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Bewegte Ostern sind froh UND gesund

Gesundheit – Ernährung – Bewegung: Die Ostertage bieten den perfekten Rahmen für diesen Dreiklang. Denn eine vom BMBF geförderte Studie hat gezeigt, dass sich Kinder zu wenig bewegen. Nutzen Sie deshalb die freien Tage, um gemeinsam draußen zu toben.

Kinder laufen über Wiese

Wo bitte geht’s zum Nest vom Osterhasen? Nutzen Sie die Feiertage und wecken die Freude am Rennen und Toben.

Adobe Stock / Sergey Novikov

Die Ostertage stehen vor der Tür. Und damit steigt die Vorfreude Vieler auf die traditionelle Suche nach versteckten Leckereien, auf gemeinsame Ausflüge ins Grüne und gutes Essen. Unsere Empfehlung für Ihre Gesundheit: Verbinden Sie den Genuss von Osterei und -braten mit viel Spaß und Bewegung an der frischen Luft! Bringen Sie dabei insbesondere Ihre Kinder auf Trab – beispielsweise mit Frisbee oder Fahrrad –, denn die haben Nachholbedarf. Das zeigen die Zwischenergebnisse der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Langzeitstudie „Motorik-Modul“, kurz MoMo.

60 Minuten Bewegung täglich

Kinder und Jugendliche bewegen sich in Deutschland zu wenig – zu diesem Schluss kommen die Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). 60 Minuten Bewegung täglich empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, doch nur 25 Prozent der Jugendlichen in Deutschland erfüllen dieses Soll. „Die langfristigen Folgen können Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Gelenkbeschwerden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein“, sagt Professor Alexander Woll, Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft (IfSS) des KIT. Und er fügt hinzu „Wir müssen an den Motiven und Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen ansetzen und sie dort abholen, wo sie ihr Leben leben.“

Spaß an der Bewegung in der Familie fördern

Die traditionelle Ostereisuche ist also ein guter Ansatzpunkt für mehr kindlichen Freizeitspaß durch Bewegung. Die Freude daran in der Familie zu teilen und zu fördern ist heute besonders wichtig. Denn Sportvereine und Schulen können das Bewegungsdefizit allein nicht ausgleichen. „Erfreulich ist, dass die in Schulen und Vereinen organisierte körperlich-sportliche Aktivität in den vergangenen 15 Jahren um 25 Minuten pro Woche leicht zugenommen hat. Gleichzeitig haben jedoch das unorganisierte Sporttreiben und das Spielen im Freien im selben Zeitraum stark abgenommen“, so Woll. Noch nie waren so viele Kinder in Sportvereinen – und dennoch ist der Bewegungsmangel im Alltag heute ein größeres Problem denn je. Und so wundert es nicht, dass die motorischen Fähigkeiten unserer Kinder sinken – im Vergleich zu den Gleichaltrigen vor 40 Jahren um etwa zehn Prozent.

Prävention und Gesundheitsförderung stärken

Die MoMo-Studie analysiert aber nicht nur den Status quo, sondern will auch zu Verbesserungen beitragen, erklärt Professorin Annette Worth, Prorektorin der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe: „Die Ergebnisse der MoMo-Studie dienen als Grundlage für die Planung und Entwicklung zielgerichteter, bewegungsbezogener Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung.“ In diesem Sinne: Gesunde und bewegte Ostertage!

MoMo – die Motorik-Modul-Studie des BMBF

Bereits seit 2003 werden mithilfe der MoMo-Studie die Bewegungsdaten von Kindern und Jugendlichen an mehr als 160 Untersuchungsorten in ganz Deutschland erhoben. Forscherinnen und Forscher führen regelmäßig motorische Tests durch und erfassen die körperlichen Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen per Fragebogen. Das BMBF unterstützt die Studie in der aktuellen Förderphase (2015-2021) mit 4,2 Millionen Euro. Professor Alexander Woll (Karlsruher Institut für Technologie) und Professorin Annette Worth (Pädagogische Hochschule Karlsruhe) leiten das Verbundprojekt.