Fördermaßnahme

Klinische Forschergruppen in der Klinischen Infektiologie

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 1998, 2005
Förderzeitraum: 2000 - 2018
Gesamte Fördersumme: bis zu 12 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 3

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Das BMBF fördert den Aufbau klinisch-infektiologischer Forschergruppen als selbständige Einheiten an deutschen Hochschulkliniken.
Ziel der Förderung ist vor allem die strukturelle Verankerung der klinisch-infektiologischen Forschung an klinischen Einrichtungen. Hierdurch soll die klinische Infektiologie in Deutschland gestärkt und eine Brücke zwischen Forschung und Klinik aufgebaut werden, um die Forschungsergebnisse gezielt in therapeutische und diagnostische Maßnahmen umzusetzen.
Im Rahmen eines von BMBF finanzierten Sonderprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat sich die Einrichtung von „Klinischen Forschergruppen“ als besonders geeignetes Instrument der Strukturförderung erwiesen. Dieses Instrument soll daher auch als modellhafter Ansatz zur Etablierung einer eigenständigen klinischen Infektiologie genutzt werden. In Anpassung an die spezifischen Bedürfnisse dieses Faches soll neben der Forschung auch das Aufgabenspektrum der Lehre und Versorgung in die Konzeption der Forschergruppe einbezogen werden.

2. Stand der Fördermaßnahme

Im Rahmen der Fördermaßnahme wurden vier Klinische Forschergruppen in Freiburg, Regensburg, Gießen und Köln über sechs Jahre sowie eine Klinische Forschergruppe in Ulm über drei Jahre gefördert. Diese Förderungen sind bereits ausgelaufen.

Einzelprojekte

Strategien gegen multi-resistente Erreger (MRE)

Förderkennzeichen: 01KI1501
Gesamte Fördersumme: 1.799.507 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Mathias Pletz
Adresse: Universitätsklinikum Jena, Zentrum für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene
Erlanger Allee 101
07747 Jena

Strategien gegen multi-resistente Erreger (MRE)

In der 2. Förderphase sollen 4 Teilprojekte (TP) durchgeführt werden, die verschiedene Aspekte bei Infektionen mit MRE adressieren: TP SimVac ist eine klinische Studie, die erstmalig den Einfluss einer Doppelimpfung mit den Pneumokokkenimpfstoffen PPS23 und PCV13 auf die Immunantwort analysieren wird. TP AMPC widmet sich der mRNA-basierten molekularen Differenzierung von klinisch relevanten AmpC-beta-Laktamasen, die bislang in der Diagnostik nicht erfasst werden. Im TP MBEK werden erstmalig die Antibiotika-Breakpoints für die wichtigsten biofilmbildenden pathogenen Keime identifiziert, um anschließend zu eruieren, ob zugelassene Nicht-Antibiotika synergistisch mit Antibiotika agieren und die minimalen Biofilm-eradizierenden Konzentrationen (MBEK) herabsetzen oder Biofilmbildung verhindern (MBIK). Im TP Raman-ABX soll ein spektroskopisches Messverfahren entwickelt werden, das eine Echtzeit-Konzentrationsbestimmung von Antibiotika in Patientenproben erlaubt. Dieses Projekt ist eine Weiterentwicklung eines Pilotprojektes, in dem bereits der Nachweis von Meropenem in Flüssigkeiten gezeigt werden konnte. SimVac: Erstellung der Studienunterlagen/Einholung aller Genehmigungen, 12-monatige Patientenrekrutierung, 12-monatige Nachbeobachtungsphase; Bestimmung serotypspezifischer B-Gedächtniszellen und Immunglobuline aus gesammeltem Patientenmaterial und statistische Auswertung der Studie. AMPC: Erweiterung der eigenen Datenbank um diskriminative Sequenzbereiche zu finden; Evaluierung der etablierten Anreicherungs- u. Nachweisverfahren sowie einer alternativen Methode (FRET-basiert) zum AmpC-Nachweis; Standardisierung und Validierung des Verfahrens. MBEK: Evaluierung der Breakpoints für typische Biofilmbilder; Charakterisierung ausgewählter Isolate bzgl. Effluxeigenschaften; Synergieassays mit bekannten Effluxhemmern und Effekt auf MBEK und MBIK. Raman-ABX: Evaluierung spezifischer Raman-Muster für weitere Antibiotika, anschließend Anpassung der Sensorfasern und der Nachweis im Serum.