Fördermaßnahme

Klinische Studien mit hoher Relevanz für die Patientenversorgung

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2013 (seither jährlich)
Förderzeitraum: 2015 - 2030
Gesamte Fördersumme: bis zu 68,1 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 36 klinische Studien

Im Rahmen dieser Bekanntmachung werden sowohl klinische Studien als auch systematische Übersichtsarbeiten gefördert, die zur besseren Übersichtlichkeit getrennt dargestellt werden.

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Die systematische Beobachtung definierter Patientenpopulationen mit klinischen Studien und systematischen Übersichtsarbeiten ist ein zentrales Instrument der klinischen Forschung. Solche Arbeiten bilden die Grundlage für Evidenz und Qualität in der medizinischen Versorgung. Sie müssen mit einem hohen Maß an Professionalität geplant und durchgeführt werden, um internationalen Anforderungen und Standards zu genügen. Dies bedeutet einen großen organisatorischen und finanziellen Aufwand, der in vielen Fällen von der pharmazeutischen Industrie erbracht wird. Es gibt aber klinische Fragestellungen, die für die Industrie nicht interessant sind, dennoch aber für das deutsche Gesundheitssystem eine hohe Relevanz haben. Mit dieser Fördermaßnahme verfolgt das BMBF das Ziel, Lösungen für solche Fragestellungen zu erarbeiten. Es werden daher Projekte unterstützt, die die wichtigsten Erkenntnislücken im medizinischen Alltag schließen unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse betroffener Patientinnen und Patienten.

Gefördert werden wissenschaftsinitiierte, multizentrische, prospektive, kontrollierte klinische Studien zum Wirksamkeitsnachweis von Therapiekonzepten, die eine Intervention an Patientinnen und Patienten beinhalten und eine konfirmatorische Zielsetzung aufweisen. Außerdem werden wissenschaftsinitiierte, explorative klinische Studien gefördert, die mit geringen Probandenzahlen einen ersten Wirksamkeitsnachweis für ein Therapiekonzept liefern und der Vorbereitung von multizentrischen klinischen Studien mit hohen Probandenzahlen dienen. Alle geförderten Projekte haben höchste Relevanz für das deutsche Gesundheitssystem und müssen Patientenvertretungen in die Projektplanung eingebunden haben.

Neben den klinischen Studien werden im Rahmen dieses Förderschwerpunktes auch systematische Übersichtsarbeiten („systematische Reviews“) gefördert. In einer solchen Übersichtsarbeit werden die Ergebnisse aus allen verfügbaren klinischen Studien zusammengefasst und bewertet, die sich beispielsweise auf ein bestimmtes Therapieverfahren beziehen. Die Durchführung systematischer Reviews ist ein wichtiger Schritt bei der Übertragung von Forschungsergebnissen in die Krankenversorgung. Auf diese Weise können z.B. übergeordnete Behandlungsempfehlungen oder sogar neue Therapie-Leitlinien entstehen.

In der Fördermaßnahme gibt es keine thematische Eingrenzung. Sie deckt querschnittshaft verschiedene medizinische Fachgebiete ab. Die am häufigsten vertretenen Fachgebiete sind Psychiatrie/Psychologie, Onkologie, Dermatologie und Neurologie.

2. Stand der Fördermaßnahme

Bisher wurden seit 2013 sechs Bekanntmachungen veröffentlicht.

Klinische Studien

Systematische Reviews

Einzelprojekte

INDICI – Bestimmung der Elektrodenpositionen der Stimulationselektrode eines Cochleaimplantates mithilfe einer Volumentomographie für eine verbesserte Hörwahrnehmung

Förderkennzeichen: 01KG2033
Gesamte Fördersumme: 410.711 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Uwe Baumann
Adresse: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main - FB 16 Medizin und Klinikum, Klinik für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde, Phoniatrie und Pädaudiologie
Theodor-Stern-Kai 7
60596 Frankfurt am Main

INDICI – Bestimmung der Elektrodenpositionen der Stimulationselektrode eines Cochleaimplantates mithilfe einer Volumentomographie für eine verbesserte Hörwahrnehmung

Patienten mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit oder Taubheit können mit einem Cochlea Implantat (CI) versorgt werden, um wieder einen Höreindruck zu erlangen. Das Hören mit CI wird von den meisten Patienten, besonders in der Anfangszeit, als unangenehm und störend empfunden. Die Hörleistung von CI-Patienten ist auch nach einer Eingewöhnungsphase sehr variierend und in realen Hörsituationen mit Störgeräuschen häufig unzureichend. Ein möglicher Grund für die schlechte Hörqualität ist, dass die Verteilung der Frequenzbänder bei allen Patienten gleich gewählt ist, unabhängig davon, wo die einzelnen Elektroden innerhalb der Cochlea positioniert sind. Die elektrischen Frequenzbänder an einer bestimmten intracochleären Position können sich dabei bis zu zwei Oktaven von der physiologischen Frequenzübertragung unterscheiden. Im Vorhaben wird nach der CI-Versorgung die exakte Elektrodenposition mithilfe einer hochauflösenden digitalen Volumen-Tomographie und anschließender 3D-Rekonstruktion bestimmt. Mit Kenntnis der genauen Elektrodenposition kann eine patientenspezifische Frequenzbandanpassung des CI-Signalprozessors durchgeführt werden, mit der die Klangqualität und die Sprachdiskrimination verbessert werden soll. Die experimentelle Bedingung besteht in der Erstellung eines CI-Signalprozessor-Programms mit einer patientenspezifischen Frequenzbandanpassung. Die Kontrollbedingung besteht in der Verwendung eines CI-Signalprozessor-Programms mit der vom Hersteller vorgegebenen Standard-Frequenzbandanpassung ohne Berücksichtigung der individuellen Elektrodenposition. Alle eingeschlossenen Probanden werden mithilfe einer blockweisen Randomisierung mit zufälliger Blocklänge in zwei Gruppen eingeteilt. Das Hören wird mit Tests zur Sprachdiskrimination mit beiden Einstellungen des CI-Signalprozessors überprüft. Zusätzlich wird der subjektive Nutzen mittels Fragebögen ermittelt und die persönliche Präferenz notiert

DIPS - Explorative Studie zur Bild- und Computergestützten Einstellung für die Tiefenhirnstimulation bei Dystonie-Patienten

Förderkennzeichen: 01KG2032
Gesamte Fördersumme: 147.719 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Dr. Martin Reich
Adresse: Universitätsklinikum Würzburg, Neurologische Klinik und Poliklinik
Josef-Schneider-Str. 11
97080 Würzburg

DIPS - Explorative Studie zur Bild- und Computergestützten Einstellung für die Tiefenhirnstimulation bei Dystonie-Patienten

Das Hauptziel dieser explorativen Studie ist die prospektive Bewertung der Machbarkeit einer bildgestützten Programmierung der pallidialen Tiefenhirnstimulation (DBS) bei Dystonien. Die Dystonien sind eine heterogene Gruppe von Bewegungsstörungen, die das klinische Kernmerkmal abnormaler unwillkürlicher Muskelkontraktionen gemeinsam haben. Die pallidale DBS ist eine etablierte Therapie für schwere Fälle mit einer durchschnittlichen Verbesserung des Dystonie-Schweregrades um 50-60 %. Die Ergebnisse sind jedoch variabel und schwer vorhersagbar, und klinische Studien berichten von bis zu 25 % Nichtreagierenden. Variabilität bei der Elektrodenplatzierung und ungeeignete Stimulationseinstellungen können einen großen Teil dieser Ergebnisvariabilität ausmachen. Darüber hinaus bessert sich die Dystonie verzögert, oft Tage bis Wochen nach dem Wechsel der DBS-Therapie, was die Programmierung erschwert. Kürzlich wurde ein Computermodell zur Vorhersage optimaler individueller Stimulationseinstellungen bei Patienten auf der Grundlage des Ergebnisses einer großen Kohorte chronisch behandelter Patienten entwickelt. In silico-Tests haben eine um 16,3 % bessere mittlere Gruppenverbesserung bei computergestützter Programmierung im Vergleich zur ärztlichen Programmierung und eine drastische Verringerung der Non-Responder (von 25 % auf 5 %) vorhergesagt. In dieser prospektiven Studie wird das Computermodell in einer randomisierten, kontrollierten und doppelt verblindeten Umgebung gegen die beste klinische DBS-Programmierung getestet. Das primäre Ergebnis wird eine Responder-Analyse sein, bei der der Dystonie-Schweregrad zwischen konventioneller klinischer und modellbasierter Programmierung verglichen wird.

FINISHER - Anti-inflammatorische Therapie nach Aneurysmablutung

Förderkennzeichen: 01KG2031
Gesamte Fördersumme: 1.622.670 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Erdem Güresir
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum , Klinik für Neurochirurgie, Experimentelle Neurobiologie
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

FINISHER - Anti-inflammatorische Therapie nach Aneurysmablutung

Die aneurysmatische Subarachnoidlablutung (SAB) ist eine schwere Form der Hirnblutung, ausgelöst durch ein geplatztes Aneurysma. Hierbei kommt es etwa am 3-14. Tag nach der Blutung zu Veränderungen, unter anderem auch zu einer Entzündungsreaktion, deren Folgen die Prognose der Patienten mitbestimmen. Daher wird diskutiert, ob eine Unterdrückung der Entzündung das Überleben und den Therapieerfolg der Patienten verbessern kann. Als entzündungshemmendes Medikament kommt hier Dexamethason, ein Kortison-Präparat, in Betracht. Dies soll in diesem Projekt in einer wissenschaftlich hochwertigen Studie untersucht werden: alle Patienten erhalten die medizinische Standardtherapie. Zusätzlich erhält eine Hälfte der Patienten, ausgewählt im Zufallsverfahren, über drei Wochen Dexamethason, die andere Hälfte ein Scheinmedikament (Plazebo). Aus den Daten der bereits bekannten Studien wurde die Anzahl an Patienten berechnet, die benötigt werden, um die Wirksamkeit (gemessen an Überleben und schwerwiegender Behinderung) bestätigen zu können. Die Ergebnisse der Studie sollen eine definitive Aussage darüber liefern, ob Dexamethason bei Patienten mit einer SAB den Therapieerfolg verbessert. Zusätzlich sollen Daten gesammelt werden, um die Entzündungsreaktion nach der SAB im Körper besser verstehen und gegebenenfalls noch spezifischer unterdrücken zu können.

TIPP- Eine placebokontrollierte Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Tiotropium bei der Vermeidung von Asthma-Exazerbationen bei unkontrolliertem Vorschulasthma

Förderkennzeichen: 01KG2030
Gesamte Fördersumme: 953.403 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Zielen
Adresse: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Allergologie, Pneumologie und Mukovizidose
Theodor-Stern-Kai 7
60528 Frankfurt am Main

TIPP- Eine placebokontrollierte Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Tiotropium bei der Vermeidung von Asthma-Exazerbationen bei unkontrolliertem Vorschulasthma

Kleinkinder mit Asthma leiden überproportional häufiger unter schwerem unkontrolliertem Asthma mit Exazerbationen und Krankenhauseinweisungen als Schulkinder. Inhalative Steroide (ICS) sind in diesem Alter oft nicht ausreichend wirksam. Die geplante Studie soll prüfen, ob die Zugabe von Tiotropium - ein langwirksamer Muskarin Rezeptorantagonist (LAMA) - zu ICS vs. Placebo, signifikant schwere Asthma-Exarzerbationen verhindern kann. Sollte die Untersuchung zu einem signifikanten Ergebnis führen, dann wird Tiotropium zukünftig in die Leitlinien zur Behandlung von Asthma im Vorschulalter eingehen.

MEGA - Evaluation der Komplikationen nach minimal-invasiver im Vergleich zu offenchirurgischer Magenentfernung im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie

Förderkennzeichen: 01KG2029
Gesamte Fördersumme: 730.491 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2025
Projektleitung: Prof. Dr. Beat Müller
Adresse: Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgische Klinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg

MEGA - Evaluation der Komplikationen nach minimal-invasiver im Vergleich zu offenchirurgischer Magenentfernung im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie

Magenkrebs ist die sechst häufigste Krebserkrankung weltweit und hat die zweithäufigsten Todesfälle. Die Behandlung der Wahl mit Heilungschancen ist die chirurgische Entfernung des Magens, welche jedoch hohe Risiken birgt. Die 5-Jahres-Überlebensrate nach operativ behandeltem Magenkrebs liegt bei nur 20-30%, die Komplikationsrate liegt bei bis zu 63% und die Sterblichkeit bei bis zu 11%. In vielen viszeralchirurgischen Operationen lösen minimalinvasive Techniken die offene Operation bereits als Standardtherapie ab. Übergeordnetes Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, inwieweit sich durch die minimal-invasive Gastrektomie (MIG) eine Verminderung postoperativer Komplikationen und Schmerzen im Verhältnis zur offenen Gastrektomie (OG) nachweisen lässt. Aus diesem Grund wird als Hauptendpunkt der CCI (Comprehensive Complication Index) gewählt, da dieser etablierte Index sämtliche Komplikationen mit einbezieht und die Schwere dieser in ihrer klinischen Bedeutung zuverlässig widerspiegelt. Es gibt keine Studien zu der Fragestellung oder in ausreichender Qualität. Wissenschaftliches Arbeitsziel dieses Vorhabens ist somit die Verbesserung der Patientenversorgung. Durch die Studie werden Operateure besser in der Lage sein, Patientinnen und Patienten über die Vorteile und Risiken beider Operationen anhand von qualitativ hochwertigen Daten aufzuklären und zu therapieren. Die Ergebnisse der Studie werden einen wichtigen Beitrag zur Reduktion postoperativer Komplikationen nach Gastrektomie leisten und die Indikationsstellung eindeutiger machen, wann welche Patientinnen und Patienten für welchen spezifischen chirurgischen Ansatz besser geeignet sind. Hiervon profitieren zum einen die Patientinnen und Patienten, aber im größeren Kontext auch das gesamte Gesundheitssystem durch gesteigerte Patientensicherheit, Behandlungserfolge, Wirtschaftlichkeit und Effizienz.

MICkey-Studie - Studie zur Evaluation der Gesamtmorbidität nach total minimalinvasiver versus hybrid Ösophagusresektion

Förderkennzeichen: 01KG2028
Gesamte Fördersumme: 285.041 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. André Mihaljevic
Adresse: Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Albert-Einstein-Allee 23
89081 Ulm

MICkey-Studie - Studie zur Evaluation der Gesamtmorbidität nach total minimalinvasiver versus hybrid Ösophagusresektion

Speiseröhrenkrebs ist die sechsthäufigste Todesursache durch Krebs weltweit. Die operative Entfernung der Speiseröhre ist die derzeit einzige heilende Therapiemöglichkeit. Jedoch treten bei bis zu 50% der Patientinnen und Patienten schwerwiegende Komplikationen in Folge der Operation auf, was die Genesung verzögert, die Lebensqualität Betroffener verringert und die Behandlungskosten steigert. Während die Entfernung der Speiseröhre früher über zwei offene Operationszugänge erfolgte, ist heute die Kombination aus offenem Zugang am Brustkorb und minimalinvasivem Zugang am Bauch die eingesetzte Operationstechnik (HYBRID). Darüber hinaus gibt es jedoch bisher keine ausreichende Evidenz, dass eine total minimalinvasive Operation (Brustkorb und Bauch) zu weniger Komplikationen führt als der bisher angewendete kombinierte HYBRID-Eingriff. Ziel dieser Studie ist es daher, beide Operationstechniken (HYBRID versus total minimalinvasiv) miteinander zu vergleichen. Dazu werden 152 Patientinnen und Patienten mit Speiseröhrenkrebs oder Krebs des Speiseröhrenmagenübergangs in die Studie eingeschlossen und alle postoperativen Komplikationen erfasst. Die Studie soll dadurch die Datengrundlage für eine verbesserte Therapieentscheidung liefern und somit die Behandlung Betroffener verbessern.

