Fördermaßnahme

Medizininformatik Aufbau- und Vernetzungsphase

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2015
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Gesamte Fördersumme: bis zu 165 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 1. Förderphase (Konzeptphase): 7 Konsortien mit insgesamt 29 Teilvorhaben 2. Förderphase (Aufbau- und Vernetzungsphase): 4 Konsortien mit insgesamt 64 Teilvorhaben

1. Ziele des Förderschwerpunktes

In die medizinische Forschung fließen immer größere Mengen heterogener Daten aus der lebenswissenschaftlich-medizinischen Grundlagenforschung, der klinischen Forschung und der Patientenversorgung ein. Die Analyse dieser Daten kann dazu beitragen, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. Beispielhaft dafür stehen die aktuellen Fortschritte in der individualisierten Medizin, wie z. B. bei Krebsleiden, die die Behandlungen effektiver und sicherer machen. Die Forschung entwickelt dabei Instrumente und Modelle, mithilfe derer die Wirkung von Medikamenten auf einzelne Patienten vorhergesagt werden kann.

Ziel des Förderkonzepts ist eine Verbesserung von Forschungsmöglichkeiten und Patientenversorgung durch IT-Lösungen, die den Austausch und die Nutzung von Daten aus Krankenversorgung, klinischer und biomedizinischer Forschung über die Grenzen von Institutionen und Standorten hinweg ermöglichen und vorhandenes Fachwissen und aktuelle Forschungsergebnisse im Forschungs- und Versorgungsalltag verfügbar machen. Weiterhin soll die Medizininformatik in Forschung und Lehre in Deutschland zukunftsgerichtet aufgestellt werden.

Kernelemente des Förderkonzeptes sind Datenintegrationszentren (DIZ), die die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine gemeinsame Datennutzung zwischen Versorgung und Forschung an den datenbereitstellenden Institutionen schaffen. Diese integrierten IT-Systeme nutzen geeignete Schnittstellen und (inter)nationale Standards, um einen Datenaustausch und -nutzung zwischen verschiedenen Datenquellen zu ermöglichen (Interoperabilität). Ein weiteres Kernelement sind konkrete Anwendungsfälle („Use Cases“), in denen der Mehrwert der aufgebauten IT-Lösungen für die Verbesserung der Forschung und Patientenversorgung nachgewiesen werden soll. Von den geförderten Hochschulen und Kliniken werden zudem eigene Aktivitäten in Forschung und Lehre erwartet. Einen Anreiz für die Einrichtung neuer Medizininformatik Professuren wird durch eine BMBF Förderung von unterstützenden Nachwuchsgruppen gesetzt.

2. Stand der Fördermaßnahme

Nach einer neunmonatigen Konzeptphase (8/2016 – 4/2017), an der sich sieben Konsortien mit insgesamt 29 Partnern beteiligt haben, wurden im Juli 2017 in einem internationalen Begutachtungsverfahren die geeignetsten Konzepte für die vierjährige Aufbau- und Vernetzungsphase (1/2018 – 12/2021) ausgewählt. In den vier ausgewählten Konsortien – DIFUTURE, HiGHmed, MIRACUM, SMITH - arbeiten die Universitätskliniken mit über 30 weitere Standorte aus universitären und nicht-universitären Forschungseinrichtungen und Industrie (Großindustrie und KMU) zusammen. Das BMBF Fördervolumen beträgt insgesamt über 150 Mio. €.  Ein Nationales Steuerungsgremium (NSG), bestehend aus Vertretern der vier Konsortien, begleitet die Umsetzung des Förderkonzepts. Das NSG koordiniert als übergeordnete Governance-Struktur die Zusammenarbeit der Medizininformatik-Konsortien und die Umsetzung der erforderlichen Konsortien-übergreifenden Abstimmungsprozesse. Das NSG wird durch eine Koordinationsstelle fachlich und organisatorisch unterstützt, die bei der TMF e.V. in Kooperation mit dem Medizinischen Fakultätentag und dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands angesiedelt ist.

www.medizininformatik-initiative.de