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Erfolgreiche Neurowissenschaftlerinnen

Seit 2008 unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Wissenschaftlerinnen, die sich in den Neurowissenschaften etablieren wollen. Die Maßnahme ist ein großer Erfolg.

Zwei Wissenschaftlerinnen im Labor.

Insgesamt 15 Wissenschaftlerinnen werden durch die Fördermaßnahme „Selbstständige Forschungsgruppen in den Neurowissenschaften“ unterstützt.

NGFN/BMBF

Trotz vieler Errungenschaften bei der Gleichstellung der Geschlechter ist es für Frauen auch heute noch schwierig, wissenschaftliche Führungspositionen zu erreichen. Zum Beispiel ist nur jede sechste Professur der höchsten Besoldungsstufe mit einer Frau besetzt. Das gilt insbesondere für den zukunftsweisenden Forschungsbereich der Neurowissenschaften.

Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung vor rund zehn Jahren die Fördermaßnahme „Selbstständige Forschungsgruppen in den Neurowissenschaften“ initiiert. Sie ermöglicht es Wissenschaftlerinnen, ein eigenes, umfassendes Forschungsprogramm längerfristig zu verwirklichen und eine Forschungsgruppe aufzubauen.

Die Maßnahme ist ein großer Erfolg: Die insgesamt 15 geförderten Forscherinnen konnten sich erfolgreich im Wissenschaftssystem etablieren und sind zu international gefragten Expertinnen ihrer Fachbereiche geworden. 13 der geförderten Forschungsgruppenleiterinnen haben heute eine Professur inne.

Gewinnbringende Ergebnisse für die Gesundheitsforschung

Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verwirklichen alle geförderten Wissenschaftlerinnen erfolgreich ein eigenes Forschungsprogramm. Ihre Ergebnisse finden internationale Beachtung und werden in hochrangigen Fachmagazinen veröffentlicht. Viele der Wissenschaftlerinnen engagieren sich zudem in großen internationalen Netzwerken und tragen so zum Austausch zwischen Forschenden und Vertreterinnen und Vertretern anderer gesellschaftlicher Gruppen bei.

Die Forschung der Wissenschaftlerinnen reicht von der Grundlagen- bis hin zur Anwendungsforschung und wirkt sich in manchen Fällen bereits konkret auf die gesundheitliche Versorgung aus. So wurde beispielsweise die Behandlung von Parkinson-Patienten durch die Ergebnisse einer der geförderten Forschungsgruppen verbessert.

Auch aus Sicht der geförderten Forschungsgruppenleiterinnen ist die Maßnahme ausgesprochen erfolgreich. Die Wissenschaftlerinnen bestätigen, dass die Förderung ihnen hilft, ihre Karriere voranzutreiben und entscheidend für ihre Berufung als Professorin war. Zudem unterstützten und berieten sie sich gegenseitig und seien untereinander sehr gut vernetzt.

Finanzielle Sicherheit über fünf Jahre

Häufig ist es auch heute noch die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Forscherinnen daran hindert ihre Karriere zu gestalten und umzusetzen. Hinzu kommt, dass insbesondere die ersten Schritte einer wissenschaftlichen Laufbahn schwierig zu planen sind. Oft mangelt es an einer längerfristigen Perspektive, die mit finanzieller Sicherheit einhergeht.

Die Fördermaßnahme „Selbstständige Forschungsgruppen in den Neurowissenschaften“ zielt darauf ab, hervorragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen die Möglichkeit zu eröffnen, ein eigenes Forschungsprogramm zu entwickeln und es mit einer eigenen Arbeitsgruppe umzusetzen. Auf diese Weise sollen die geförderten Forscherinnen die Möglichkeit erhalten, sich dauerhaft im Wissenschaftssystem zu etablieren.