Smartphone-unterstützte Verhaltenstherapie zur Gewichtsreduktion bei Erwachsenen mit schwerer Adipositas (SmartBWL)

Förderkennzeichen: 01KG2027
Gesamte Fördersumme: 608.067 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Anja Hilbert
Adresse: Universitätsklinikum Leipzig, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Semmelweisstr. 10
04103 Leipzig

Smartphone-unterstützte Verhaltenstherapie zur Gewichtsreduktion bei Erwachsenen mit schwerer Adipositas (SmartBWL)

Die Adipositasverhaltenstherapie (AVT) ist die Standardbehandlung für die schwere Adipositas (Fettleibigkeit; Body-Mass-Index = 35 kg/m2), eine häufige chronische Gesundheitsstörung. Die AVT bewirkt einen moderaten Gewichtsverlust, der langfristig häufig jedoch nicht aufrechterhalten werden kann. Wie erfolgreich ein Patient abnimmt, hängt davon ab, in welchem Maße er therapeutische Fertigkeiten zur Gewichtsreduktion im Lebensalltag nutzt. Für eine optimale Gewichtsreduktion ist es daher zentral, die Fertigkeitennutzung im Alltag zu unterstützen, z. B. hinsichtlich von Lebensstil und Umgang mit Emotionen. Diese exploratorische klinische Studie zielt darauf ab, eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Smartphone Application (App) auf die AVT zu übertragen, die mit künstlicher Intelligenz einen Patienten individuell dann unterstützt, wenn er dies im Alltag am meisten benötigt (sogenannte Ecological Momentary Intervention). In einem partizipativen, patientenorientierten Ansatz wird die App, die ursprünglich für die Kognitive Verhaltenstherapie bei Essstörungen (Bulimia Nervosa, Binge-Eating- oder Essanfallsstörung) entwickelt wurde, für die AVT bei Patienten mit schwerer Adipositas angepasst, pilotiert und optimiert. Eine randomisiert-kontrollierte exploratorische Studie untersucht, ob die App in der AVT mit Patienten mit schwerer Adipositas den Gewichtsverlust, die Fertigkeitennutzung und das Wohlbefinden im Vergleich zur alleinigen AVT verbessert und für die Patienten praktikabel und akzeptabel ist. Positive Ergebnisse dieser Studie sind Grundlage für eine groß angelegte klinische Prüfung der langfristigen Wirksamkeit der App, was eine Voraussetzung dafür darstellt, um sie Menschen mit schwerer Adipositas in der AVT flächendeckend zur Verfügung zu stellen.

ON-ICE – Untersuchung der kombinierten Effekte von Oxytocin und Naltrexon auf alkohol- und stress-induziertes Alkoholcraving bei Patienten mit Alkoholabhängigkeit

Förderkennzeichen: 01KG2025
Gesamte Fördersumme: 536.959 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2024
Projektleitung: Dr. Patrick Bach
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
J 5
68159 Mannheim

ON-ICE – Untersuchung der kombinierten Effekte von Oxytocin und Naltrexon auf alkohol- und stress-induziertes Alkoholcraving bei Patienten mit Alkoholabhängigkeit

Die Abhängigkeit von Alkohol ist eine chronische Erkrankung, die durch verheerende wirtschaftliche und soziale Folgen gekennzeichnet ist. Das Verlangen Alkohol zu trinken ist ein Hauptsymptom der Alkoholabhängigkeit, welches mit einem hohen Leidensdruck und einem hohen Rückfallrisiko assoziiert ist. Dieses Symptom ist mit aktuell verfügbaren Medikamenten nur unzureichend behandelbar. Immer noch kommt es bei einem Großteil der Patienten zu Rückfällen. Eine besonders vielversprechende neue Substanz zur Reduktion des Alkoholverlangens und zur Ergänzung bestehender Therapien stellt Oxytocin dar. Die positiven Effekte auf Alkoholverlangen und synergistische Wirkungen mit etablierten Medikamenten (Naltrexon) konnten in ersten präklinischen und klinischen Pilotstudien nachgewiesen werden. Das Vorhaben hat deshalb zum Ziel das Potenzial der Kombinationsbehandlung mit Oxytocin und Naltrexon zur Behandlung alkoholabhängiger Patienten zu testen. Dazu werden N=62 Patienten mit einer Alkoholabhängigkeit im Rahmen einer randomisierten doppelblinden klinischen Arzneimittelstudie mit zwei Behandlungsarmen untersucht und die Effekte von Oxytocin in Kombination mit Naltrexon auf das Alkoholverlangen gegen die Effekte von Naltrexon und Placebo getestet. Primäres Ziel des Vorhabens ist dabei die Untersuchung der Effekte der kombinierten Behandlung mit Oxytocin und Naltrexon auf die Ausprägung des Alkoholverlangens als Kernsymptom der Alkoholabhängigkeit mit hoher Relevanz für den Behandlungserfolg. Sekundäre Ziele des Vorhabens sind die Ermittlung des Sicherheitsprofils und der Wirkdauer der kombinierten Anwendung von Naltrexon und Oxytocin sowie die Untersuchung der Effekte der Kombination beider Substanzen auf neurobiologische (u. a. funktionelle Gehirnaktivierung) und physiologische Korrelate des subjektiven Alkoholverlangens, die eine enge Assoziation mit dem individuellen Rückfallrisiko und Alkoholkonsum zeigen.

PRO-LISA - Vergleich einer prophylaktischen mit einer selektiven Surfactanttherapie bei sehr kleinen Frühgeborenen

Förderkennzeichen: 01KG2024
Gesamte Fördersumme: 2.447.845 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2025
Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Göpel
Adresse: Universität zu Lübeck, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Ratzeburger Allee
23562 Lübeck

PRO-LISA - Vergleich einer prophylaktischen mit einer selektiven Surfactanttherapie bei sehr kleinen Frühgeborenen

Im Rahmen einer randomisierten klinischen Studie wird untersucht ob eine kurz nach der Geburt erfolgende prophylaktische Surfactantgabe mit einer neuen, wenig invasiven Methode (sogenannte "Less Invasive Surfactant Administration" oder LISA) zu einer messbaren Verbesserung der Lungenfunktion im Alter von fünf Jahren führt. Frühgeborene in der Vergleichsgruppe dürfen ebenfalls mit der LISA-Methode behandelt werden, erhalten Surfactant aber nur dann, wenn sie eine angestrengte Atmung zeigen, oder mehr als 40% Sauerstoff benötigen. Die Lungenfunktion der Frühgeborenen wird sowohl kurz vor der Entlassung aus dem Krankenhaus als auch im Alter von fünf Jahren von einem Studienteam gemessen, das nicht weiß, ob das Frühgeborene die prophylaktische Surfactantgabe erhalten hat oder nicht. Der primäre Endpunkt der Studie ist die Lungenfunktion im Alter von fünf Jahren gemessen als "Forcierte Ausatmung innerhalb einer Sekunde" (FEV1).

PELION - Prophylaktische retromuskuläre Netzimplantation bei der doppelläufigen Ileostomarückverlagerung zur Vermeidung von Narbenhernien

Förderkennzeichen: 01KG2023
Gesamte Fördersumme: 456.065 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Professor Dr. André Mihaljevic
Adresse: Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Albert-Einstein-Allee 23
89081 Ulm

PELION - Prophylaktische retromuskuläre Netzimplantation bei der doppelläufigen Ileostomarückverlagerung zur Vermeidung von Narbenhernien

Die prophylaktische Anlage eines doppelläufigen Ileostomas (künstlichen Dünndarmausganges mit einem zuführenden und einem abführenden Anteil) wird in Deutschland jährlich mehr als 15.000 Mal durchgeführt. Zweck der Stomaanlage ist es, die Dickdarmanastomose (neue Verbindung zwischen den Dickdarmenden) zu "schützen", damit diese abheilen kann. Sobald dieses Ziel erreicht ist, wird das doppelläufige Ileostoma in einer weiteren Operation zurückverlegt und somit der ursprüngliche Verdauungsweg wiederhergestellt. Diese Operation (Ileostomarückverlagerung) wird in Deutschland jährlich mehr als 11.500 Mal durchgeführt. Eine der häufigsten langfristigen Komplikationen nach dieser Operation ist die Ausbildung einer Narbenhernie (Narbenbruch) an der ehemaligen Stomastelle. Diese Komplikation tritt in bis zu in einem Drittel aller Fälle auf. Narbenbrüche beeinträchtigen die Lebensqualität der Patienten, verursachen zusätzliche Kosten und machen weitere Operationen notwendig. Die Vermeidung von Narbenhernien nach Ileostomarückverlagerungen ist daher ein wichtiges chirurgisches Ziel. Mehrere randomisierte Studien konnten zeigen, dass die prophylaktische Netzeinlage (Netzimplantation) nach medianen Bauchschnitten (Laparotomien) zu einer Verringerung der Narbenhernienrate führt. Allerdings gibt es noch keine Evidenz aus randomisiert kontrollierten Studien, dass dies auch bei der Stomarückverlagerung der Fall ist. Hier ist insbesondere auch das potenziell erhöhte Infektionsrisiko an der ehemaligen Stomastelle zu beachten. In der geplanten Patienten- und Beobachter-verblindeten Studie soll daher die Wirksamkeit und das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer retromuskulären Netzeinlage im Rahmen der Ileostomarückverlagerung untersucht werden. Die Wirksamkeit der Intervention soll anhand der Narbenhernienrate an der Ileostomastelle innerhalb von zwei Jahren bestimmt werden. Die Risiken der Intervention werden anhand der postoperativen Komplikationen erfasst.

COPAGO – Randomisierte kontrollierte Studie zur Behandlung des akuten Gichtanfalls mit Prednisolon im Vergleich zu Colchicin in der hausärztlichen Versorgung

Förderkennzeichen: 01KG2022
Gesamte Fördersumme: 1.208.303 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Jean-François Chenot
Adresse: Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Abteilung Allgemeinmedizin
Ellernholzstr. 1-2
17489 Greifswald, Hansestadt

COPAGO – Randomisierte kontrollierte Studie zur Behandlung des akuten Gichtanfalls mit Prednisolon im Vergleich zu Colchicin in der hausärztlichen Versorgung

Derzeit ist unklar welche Therapie für die Behandlung des akuten Gichtanfalls am effektivsten ist. Die Studie soll Effektivität und Nebenwirkungen von Prednisolon und Colchicin in der hausärztlichen Versorgung vergleichen sowie Empfehlungen zur sicheren und effektiven Behandlung des akuten Gichtanfalls in der hausärztlichen Versorgung verbessern. Dafür werden in 60 Hausarztpraxen im Raum Greifswald, Göttingen und Würzburg 314 Patienten mit einem akuten Gichtanfall, die sich innerhalb eines Tages nach Auftreten der Symptome in der Praxis vorstellen, in die Studie eingeschlossen. Die Diagnose des akuten Gichtanfalls wird anhand des klinischen Erscheinungsbildes gestellt. Dieses umfasst starke Schmerzen, Schwellung, Empfindsamkeit und Überwärmung des betroffenen Gelenkes. Auch Patienten mit Begleiterkrankungen können an der Studie teilnehmen. Ausschlusskriterien sind: Unfähigkeit zur Einverständniserklärung, Kontraindikationen für die Einnahme der Studienmedikation, chronische Gelenkschmerzen, Schwangerschaft und Stillzeit. Patienten werden zufällig einer Behandlung zugeordnet sowohl Arzt als auch Patient erfahren nicht zu welcher Therapie. Die Interventionsgruppe wird für fünf Tage mit je 30 mg Prednisolon behandelt. Die Patienten in der Kontrollgruppe werden mit niedrig dosiertem Colchicin behandelt. Am ersten Tag erhalten die Patienten 1,5 mg Colchicin und vom zweiten bis zum fünften Tag je 1,0 mg Colchicin. Beide Medikamente sind für die Behandlung zugelassen. Die Patienten erhalten ein Patiententagebuch in dem sie täglich Schmerzen, Schwellung und Empfindsamkeit des betroffenen Gelenkes sowie auftretende Nebenwirkungen dokumentieren. Nach einer Woche erhalten die Patienten eine Abschlussuntersuchung und bringen die Patiententagebücher und die Verpackung der Studienmedikation in die Praxis zurück. Die Patienten erhalten im Zeitraum von zwei Wochen eine Dual-Energy-Computertomographie-Untersuchung um die Gichtdiagnose zu bestätigen.

Die Evaluation einer webbasierten Achtsamkeits- und Skillsbasierten Belastungsreduktion Anwendung für Patientinnen und Patienten mit Krebs

Förderkennzeichen: 01KG2021
Gesamte Fördersumme: 556.167 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Martin Teufel
Adresse: Universität Duisburg-Essen, LVR-Klinikum-Essen, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Virchowstr. 174
45147 Essen

Die Evaluation einer webbasierten Achtsamkeits- und Skillsbasierten Belastungsreduktion Anwendung für Patientinnen und Patienten mit Krebs

Viele Patientinnen und Patienten mit Krebs leiden unter schweren psychischen Belastungen. Aufgrund bestehender Barrieren erhalten nur wenige eine angemessene psychotherapeutische / psychoonkologische Unterstützung. Internetbasierte Versorgungsangebote zur Förderung der psychischen Gesundheit (E-Mental-Health-Ansätze) versuchen diese Barrieren und begrenzte Versorgungsangebote, zu überwinden. In dieser Studie wird die Wirksamkeit und Kosteneffektivität eines Online-Trainings (Make It Training: Mindfulness- and Skills-Based Distress Reduction in Oncology) wissenschaftlich untersucht. Das Online-Training soll im Vergleich mit "Optimized Treatment as Usual" (TAU-O), also einer optimierten Standardbehandlung untersucht werden. Im Rahmen von TAU-O erhalten die Teilnehmenden die gegenwärtig gebräuchliche Versorgung sowie zusätzlich psychoedukative Informationsmaterialien zur Krankheitsbewältigung. Es wird vermutet, dass die Online-Intervention Make It Training dem TAU-O in Bezug auf die Reduktion der psychischen Belastung sowie auf die Steigerung der Selbstwirksamkeit, der Achtsamkeit und der Lebensqualität von Krebserkrankten überlegen sein wird. In die Studie werden Patientinnen und Patienten eingeschlossen, die in den letzten zwölf Monaten eine Krebsdiagnose erhielten, kurativ behandelt werden (d. h. eine komplette Heilung das Behandlungsziel ist), 18-65 Jahre alt sind, eine informierte Einwilligung gaben und seit mindestens vier Wochen einen hohen Leidensdruck verspüren. Die Patientinnen und Patienten werden zufällig einer der Gruppen (Make It Training vs. TAU-O) zugeteilt. Die Studie soll einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der psychoonkologischen Versorgung leisten sowie einen dringend benötigten Wirksamkeitsnachweis für eine psychoonkologische E-Mental-Health- Versorgung liefern. Diese Studie ist von hoher klinischer Relevanz, da zukünftig eine große Patientenzahl von einem wirksamen psychoonkologischen E-Mental-Health-Ansatz nachhaltig profitieren könnte.

