Verbund

PEN - Netzwerk zur Untersuchung der Effektivität politischer Maßnahmen zur Lebensstilintervention

In den europäischen Staaten werden viele unterschiedliche politische Maßnahmen umgesetzt, welche die Gesundheit der Bevölkerung direkt oder indirekt beeinflussen. Sie sollen eine nachhaltige Veränderung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten bewirken. Jedoch wurden bisher die Auswirkungen solcher Maßnahmen noch nicht systematisch erfasst und evaluiert. Dementsprechend fehlt es an umfassenden Erkenntnissen zur Effektivität der unterschiedlichen politischen Maßnahmen und Strategien. Dies gilt insbesondere für möglicherweise variierende Effekte und deren Übertragbarkeit auf unterschiedliche demographische, sozioökonomische oder ethnische Bevölkerungsgruppen.

Ziel der transnationalen Fördermaßnahme „Förderung eines europäischen Netzwerks zur Effektivität politischer Maßnahmen zur Lebensstilintervention“, kurz PEN („Policy Evaluation Network“), ist daher die systematische Erfassung und Bewertung von politischen Maßnahmen in Europa, die das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Bevölkerung beeinflussen. Die Fördermaßnahme ist eingebettet in die gemeinsame europäische Programminitiative „Eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben“ (JPI HDHL). Durch länderübergreifende Zusammenarbeit werden darin die aktuellen Herausforderungen im Bereich Ernährung, körperliche Aktivität und Gesundheit bearbeitet.

In dem PEN-Netzwerk arbeiten 28 Arbeitsgruppen aus sieben europäischen Partnerstaaten und Neuseeland unter deutscher Koordination zusammen. Die Bewertung der Wirksamkeit politischer Maßnahmen erfolgt dabei anhand von drei konkreten Fallstudien. Diese umfassen Maßnahmen zur Besteuerung von Zucker bzw. gezuckerten Getränken, Maßnahmen für städtische Mobilität/aktiven Transport sowie zur Verbesserung von Ernährung, Bewegung und sitzendem Lebensstil in Schulen. Die Ergebnisse werden mit Entscheidungsträgern diskutiert und fließen in konkrete Empfehlungen zur Ausgestaltung politischer Maßnahmen ein.

Teilprojekte

Teilprojekt Bremen

Förderkennzeichen: 01EA1818A
Gesamte Fördersumme: 482.313 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Ahrens
Adresse: Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS GmbH
Achterstr. 30
28359 Bremen

Teilprojekt Bremen

Die Vision von PEN ist es, die Instrumente bereitzustellen, die es erlauben, politische Maßnahmen, die direkt oder indirekt einem ungesunden Ernährungs- und Bewegungsverhalten entgegenwirken können, für Europa zu identifizieren und zu evaluieren. Es sollen Maßstäbe für die Bewertung von politischen Interventionen entwickelt werden und dabei auch deren Einfluss auf gesundheitliche Chancenungleichheiten berücksichtigt werden. Mittels strukturierter Evaluationsmethoden wird PEN den Inhalt, die Implementierung und die Wirksamkeit von politischen Maßnahmen untersuchen, die den gesundheitsgezogenen Lebensstil europäischer Bevölkerungen adressieren. PEN wird dabei auf dem Vorwissen aus DEDIPAC (Determinants of Diet and Physical Activity) und INFORMAS (International Network for Food and Obesity/ non-communicable diseases Research, Monitoring and Action Support) aufbauen. Die sieben ineinandergreifenden Arbeitspakete werden einen Überblick über die politischen Maßnahmen geben, die hinsichtlich der nachhaltigen Reduktion von körperlicher Inaktivität, ungesunder Ernährung und sitzendem Verhalten den größten Erfolg versprechen.

