Verbund

Virtuelle Welten für digitale Diagnostik und kognitive Rehabilitation (VReha)

Immersive Technologien wie Virtual Reality (VR) oder Augmented Reality (AR) erleben momentan eine rasante Entwicklung. In absehbarer Zukunft wird fast jeder Haushalt über VR- und AR-Systeme verfügen. Die immersiven Technologien bieten völlig neue Möglichkeiten für diagnostische und therapeutische Anwendungen in der Medizin. Ziel des vorliegenden Projektes ist es, diese Möglichkeiten bei Erkrankungen mit Beeinträchtigung für die kognitiven Funktionen von Patienten zu nutzen. Solche Beeinträchtigungen werden zum Beispiel durch eine Demenzerkrankung oder einen Schlaganfall ausgelöst. Deutschlandweit leiden derzeit 1,6 Millionen Menschen an einer Demenzerkrankung. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und weiterer führender Experten sterben jedes Jahr 6,2 Millionen Menschen an einem Schlaganfall.

Oft werden kognitive Beeinträchtigungen nicht rechtzeitig erkannt, weil derzeit auf dem Markt befindliche Diagnoseverfahren nicht sensitiv und präzise genug sind. Darunter leidet die Früherkennung von Demenzerkrankungen und eine Therapie setzt in vielen Fällen zu spät an.

In dem vorliegenden Projekt soll eine App-basierte Toolbox entwickelt und klinisch getestet werden, die auf handelsüblichen VR- und AR-Plattformen genutzt werden kann. Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren soll die Diagnostik von kognitiven Beeinträchtigungen durch die Verwendung realitätsnaher Tests deutlich sensitiver und präziser werden; alltagsrelevante Einschränkungen können so besser erfasst werden („ökologische Validität“).

In Verbindung mit der medizinischen Diagnostik erwarten wir eine bessere und standardisierte Früherkennung kognitiver Störungen (z.B. im Frühstadium einer Demenzerkrankung). Es werden
VR-/AR-basierte individuelle Störungsprofile erstellt, anhand derer ambulante VR-/ARbasierte Therapieprogramme bestimmt und durchgeführt werden können. Durch eine automatische
trainingsbegleitende Erfassung der Leistungsprofile werden die Therapieprogramme dabei kontinuierlich angepasst („adaptive Rehabilitation“). Letzteres ist Voraussetzung für eine kontinuierliche, den Patienten optimal „fordernde“ Therapie. So können kognitive Störungen besser und alltagsnäher behandelt werden.