REVISION - Frühe Reperfusionsbehandlung mit Alteplase zur Wiederherstellung der Sehkraft bei akutem Zentralarterienverschluss

Förderkennzeichen: 01KG2014
Gesamte Fördersumme: 2.217.494 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Dr. Sven Poli
Adresse: Eberhard Karls Universität Tübingen, Universitätsklinikum, Neurologische Universitätsklinik,Abt. Neurologie mit Schwerpunkt neurovaskuläre Erkrankungen und Neuroonkologie
Hoppe-Seyler-Str. 3
72076 Tübingen

REVISION - Frühe Reperfusionsbehandlung mit Alteplase zur Wiederherstellung der Sehkraft bei akutem Zentralarterienverschluss

Der nicht-arteriitische Zentralarterienverschluss (ZAV) ist ein akuter neurovaskulärer-ophthalmologischer Notfall, der in ~95% der Fälle zu schwerem u. dauerhaftem Sehverlust des betroffenen Auges führt; keine evidenzbasierte Therapie existiert. Eine Thrombembolie ist die häufigste Ursache eines ZAV; nur 5% sind arteriitisch. Tiermodelle belegen die begrenzte Ischämietoleranz der Retina, mit irreversiblem Schaden bereits innerhalb 4h nach Unterbrechung des Blutflusses. Deshalb scheint frühe Reperfusion DER logische therapeutische Ansatz. Beim akuten ischämischen Schlaganfall mit ähnlicher Pathophysiologie u. therapeutischem Zeitfenster (ZF), erhöht die intravenöse Thrombolyse mit Alteplase (IVT) = 4,5h nach Symptombeginn die Rate an früher Reperfusion u. gutem neurologischem Outcome. Zwei randomisierte kontrollierte Studien (RKS), welche die Thrombolyse bei ZAV untersuchten, scheiterten; allerdings waren die therapeutischen ZF 20 u. 24h. Analog zum ischämischen Schlaganfall, zeigte eine 147 IVT-behandelte ZAV-Patienten umfassende Metaanalyse sowie drei rezente Fallserien nur dann positive Effekte, wenn IVT = 4,5h initiiert wurde (Wiedererlangen der Lesefähigkeit bei > 20% vs. < 10% bei keiner IVT oder > 4,5h). Mangels Daten aus RKS ist jedoch weder die Effektivität noch die Sicherheit der frühen IVT bei ZAV bewiesen. REVISION ist die erste doppelblind placebo-kontrollierte RKS, die IVT im 4,5h-ZF untersucht. 15 (bis bedarfsweise 30) Zentren partizipieren. Das adaptive 2-Stufen Anreicherungsdesign erlaubt, dass vielversprechende sonografische retrobulbäre Spot Sign als prognostischen Biomarker für IVT-Effektivität einzubinden u. die erwartete Fallzahl zu reduzieren, N=228 (max. 400).

TRAINCP - Effekte der hochfrequenten quadri-pulse transkraniellen Magnetstimulation auf das Handfunktionstraining bei Patienten mit unilateraler spastischer Cerebralparese

Förderkennzeichen: 01KG2013
Gesamte Fördersumme: 216.107 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Volker Mall
Adresse: Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Lehrstuhl für Sozialpädiatrie
Heiglhofstr. 63
81377 München

TRAINCP - Effekte der hochfrequenten quadri-pulse transkraniellen Magnetstimulation auf das Handfunktionstraining bei Patienten mit unilateraler spastischer Cerebralparese

Die unilaterale spastische Cerebralparese (USCP), die durch prä-, peri- oder neonatal entstehende Läsionen des Gehirns verursacht wird, ist eine Bewegungsstörung, die zu einer lebenslangen Beeinträchtigung der Patienten mit einer Lähmung der betroffenen Körperhälfte führt. Die stationäre Rehabilitation der Patienten umfasst Evidenz-basierte physiotherapeutische Ansätze wie die sogenannte "constrained induced movement therapy (CIMT)" und die sogenannte "hand-arm bimanual intensive therapy (HABIT)" ebenso wie ein Training von Alltagsfertigkeiten und die psychologische Unterstützung, mit dem übergeordneten Ziel, die Partizipation der Patienten zu verbessern. Um den Therapieerfolg zu verbessern wurde die Technik der nicht-invasiven Hirnstimulation als zusätzliche Therapie erprobt. Die Evidenz zum Einsatz dieses vielversprechenden Ansatzes ist jedoch eingeschränkt. Ein Grund hierfür könnte in der mangelnden Berücksichtigung der individuellen Nervenbahnen zur gelähmten Hand liegen, die von einer hohen Relevanz für die Therapie der Patienten ist. Diese Studie hat es sich zum Ziel gesetzt, erstmals die Trainingseffekte durch eine nicht-invasive Stimulation der jeweils relevanten Gehirnregion der gelähmten Hand mittels einer hochfrequenten Quadri-pulse Thetaburst Stimulation (qTBS) in einem randomisierten, Patienten- und Auswerter-blinden, Sham-kontrollierten Ansatz zu verbessern. Dieser vielversprechende und neurophysiologisch motivierte Ansatz bietet die Möglichkeit, die Handfunktion bei Kindern mit einer USCP zu verbessern.

Langzeitbedarf von Ranibizumab-Injektionen zur Behandlung des Makulaödems infolge eines Zentralvenenverschlusses

Förderkennzeichen: 01KG2012
Gesamte Fördersumme: 1.211.265 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Matus Rehak
Adresse: Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Liebigstr. 12
04103 Leipzig

Langzeitbedarf von Ranibizumab-Injektionen zur Behandlung des Makulaödems infolge eines Zentralvenenverschlusses

Unter einem retinalen Venenverschluss versteht man den Verschluss einer Vene der Netzhaut (Retina). Betrifft der Verschluss ein zentrales Gefäß, spricht man von einem Zentralvenenverschluss (ZVV). Das Blut staut sich vor der Verschlussstelle, die betroffenen Gefäße erweitern sich, die Gefäßwände werden undicht und es können Blutbestandteile aus den Gefäßen in die Netzhaut übertreten. Wenn die Netzhautmitte, der gelbe Fleck (Makula), betroffen ist, bildet sich dort eine Schwellung – das Makulaödem. Hierdurch kommt es zu einer erheblichen Abnahme der zentralen Sehschärfe. Ohne Therapie ist eine deutliche und irreparable Verschlechterung des Sehvermögens im weiteren Verlauf zu erwarten. Das Hauptziel des Vorhabens ist die Optimierung einer Therapie für Patienten mit Makulaödem infolge eines Zentralvenenverschlusses (ZVV). Dazu werden in dieser klinischen Studie die Wirksamkeit und Sicherheit von zwei Behandlungsarten verglichen: die leitliniengerechte alleinige Behandlung mit dem Medikament Ranibizumab, welches intravitreal (ins Auge) gespritzt wird und die Behandlung mit Ranibizumab und zusätzlicher Laserbehandlung der nicht-durchbluteten peripheren Netzhautbereiche. Ranibizumab-Spritzen werden je nach Bedarf (beim Vorliegen eines Makulaödems) monatlich verabreicht. Durch die zusätzliche Laserbehandlung wird erwartet, dass die Patienten eine kürzere Behandlungsdauer mit geringerer Anzahl der Ranibizumab-Spritzen brauchen und eine bessere Endsehschärfe erreichen.

Wirksamkeit einer teambasierten Behandlung für psychisch belastete Patienten mit koronarer Herzkrankheit

Förderkennzeichen: 01KG2011
Gesamte Fördersumme: 1.588.616 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen
Adresse: Georg-August-Universität Göttingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Zentrum Psychosoziale Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
von-Siebold-Str. 5
37075 Göttingen

Wirksamkeit einer teambasierten Behandlung für psychisch belastete Patienten mit koronarer Herzkrankheit

In einer randomisiert-kontrollierten Multicenterstudie soll die Wirksamkeit einer teambasierten Behandlung für Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) getestet werden. Angesichts der hohen Krankheitslast durch KHK und des ungedeckten Bedarfs an effektiven Interventionen zur Unterstützung der Patienten in der nachhaltigen Anpassung ihres für die Sekundärprävention entscheidenden Gesundheitsverhaltens werden 440 psychisch belastete KHK-Patienten mit unzureichend kontrollierten Risikofaktoren in zwei Gruppen randomisiert: Eine Gruppe erhält nur medizinische Standardbehandlung, die zweite Gruppe zusätzlich eine teambasierte Behandlung ("blended collaborative care"). Hierbei arbeitet ein geschulter Behandlungsassistent mit Patienten und ihren Ärzten manualbasiert und proaktiv zusammen, um individuelle Stressbelastungen und Risikoverhaltensweisen zu identifizieren, die Patienten in der Problembewältigung zu unterstützen und herzgesundes Verhalten nachhaltig zu fördern und Behandlungsadhärenz und -fortschritt über zwölf Monate aktiv zu überwachen. Zusätzlich werden mhealth-/ ehealth Ressourcen bereitgestellt. Die Behandlungsqualität wird sichergestellt durch ein Expertenteam, das die Assistenten regelmäßig supervidiert und gemäß aktuellen Leitlinien ggfs. Empfehlungen zu Behandlungsanpassungen formuliert, die an Patienten und ihre Ärzte weitergegeben jedoch eigenverantwortlich von den behandelnden Ärzten umgesetzt werden. Primäre Hypothese ist, dass nach zwölf Monaten Patienten in der Interventionsgruppe signifikant häufiger als in der Standard-Therapiegruppe eine mehr als 50-prozentige Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität im HeartQoL-Instrument erreichen. Sekundäre Endpunkte sind Verbesserungen in Risikoprofil und psychosozialen Variablen sowie die Nachhaltigkeit der Effekte nach Behandlungsende. Bei positiver Evaluation kann dieser Behandlungsansatz mit geringen Anpassungen auch auf andere chronische Krankheitsbilder übertragen werden.

Evaluierung der roboterassistierten versus der offenen Whipple-Operation- eine randomisierte kontrollierte Studie (EUROPA)

Förderkennzeichen: 01KG2010
Gesamte Fördersumme: 453.168 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Thilo Hackert
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgische Klinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg

Evaluierung der roboterassistierten versus der offenen Whipple-Operation- eine randomisierte kontrollierte Studie (EUROPA)

Die EUROPA-Studie vergleicht die offene Whipple-Operation, welche die Entfernung des Bauchspeicheldrüsenkopfes, des Zwölffingerdarms, des Gallengangs und der Gallenblase umfasst, mit der roboterassistierten Whipple-Operation. Das Gesamtziel dieser randomisiert kontrollierten, monozentrischen, explorativen Studie ist es, die Grundlage für Hypothesengenerierung und Fallzahlplanung einer zukünftigen multizentrischen, konfirmatorischen Studie zu legen. Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs, welcher bald die dritthäufigste Krebstodesursache in Europa darstellen wird, ist die Operation die einzig mögliche kurative Therapie. Der derzeitige Goldstandard, die offene Whipple´sche Operation, die über einen großen Bauchschnitt durchgeführt wird, ist selbst in spezialisierten Zentren mit einer erheblichen Komplikationsrate von bis zu 40% assoziiert. Die roboterassistierte Whipple´sche Operation wird minimal-invasiv (also mittels Schlüssellochtechnik) durchgeführt. Bei der roboterassistierten Operation bedient der Chirurg einen Operationsroboter, der eine große Bewegungsfreiheit und eine gute Visualisierung gewährleistet. Dementsprechend hat die roboterassistierte Whipple-Operation sich in einer Reihe kleiner, nicht randomisierter Studien als machbar erwiesen und bietet bisher positive perioperative Ergebnisse. Eine methodisch hochwertige Untersuchung zum Vergleich der offenen mit der roboterassistierten Whipple-Operation fehlt jedoch. Diese Evidenzlücke soll die EUROPA-Studie schließen, in der Unterschiede in Bezug auf die postoperative Gesamtkomplikationsrate untersucht werden. Als sekundäre Endpunkte werden verschiedene spezifische Komplikationen, postoperative Schmerzen, die Rate der Re-Interventionen und –Operationen, die Sterblichkeit, onkologische Radikalität, Lebensqualität, Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation, Krankenhausverweildauer sowie ökonomische Aspekte erfasst.

SUSTAIN - Spezialisierte post-stationäre ambulante Anschlussbehandlung via Videokonferenz für eine nachhaltige Stabilisierung bei Anorexia Nervosa

Förderkennzeichen: 01KG2009
Gesamte Fördersumme: 1.086.177 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Katrin Giel
Adresse: Eberhard Karls Universität Tübingen, Universitätsklinikum, Abteilung Innere Medizin VI, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Osianderstr. 5
72076 Tübingen

SUSTAIN - Spezialisierte post-stationäre ambulante Anschlussbehandlung via Videokonferenz für eine nachhaltige Stabilisierung bei Anorexia Nervosa

Bei Anorexia Nervosa (Magersucht) kommt es nach erfolgreicher stationärer Behandlung immer wieder zu vermeidbaren Rückfällen. Ein Grund dafür kann die Versorgungslücke zwischen stationärer Therapie im Krankenhaus und der ambulanten Behandlung im Anschluss sein. Die Studie SUSTAIN überprüft die Wirksamkeit einer neuartigen ambulanten Rückfallprophylaxe nach stationärer Therapie im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie. Im Vorfeld wurde diese Therapie in einer Pilotstudie auf Machbarkeit und Akzeptanz hin getestet. Die psychotherapeutische Behandlung umfasst 20 Sitzungen, die speziell auf Patientinnen und Patienten mit Magersucht zugeschnitten sind, die im Vorfeld stationär oder in einer Tagesklinik behandelt wurden. Die Sitzungen werden über Videokonferenz angeboten, um sie möglichst ortsunabhängig anbieten zu können. Verglichen wird mit Erkrankten, die mittels einer bisher üblichen, optimierten Behandlung versorgt werden. Nach erfolgreicher Wirksamkeitsprüfung kann die Therapie in die Regelversorgung implementiert werden.