Teilprojekt Mainz

Förderkennzeichen: 01EA1818B
Gesamte Fördersumme: 96.487 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Kubiak
Adresse: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, FB 02 Sozialwissenschaften, Medien und Sport, Sozialwissenschaften, Psychologisches Institut
Binger Str. 14-19
55122 Mainz

Teilprojekt Mainz

Das Vorhaben ist ein Teil des europäischer Forschungsnetzwerks "PEN", das darauf abzielt, politische Maßnahmen zur Förderung eines gesunder Ernährungs- und Bewegungsverhaltens der Bevölkerung systematisch zu evaluieren. Es werden im Einzelnen folgende Ziele verfolgt: 1. Nutzung experimenteller Methoden zur Bewertung von politischen Maßnahmen zur positiven Beeinflussung von körperlicher Aktivität, sitzendem Lebensstil und Ernährungsverhalten. 2. Identifikation von Barrieren und förderlichen Bedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung politischer Maßnahmen zur positiven Beeinflussung von körperlicher Aktivität, sitzendem Lebensstil und Ernährungsverhalten. 3. Ableitung von Empfehlungen zur Bewertung der Wirksamkeit politischer Maßnahmen unter spezieller Berücksichtigung der Perspektiven der relevanten Akteure sowie von Barrieren und förderlichen Bedingungen.

Teilprojekt Berlin

Förderkennzeichen: 01EA1818C
Gesamte Fördersumme: 113.837 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Dr. Gert Mensink
Adresse: Robert Koch-Institut (RKI), Abt. Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Fachgebiet 27 Gesundheitsverhalten
General-Pape-Str. 62-66
12101 Berlin

Teilprojekt Berlin

Das Robert Koch-Institut (RKI) wird an der Entwicklung eines maßgeschneiderten Surveillance- und Monitoringsystems für Europa arbeiten. Dies beinhaltet die Auswahl von geeigneten Indikatoren für Ernährung, Bewegung, sitzende Verhaltensweisen und deren Determinanten sowie Abgleich dieser Indikatoren mit bestehenden (aggregierten) intersektoralen Daten auf Individual-, Setting- und Systemebene sowie die Identifizierung von geeigneten Instrumenten zur Messung der relevanten Schlüsselindikatoren. Ziel ist die Entwicklung eines Protokolls für ein pan-europäisches Monitoring- und Surveillancesystem zur Evaluation der Wirksamkeit politischer Maßnahmen sowie die Initiierung einer Experten- und Methodenplattform zur wissenschaftlichen Begleitung des Harmonisierungsprozesses. Das RKI wird sich daran beteiligen, Kontakte mit bestehenden Partnereinrichtungen/Systemen aufzunehmen und neue Kontakte zu den Verantwortlichen für die Systeme sowie z.B. zu politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern aufzubauen. Auch werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des RKI daran mitwirken, das im DEDIPAC-Netzwerk entwickelte Modell zur länderübergreifenden Harmonisierung von wichtigen gesundheitsbezogenen Indikatoren umzusetzen und zu erweitern.

Teilprojekt Ulm

Förderkennzeichen: 01EA1818D
Gesamte Fördersumme: 242.633 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Jürgen M. Steinacker
Adresse: Universität Ulm, Universitätsklinikum, Zentrum für Innere Medizin, Klinik für Innere Medizin II, Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin
Leimgrubenweg 14
89075 Ulm

Teilprojekt Ulm

Die Universität Ulm hat Erfahrung in der Durchführung populationsbasierter Studien und sich u.a. im Vorgängerprojekt DEDIPAC (Determinanten von Ernährung und körperlicher Aktivität - Europäisches Netzwerk zur Entwicklung einer Forschungsinfrastruktur in Europa) wertvolle Expertise erarbeitet. Ziel des Vorhabens ist es, einen Überblick über die effektivsten politischen Strategien zu geben, die am ehesten dazu beitragen werden, körperliche Inaktivität, ungesunde Ernährung und sitzendes Verhalten nachhaltig zu reduzieren. Das Ulmer Teilprojekt leistet einen Beitrag zur Identifizierung von Implementierungsprozessen sowie förderlicher und hinderlicher Faktoren. Die Ergebnisse fließen in eine praxisorientierte Anleitung zur Evaluation der Umsetzung politischer Strategien zur Lebensstilintervention ein. Das Teilprojekt trägt weiterhin zur qualitativen und quantitativen Bewertung der Umsetzung und Auswirkungen von exemplarischen politischen Maßnahmen im Rahmen dreier Fallstudien bei.

