Einzelprojekt

MOLCARUTUC: Umfassende genomische Charakterisierung von Urothelkarzinomen des oberen Harntraktes und deren gepaarten, korrespondierenden Blasenkarzinomrezidiven

Förderkennzeichen: 01KT1904
Fördersumme: 275.409 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Dr. Arndt Hartmann
Adresse: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsklinikum, Pathologisches Institut
Krankenhausstr. 12
91054 Erlangen

Patienten mit einem Urothelkarzinom des oberen Harntraktes (UTUC) haben eine schlechte Prognose und ein hohes Risiko für ein zukünftiges Urothelkarzinom der Harnblase trotz radikaler Therapie. Derzeit fehlen Diagnosemöglichkeiten, die das Risiko eines Harnblasenkarzinomrezidivs vorhersagen. Zudem sind neue wirksamere Therapien erforderlich, um das Überleben zu verbessern. Dieses Projekt sieht die Identifizierung genetischer Aberrationen durch umfassende genomische Charakterisierung von UTUC und deren korrespondierenden Harnblasenkarzinomrezidiven als Lösung für diese klinischen Bedürfnisse vor. Zudem soll die Frage eines möglichen klonalen Ursprungs dieser korrespondierenden Gewebeproben beantwortet werden. Hierfür werden eine retrospektive Kohorte von 199 UTUC und 99 Harnblasenkarzinomrezidiven sowie eine prospektive Kohorte von 170 UTUC zusammengestellt sowie genomische DNA sowohl von Tumor- als auch Normalgewebe extrahiert. An diesen Proben werden die Sequenzierung des gesamten Exoms, die Mikrosatelliten-Instabilitätsanalyse sowie immunhistochemische Färbungen durchgeführt, um Aberrationen, Tumormutationslast, Mismatch Repair Defizienz, Immuninfiltration als auch die molekularen Subtypen dieser gepaarten Tumore zu bewerten. Diese erhobenen Daten werden mit klinischen Endpunkten als auch dem möglichen klinischen Ansprechen auf eine Therapie korreliert. Daraus abgeleitet sollen neue Erkenntnisse hinsichtlich einer möglichen Klonalität von UTUC und gepaarten Harnblasenkarzinomrezidiven als auch deren zugrundeliegenden Aberrationen gewonnen werden. Dies kann angewendet werden, um Zystoskopien durch patientenfreundliche Urintests zur Überwachung dieser Patientenkohorte zu ersetzen. Der Beitrag der Universität Erlagen ist die histologische Untersuchung der im Verbund gesammelten Proben. Hierbei sollen genomische Veränderungen identifiziert werden und eine Ableitung einer Therapieprognose für das UTUC erstellt werden.