Wirksamkeit und Sicherheit eines ins Fruchtwasser verabreichten Ektodysplasin-A1-Ersatzproteins als vorgeburtliche Behandlungsmöglichkeit für Jungen mit X-chromosomaler hypohidrotischer ektodermaler Dysplasie

Förderkennzeichen: 01KG2008
Gesamte Fördersumme: 290.688 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Holm Schneider
Adresse: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsklinikum, Kinder- und Jugendklinik
Loschgestr. 15
91054 Erlangen

Wirksamkeit und Sicherheit eines ins Fruchtwasser verabreichten Ektodysplasin-A1-Ersatzproteins als vorgeburtliche Behandlungsmöglichkeit für Jungen mit X-chromosomaler hypohidrotischer ektodermaler Dysplasie

Die X-chromosomal vererbte ektodermale Dysplasie (XLHED) wird durch das Fehlen eines Signalproteins namens Ektodysplasin A1 (EDA1) verursacht. Dieser Mangel bewirkt, dass sich während der Entwicklung im Mutterleib Haare, Schweißdrüsen und die Anlagen der Zähne nicht richtig ausbilden. Weil viele Betroffene nirgendwo am Körper schwitzen können, sind sie von Überhitzung bedroht. An warmen Sommertagen oder bei fieberhaften Infekten besteht deshalb – vor allem im Kindesalter – immer wieder Lebensgefahr. XLHED lässt sich vorgeburtlich diagnostizieren, ist bisher aber nicht heilbar. Die Studie soll klären, ob im letzten Schwangerschaftsdrittel durch dreimalige Verabreichung eines EDA1-Ersatzproteins ins Fruchtwasser eine Korrektur der Schweißdrüsenentwicklung mit dauerhafter Schwitzfähigkeit erreicht werden kann. Zunächst sollen 5 XLHED-Patienten auf diese Weise behandelt werden. Nach der Geburt wird mit etablierten Tests die Schwitzfähigkeit bestimmt. Als Kontrollgruppe dienen betroffene, unbehandelte Verwandte. Neben der Häufigkeit von Überhitzungen in den ersten sechs Monaten wird auch die Zahl der Zahnanlagen erfasst und mit dem Ausgangsbefund verglichen. Zudem erfolgen augenärztliche Untersuchungen. Die Analyse etlicher Labor- und Sicherheitsparameter sowie standardisierte Entwicklungstests ermöglichen es, die Sicherheit des therapeutischen Eingriffs für Mutter und Kind zu beurteilen. Alle präklinischen Daten und die Ergebnisse dreier Heilversuche am Menschen weisen darauf hin, dass das hier erforschte Therapieverfahren im richtigen Zeitfenster immer wirksam ist und zur Normalisierung der Schweißdrüsenentwicklung führt, aber auch zu einer Mehrung der Zahnanlagen und anderer bei XLHED verminderter anatomischer Strukturen. Vor allem die so erreichbare dauerhafte Schwitzfähigkeit würde die Gesundheit und die Lebensqualität der Patienten entscheidend verbessern. Das Therapieverfahren kommt auch für die Behandlung anderer, häufigerer Krankheiten in Frage.

PPROM-Kontinuierliche Amnioninfusion über ein subkutan implantiertes Portsystem beim vorzeitigen Blasensprung mit Anhydramnion

Förderkennzeichen: 01KG2007
Gesamte Fördersumme: 913.357 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Tchirikov
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtenhilfe und Pränatalmedizin
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)

PPROM-Kontinuierliche Amnioninfusion über ein subkutan implantiertes Portsystem beim vorzeitigen Blasensprung mit Anhydramnion

Ziel ist der Beweis der Überlegenheit der kontinuierlichen Amnioninfusion gegenüber der konservativen Behandlung bei vorzeitigem Blasensprung mit Oligo-/Anhydramnion zwischen SSW 22 +0 und 26 +0. Die primäre Zielgröße ist die Zeitspanne zwischen Blasensprung mit Oligo-/Anhydramnion und der Geburt in Tagen. (PPROM-Geburts-Intervall) Derzeit wird Frauen mit einem vorzeitigen Blasensprung vor der vollendeten 20. SSW eine aktive Beendigung der Schwangerschaft bei Infektion der Mutter und schlechter Prognose des Neugeborenen angeraten. Zwischen der 22. bis 24. SSW muss zwischen einem Schwangerschaftsabbruch und konservativen Therapiemethoden entschieden werden. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft werden Schwangere mit PPROM und Oligo-/Anhydramnion ab der vollendeten 24. bis 28. SSW konservativ bzw. abwartend behandelt. Hierzu zählen unter anderem die Gabe von Breitspektrumantibiotika, Tokolyse zur Vermeidung vorzeitiger Wehentätigkeit und die Durchführung einer Lungenreifeinduktion mittels antenataler Corticosteroidgabe, um das Risiko eines "Respiratory Distress Syndroms – RDS" des Neugeborenen zu reduzieren. Es haben schon mehrere Studien stattgefunden, in denen untersucht wurde, ob die Therapie der Amnioninfusion in Fällen von PPROM mit Oligohydramnion eine adäquate Möglichkeit zur Förderung der neonatalen Überlebensrate und des Gesundheitszustandes des neugeborenen darstellt. Wiederholte transabdominelle Amnioninfusionen könnten das PPROM-Geburts-Intervall signifikant verlängern und das neonatale Outcome verbessern. Eine frühere retrospektive Analyse von Tchirikov et al. aus dem Jahr 2013 konnte eine deutliche Verlängerung des PPROM-Geburts-Zeitraums von durchschnittlich bis zu 49 Tagen und ein besseres neonatales Outcome nach kontinuierlicher Amnioninfusion aufweisen. Durch langfristige, permanente Amnioninfusion werden Bakterien und Entzündungsprodukte aus der Amnionhöhle gespült.

Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von oralem CICR-NAM in der Induktions- und Erhaltungstherapie von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa

Förderkennzeichen: 01KG2006
Gesamte Fördersumme: 2.660.660 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Schreiber
Adresse: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Innere Medizin I, Gastroenterologie, Hepatologie, Pneumologie, u.a.
Arnold-Heller-str. 3
24105 Kiel

Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von oralem CICR-NAM in der Induktions- und Erhaltungstherapie von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa

Ungefähr 0,1–0,5 % aller Europäer leiden an der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa (CU), die oft schon in jungen Jahren auftritt und die Lebensqualität und Erwerbsfähigkeit durch Bauchschmerzen und unkontrollierbare, teils blutige Durchfälle stark beeinträchtigt. Zudem erhöht CU das Risiko für Dickdarmkrebs und dauerhafte Behinderung. Es besteht ein erheblicher Bedarf an neuen, nebenwirkungsarmen Medikamenten zur lebenslangen Basistherapie einer leichten bis mittelschweren CU. Hierfür stehen bislang nur Aminosalicylatpräparate zur Verfügung, die aber nur einer Minderheit der Patienten dauerhaft helfen. Patienten mit CU haben einen gestörten Stoffwechsel des Eiweißbausteins Tryptophan, was sich negativ auf die Funktion der äußersten Darmzellschicht (des Darmepithels) und auf die Mikroorganismen im Darm (das Darmmikrobiom) auswirkt. Nicotinamid (NAM, Vitamin B3) ist ein ungiftiges, natürliches Folgeprodukt des Tryptophans mit zentraler Bedeutung im Stoffwechsel. NAM lindert experimentelle Colitis im Tiermodell stark, da es den Stoffwechsel des Darmepithels und das Darmmikrobiom positiv beeinflusst. Gezielte Freisetzung von NAM aus CICR-NAM-Tabletten (controlled-ileocolonic-release nicotinamide) im untersten Dünndarmabschnitt (Ileum) und im Dickdarm (Colon) soll die Wirkung optimieren und dabei die Aufnahme in den Kreislauf bis unter die Menge an NAM reduzieren, die lebenslang täglich bedenkenlos mit der Nahrung aufgenommen werden kann (0,9 g pro Tag). Daher werden für die geplanten Tagesdosen von CICR-NAM (1 oder 2 g pro Tag) keine oder nur sehr geringe Nebenwirkungen erwartet. CICR-NAM ist eine Entwicklung der Kieler Universität und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel. Die geplante Studie ist die erste Phase-II-Studie mit CICR-NAM und wird dessen Wirksamkeit sowohl in der Verringerung der Krankheitsaktivität (Induktionstherapie) als auch beim Erhalt einer minimalen Krankheitsaktivität (Remissionserhaltung) untersuchen.

ClonDoTrial: Clonidin und Doxazosin zur Behandlung von traumabezogenen Albträumen bei Posttraumatischer Belastungsstörung

Förderkennzeichen: 01KG2005
Gesamte Fördersumme: 620.227 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Röpke
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

ClonDoTrial: Clonidin und Doxazosin zur Behandlung von traumabezogenen Albträumen bei Posttraumatischer Belastungsstörung

Traumatische Erfahrungen haben starke Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Eine schwerwiegende Folgeerkrankung nach Traumata ist die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). 70% der Patienten, die an einer PTBS leiden, haben belastende Albträume. Diese Albträume sind mit der Schwere der Erkrankung und weiteren körperlichen Erkrankungen verbunden. Traumabezogene Albträume sind ein zusätzlicher Risikofaktor für Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Suizidgedanken und vollendete Suizide. Werden Albträume effektiv behandelt verbessern sich auch andere Symptome der PTBS sowie die körperliche Gesundheit und die Lebensqualität. Bisher gibt es in Europa keine zugelassene pharmakologische Behandlung von Albträumen bei PTBS. Erste Studien sprechen für eine Behandlung mit den Medikamenten Doxazosin und Clonidin. Diese Studie will die Wirksamkeit von Doxazosin und Clonidin auf Albträume bei Patienten mit PTBS untersuchen. Die Studie wird entweder eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die gängige klinische Praxis der Verschreibung von Doxazosin oder Clonidin legen oder die Unwirksamkeit dieser Medikamente bei der Albtraumbehandlung offenlegen. Wird die Wirksamkeit von Doxazoisin und Clonidin bestätigt, können diese Befunde unmittelbar Einfluss auf die klinische Praxis haben. Doxazoisin und Clonidin sind nicht durch Patente geschützt und sind kostengünstig in der Verschreibung.

STOPPIT - Beendigung einer Langzeit-Behandlung mit Protonenpumpenhemmern bei Patienten mit Leberzirrhose

Förderkennzeichen: 01KG2004
Gesamte Fördersumme: 1.435.808 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Ansgar Lohse
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, I. Medizinische Klinik und Poliklinik
Martinistr. 52
20251 Hamburg

STOPPIT - Beendigung einer Langzeit-Behandlung mit Protonenpumpenhemmern bei Patienten mit Leberzirrhose

Protonenpumpenhemmer (PPI) gehören zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln (3,5 Milliarden verschriebene Standarddosen/Jahr in Deutschland). Sie werden immer öfter bei uncharakteristischen abdominellen Beschwerden eingesetzt. Gerade bei Personen mit Leberzirrhose treten aber sehr häufig gefährliche Nebenwirkungen und prognoserelevante Komplikationen auf. 150/100.000 Menschen in Europa und den USA leiden an einer Leberzirrhose. Einerseits deuten mehrere Beobachtungsstudien auf einen Zusammenhang zwischen PPI-Einnahme und einen komplizierten Krankheitsverlauf bei Leberzirrhosepatienten hin. Andererseits scheint das Risiko für Blutungen aus Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren bei Patienten mit Leberzirrhose erhöht, so dass PPI womöglich protektiv wirken. Aktuell existiert keine konfirmatorische Prüfung, die das Absetzen einer PPI-Behandlung bei Patienten mit Leberzirrhose untersucht. Die STOPPIT Studie ist die erste prospektive, randomisierte, Placebo-kontrollierte, Doppelblind-Studie, die das Absetzen einer Langzeit-Behandlung mit PPI ohne evidenz-basierte Indikation bei Patienten mit Leberzirrhose untersucht. Patienten mit Leberzirrhose, die die PPI-Behandlung absetzen werden dabei verglichen mit Patienten, die PPI weiterhin einnehmen. Dabei wird analysiert, wie oft welche dieser Patienten ungeplant ins Krankenhaus eingeliefert werden oder versterben. Es handelt sich um eine konfirmatorische Studie mit hoher Relevanz für die Patientenversorgung, da mehr als 50% der Patienten mit einer Leberzirrhose PPI ohne klare Indikation als Dauermedikation erhalten. Außerdem wird die Häufigkeit von Infektionen, Dekompensation der Leberzirrhose, akut-auf-chronisches Leberversagen, Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt und Mikrobiom-Veränderungen in den beiden Patientengruppen untersucht. Zusätzlich werden gesundheitsökonomischen Folgen des Absetzens der PPI evaluiert.

Behandlung der Depression mit bilateraler Theta Burst Stimulation

Förderkennzeichen: 01KG2003
Gesamte Fördersumme: 1.127.616 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Christian Plewnia
Adresse: Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Calwerstr. 14
72076 Tübingen

Behandlung der Depression mit bilateraler Theta Burst Stimulation

Ziel dieser multizentrischen, randomisierten, placebo-kontrollierten Studie ist der Nachweis der Wirksamkeit bilateraler Theta-burst-Stimulation (TBS) in der Behandlung von Patienten mit Depression. Die TBS gehört zu den nicht-invasiven Hirnstimulationsverfahren und ist gegenüber der repetitiven transkranialen Magnetstimulation (rTMS) eine weiterentwickelte Stimulationsart. Bei der TBS ist die Stimulationsdauer deutlich kürzer, wodurch sie einerseits für Patienten weniger belastend und andererseits einfacher in die klinische Routine einzubinden ist. In der Studie soll die TBS zusätzlich zu einer pharmakologischen und / oder psychotherapeutischen Standardbehandlung angewendet werden, um die Praxisrelevanz dieses Verfahrens zu prüfen. Insgesamt sollen 236 Patienten mit Depression an der Studie teilnehmen. Um die Wirksamkeit der TBS nachweisen zu können, wird die Hälfte der Patienten eine Scheinstimulation erhalten. Nach einer 6-wöchigen Behandlungsphase werden die Therapieeffekte (Veränderung der depressiven Symptomatik gemessen durch standardisierte Skalen zur Erfassung des Schweregrades der Depression) beider Gruppen miteinander verglichen. Mögliche Langzeiteffekte sollen einen Monat und drei Monate nach Therapieende erfasst werden.

Nasaler High-Flow im Vergleich zur nicht-invasiven Beatmung bei der Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung

Förderkennzeichen: 01KG2002
Gesamte Fördersumme: 2.272.937 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Hubert Wirtz
Adresse: Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Abt. für Pneumologie
Liebigstr. 20
04103 Leipzig

Nasaler High-Flow im Vergleich zur nicht-invasiven Beatmung bei der Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung

Bei einer akuten Verschlechterung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung mit erhöhtem pCO2 (Hyperkapnie) muss die Atmung unterstützt werden. Eine plötzliche Verschlechterung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, eine akute Exarbation (AECOPD) kann zu akutem Atemversagen führen, einer lebensbedrohlichen Erkrankung. 183 von 1.000 Patienten sterben während der AECOPD und 341 von 1.000 Patienten werden intubiert. Die nicht-invasive Beatmung (NIV) ist eine wirksame Behandlungsoption zur Verhinderung der Intubation. Allerdings tolerieren 10-30% dieser Patienten diese Art der druckbasierten Beatmungsunterstützung nicht. In wenigen Vorstudien konnte beobachtet werden, dass auch der nasale High-Flow (NHF) dem erhöhten Kohlendioxidgehalt bei einer plötzlichen Verschlechterung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung entgegen wirkt. Die Patientenverträglichkeit von NHF scheint vorteilhaft zu sein. Mit dieser Studie soll die Wirksamkeit beider Geräte (NIV und NHF) verglichen werden. Die Patienten werden nach der Aufnahme in das Krankenhaus entweder mit NIV oder NHF behandelt. Das primäre Ziel der Studie ist das Ermitteln der Versagensrate der zugewiesenen Atemunterstützungssysteme innerhalb von 72 Stunden nach Beginn der Atemunterstützung.

