodulierung