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Mittelmeerküche schützt auch im Norden vor Typ-2-Diabetes

Thema des diesjährigen „Tages der gesunden Ernährung“ ist die Volkskrankheit Diabetes mellitus. Wer sich mediterran ernährt, hat ein geringeres Erkrankungsrisiko für Diabetes Typ-2 – und zwar unabhängig davon, auf welchem Breitengrad er oder sie speist.

Mediterrane Ernährung kann auch in nördlichen Regionen Europas vor Diabetes Typ-2 schützen.

Mediterrane Ernährung kann auch in nördlichen Regionen Europas vor Diabetes Typ-2 schützen.

RitaE/pixabay.com

Low carb, low fat, Paleo- oder Kontrolldiät – viele Ernährungsfahrpläne klingen nach Kalorienzählen und Verzicht. Im Idealfall ist gesundes Essen jedoch genussreich und lecker, denn dann fällt eine Umstellung auch leichter. Für viele Menschen ist die mediterrane Kost eine gute Wahl, denn hier handelt es sich nicht um eine Diät im klassischen Sinne, sondern um einen Ernährungsstil: Auf dem Speiseplan stehen viel frisches Obst, Gemüse, Olivenöl, Hülsenfrüchte, Getreide und Fisch und wenig Fleisch und Milchprodukte. Sogar ein mäßiger Konsum von Rotwein ist erlaubt. Verschiedene Studien haben bestätigt, dass sich durch diese Ernährung das Risiko, an Diabetes Typ-2 zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu erleiden, verringert.

Doch lässt sich, was auf Kreta oder Sizilien seine schützende Wirkung entfaltet, auch auf Menschen in nördlicheren Regionen Europas übertragen? Dieser Frage sind Forschende um Prof. Dr. Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) im Rahmen des vom BMBF geförderten Kompetenzclusters für Ernährungsforschung NutriAct nachgegangen. „Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer, die sich in Deutschland relativ strikt mediterran ernährten, hatten ein um 20 Prozent geringeres Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken als Teilnehmende, die sich nicht oder nur teilweise mediterran ernährten“, fasst Schulze zusammen. „Auch das Risiko für einen Herzinfarkt ist unseren Analysen zufolge bei Menschen, die einer Mittelmeerdiät folgen, geringer.“

Neben der Mittelmeerküche untersuchte das interdisziplinäre Team um Schulze auch den Einfluss der in Nordeuropa typischen Ernährung, von Fachleuten auch als „Nordic Diet“ bezeichnet. Dazu zählen Äpfel, Birnen, Beeren, Wurzelgemüse, Kohl, Vollkorngetreide, Roggenbrot und Getreideflocken. Auch Fisch, Milch und Milchprodukte, Kartoffeln und regionale pflanzliche Fette wie beispielsweise Rapsöl zählen dazu. Die Expertinnen und Experten fanden in ihren Untersuchungen jedoch keine klaren Beziehungen zwischen diesem Ernährungsstil und chronischen Krankheiten.

Für ihre Studien werteten die Forschenden die Daten von rund 27.500 Menschen aus, die an der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Potsdam-Studie teilgenommen hatten. Untersucht wurden Frauen im Alter von 35 bis 64 Jahren und Männer im Alter von 40 bis 64 Jahren. Die Untersuchung, die 1994 begonnen wurde, ist Teil einer europäischen Studie mit insgesamt rund 521.000 Studienteilnehmenden.

Eine Fachveröffentlichung zum Thema finden Sie hier.

NutriAct – die richtige Ernährung für Gesundheit im Alter

Das Kompetenzcluster NutriAct steht für Nutritional Intervention: Food Patterns, Behavior, and Products. Der Verbund aus über 30 Forschungseinrichtungen und Unternehmen wurde im Zeitraum von Juni 2018 bis Mai 2021 mit insgesamt 6,4 Millionen Euro vom BMBF gefördert und hat sich zum Ziel gesetzt, den Gesundheitsstatus der Fünfzig- bis Siebzigjährigen zu verbessern. Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen erarbeiten die Forschenden Empfehlungen zur gesunden Ernährung im Alter, welche die Bevölkerung gut annehmen und dauerhaft umsetzen kann.

Der „Tag der gesunden Ernährung“

Zum 24. Mal jährt sich am 7. März 2021 der „Tag der gesunden Ernährung“ des Verbandes für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED). Zentrales Thema ist dieses Jahr eine der größten Volkskrankheiten weltweit: Diabetes mellitus. Mit dem Aktionstag möchte der Verband auf die Wichtigkeit der richtigen Ernährung aufmerksam machen. Üblicherweise finden dazu bundesweit und in deutschsprachigen Nachbarländern viele Aktionen statt, in diesem Jahr stellt der Verband aufgrund der Covid-19-Pandemie verschiedene Informationsmaterialien zur Verfügung und holt den Aktionstag in Abhängigkeit von der aktuellen Situation nach.