OptiMATe - Deeskalation der MATRix-Induktionstherapie zur Optimierung des Gesamtbehandlungsnutzens bei Patienten mit erstdiagnostiziertem primären Lymphom des zentralen Nervensystems

Förderkennzeichen: 01KG2001
Gesamte Fördersumme: 563.947 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Gerald Illerhaus
Adresse: Klinikum Stuttgart, Stuttgart Cancer Center SCC, Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl
Kriegsbergstr. 60
70174 Stuttgart

OptiMATe - Deeskalation der MATRix-Induktionstherapie zur Optimierung des Gesamtbehandlungsnutzens bei Patienten mit erstdiagnostiziertem primären Lymphom des zentralen Nervensystems

Das primäre Lymphom des zentralen Nervensystems (PZNSL), das im Gehirn oder Rückenmark auftritt, ist ein seltener, bösartiger Tumor des zentralen Nervensystems. Die Überlebenswahrscheinlichkeit von solchen Lymphomen ist deutlich schlechter als die vergleichbarer Tumore. In den letzten Jahren konnte durch verbesserte Therapiemöglichkeiten die mittlere Überlebenszeit zwar erhöht werden, jedoch ist die intensive Behandlung mit starken Nebenwirkungen und zusätzlicher Krankheitslast verbunden. Damit einhergehend ist die Lebensqualität der Betroffenen während der Behandlung oftmals stark eingeschränkt, was in einigen Fällen auch zum Therapieabbruch führen kann. Ziel der multizentrischen Studie ist daher eine Optimierung der Therapie von primären ZNS-Lymphomen. Dazu soll die intensive Chemotherapie abgemildert und somit eine Reduzierung der Nebenwirkungen bei gleichbleibender Prognose erreicht werden. Dies soll zu einer Steigerung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten führen und somit insgesamt die Therapie verbessern.

DIGIT-HF-Studie

Förderkennzeichen: 01KG1907
Gesamte Fördersumme: 1.703.417 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2021
Projektleitung: Dr. Udo Bavendiek
Adresse: Medizinische Hochschule Hannover, Abt. Kardiologie und Angiologie
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

DIGIT-HF-Studie

Die chronische Herzinsuffizienz ist weiterhin eine Hauptursache für die Sterblichkeit und Erkrankungsrate weltweit und die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte in Deutschland. Trotz der Fortschritte in der Behandlung ist die Lebensqualität und Prognose der betroffenen Patienten immer noch schlecht. Daher sind weitere Behandlungsmöglichkeiten dringend erforderlich. Die chronische Herzinsuffizienz wird eingeteilt in eine Form mit reduzierter (HFrEF) und erhaltener Auswurffraktion (HFpEF). Für beide gilt die oben beschriebene hohe Sterblichkeit und Erkrankungsrate. Herzglykoside werden seit langer Zeit für die Therapie der HFrEF eingesetzt. In der bisher einzigen durchgeführten, großen klinischen Studie mit dem Herzglykosid Digoxin konnte nicht geklärt werden, ob Digoxin die Prognose bei HFrEF verbessert. Es gab aber deutliche Hinweise, dass die Krankenhausaufnahme wegen einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz durch Digoxin und auch die Sterblichkeit bei Einhalten niedriger Zielserumkonzentrationen von Digoxin reduziert wurde. Aufgrund der aktuellen Datenlage und der deutlich günstigeren pharmakologischen Eigenschaften besitzt das Herzglykosid Digitoxin verglichen mit Digoxin wahrscheinlich deutliche Vorteile in der Behandlung der HFrEF. Große klinische Studien, die die Wirkung von Digitoxin auf klinisch wichtige Enpunkte bei HFrEF untersuchen, wurden bisher jedoch nicht durchgeführt. Eine klinische Studie, die die Wirkung der mit niedrigen Kosten verbundenen Therapie mit Digitoxin auf wichtige klinische Endpunkte (u. a. Sterblichkeit, Krankenhausaufenthalte, Lebensqualität) bei Patienten mit HFrEF belegen würde, wäre von enormer medizinischer und gesundheits-ökonomischer Bedeutung. Ziel der DIGIT-HF-Studie ist es daher nachzuweisen, ob die Therapie mit Digitoxin die Gesamtsterblichkeit und Krankenhausaufnahmen aufgrund einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz bei HFrEF senkt.

PREBOT - Pilotstudie: Vermeidung von Komplikationen nach Operationen an der Bauchspeicheldrüse durch lokale Injektion von Botulinumtoxin

Förderkennzeichen: 01KG1906
Gesamte Fördersumme: 427.116 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Thilo Hackert
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgische Klinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg

PREBOT - Pilotstudie: Vermeidung von Komplikationen nach Operationen an der Bauchspeicheldrüse durch lokale Injektion von Botulinumtoxin

Die Entfernung erkrankter Teile der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) kann nach der Operation zu unterschiedlichen Nebenwirkungen führen. Die häufigste und in schweren Fällen auch lebensbedrohliche Nebenwirkung ist die Ausbildung einer Fistel, durch die Pankreasflüssigkeit in den Bauchraum austreten kann. Folgen davon können Entzündungen bis hin zur Sepsis sein. Da es zurzeit kein Verfahren gibt, das die Entstehung einer Fistel wirksam verhindert, besteht hierfür ein dringender Forschungsbedarf. Ein möglicher Ansatz, um der Entstehung einer Fistel entgegenzuwirken, stellt die Injektion von Botulinumtoxin in den Muskel im Bereich des Ausführungsganges der Bauchspeicheldrüse dar. Dies lässt die Muskulatur entspannen und ermöglicht den Abfluss der Flüssigkeit über natürliche Wege. Allerdings fehlen noch Daten, die die Machbarkeit und Sicherheit dieses Verfahrens bestätigen. Ziel des Vorhabens ist daher der Nachweis, dass die Durchführung einer Studie machbar ist sowie die Sicherheit dieses Verfahrens. Die Ergebnisse dieser Studie sind Voraussetzung zur Durchführung einer konfirmatorischen Phase-III Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit.

Tumor-DNA basierenden Entscheidung über die adjuvante Chemotherapie beim Kolonkarzinom im Stadium II (CIRCULATE)

Förderkennzeichen: 01KG1817
Gesamte Fördersumme: 2.177.698 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Gunnar Folprecht
Adresse: Technische Universität Dresden - Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus - Medizinische Klinik und Poliklinik I
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Tumor-DNA basierenden Entscheidung über die adjuvante Chemotherapie beim Kolonkarzinom im Stadium II (CIRCULATE)

Bei Patientinnen und Patienten mit einem Dickdarmtumor im Stadium II führt eine unterstützende ("adjuvante") Chemotherapie nach der operativen Entfernung des Tumors zu einer Überlebensverbesserung, die aber nach fünf Jahren nur 2-3 Prozentpunkte gegenüber der alleinigen Operation beträgt. Die adjuvante Chemotherapie ist daher nicht allgemein empfohlen, wenn nicht ein besonders erhöhtes individuelles Risiko für ein Wiederauftreten des Tumors ("Rezidiv") besteht. Mit neuen, hoch sensitiven Sequenzierungstechniken können im Blutplasma bei zahlreichen Tumoren DNA- Bestandteile - "zirkulierende Tumor-DNA" (ctDNA) - nachgewiesen werden. Bei bei ca 10% der Patientinnen und Patienten mit einem Dickdarmtumor Stadium II kann nach der Operation noch ctDNA nachgewiesen werden. Mindestens 75% der ctDNA positiven Patientinnen und Patienten haben in den ersten Jahren ein Rezidiv; die Prognose der ctDNA negativen Patientinnen und Patienten ist entsprechend besser und entspricht in etwa derjenigen mit einem frühen Dickdarmtumor (Stadium I). In der CIRCULATE Studie wird untersucht, ob die postoperative ctDNA als Selektionskriterium für eine adjuvante Therapie verwendet werden kann. Hauptfragestellung der Studie ist, ob durch eine Chemotherapie bei einem relevanten Teil der ctDNA positiven Patientinnen und Patienten Rezidive verhindert werden können. Ferner soll der Vorhersagewert des Tests in Bezug auf Rezidive bei Patientinnen und Patienten ohne Chemotherapie noch einmal überprüft werden. Mit einer längeren Nachbeobachtung soll ferner der Einfluss auf das Überleben untersucht werden.

CARDIA - Chirurgische Therapie für das Adenokarzinom des gastroösophagealen Überganges (AEG Typ II)

Förderkennzeichen: 01KG1816
Gesamte Fördersumme: 1.348.529 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Univ. Prof. Dr. Christiane Bruns
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie
Kerpener Str. 62
50937 Köln

CARDIA - Chirurgische Therapie für das Adenokarzinom des gastroösophagealen Überganges (AEG Typ II)

Die Inzidenz für das Adenokarzinom des gastroösophagealen Überganges weist in den westlichen Industrieländern einen exponentiellen Anstieg in den letzten zwei Jahrzehnten auf. Zur Evaluation der bestmöglichen Therapie wurde die Klassifikation nach Siewert eingeführt, die zwischen dem distalen Ösophaguskarzinom (Typ I), dem proximalen Magenkarzinom (Typ III) und dem eigentlichen Karzinom des gastroösophagealen Überganges (Typ II) unterscheidet. Die Typ I Karzinome werden mittels transthorakaler Ösophagektomie behandelt und die Typ III Karzinome mittels transhiatal erweiterter Gastrektomie. Offen bleibt die Frage, wie die klassischen Typ II Karzinome behandelt werden sollen. In zwei kürzlich veröffentlichten Beobachtungsstudien wurde gezeigt, dass die transhiatal erweiterte Gastrektomie von 66% der teilnehmenden Zentren favorisiert wurde. Gefolgt von der transthorakalen Ösophagektomie, die in 27% durchgeführt wurde. Nur in 7% erfolgte eine Gastrektomie. Alle zu diesem Thema veröffentlichten Studien beziehen sich auf retrospektiv erhobene Daten mit unterschiedlichen Daten zum Überleben und der postoperativen Komplikationsrate. Die transhiatal erweiterte Gastrektomie scheint eine bessere Lebensqualität postoperativ bieten zu können, allerdings scheint die onkologische Therapie hinsichtlich erhöhter positiver Schnittränder des Präparates (R1- Resektion) und weniger resezierter Lymphknoten kompromittiert. Bis heute gibt es keine prospektiv randomisierte Studie, die die Behandlung der Adenokarzinome des gastroösophagealen Überganges (Typ II) mittels transthorakaler Ösophagektomie und transhiatal erweiterter Gastrektomie vergleicht. Ziel dieser Studie ist, die optimale chirurgische Therapie dieser Tumoren zu bestimmen.

Effekt von hochdosiertem Vitamin D3 auf die 28-Tage Mortalität bei erwachsenen kritisch kranken Patienten mit schwerem Vitamin D Mangel: eine multizentrische, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Phase III Studie

Förderkennzeichen: 01KG1815
Gesamte Fördersumme: 1.897.680 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Patrick Meybohm
Adresse: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, FB 16 Medizin und Klinikum, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Theodor-Stern-Kai 7
60596 Frankfurt am Main

Effekt von hochdosiertem Vitamin D3 auf die 28-Tage Mortalität bei erwachsenen kritisch kranken Patienten mit schwerem Vitamin D Mangel: eine multizentrische, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Phase III Studie

Allgemein ist bekannt, dass Patienten mit einem Vitamin D Mangel häufiger Herz-Kreislauf-Probleme (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) bekommen, im Alltag häufiger müde sind, Schwächesymptome zeigen und ein geschwächtes Immunsystem haben. Bei schwerstkranken Patienten auf einer Intensivstation, z.B. nach einer größeren Operation oder nach einem Unfall, kann ein Vitamin D Mangel dann besonders problematisch werden. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass ein schwerer Vitamin D Mangel bei Intensivpatienten zu häufigeren Komplikationen oder einer höheren Sterberate führen kann. Prinzipiell kann ein Vitamin D Mangel durch eine zusätzliche Vitamin D Gabe in Form von Infusionslösungen, Tabletten oder Trinklösungen ausgeglichen werden. Ob so ein Ausgleich eines (schweren) Vitamin D-Mangels auch bei Intensivpatienten aber sinnvoll ist und die genannten Probleme verbessern kann ist bis heute unklar. Das Ziel der VITDALIZE-Studie ist es nun, den Effekt von hochdosiertem Vitamin D3 (Cholecalciferol) gegenüber einem Placebo (Scheinmedikament) auf die 28-Tages-Mortalität bei 2.400 Intensivpatienten (davon in Deutschland 800 Patienten) mit schwerem Vitamin D Mangel zu untersuchen. Gleichzeitig wird untersucht, ob hochdosiertes Vitamin D3 die Krankenhausliegedauer, typische Organversagen und Infektionsraten reduzieren kann. Im Fall positiver Ergebnisse könnte die Gabe von Vitamin D3 zukünftig bei kritisch kranken Intensivpatienten mit schwerem Vitamin D Defizit eine einfache und kostengünstige Therapie darstellen.

Therapeutischer Langzeittransfer von verkapseltem Stuhl-Mikrobiom zur Behandlung der aktiven Colitis ulcerosa

Förderkennzeichen: 01KG1814
Gesamte Fördersumme: 2.057.431 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Stallmach
Adresse: Universitätsklinikum Jena; Klinik für Innere Medizin II
Am Klinikum 1
07747 Jena

Therapeutischer Langzeittransfer von verkapseltem Stuhl-Mikrobiom zur Behandlung der aktiven Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa (CU) ist neben dem Morbus Crohn eine der Hauptformen der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Es handelt sich um eine entzündliche Darmerkrankung mit systemischen Auswirkungen, die eine signifikante Morbidität und Mortalität bei Betroffenen bedingt. Die genauen Ursachen der CU sind noch nicht vollständig bekannt; eine kausale Therapie ist deshalb nicht etabliert. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen, dass Störungen des intestinalen Mikrobioms, der Gesamtheit aller Mikroorganismen im Darm, mit einem Verlust der Diversität mit der Pathogenese verknüpft sind. Der fäkale Mikrobiomtransfer (FMT) ist eine hocheffektive Therapie der chronisch-rezidivierenden Clostridium difficile-Infektion (CDI); erste Ergebnisse zeigen, dass der Transfer eines Hochdruckfiltrates des intestinalen Mikrobioms von gesunden Spendern zu einer Normalisierung des Mikrobioms bei CDI-Patienten mit Normalisierung der Symptome führt. FRESCO ist eine randomisierte, prospektive, dreiarmige, doppelblinde Studie, die die Effektivität und Sicherheit eines Multi-Donor-Mikrobiom-Transfers bzw. eines Mikrobiom-Hochdruckfiltrat-Transfers im Vergleich zu Plazebo bei Patienten mit chronisch-aktiver Colitis ulcerosa überprüft. Der Transfer wird durch die orale Einnahme von tiefgefrorenen Kapseln als Langzeittherapie über 12 Wochen durchgeführt. Das primäre Studienziel ist die klinische Remissionsrate nach 12 Wochen. Sekundäre Studienziele sind: steroidfreie komplette klinische Remission (mit endoskopisch nachgewiesener Abheilung), Kurz- und Langzeit-Sicherheitsdaten sowie die Veränderungen des intestinalen Mikrobioms und Viroms bei CU-Patienten. Alle Analysen werden als Intention-toTreat- und per-protokoll-Analysen durchgeführt und Unterschiede in den Remissionsraten zwischen den 3 Gruppen berechnet, um die Effektivität eines Langzeittransfers von fäkalem Mikrobioms bzw. des Mikrobiomfiltrates auszuweisen.