Teilprojekt Erlangen

Förderkennzeichen: 01EA1818E
Gesamte Fördersumme: 96.592 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Dr. Peter Gelius
Adresse: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Sportwissenschaft und Sport
Gebbertstr. 123 B
91058 Erlangen

Teilprojekt Erlangen

PEN ist Teil der gemeinsamen Programminitiative "Eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben" (JPI HDHL, http://www.healthydietforhealthylife.eu/). Diese hat zum Ziel, die Forschung und Aktivitäten in den Bereichen Ernährung, Ernährungsgewohnheiten, körperliche Aktivität und Gesundheit über Ländergrenzen hinweg in Europa zu bündeln. PEN wird zur Erreichung dieses Ziel beitragen, indem es die Inhalte, Implementierung und Wirksamkeit politischer Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Ernährungs- und Bewegungsverhaltens in den PEN-Ländern erfasst und evaluiert. PEN besteht aus sieben Arbeitspaketen (Work Packages, WP). WP7 beinhaltet die Koordination des Netzwerks. Die übrigen sechs WPs haben jeweils ein eigenes wissenschaftliches Konzept und sind durch drei bereichsübergreifende Fallstudien miteinander verbunden. Dieses Teilprojekt wird einen Beitrag zur Entwicklung eines Envionment Policy Index (EPI) für körperliche Aktivität leisten, um praxiserprobte Strategien zur Verbesserung der Bewegungsverhältnisse zu bewerten. Weitere Aufgaben dienen der Weiterentwicklung von Gesundheitsberichtserstattungs- und Monitoringsystemen.

Teilprojekt Freiburg

Förderkennzeichen: 01EA1818F
Gesamte Fördersumme: 108.816 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Meerpohl
Adresse: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Fakultät, Institut für Evidenz in der Medizin
Breisacher Str. 153
79110 Freiburg im Breisgau

Teilprojekt Freiburg

Die Vision von PEN ist es, die Instrumente bereitzustellen, die es erlauben, politische Maßnahmen, die direkt oder indirekt einem ungesunden Ernährungs- und Bewegungsverhalten entgegenwirken können, für Europa zu identifizieren und zu evaluieren. Es sollen Maßstäbe für die Bewertung von politischen Interventionen entwickelt werden und dabei auch deren Einfluss auf gesundheitliche Chancenungleichheiten berücksichtigt werden. Mittels strukturierter Evaluationsmethoden wird PEN den Inhalt, die Implementierung und die Wirksamkeit von politischen Maßnahmen untersuchen, die den gesundheitsgezogenen Lebensstil europäischer Bevölkerungen adressieren. Dieses Teilprojekt leistet einen Beitrag zur Anwendung der GRADE (Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation)-Methodik in der Evaluierung politischer Maßnahmen. Dazu wird unter anderem ein Konzept zur Einschätzung der Qualität der Evidenz von Evaluationen von politischen Maßnahmen entwickelt und gemeinsam mit den Verbundpartnern pilotiert.

