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Größtes deutsches Bioprobenlager für die Gesundheitsforschung

Das deutschlandweit größte Lager für menschliche Bioproben wurde in Neuherberg bei München eröffnet. Es bietet Platz für bis zu 21 Millionen Bioproben wie beispielsweise Blutproben, die bei der NAKO Gesundheitsstudie genutzt werden.

Bioproben werden aus einem Stickstofftank geholt.

Bioproben wie Blut, Urin oder Speichel werden bei -80 oder sogar -180 Grad Celsius in speziellen Tanks gelagert, damit sie noch Jahre später untersucht werden können.

DLR Projektträger

Das Lager wird Proben aus der größten Langzeitstudie der Gesundheitsforschung in Deutschland beherbergen, der NAKO Gesundheitsstudie. Die Studie soll 20 - 30 Jahre dauern und 200.000 Menschen nehmen an ihr Teil. Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Infektionen und Depression genauer zu erforschen. Die Studie soll helfen, diesen weit verbreiteten Erkrankungen besser vorbeugen zu können, sie früher zu erkennen und sie besser zu behandeln. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert die NAKO Gesundheitsstudie gemeinsam mit den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft mit rund 256 Millionen Euro. Der NAKO e. V., ein Netzwerk deutscher Forschungseinrichtungen – Universitäten, Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft und der Leibniz-Gemeinschaft sowie anderer Forschungsinstitute – führt diese große Studie durch.

Ein ausgeklügeltes Kühlsystem und Hightech-Logistik sichern die Proben

Das Probenlager funktioniert wie ein riesiger Tiefkühlschrank mit Tresorfunktion. Durch ein ausgeklügeltes Kühlsystem und Hightech-Logistik werden die Bioproben in zwei Lagersystemen bei Minusgraden aufbewahrt. Das Herzstück ist das vollautomatische minus 180 Grad Celsius-Lager, in dem die Proben in bis zu 23 Stickstofftanks gelagert werden. Jeder dieser Tanks kann rund eine Million Proben aufnehmen. Ein weiteres, teilautomatisiertes minus 80 Grad Lager fasst rund 2,7 Millionen Proben. Ein Spezialroboter, der auch bei sehr kalten Temperaturen funktioniert, übernimmt den Ein- und Auslagerungsprozess, so dass die pseudonymisierten Proben für wissenschaftliche Fragestellungen schnell und sicher entnommen werden können.

„Aus meiner Sicht ist diese Anlage mit ihrer innovativen Technik ein echter Quantensprung. Durch unser System werden Forschende über Jahrzehnte hinweg auf Bioproben höchster Qualität zurückgreifen können“ erläutert Prof. Dr. Annette Peters, Vorsitzende des Vorstandes des NAKO e.V. und Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München.

Weiterführende Informationen zur NAKO Gesundheitsstudie:

https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/praevention-und-ernaehrung.php

https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/nako-gesundheitsstudie-3396.php

https://nako.de/