Simvastatin als Zusatzmedikation zu Escitalopram bei Patienten mit komorbider Adipositas und Depression: eine randomisierte, kontrollierte Studie

Förderkennzeichen: 01KG1813
Gesamte Fördersumme: 1.440.342 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Christian Otte
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

Simvastatin als Zusatzmedikation zu Escitalopram bei Patienten mit komorbider Adipositas und Depression: eine randomisierte, kontrollierte Studie

Depression und Adipositas sind zwei drängende Gesundheitsprobleme weltweit. Statine gehören zu den meistverschriebenen Medikamenten mit etablierter Wirksamkeit und Sicherheit. Statine sind in der Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen empfohlen, für deren Entstehung sowohl Adipositas als auch Depression Risikofaktoren darstellen. Zudem sind Statine viel versprechende Medikamente zur Behandlung der Depression, da eine Meta-Analyse kontrollierter Studien eine antidepressive Wirkung von Statinen als Zusatzmedikation zu etablierten Antidepressiva gezeigt hat. Allerdings hat bisher keine Studie das antidepressive Potenzial von Statinen bei Patienten mit komorbider Adipositas und Depression untersucht. Dies ist häufig eine besonders schwer zu behandelnde Patientengruppe mit Behandlungsresistenz und einem chronischen Verlauf. Daher soll in dieser randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelt-blinden Studie untersucht werden, ob eine Zusatzgabe von Simvastatin zu Escitalopram, einem Standardantidepressivum, zu einer größeren Reduktion depressiver Symptomatik führt als eine Zusatzgabe von Placebo. Sollte die Studie erfolgreich sein, hätte sie unmittelbare Auswirkungen auf die klinische Praxis, da sowohl Escitalopram als auch Simvastatin als kostengünstige generische Medikation mit etablierter Sicherheit erhältlich sind.

Eine internationale Phase-3-Studie zur Bestimmung der präventiven Wirkung von Denosumab auf Brustkrebs bei Frauen mit einer BRCA1 Keimbahnmutation

Förderkennzeichen: 01KG1812
Gesamte Fördersumme: 1.322.319 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: PD Dr. Kerstin Rhiem
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs
Kerpener Str. 34
50931 Köln

Eine internationale Phase-3-Studie zur Bestimmung der präventiven Wirkung von Denosumab auf Brustkrebs bei Frauen mit einer BRCA1 Keimbahnmutation

BRCA1 Mutationsträgerinnen tragen ein lebenslang deutlich erhöhtes Brust- und Eierstockkrebsrisiko von etwa 70%. Derzeit bestehen primäre Präventionsoptionen im Wesentlichen in prophylaktischen Operationen von gesundem Brust- und Eierstock-/Eileitergewebe. Beide Eingriffe können mit postoperativen Komplikationen und schweren negativen Langzeitfolgen (z.B. unbefriedigende kosmetische Ergebnisse, Knochendichteverlust) einhergehen. Alternative, effiziente Chemopräventionskonzepte sind derzeit entweder nicht verfügbar oder werden aufgrund der starken "antihormonellen" Nebenwirkungen von den Betroffenen nicht zuverlässig in Anspruch genommen. Aktuelle Daten weisen nun erstmals auf eine Dysregulation des RANK/RANKL Systems bei BRCA1 Mutationsträgerinnen als mögliche Ursache für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko hin. Erste weitere Ergebnisse zeigen, dass durch den humanen monoklonalen RANKL Antikörper Denosumab das Risiko der Karzinogene in dieser Hochrisikogruppe reduziert werden kann. Darüber hinaus schützt Denosumab die Mutationsträgerinnen - bei günstigem Nebenwirkungsprofil - vor dem Knochendichteverlust, der durch einen vorzeitigen Hormonentzug nach prophylaktischer Eierstockentfernung bedingt ist. Damit stellt die Studie ein weltweit einzigartiges und vielversprechendes Chemopräventionskonzept dar, das den präventiven Effekt von Denosumab auf das Brustkrebsrisiko von BRCA1 Mutationsträgerinnen untersucht.

Anti-HIV Genkonstrukt zur CD34+ hämatopoetischen Stammzell Gentherapie für die HIV-Heilung beim HIV-assoziierten diffusen großen B Zell Lymphom

Förderkennzeichen: 01KG1811
Gesamte Fördersumme: 5.242.649 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2027
Projektleitung: Prof. Dr. Nicolaus Kröger
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - Onkologisches Zentrum - Interdisziplinäre Klinik für Stammzelltransplantation
Martinistraße 52
20251 Hamburg

Anti-HIV Genkonstrukt zur CD34+ hämatopoetischen Stammzell Gentherapie für die HIV-Heilung beim HIV-assoziierten diffusen großen B Zell Lymphom

Das HI-Virus (HIV) integriert seine DNA (provirale DNA bzw. Provirus) in das Erbgut der Wirtszelle. Das Provirus wird von der derzeitigen antiretrovirale Therapy (ART) nicht angegriffen. Aus diesem Grund kann ART zwar die HIV Vermehrung unterdrücken, die Infektion wird aber nicht geheilt. Beim Absetzen von ART kommt es dementsprechend rasch zum Wiederauftreten von HI-Viren (wiederauftretende Virämie). ART muss deshalb lebenslang verabreicht werden. Langjährige Einnahme von ART kann jedoch vielfältige toxische Nebenwirkungen oder die Bildung resistenter Viren hervorrufen. Neuartige, auf Genom-Editing basierende Behandlungsstrategien haben deshalb die Inaktivierung der proviralen DNA zum Ziel. Konkret ermöglicht die HIV-spezifische Designer-Rekombinase Brec1 die sichere, kontrollierte und akkurate Entfernung der HIV-1 proviralen DNA aus dem Erbgut der Wirtszelle und könnte deshalb zur Heilung von Infektionen mit HIV beitragen. In dieser Gentherapie-Studie sollen HIV-infizierte Lymphom-Patienten, deren Lymphom durch Chemotherapie (R-CHOP) behandelt werden muss, zusätzlich körpereigene (autologe) Brec1 genetisch modifizierte blutbildenden Stammzellen (CD34+ HSC) erhalten. Dadurch soll der Blutkreislauf dieser Patienten mit Zellen versorgt werden, welche bei Infektion das HIV-Erbgut (das Provirus) wieder entfernen und dadurch ihre Funktion als Immunzellen weiterhin ausüben. Eine entsprechende funktionelle Wiederherstellung des Patienten-Immunsystems könnte zur ART-freien Kontrolle der Virämie (Funktionelle Heilung) entscheidend beitragen. Studienziele sind die Machbarkeit und Sicherheit eines antiviralen Brec1 Gentransfers in HSC und der Nachweis genmodifizierter peripherer Blutzellen zur Provirus-Entfernung.

CBTlate – Kognitive Verhaltenstherapie für die Behandlung von Altersdepression - Eine multizentrische, randomisierte, beobachterblinde, kontrollierte Studie

Förderkennzeichen: 01KG1716
Gesamte Fördersumme: 1.956.582 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Frank Jessen
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Kerpener Str. 62
50937 Köln

CBTlate – Kognitive Verhaltenstherapie für die Behandlung von Altersdepression - Eine multizentrische, randomisierte, beobachterblinde, kontrollierte Studie

Die Studie CBTlate befasst sich mit dem medizinischen Problem der unzureichenden Behandlung der Altersdepression (late life depression, kurz: LLD). Im Vergleich zur Depression im frühen Erwachsenenalter, sind die Behandlungsmöglichkeiten der LLD begrenzt. In CBTlate wird ein speziell für die LLD entworfenes 8-wöchiges kognitives Verhaltenstherapie-Programm (cognitive behavioural therapy, kurz: CBT) im Hinblick auf die Wirksamkeit im Vergleich zu einer unspezifischen Kontrollintervention in einer multizentrischen Studie bei n=248 ambulanten Patienten im Alter von 60 Jahren mit mäßiger bis schwerer unipolarer Depression untersucht. Die Studie wird durchgeführt an sieben deutschen Zentren (Berlin, Bonn, Freiburg, Köln, Leipzig, Mannheim, Tübingen).

Abgeschlossen

Effekt der Geburtsumgebung auf den Geburtsmodus und das Wohlbefinden von Frauen am Geburtstermin: eine randomisiert kontrollierte Studie (RCT) (BE-UP)

Förderkennzeichen: 01KG1715
Gesamte Fördersumme: 1.109.632 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Dr. Gertrud M. Ayerle
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft
Magdeburger Str. 8
06112 Halle

Effekt der Geburtsumgebung auf den Geburtsmodus und das Wohlbefinden von Frauen am Geburtstermin: eine randomisiert kontrollierte Studie (RCT) (BE-UP)

Es ist weitestgehend bekannt, dass Bewegung während der Geburt sowie eine aufrechte Körperhaltung der Frau die Wahrscheinlichkeit für eine physiologische Geburt des Kindes erhöht. Unbekannt hingegen ist, ob die Gestaltung der Geburtsumgebung die Gebärende bezüglich ihres Drangs sich zu bewegen beeinflusst. Um dieser Frage nachzugehen, wird in zwölf Kliniken jeweils ein Gebärraum räumlich wie folgt verändert: das in der jeweiligen Klinik übliche Gebärbett wird aus dem Sichtfeld der Gebärenden geräumt. Es liegen Matratzen und in Größe und Beschaffenheit verschiedene Kissen auf der Erde. An den Wänden befinden sich Poster, die verschiedene aufrechte Gebärhaltungen abbilden. Der Raum ist zudem mit einer Essecke, der Möglichkeit Snacks und Getränke zuzubereiten, Paravents, indirektem Licht sowie einem DVD Player ausgestattet. Die anderen Gebärräume der jeweiligen Kliniken behalten die für sie übliche Gestaltung bei. Der gewohnte medizinische Standard bleibt in beiden Raummodellen erhalten. Die Wünsche der Frauen werden - angepasst an die geburtshilfliche Situation - zu jeder Zeit berücksichtigt.

Perioperative Versorgung nach hüftgelenknaher Fraktur bei älteren Patienten: eine multizentrische, randomisiert kontrollierte Studie um die Effizienz der Spinalanästhesie versus der Allgemeinanästhesie zu untersuchen

Förderkennzeichen: 01KG1714
Gesamte Fördersumme: 2.193.422 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Mark Coburn
Adresse: Universitätsklinikum Aachen, Klinik für Anästhesiologie
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Perioperative Versorgung nach hüftgelenknaher Fraktur bei älteren Patienten: eine multizentrische, randomisiert kontrollierte Studie um die Effizienz der Spinalanästhesie versus der Allgemeinanästhesie zu untersuchen

Die Untersuchung der Effizienz einer Spinalanästhesie versus einer Allgemeinanästhesie, bezogen auf die 30-Tage Letalität und auf neu aufgetretene, schwere kardiale und pulmonale Komplikationen nach Hüftfraktur, ist das primäre Ziel von iHOPE. Es besteht ein enormer humanitärer und sozioökonomischer Bedarf, die Qualität und Effizienz der perioperativen Versorgung von Patienten mit Hüftfraktur zu verbessern. Zahlreiche plausible Mechanismen, durch die eine Spinalanästhesie möglicherweise das Outcome nach Hüftfraktur verbessern könnte, wurden identifiziert. Dennoch haben relevante Guidelines und systematische Übersichtsarbeiten große Evidenzlücken aufgezeigt. iHOPE wird die Effizienz zweier weit verbreiteter Standard-Anästhesieverfahren für die Hüftfraktur-OP vergleichen: Standard Spinalanästhesie versus Standard Allgemeinanästhesie. In dieser pragmatischen, multizentrischen, randomisiertkontrollierten Studie ist es das Ziel, alle Patienten älter als 65 Jahre mit akuter Hüftfraktur, die einer operativen Versorgung bedürfen, nach erfolgter schriftlicher Einwilligung, einzuschließen. Das primäre Ziel von iHOPE ist die Untersuchung der Effizienz einer Spinalanästhesie versus einer Allgemeinanästhesie bezogen auf die 30 Tage Letalität und neu aufgetretene, schwere kardiale und pulmonale Komplikationen nach Hüftfraktur. Des Weiteren werden auf den Patienten fokussierte sekundäre Zielparameter erfasst, wie z. B. postoperatives Delirium, Depressionen, Fähigkeit zu laufen, chronischer Schmerz, Gesundheits- und Invaliditäts-Status und gesundheitsbedingte Lebensqualität, die bis zu 365 Tage nach der Operation nachverfolgt werden. iHOPE wird Behandlungsprotokolle verwenden, die der gängigen Praxis der Allgemein- und Spinalanästhesie entsprechen. iHOPE wird Ärzten, Patienten, Beratungsorganisationen und Interessengruppen weitgehende, generalisierbare, klinisch anwendbare Informationen liefern, um das Outcome der Patienten mit Hüftfraktur zu verbessern.

Wirksamkeit von Lichttherapie bei stationär behandelten Jugendlichen mit Depression: Eine doppelblinde, randomisierte kontrollierte klinische Studie (DeLight)

Förderkennzeichen: 01KG1713
Gesamte Fördersumme: 1.795.799 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann
Adresse: Ruhr-Universität Bochum, LWL-Universitätsklinik Hamm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatikll
Heithofer Allee 64
59071 Hamm

Wirksamkeit von Lichttherapie bei stationär behandelten Jugendlichen mit Depression: Eine doppelblinde, randomisierte kontrollierte klinische Studie (DeLight)

Depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen zeigen eine hohe Zuwachsrate. Trotz der großen Bedeutung dieser Erkrankung im Kindes- und Jugendalter sind Effektivität und Sicherheit der gängigen pharmako- und psychotherapeutischen Behandlungsansätze immer noch unzureichend untersucht. Daher ist die Prüfung ergänzender Therapien notwendig. Studien an Erwachsenen belegen die Effektivität von morgendlicher Lichttherapie nicht nur bei saisonaler bedingter Depression. Erste eigene kontrollierte Pilot-Studien belegen die Praktikabilität von zwei Wochen Lichttherapie bei stationär behandelten depressiven Jugendlichen. Die Remissionsrate der depressiven Symptome betrug 46.7% nach Lichttherapie und 25.9% in der Kontrollbedingung; wegen der zu kleinen Fallzahl wurde dieser Unterschied nicht signifikant.Die Lichttherapie zeigte signifikant bessere Effekte auf die Schlafqualität und die Normalisierung des Tag-Nacht-Rhythmus.