Teilprojekt Heidelberg

Förderkennzeichen: 01EA1818G
Gesamte Fördersumme: 158.183 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Hermann Brenner
Adresse: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Abt. Klinische Epidemiologie und Alternsforschung (C070)
Im Neuenheimer Feld 581
69120 Heidelberg

Teilprojekt Heidelberg

Das Vorhaben ist Teil des europäischen Forschungsnetzwerks "PEN", das darauf abzielt politische Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Ernährungs- und Bewegungsverhaltens der Bevölkerung systematisch zu evaluieren. Das DKFZ beteiligt sich an den Work-Packages (WP) WP3, WP4, WP6 und WP7 des PEN-Netzwerks zur Evaluierung politischer Maßnahmen für Lebensstil-Interventionen. Das Teilprojekt leistet damit unter anderem einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Methoden zur Schätzung epidemiologiescher Auswirkungen von politischen Maßnahmen sowie zur Evaluation der Implementierung politischer Maßnahmen.

Teilprojekt Helmholtz München

Förderkennzeichen: 01EA1818H
Gesamte Fördersumme: 109.922 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Dr. Michael Laxy
Adresse: Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen
Ingolstädter Landstr. 1
85764 Neuherberg

Teilprojekt Helmholtz München

Das Vorhaben ist Teil des europäischen Forschungsnetzwerkes "PEN", das darauf abzielt politische Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Ernährungs- und Bewegungsverhaltens der Bevölkerung systematisch zu evaluieren. Das Teilprojekt untersucht den Einsatz entscheidungsanalytischer Simulationsmodelle zur Quantifizierung und Extrapolation langfristiger gesundheitsökonomischer Konsequenzen (QALE, Gesundheitskosten) der Veränderungen des Lebensstils und der proximalen Endpunkte (etwa Body Mass Index, Gewicht, Blutdruck) sowie ihre Auswirkungen auf sekundäre Parameter (wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs).

Teilprojekt LMU München

Förderkennzeichen: 01EA1818I
Gesamte Fördersumme: 104.354 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: PD Eva Rehfuess
Adresse: Ludwig-Maximilians-Universität München, Fakultät für Medizin, Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Arbeitsgruppe Evidence-based Public Health
Marchionistr. 15
81377 München

Teilprojekt LMU München

Das Projekt stellt den Beitrag der Arbeitsgruppe Evidence-based Public Health der Pettenkofer School of Public Health der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Policy Evaluation Network (PEN) dar, einem europäischen Forschungsnetzwerk zur Untersuchung der Effektivität politischer Maßnahmen zur Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität. Der wesentliche Beitrag ist die Umsetzung des sogenannten Food Environment Policy Index (Food-EPI) in Deutschland im Rahmen des Arbeitspakets 1 von PEN. Der Food-EPI ist ein methodisches Rahmenwerk, das von dem internationalen Forschungskonsortium INFORMAS entwickelt wurde und dazu dient, politische Rahmensetzungen, Maßnahmen und Regelungen, die Einfluss auf das gesundheitsrelevante Ernährungsverhalten der Bevölkerung nehmen, nach einem einheitlichen Verfahren systematisch zu erfassen und gemäß Inhalt und Umsetzungsgrad an internationalen Standards zu messen. Zudem dient es dazu, Maßnahmen zu identifizieren, die das größte Potenzial für eine Verbesserung des Ernährungsverhaltens der Bevölkerung und die größten Chancen auf Umsetzung bieten. Dies beinhaltet Recherche und Analyse sowie Konsultationsverfahren mit Fachpersonen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Ein weiterer Beitrag erfolgt im Rahmen des Arbeitspakets 3 von PEN, welches die Sichtung, Bewertung und Weiterentwicklung von quantitativen Methoden zur Evaluation der Wirksamkeit von politischen Maßnahmen zur Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität beinhaltet. Ziel von Aufgabe 3.1.1 ist die Bewertung und Weiterentwicklung von Rahmenwerk, mit denen die Verlässlichkeit von Evidenz eingeschätzt, und Entscheidungen aus Evidenz abgeleitet werden können (Evidence to Decision bzw. EtD Rahmenwerk). Ziel von Aufgabe 3.1.3 ist die Bewertung, Weiterentwicklung und Anwendung von quasi-experimentellen Methoden für ex-post Evaluationen politischer Maßnahmen anhand von Beobachtungen.