| Aktuelle Meldung

„Organersatz aus dem Labor“ – Finaler Wettbewerb und Verkündung der Gewinnerteams

Ersatzorgane aus dem Labor könnten künftig tausenden Menschen helfen, die dringend auf ein Spenderorgan warten. Im Innovationswettbewerb suchen mehrere Forschungsteams nach Lösungen. Anfang Mai werden die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs verkündet.

Frau untersucht im Labor Organoide.

Individuell gezüchteter Organersatz aus dem Labor wäre eine echte Sprunginnovation.

tilialucida - stock.adobe.com

In Deutschland warten derzeit fast 10.000 Schwerkranke auf eine lebensrettende Transplantation – die meisten von ihnen viele Jahre lang vergeblich. Zur Lösung dieses drängenden Problems könnte die Züchtung von Ersatzorganen im Labor wirkungsvoll beitragen. Erste Vorstöße auf diesem Gebiet gibt es bereits, doch der endgültige Durchbruch ist noch nicht geglückt. Weltweit arbeiten Forschungsgruppen an der Entwicklung dreidimensionaler organähnlicher Modelle, sogenannter Organoide. Die Ergebnisse sind vielversprechend – doch die Mini-Organe reichen in Größe und Komplexität noch nicht an funktionsfähige Organe heran.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat mit dem Innovationswettbewerb „Organersatz aus dem Labor“ bundesweit Forschungsteams dazu aufgerufen, ihre Fortschritte auf diesem Gebiet zu präsentieren. Im Fokus stehen die fünf Organe, die in Deutschland am häufigsten transplantiert werden: Niere, Leber, Herz, Lunge und Bauchspeicheldrüse. Seit September 2019 haben die teilnehmenden Teams Zeit, ihre Organmodelle im Labor zu optimieren, ein aussagekräftiges Datenpaket zusammenzustellen und die weitere Entwicklung in Richtung Organersatz zu planen.

Drei Millionen Euro für die Gewinner

Aktuell werden die Wettbewerbsbeiträge von einer internationalen Jury begutachtet. Anfang Mai werden dann die drei Gewinnerteams verkündet. Für die nächsten Entwicklungsschritte erhalten die Forschungsgruppen eine Förderung in Höhe von drei Millionen, zwei Millionen bzw. einer Million Euro.

Mit insgesamt drei Innovationswettbewerben erprobt das BMBF ein neues Instrument zur Förderung von Sprunginnovationen. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen in die geplante Gründung einer Agentur für Sprunginnovationen einfließen. Sprunginnovationen sollen gezielt gefördert werden, damit aus bahnbrechenden Ideen hochinnovative Produkte, Prozesse und Dienstleistungen entstehen, mit denen neue Hochtechnologiefelder, Märkte und Geschäftsmodelle erschlossen werden.

Die ursprünglich geplante öffentliche Abschlussveranstaltung am 7. Mai 2020 in Berlin kann aufgrund der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Coronavirus COVID-19 leider nicht stattfinden.