Phosphodiesterase-5-Inhibition bei Patienten mit kombinierter prä- und postkapillärer pulmonaler Hypertonie durch Herzinsuffizienz mit konservierter Ejektionsfraktion (PASSION): eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie

Förderkennzeichen: 01KG1712
Gesamte Fördersumme: 3.278.218 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2023
Projektleitung: Carmen Schade-Brittinger
Adresse: Philipps-Universität Marburg, FB 20 Medizin und Universitätsklinikum, Koordinierungszentrum für Klinische Studien
Karl-von-Frisch-Str. 4
35037 Marburg

Phosphodiesterase-5-Inhibition bei Patienten mit kombinierter prä- und postkapillärer pulmonaler Hypertonie durch Herzinsuffizienz mit konservierter Ejektionsfraktion (PASSION): eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie

Die PASSION Studie untersucht Wirksamkeit und Sicherheit der Langzeitanwendung von Tadalafil, einem Phosphodiesterase-5 (PDE5)-Inhibitor in Patienten mit kombinierter prä-und postkapillärer pulmonaler Hypertonie (PH) auf dem Boden einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (CpcPH-HFpEF). Weltweit ist CpcPH-HFpEF eine der häufigsten Formen der PH mit einer hohen Morbidität und Mortalität. Für diese Erkrankung gibt es bisher keine effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt wirksame Therapien für andere Formen der pulmonalen Hypertonie, aber es ist unklar, ob solche Medikamente auch bei Patienten mit CpcPH-HFpEF sicher und wirksam sind. Dennoch werden PDE5-Inhibitoren weltweit bei diesen Patienten häufig eingesetzt. Da diese Substanzen bereits generisch sind bzw. in Kürze generisch werden, gibt es kein Interesse von Seiten der Industrie, in weitere Studien zu dieser Indikation zu investieren. Die Durchführung einer randomisierten, placebokontrollierten Studie zur langfristigen Beurteilung von Sicherheit und Wirksamkeit von Tadalafil bei Patienten mit CpcPH-HFpEF wird geplant. Der kombinierte primäre Endpunkt umfasst Gesamtmortalität und Krankenhauseinweisungen wegen kardialer Ursachen. Wichtige sekundäre Endpunkte umfassen Nebenwirkungen, Lebensqualität und körperliche Belastbarkeit. Die Studie wird 356 Patienten einschließen.

Verbesserung des funktionellen Ergebnisses für Patienten mit neu diagnostiziertem Grad II oder III-Gliom mit Kodeletion von 1p/19q - IMPROVE CODEL: eine NOA-Studie

Förderkennzeichen: 01KG1605
Gesamte Fördersumme: 2.948.233 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2026
Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Wick
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Neurologische Klinik
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg

Verbesserung des funktionellen Ergebnisses für Patienten mit neu diagnostiziertem Grad II oder III-Gliom mit Kodeletion von 1p/19q - IMPROVE CODEL: eine NOA-Studie

Diffuse Hirntumore gehören weiterhin zu den unheilbaren Erkrankungen mit erheblicher persönlicher und gesellschaftlicher Relevanz. In den letzten Jahren haben wissenschaftliche Untersuchungen zu einem besseren Verständnis der molekularen Besonderheiten dieser Erkrankung geführt. Einfache genetische Tests am Tumorgewebe erlauben die Unterteilung in prognostisch günstigere und ungünstigere Subgruppen. Das Studienvorhaben plant eine Behandlung von Patienten mit molekular günstiger diffuser hirneigener Tumorerkrankung (WHO Grad II und III-Gliome mit 1p und 19q Kodeletion). Die Standardtherapie für diese Patienten besteht seit kurzem aus einer kombinierten Radio-Chemo-Therapie. Diese Radio-Chemo-Therapie besteht aus einer Teilhirnbestrahlung und einer medikamentösen Behandlung mit Procarbazin, Lomustin und Vincristin. Die langjährige Erfahrung mit dieser aggressiven Therapie zeigt, dass die Effektivität für viele Patienten sehr gut ist, Nebenwirkungen den Nutzen der Patienten von dieser Therapie aber limitieren. Diese Nebenwirkungen bestehen aus relevanten neurokognitiven, funktionellen Lebensqualitätseinschränkungen durch die aggressive Therapie. Die aktuelle Studie, die über die Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Krebsgesellschaft (NOA) durchgeführt werden soll, plant die Fokussierung der Primärtherapie auf eine alkylierende Chemotherapie und eine Verzögerung der Radiotherapie oder anderer (z.B. immun-)therapeutischer Maßnahmen im Vergleich zur Standardtherapie. Hauptzielkriterium ist eine Verlängerung der Zeit ohne Progression und ohne die Lebensqualität und Funktion beeinträchtigende Einschränkungen. Zusätzlich wird diese Studie aufgrund der umfangreichen wissenschaftlichen Projekte wesentliche Erkenntnisse der biologischen Besonderheiten und der Weiterentwicklung der Therapie für diese Patientengruppe liefern.

Abgeschlossen

Vermeidung von Komplikationen nach Operationen an der Bauchspeicheldrüse durch lokale Injektion von Botulinumtoxin

Förderkennzeichen: 01KG1604
Gesamte Fördersumme: 209.648 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Thilo Hackert
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgische Klinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg

Vermeidung von Komplikationen nach Operationen an der Bauchspeicheldrüse durch lokale Injektion von Botulinumtoxin

Ziel der Studie ist der Nachweis der Reduktion der Rate an postoperativen Pankreasfisteln und/oder Mortalität durch eine endoskopische Injektion von Botulinumtoxin in den Sphinkter Oddi innerhalb von drei bis sieben Tagen vor geplanter Pankreaslinksresektion verglichen mit keiner präoperativen endoskopischen Intervention.

Studie zu Morbus Bechterew: Vergleich einer einfachen TNF-Blocker-Therapie und einer Kombinationstherapie mit NSAR

Förderkennzeichen: 01KG1603
Gesamte Fördersumme: 2.239.418 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2021
Projektleitung: PD Dr. Denis Poddubnyy
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Medizinische Klinik I, Abt. für Gastroenterologie/Infektiologie/Rheumatologie
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

Studie zu Morbus Bechterew: Vergleich einer einfachen TNF-Blocker-Therapie und einer Kombinationstherapie mit NSAR

Morbus Bechterew oder ankylosierende Spondylitis ist eine besondere Form von entzündlichem Rheuma. Sie kann zu Rücken- und Gelenkschmerzen sowie zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen. Die Krankheitssymptome werden mit entzündungshemmenden Mitteln behandelt, wie etwa nicht-steroidalen Antirheumatika oder TNF-Blockern. Das Ziel des Vorhabens ist es, die Behandlung von Patienten mit ankylosierender Spondylitis (M. Bechterew) zu optimieren, um die Langzeitprognose dieser Erkrankung zu verbessern. In einer multizentrischen Studie werden zwei Behandlungsstrategien hinsichtlich der Verlangsamung der Progression von Strukturschäden (knöcherner Versteifung) in der Wirbelsäule verglichen: eine einfache Therapie mit dem TNF-Blocker Golimumab und eine Kombinationstherapie aus Golimumab und dem nicht-steroidalen Antirheumatikum Celecoxib. Insgesamt sollten 170 Patienten innerhalb von 18 Monaten an 21 Prüfzentren in Deutschland in die Studie eingeschlossen werden. Eingeschlossene Patienten werden zunächst für drei Monate mit Golimumab behandelt. Diejenigen, die nach drei Monaten ein gutes Ansprechen auf Golimumab zeigen, werden zufällig in eine von zwei Studiengruppen (Golimumab allein oder Golimumab plus Celecoxib) eingeteilt. Der primäre Endpunkt der Studie ist die röntgenologische Progression in der Wirbelsäule in beiden Behandlungsgruppen nach zwei Jahren Therapie. In der Praxis werden nicht-steroidale Antirheumatika bei einer Behandlung mit TNF-Blockern oft abgesetzt, sodass die Effekte einer Kombinationstherapie bis jetzt nicht ausreichend untersucht sind. Es gibt Daten, die belegen, dass nicht-steroidale Antirheumatika nicht nur symptomatisch, sondern auch krankheitsmodifizierend durch die Hemmung der Knochenneubildung in der Wirbelsäule bei der ankylosierenden Spondylitis wirken können.

Randomisiert kontrollierte multizentrische Studie zur Prüfung einer automatischen Regelung des Sauerstoffanteils im Atemgas (FiO2-C) hinsichtlich Sicherheit und Effekt auf Häufigkeit und Schweregrad potentiell durch Hypoxie oder Hyperoxie ausgelöste

Förderkennzeichen: 01KG1602
Gesamte Fördersumme: 5.187.440 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Axel Franz
Adresse: Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Kinder- und Jugendmedizin
Hoppe-Seyler-Str. 1
72076 Tübingen

Randomisiert kontrollierte multizentrische Studie zur Prüfung einer automatischen Regelung des Sauerstoffanteils im Atemgas (FiO2-C) hinsichtlich Sicherheit und Effekt auf Häufigkeit und Schweregrad potentiell durch Hypoxie oder Hyperoxie ausgelöste

Unreife Atemregulation und Lungenfunktion führen bei sehr unreifen Frühgeborenen häufig zu Schwankungen der Sauerstoffsättigung im Blut und damit zu Schwankungen der Sauerstoffversorgung aller Organe. Beobachtungsstudien zeigen, dass die Häufigkeit und die Schwere von Schwankungen der Sauerstoffsättigung mit Häufigkeit bzw. Schweregrad der für Frühgeborene typischen Netzhaut-, Lungen-, und Darmerkrankungen sowie der Sterblichkeit assoziiert sind. Eine automatische Regelung des Sauerstoffanteils im Atemgas (FiO2-C) kann die Häufigkeit und die Schwere von Sauerstoffmangelzuständen vermindern. Die Sicherheit der langfristigen Anwendung dieser Technik ist, ebenso wie ihr Nutzen für die langfristige Entwicklung der Frühgeborenen noch unerforscht. Ziel des Vorhabens ist, Sicherheit und Auswirkung der FiO2-C-Technik bei sehr unreifen Frühgeborenen in einer randomisiert kontrollierten multizentrischen Studie zu prüfen, bevor durch deren Markteinführung Fakten ohne hinreichende Risiko-/Nutzenbewertung geschaffen wurden. Der Arbeitsplan umfasst alle erforderlichen Vorbereitungen zur Durchführung einer klinischen Studie nach höchsten internationalen Standards: Dies umfasst die Entwicklung von Studienprotokoll, Datenbank, Daten Management Plan, Statistischem Analyse Plan und Monitoring-Handbuch zur Sicherung höchster Datenqualität. Es müssen Studienzentren gewonnen werden, die gewährleisten, dass 2.340 sehr unreife Frühgeborene nach Zustimmung durch deren Eltern in die Studie eingeschlossen werden. Diese Frühgeborenen werden dann unter Einhaltung der Leitlinie zur Guten Klinischen Praxis und kontinuierlicher Überwachung der Patientensicherheit nach dem Zufallsprinzip zu einer von zwei Behandlungsgruppen zugeteilt: 1) konventionelle, d.h. allein manuelle Steuerung des Sauerstoffanteils im Atemgas oder 2) FiO2-C zusätzlich zur manuellen Steuerung. Die mittel- und langfristige Entwicklung aller Studienteilnehmer wird anhand standardisierter Zielkriterien erhoben.

Abgeschlossen

Verringerung des Einsatzes von Antibiotika bei unkomplizierten Harnwegsinfekten durch Behandlung mit Uva ursi - eine vergleichende Effektivitätsstudie in hausärztlichen Praxen

Förderkennzeichen: 01KG1601
Gesamte Fördersumme: 1.486.333 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Dr. Ildikó Gágyor
Adresse: Georg-August-Universität Göttingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Zentrum Innere Medizin, Allgemeinmedizin
Humboldtallee 38
37073 Göttingen

Verringerung des Einsatzes von Antibiotika bei unkomplizierten Harnwegsinfekten durch Behandlung mit Uva ursi - eine vergleichende Effektivitätsstudie in hausärztlichen Praxen

Der unkomplizierte Harnwegsinfekt ist ein häufiges Krankheitsbild in der Hausarztpraxis. Nach hausärztlichen Leitlinien wird dieser üblicherweise antibiotisch behandelt. Aufgrund der zunehmenden Resistenzproblematik wird jedoch mehr und mehr gefordert, die Zahl der antibiotischen Verschreibungen gerade im hausärztlichen Bereich so weit als möglich zu reduzieren. Eine alternative Behandlungsmöglichkeit sind pflanzliche Medikamente mit Bärentraubenblätter (Uva ursi)-Extrakt. Die Wirksamkeit dieser Medikamente ist jedoch bislang noch nicht wissenschaftlich belegt. Ziel der geplanten klinischen Studie ist es, die Wirksamkeit von Bärentraubenblätter-Extrakt und dem Antibiotikum Fosfomycin bei unkompliziertem Harnwegsinfekt zu vergleichen. Konkret untersucht die Studie, ob in der Therapie des unkomplizierten Harnwegsinfektes durch eine Behandlung mit Bärentraubenblätter-Extrakt (Interventionsgruppe) im Vergleich zur sofortigen Behandlung mit dem Antibiotikum Fosfomycin (Kontrollgruppe) eine Reduktion des Antibiotikaverbrauchs ohne wesentliche Beeinträchtigung des Symptomverlaufs und der Komplikationsrate erreicht werden kann. Die Studie wird in ca. 36 verschiedenen Hausarzt-Praxen in Norddeutschland durchgeführt. Dabei sollen insgesamt 400 Patientinnen eingeschlossen werden. Sollte sich zeigen, dass Bärentraubenblätter-Extrakt eine Alternative zur antibiotischen Behandlung darstellt, stünde damit eine weitere nicht antibiotische und nicht rezeptpflichtige Therapiemöglichkeit für Frauen mit einem unkomplizierten Harnwegsinfekt zur Verfügung. Nicht erforderliche Antibiotikaverordnungen könnten dadurch weiter eingeschränkt werden.

Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit einer systemischen Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie im Vergleich zur Standarddosis-Therapie in der Behandlung des einseitigen akuten idiopathischen Hörsturzes, angewendet als Primärtherapie

Förderkennzeichen: 01KG1427
Gesamte Fördersumme: 1.916.419 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Plontke
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle

Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit einer systemischen Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie im Vergleich zur Standarddosis-Therapie in der Behandlung des einseitigen akuten idiopathischen Hörsturzes, angewendet als Primärtherapie

Der Hörsturz ist ein weit verbreitetes Krankheitsbild. Dabei treten plötzlich und ohne erkennbare Ursache Hörprobleme auf, die typischerweise nur eins der beiden Ohren betreffen. Die Betroffenen hören dann deutlich schlechter oder fast gar nichts mehr. Hinzu kommen oftmals Ohrgeräusche ("Tinnitus") und Schwindel. Zur Behandlung des Hörsturzes werden zwar verschiedene Medikamente eingesetzt, deren Wirksamkeit jedoch bislang noch nicht wissenschaftlich belegt ist. Ziel des geplanten Vorhabens ist es, die Wirksamkeit und die Sicherheit der in der deutschen Leitlinie zur Behandlung des Hörsturzes empfohlenen Hochdosis-Steroidtherapie zu untersuchen. Die Studie wird über knapp fünf Jahre an ca. 50 verschiedenen Zentren durchgeführt. Dabei sollen insgesamt 312 Patientinnen und Patienten eingebunden werden. Diese erhalten in der dreiarmigen Studie über mehrere Tage entweder eine hohe Dosis Dexamethason (in Tablettenform) oder eine hohe bzw. eine niedrige Dosis Prednisolon als intravenöse Therapie oder in Tablettenform. An diese Behandlung schließt sich eine insgesamt sechsmonatige Nachbeobachtungsphase an. Über den gesamten Zeitraum sind immer wieder Untersuchungen geplant, bei denen die Hörfähigkeit der Patientinnen und Patienten bewertet wird. Die Ergebnisse sollen zum einen in die Leitlinie zum Hörsturz einfließen und somit einen Beitrag zur Verbesserung der Behandlung der Betroffenen leisten. Zum anderen könnten Mittel im Gesundheitswesen eingespart werden, da bei erfolgreichem Studienausgang die geeignetste Form der Steroidtherapie identifiziert und die sehr kostenintensiven Behandlungen mit Hörhilfen seltener benötigt würden.

