Einzelprojekt

Migration und Proliferation von Neuroblasten unter physiologischen und pathologischen Bedingungen

Förderkennzeichen: 01GQ1405
Fördersumme: 1.652.792 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2020
Projektleitung: Dr. Julieta Alfonso
Adresse: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Abt. Klinische Neurobiologie (A230)
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

Im erwachsenen Organismus entstehen neue Nervenzellen nur in zwei Regionen des Gehirns: der subventrikulären Zone (SVZ) und der subgranulären Zone im Hippocampus. Neurale Stammzellen und Vorläuferzellen teilen sich in der adulten SVZ und bringen junge Neuronen hervor, die zuerst in Ketten, umhüllt von Astrozyten, tangential entlang des rostralen migratorischen Stroms migrieren und sich schließlich radial in den Bulbus olfactorius hinein bewegen. Ziel des Vorhabens ist die Erforschung der Mechanismen, die an der postnatalen Neurogenese beteiligt sind, um diese später auch unter pathologischen Bedingungen kontrollieren zu können. Es werden zwei Forschungslinien bearbeitet: Eine davon fokussiert auf die neuronale Migration, die andere auf die neurale Proliferation unter physiologischen und pathologischen Bedingungen. Forschungslinie 1 zielt auf die Identifikation von Molekülen, die an der Interaktion zwischen migrierenden Neuroblasten und Astrozyten beteiligt sind. Dazu wurden die Expressionsprofile von Ligand-Rezeptor-Partnern analysiert, die postnatal in Neuroblasten und Gliazellen exprimiert werden. Nun werden die Rolle der Kandidatengene durch in vivo-Experimente an Mäusen untersucht, denen genetisch modifizierte Viren injiziert wurden. Es konnten bereits mehrere Faktoren identifiziert werden, die an der postnatalen Neurogenese in der SVZ beteiligt sind, einer davon ist Diazepam Binding Inhibitor (DBI), ein starker Promoter der neuralen Proliferation. In Forschungslinie 2 wird geprüft, ob DBI ein globaler Regulator des Zellzyklus in der postnatalen Neurogenese ist, indem die andere wichtige neurogene Nische im Hippocampus betrachtet wird. DBI wird in verschiedenen Gliom-Typen stark exprimiert. Es wird die Rolle von DBI und anderen Regulatoren der neuralen Proliferation für die Tumorgenese untersucht, um ihr Potential als therapeutisches Target anhand von in vivo Maus-Glioma-Modellen zu erforschen.