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CODEX bündelt Daten für die Covid-19-Forschung

Künftig werden sämtliche Covid-19-spezifischen Daten der deutschen Universitätskliniken in einer Datenbank recherchierbar. Die Plattform CODEX soll neue Erkenntnisse zum Verständnis und zur Behandlung von Covid-19 ermöglichen.

Coronaviren

Neue Erkenntnisse zur Behandlung von Covid-19 erhofft sich die Wissenschaft von der Datenplattform CODEX.

Naeblys / iStock

In enger Abstimmung arbeiten zwei zentrale Projekte der deutschen Wissenschaft am Aufbau der CODEX-Plattform: die 2018 gestartete Medizininformatik-Initiative (MII) und das 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie ins Leben gerufene „Netzwerk Universitätsmedizin“ (NUM) – beides Projekte, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit Geldern in dreistelliger Millionenhöhe fördert.

Die standortübergreifende Datengrundlage ebnet wissenschaftlichen Auswertungen den Weg – auch zum Einsatz und Erfolg von Therapien und Medikamenten gegen Covid-19. Möglichst kurzfristig sollen dafür klinische Daten und ergänzend auch Bilddaten und Daten zu Bioproben aus allen deutschen Universitätskliniken zusammengeführt werden.

Gemeinsam für CODEX: MII und NUM

In der MII arbeiten die Einrichtungen der deutschen Universitätsmedizin an über 30 Standorten gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Krankenkassen und Patientenvertretern daran, Daten aus der Krankenversorgung sowie der klinischen und biomedizinischen Forschung besser nutzbar zu machen. Bundesweit wurden 29 Datenintegrationszentren (DIZ) an Universitätskliniken aufgebaut, an denen die Forschungs- und Versorgungsdaten in standardisierter Form gesammelt werden. Unter Berücksichtigung datenschutzrechtlicher Anforderungen können die Daten klinikübergreifend analysiert werden. Mit Beginn der Corona-Pandemie haben die DIZ damit begonnen, auch Covid-19-spezifische Daten strukturiert und in hoher Qualität für die Forschung bereitzustellen.

„Die umfassenden technischen und rechtlichen Vorarbeiten der Medizininformatik-Initiative, insbesondere die Datenintegrationszentren, sind wichtige Grundlage für die Forschungsdatenplattform zu Covid-19. Es ist wichtig, dass wir projektübergreifend öffentlich geförderte Forschungsinfrastrukturen gemeinsam nutzen und weiterentwickeln“, betont Sebastian C. Semler, der Leiter der MII-Koordinationsstelle, die die bundesweite Zusammenarbeit aller MII-Akteure organisiert. Die Federführung dieser Koordinationsstelle liegt bei der TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V.; sie betreibt die Koordinationsstelle gemeinsam mit dem Medizinischen Fakultätentag (MFT) und dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD).

„Über CODEX wird es ermöglicht, komplexe Covid-19-Datensätze aus verschiedenen Quellen zentral auszuwerten: aus den Datenintegrationszentren der MII, aber auch aus kommunalen Kliniken, dem niedergelassenen Bereich und von Gesundheitsämtern. Die Plattform soll auch die Zusammenführung mit Daten ermöglichen, die direkt von Bürgerinnen und Bürgern über Apps erhoben werden“, erläutert Prof. Dr. Roland Eils vom Zentrum für Digitale Gesundheit des Berlin Institute of Health (BIH) und Charité – Universitätsmedizin Berlin, der den Aufbau der zentralen CODEX-Plattform koordiniert.

Die Medizininformatik-Initiative (MII) wurde 2018 auf den Weg gebracht, um die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen zu fördern sowie Forschungsmöglichkeiten und die Patientenversorgung zu verbessern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Initiative zunächst bis 2022 mit rund 180 Millionen Euro.

Ebenso wie die MII stellt auch das zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und zur Erforschung der Krankheit Covid-19 etablierte Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) die medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt. Das Projekt CODEX ist eines von 13 NUM-Projekten, die das BMBF mit insgesamt 150 Millionen Euro zur Bekämpfung der Pandemie fördert.