Einzelprojekt

Wirksamkeit einer teambasierten Behandlung für psychisch belastete Patienten mit koronarer Herzkrankheit

Förderkennzeichen: 01KG2011
Fördersumme: 1.588.616 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen
Adresse: Georg-August-Universität Göttingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Zentrum Psychosoziale Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
von-Siebold-Str. 5
37075 Göttingen

In einer randomisiert-kontrollierten Multicenterstudie soll die Wirksamkeit einer teambasierten Behandlung für Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) getestet werden. Angesichts der hohen Krankheitslast durch KHK und des ungedeckten Bedarfs an effektiven Interventionen zur Unterstützung der Patienten in der nachhaltigen Anpassung ihres für die Sekundärprävention entscheidenden Gesundheitsverhaltens werden 440 psychisch belastete KHK-Patienten mit unzureichend kontrollierten Risikofaktoren in zwei Gruppen randomisiert: Eine Gruppe erhält nur medizinische Standardbehandlung, die zweite Gruppe zusätzlich eine teambasierte Behandlung ("blended collaborative care"). Hierbei arbeitet ein geschulter Behandlungsassistent mit Patienten und ihren Ärzten manualbasiert und proaktiv zusammen, um individuelle Stressbelastungen und Risikoverhaltensweisen zu identifizieren, die Patienten in der Problembewältigung zu unterstützen und herzgesundes Verhalten nachhaltig zu fördern und Behandlungsadhärenz und -fortschritt über zwölf Monate aktiv zu überwachen. Zusätzlich werden mhealth-/ ehealth Ressourcen bereitgestellt. Die Behandlungsqualität wird sichergestellt durch ein Expertenteam, das die Assistenten regelmäßig supervidiert und gemäß aktuellen Leitlinien ggfs. Empfehlungen zu Behandlungsanpassungen formuliert, die an Patienten und ihre Ärzte weitergegeben jedoch eigenverantwortlich von den behandelnden Ärzten umgesetzt werden. Primäre Hypothese ist, dass nach zwölf Monaten Patienten in der Interventionsgruppe signifikant häufiger als in der Standard-Therapiegruppe eine mehr als 50-prozentige Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im HeartQoL-Instrument erreichen. Sekundäre Endpunkte sind Verbesserungen in Risikoprofil und psychosozialen Variablen sowie die Nachhaltigkeit der Effekte nach Behandlungsende. Bei positiver Evaluation kann dieser Behandlungsansatz mit geringen Anpassungen auch auf andere chronische Krankheitsbilder übertragen werden.