05.02.2024

| Aktuelle Meldung

Die Erfolge der Systemmedizin entdecken

Die Broschüre „Systemmedizin – die Forschung hinter der Präzisionsmedizin“ lädt dazu ein, in die spannende Welt der Systemmedizin einzutauchen. Anschaulich stellt sie Erfolge der BMBF-geförderten e:Med-Forschung dar.

Titelmotiv der Broschüre „Systemmedizin – die Forschung hinter der Präzisionsmedizin

Die Broschüre „Systemmedizin – die Forschung hinter der Präzisionsmedizin“ ist kostenlos erhältlich und erklärt allgemeinverständlich spannende Forschungsfragen der Systemmedizin. 

e:Med Geschäftsstelle

Die rund 50 Seiten umfassende Broschüre erklärt, wie Synergien aus interdisziplinärem Arbeiten es möglich machen, komplexe biologische Netzwerke zu verstehen und personalisierte Ansätze für die Gesundheitsversorgung zu gestalten. Von neuen Diagnosemethoden bis hin zu maßgeschneiderten Therapien – die Systemmedizin eröffnet neue Perspektiven für die Zukunft der personalisierten Medizin.

Die Broschüre wurde von dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsnetz e:Med Systemmedizin herausgegeben. Anlass war die von der e:Med Community organisierte Veranstaltung „EXPLORE Precision Medicine“, die sich zum Ziel gesetzt hatte, insbesondere Schülerinnen und Schüler für die Systemmedizin zu begeistern. Die Broschüre wird unentgeltlich abgegeben. 

zur Bestellung 

 Aus erster Hand präsentiert die Broschüre verständlich beschrieben 22 inspirierende Geschichten von Forschungsteams, die mit Leidenschaft und Hingabe für eine verbesserte Prävention, Diagnostik und Therapie arbeiten:

Geht die innere Uhr von Krebszellen „falsch“ und kann man das therapeutisch nutzen? Was macht Hautkrebs im Hirn? Warum folgt auf eine Lungenentzündung zuweilen ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt? Kann das Glückshormon Oxytocin gegen Alkoholsucht helfen? Kann man per App Betroffene mit chronischer Nierenerkrankung unterstützen? Warum sind Darm und Gehirn im Dialog? Nutzen Erkenntnisse aus Big Data, um bekannte Medikamente in neuem Zusammenhang einzusetzen und damit Patientinnen und Patienten schneller zu helfen?

Diese und weitere Beispiele werden in der Broschüre ausgeführt. Vier Themen in Kurzfassung:

Aus dem Takt: die innere Uhr von Krebszellen nutzen

Zellen haben eine innere Uhr, diese ist bei einigen Brustkrebszellen jedoch „verstellt“. Ein junges Forschungsteam nutzt diese Erkenntnis, um den idealen Zeitpunkt für die Medikamentengabe zu finden. „Live“ in lebenden Krebszellen beobachten die Forschenden die Wirkung von Medikamenten auf Krebszellen mithilfe moderner Langzeit-Hochdurchsatz-Mikroskopie. Mit selbst entwickelter KI ziehen sie die relevanten Informationen aus den resultierenden Datenmengen. So finden sie den Zeitpunkt, an dem die Krebszellen besonders empfindlich sind – ideal für die Therapie.

Gegen die Narben des Gewebes

Narbenbildung dient der Heilung von verletztem Gewebe. Übermäßig gebildet, schränkt sie aber die Funktion lebenswichtiger Organe ein, etwa in der Lunge oder im Herzen. Ein Forschungsteam aus Klinik, Labor und Informatik hat die Kommunikation zwischen Zellen als Angriffspunkt gefunden. Die Übertragung in eine klinische Studie läuft bereits.

Versteckte Gefahr: Herzinfarktrisiko nach Lungenentzündung

Lungeninfektionen, z.B. COVID-19, machen Menschen anfällig für Herzinfarkte. Warum dies geschieht, nehmen Forschende mittels unterschiedlicher Methoden und Ansätze unter die Lupe. Die Lungenentzündung verursacht Veränderungen von Immunzellen und Blutgefäßen, die wiederum das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen können. Die Veränderungen frühzeitig zu erkennen oder zu verhindern, kann lebenswichtig sein. Mit neuen mathematischen Modellen und KI-Ansätzen spüren die Forschenden Biomarker und Möglichkeiten für vorbeugende Behandlungen auf.

Herz im Fokus 

Das Projekt zeigt, wie erfolgreich die Suche nach Biomarkern sein kann: Die Forschenden haben nicht nur hunderte erkannt, sondern ihre Wirkung in immer neuen Kombinationen und Kontexten beschrieben. Die Erfassung dieser Zusammenhänge ist nur möglich durch Nutzung moderner bioinformatischer Techniken und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Diese Ergebnisse sollen nun in den Leitlinien zur Vorhersage und Prävention der koronaren Herzkrankheit verankert werden.

 Systemmedizin   

Bereits seit 2013 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Systemmedizin in Deutschland. Für das Förderkonzept „e:Med – Maßnahmen zur Etablierung der Systemmedizin in Deutschland“ stehen insgesamt 340 Millionen Euro zur Verfügung. Es umfasst fünf Module und hat einen Fokus auf der Nachwuchsförderung und der Demonstration direkten Nutzens für die individualisierte Medizin. Ein besonderes Merkmal ist die Interdisziplinarität: Junge Expertinnen und Experten der Informatik, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Medizin forschen gemeinsam an medizinischen Fragestellungen. e:Med hat Forschende deutschlandweit an Kliniken und Universitäten, Großforschungseinrichtungen und Industrieunternehmen in 42 deutschen Städten sowie drei Universitäten außerhalb Deutschlands vernetzt. Lesen Sie mehr hier.