Einzelprojekt

PPROM-Kontinuierliche Amnioninfusion über ein subkutan implantiertes Portsystem beim vorzeitigen Blasensprung mit Anhydramnion

Förderkennzeichen: 01KG2007
Fördersumme: 913.357 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Tchirikov
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtenhilfe und Pränatalmedizin
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)

Ziel ist der Beweis der Überlegenheit der kontinuierlichen Amnioninfusion gegenüber der konservativen Behandlung bei vorzeitigem Blasensprung mit Oligo-/Anhydramnion zwischen SSW 22 +0 und 26 +0. Die primäre Zielgröße ist die Zeitspanne zwischen Blasensprung mit Oligo-/Anhydramnion und der Geburt in Tagen. (PPROM-Geburts-Intervall) Derzeit wird Frauen mit einem vorzeitigen Blasensprung vor der vollendeten 20. SSW eine aktive Beendigung der Schwangerschaft bei Infektion der Mutter und schlechter Prognose des Neugeborenen angeraten. Zwischen der 22. bis 24. SSW muss zwischen einem Schwangerschaftsabbruch und konservativen Therapiemethoden entschieden werden. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft werden Schwangere mit PPROM und Oligo-/Anhydramnion ab der vollendeten 24. bis 28. SSW konservativ bzw. abwartend behandelt. Hierzu zählen unter anderem die Gabe von Breitspektrumantibiotika, Tokolyse zur Vermeidung vorzeitiger Wehentätigkeit und die Durchführung einer Lungenreifeinduktion mittels antenataler Corticosteroidgabe, um das Risiko eines "Respiratory Distress Syndroms – RDS" des Neugeborenen zu reduzieren. Es haben schon mehrere Studien stattgefunden, in denen untersucht wurde, ob die Therapie der Amnioninfusion in Fällen von PPROM mit Oligohydramnion eine adäquate Möglichkeit zur Förderung der neonatalen Überlebensrate und des Gesundheitszustandes des neugeborenen darstellt. Wiederholte transabdominelle Amnioninfusionen könnten das PPROM-Geburts-Intervall signifikant verlängern und das neonatale Outcome verbessern. Eine frühere retrospektive Analyse von Tchirikov et al. aus dem Jahr 2013 konnte eine deutliche Verlängerung des PPROM-Geburts-Zeitraums von durchschnittlich bis zu 49 Tagen und ein besseres neonatales Outcome nach kontinuierlicher Amnioninfusion aufweisen. Durch langfristige, permanente Amnioninfusion werden Bakterien und Entzündungsprodukte aus der Amnionhöhle gespült.