Vergleich der Wirksamkeit autologer Knorpelzellen mit autologen Knochenmarkszentrifugaten zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk

Förderkennzeichen: 01KG1426
Gesamte Fördersumme: 1.467.354 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Philipp Niemeyer
Adresse: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Fakultät, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Hugstetter Str. 49
79106 Freiburg

Vergleich der Wirksamkeit autologer Knorpelzellen mit autologen Knochenmarkszentrifugaten zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk

Eine Knorpelverletzung verursacht sowohl während der Bewegung als auch im Ruhezustand Schmerzen und Schwellungen und stellt einen Risikofaktor für das spätere Auftreten einer Arthrose dar. Zur Behandlung dieser Knorpelverletzungen stehen zurzeit mehrere zuverlässige Operationsverfahren zur Verfügung. Ziel dieser klinischen Studie ist es daher, Erkenntnisse darüber zu erhalten, welches Verfahren die bestmögliche Behandlung für Patienten mit Knorpelverletzungen des Knies bietet. Im Rahmen dieser klinischen Studie soll ein etabliertes zweizeitiges Operationsverfahren (die Knorpelzelltransplantation) mit einem neuartigen einzeitigen Operationsverfahren hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit verglichen werden. Patienten mit isoliertem Knorpelschaden werden im Rahmen der vorliegenden Studie mit einem aus Knochenmark während der operativen Versorgung gewonnenen Konzentrat aus mesenchymalen Vorläufern (Bone Marrow Stroma Cells) behandelt. Als Kontrollgruppe dient die bereits seit vielen Jahren etablierte Knorpelzelltransplantation. Diese Behandlung besteht im Gegensatz zur neuen Behandlung aus zwei getrennten Operationen zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Nach Entnahme von Knorpelzellen im Rahmen einer Gelenkspiegelung werden diese in einem Labor expandiert und dann im Rahmen einer zweiten Operation transplantiert. Die Gruppenzuteilung erfolgt zufällig. Hauptzielkriterium der Studie ist das klinische Behandlungsergebnis nach 24 Monaten. Der Nachverfolgungszeitraum beträgt fünf Jahre.

Abgeschlossen

Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit topischer Trichloressigsäure versus Elektrokauterisation von analen intraepithelialen Neoplasien bei HIV-positiven Patienten (TECAIN) – eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie

Förderkennzeichen: 01KG1425
Gesamte Fördersumme: 1.846.975 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Dr. Stefan Esser
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit topischer Trichloressigsäure versus Elektrokauterisation von analen intraepithelialen Neoplasien bei HIV-positiven Patienten (TECAIN) – eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie

Die chronische Infektion der Analregion mit Humanen Papillomviren (HPV) kann Analkrebsvorstufen (anale intraepitheliale Neoplasien (AIN)) verursachen, aus denen sich Analkarzinome (AC) entwickeln können. Bei HIV-positiven Patienten finden sich häufig HPV-induzierte AIN und im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein mehr als 30-fach erhöhtes Risiko für die Entstehung eines AC. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung der AIN kann AC verhindern. Deshalb empfehlen Leitlinien für HIV-infizierte Patienten das Screening auf und die Therapie von AIN. Bisher wurden nur wenige klinische Studien zur Therapie der AIN bei HIV-Infizierten veröffentlicht. Eine weniger aufwendige, kostensparende Lokalbehandlung mit Trichloressigsäure (TCA) wäre, im Gegensatz zur Standardtherapie mittels Elektrokauterisation (ECA), auch in einer Arztpraxis ohne Spezialisierung und besondere technische Ausstattung möglich. Ziel der klinischen prospektiv 1:1 randomisierten TECAIN Studie ist die vergleichende Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit der lokalen TCA-Behandlung mit der operativen ECA in maximal bis zu vier Behandlungssitzungen alle vier Wochen von histologisch gesicherten AIN bei 560 HIV-positiven Patienten nach deren Einwilligung zur Studienteilnahme in neun deutschen proktologischen Zentren, die jährlich etwa 1.850 HIV-Infizierte im Rahmen des Analkrebs-Screenings betreuen. Der Erfolg und die Nebenwirkungen der jeweiligen Therapie wird vier und 24 Wochen nach der letzten Behandlung durch eine hochauflösende Anoskopie mit gezielten Probebiopsien beurteilt.

Kontrollierte Therapiestudie zur Vakzinierung neudiagnostizierter Glioblastompatienten mit Tumorlysat-beladenen, reifen Dendritischen Zellen integriert in die Standardradiochemotherapie

Förderkennzeichen: 01KG1424
Gesamte Fördersumme: 3.135.545 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Michael C. Sabel
Adresse: Universitätsklinikum Düsseldorf, Neurochirurgische Klinik
Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf

Kontrollierte Therapiestudie zur Vakzinierung neudiagnostizierter Glioblastompatienten mit Tumorlysat-beladenen, reifen Dendritischen Zellen integriert in die Standardradiochemotherapie

Das Glioblastom ist der häufigste hirneigene Tumor. Trotz kombinierter Therapie aus operativer Entfernung des Tumors, Strahlen- und Chemotherapie liegt das mediane Überleben neudiagnostizierter Patientinnen und Patienten bei 14,6 Monaten mit einer Zweijahresüberlebensrate von 27,2%. Die Impfung mit Dendritischen Zellen ist eine vielversprechende Form aktiver Immuntherapie. Sie zielt darauf ab, das Immunsystem der Erkrankten spezifisch gegen den Tumor zu aktivieren und so eine antitumorale Immunantwort zu induzieren, die letztlich zur Beseitigung der Tumorzellen führen soll. Beim Glioblastom liegen aus zahlreichen kleineren, unkontrollierten Studien ermutigende Ergebnisse vor, weshalb nun in einer multizentrischen, kontrollierten Studie an einem größeren Patientenkollektiv geprüft werden soll, ob die Impftherapie als Zusatz zur Standardtherapie das Überleben der Patientinnen und Patienten gegenüber der Standardtherapie alleine signifikant verbessern kann. Nach der Fertigstellung, Einreichung und Genehmigung des Studienprotokolls und Ethikantrags soll im Oktober 2015 mit der Rekrutierung der Patientinnen und Patienten begonnen werden, die Anfang 2018 abgeschlossen sein wird. Nach einer weiteren Nachbeobachtungszeit von zwei Jahren, kann die abschließende Analyse der Studie, bei der neben dem Überleben auch das Nebenwirkungsprofil und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten ausgewertet werden, bis Juli 2020 abgeschlossen werden. Immunologische Analysen werden die Rekrutierungs- und Nachbeobachtungszeit begleiten. Durch sie soll ein möglicher mechanistischer Zusammenhang zwischen antitumoraler Immunantwort und klinischem Ansprechen abgeklärt werden. Ferner soll geprüft werden, ob für das Ansprechen von Patientinnen und Patienten auf die Therapie prädiktive Parameter definiert und die Zielstrukturen der antitumoralen Immunantwort molekular identifiziert werden können.

Eine randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich von Arsentrioxid (ATO) in Verbindung mit ATRA und Idarubicin versus ATRA in Kombination mit einer Anthracyclin-basierten Chemotherapie (AIDA) bei Patienten mit neu diagnostizierter, akuter Promyelozytenleu

Förderkennzeichen: 01KG1423
Gesamte Fördersumme: 1.955.542 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Uwe Platzbecker
Adresse: Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Medizinische Klinik und Poliklinik I
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Eine randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich von Arsentrioxid (ATO) in Verbindung mit ATRA und Idarubicin versus ATRA in Kombination mit einer Anthracyclin-basierten Chemotherapie (AIDA) bei Patienten mit neu diagnostizierter, akuter Promyelozytenleu

Die akute Promyelozytenleukämie (APL) ist eine seltene Form der akuten myeloischen Leukämie mit spezifischen klinischen, morphologischen und genetischen Merkmalen. Trotz der zumeist erfolgreichen Erstbehandlung mit all-trans Retinsäure (ATRA) in Kombination mit Idarubicin (AIDA-Regime) erleiden etwa 20 % der APL-Patienten später ein Rezidiv. Zudem ist diese Behandlung mit erheblicher Toxizität assoziiert. Diese ist vor allem auf das erhöhte Infektionsrisiko als Folge der Myelosuppression zurückzuführen. In einer kürzlich von uns durchgeführten randomisierten klinischen Studie mit APL-Patienten ohne Hochrisikomerkmale (Leukozytenwert bei Diagnose = 10 GPt/l, APL0406), die mit einer Therapiekombination von Arsentrioxid (ATO) und ATRA behandelt wurden, ergab sich eine vergleichbare Überlebensrate mit deutlich verringerter Toxizität im Vergleich zur AIDA-basierenden Standardtherapie. Damit ist es erstmalig gelungen, eine Form der Leukämie ohne Chemotherapie zu heilen. Aufgrund dieser Ergebnisse planen wir eine randomisierte klinische Studie zur Behandlung von Patienten mit APL und Hochrisikomerkmalen (Leukozytenwert bei Diagnose > 10 GPt/l) mit einer ATO/ATRA-Kombination und nur niedrig-dosiertem Idarubicin im Vergleich zum aktuellen Standard mit Chemotherapie (AIDA). Es wird erwartet, dass der ATO/ATRA-Behandlungsarm weniger toxisch ist, dies zu einer geringeren behandlungsassoziierten Mortalität führt und sich somit auch die Lebensqualität im Vergleich zum klassischen AIDA-Regime verbessert. Diese klinische Prüfung wird als Europäische Intergroup Studie u.a. in Kooperation mit der italienischen GIMEMA Studiengruppe durchgeführt. Die Umsetzung der beantragten APOLLO-Studie unterteilt sich in drei Projektphasen (Vorbereitung, Datenerhebung/Studiendurchführung und Auswertung), die jeweils in drei bis zehn unterschiedliche Arbeitspakete aufgegliedert werden.

Abgeschlossen

Effekte von Acetyl-DL-Leucin auf zerebelläre Ataxie - eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, plazebo-kontrollierte, 2-Weg-Crossover Phase III Studie

Förderkennzeichen: 01KG1422
Gesamte Fördersumme: 1.044.865 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Strupp
Adresse: Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, Neurologische Klinik und Poliklinik
Marchioninistr. 15
81377 München

Effekte von Acetyl-DL-Leucin auf zerebelläre Ataxie - eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, plazebo-kontrollierte, 2-Weg-Crossover Phase III Studie

Bislang existiert für Kleinhirnerkrankungen keine allgemein akzeptierte, effektive Therapie. Bei Acetyl-DL-Leucin handelt es sich um eine modifizierte Aminosäure. Elektrophysiologische Messungen zeigten einen Effekt des Medikaments auf eine spezifische Gruppe von Nervenzellen, die im Gehirn für den Gleichgewichtssinn zuständig sind. Als möglicher Wirkmechanismus wird postuliert, dass durch Einlagerung in die Zellmembran eine Normalisierung der elektrischen Spannung über die Zellmembran erreicht wird. In einer eigenen Vorarbeit mit 13 Patienten, die Acetyl-DL-Leucin über jeweils eine Woche in einer Dosierung von 5 g täglich erhielten, zeigten sich positive Effekte im Hinblick auf die verwendeten Ataxie-Scores. Dabei zeigte sich eine Besserung der Ataxie-Symptome ohne wesentliche Nebenwirkungen und somit mit gutem Nutzen-Risiko-Profil. Diese Effekte sollen nun in einer placebokontrollierten Studie bestätigt und überprüft werden. Die in der geplanten Studie zu untersuchenden Patienten leiden allesamt an einer chronischen Erkrankung, welche langsam fortschreitet. Die geplante Studie dient dem Nachweis der Wirksamkeit der symptomatischen Therapie. Ein wesentliches Voranschreiten der Krankheit ist innerhalb der geplanten Studiendauer nicht zu erwarten, weshalb für die Studie ein Crossover-Design vorgesehen ist, wobei jeder Patient als eigene Kontrolle dient. Im Rahmen der Studie erhalten Patienten, auf welche die Einschlusskriterien zutreffen, in einem Cross-Over-Design placebokontrolliert Acetyl-DL-Leucin bzw. Placebo über jeweils sechs Wochen mit einer vierwöchigen "Auswasch-Phase". Untersucht werden als primäre Endpunkte die Ataxie-Scores (SARA, SCAFI) jeweils zu den Studienterminen. Sekundäre Endpunkte sind der Einfluss der Medikation auf die Lebensqualität sowie die Untersuchung der Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen unter der Medikation im Vergleich zu Placebo.

Abgeschlossen

Randomisierte kontrollierte klinische Studie zur Wirksamkeit einer Internet-basierten Verhaltenstherapie von Patientinnen und Patienten mit Tic-Störungen

Förderkennzeichen: 01KG1421
Gesamte Fördersumme: 1.133.569 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Kirsten Müller-Vahl
Adresse: Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für Seelische Gesundheit, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Randomisierte kontrollierte klinische Studie zur Wirksamkeit einer Internet-basierten Verhaltenstherapie von Patientinnen und Patienten mit Tic-Störungen

Das Gilles de la Tourette-Syndrom (Tourette-Syndrom) ist eine chronisch verlaufende neuropsychiatrische Erkrankung, die durch motorische und vokale Tics gekennzeichnet ist, das heißt, plötzlich auftretende, schnelle Bewegungen einzelner Muskeln und Lautäußerungen oder das Aussprechen von Wörtern und Sätzen. Tics sind unwillkürlich und können allenfalls kurzzeitig unterdrückt werden. Sie führen oft zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Bisher galt die medikamentöse Behandlung von Tics als Therapie der 1. Wahl. Allerdings sind alle gebräuchlichen Substanzen nicht für diese Indikation zugelassen und rufen häufig erhebliche Nebenwirkungen hervor. Nachdem jüngst gezeigt werden konnte, dass eine Verhaltenstherapie mit "Comprehensive Behavioral Intervention for Tics (CBIT)" ebenfalls zu einer Tic-Reduktion von 30-40% führt, wird nunmehr - vor dem Einsatz von Medikamenten - zunächst eine Verhaltenstherapie empfohlen. Patienten in Deutschland haben allerdings kaum Zugang zu dieser wirksamen Behandlung, weil qualifizierte Therapeuten fehlen. Ziel dieser Studie ist es zu zeigen, dass CBIT alternativ auch Intern-basiert (iCBIT) - völlig unabhängig von einem Therapeuten - erfolgreich angewendet werden kann. Sollte sich iCBIT als wirksam erweisen, stünde in Deutschland eine effektive Therapie für Patienten mit Tourette-Syndrom zur Verfügung, die jederzeit verfügbar wäre und zudem höchst kosteneffizient ist. Im Rahmen einer Deutschland weiten, multizentrischen (n=6), randomisierten, kontrollierten, einfach blinden Studie soll die Wirksamkeit von iCBIT im Vergleich zu einer internet-basierten Psychoedukation mit Entspannungstraining nachgewiesen werden. Das internet-basierte Therapieprogramm beinhaltet acht Therapiesitzungen über zehn Wochen analog dem ursprünglichen Therapiekonzept CBIT nach Woods et al. Innerhalb von 24 Monaten sollen 160 erwachsene Patienten mit Tourette-Syndrom und anderen chronischen Tic-Störungen in die Studie eingeschlossen werden.