Fördermaßnahme

Klinische Studien mit hoher Relevanz für die Patientenversorgung

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2013 (seither jährlich)
Förderzeitraum: 2015 - 2030
Gesamte Fördersumme: bis zu 52,6 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 24 klinische Studien

Im Rahmen dieser Bekanntmachung werden sowohl klinische Studien als auch systematische Übersichtsarbeiten gefördert, die zur besseren Übersichtlichkeit getrennt dargestellt werden.

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Die systematische Beobachtung definierter Patientenpopulationen mit klinischen Studien und systematischen Übersichtsarbeiten ist ein zentrales Instrument der klinischen Forschung. Solche Arbeiten bilden die Grundlage für Evidenz und Qualität in der medizinischen Versorgung. Sie müssen mit einem hohen Maß an Professionalität geplant und durchgeführt werden, um internationalen Anforderungen und Standards zu genügen. Dies bedeutet einen großen organisatorischen und finanziellen Aufwand, der in vielen Fällen von der pharmazeutischen Industrie erbracht wird. Es gibt aber klinische Fragestellungen, die für die Industrie nicht interessant sind, dennoch aber für das deutsche Gesundheitssystem eine hohe Relevanz haben. Mit dieser Fördermaßnahme verfolgt das BMBF das Ziel, Lösungen für solche Fragestellungen zu erarbeiten. Es werden daher Projekte unterstützt, die die wichtigsten Erkenntnislücken im medizinischen Alltag schließen unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse betroffener Patientinnen und Patienten.

Gefördert werden wissenschaftsinitiierte, multizentrische, prospektive, kontrollierte klinische Studien zum Wirksamkeitsnachweis von Therapiekonzepten, die eine Intervention an Patientinnen und Patienten beinhalten und eine konfirmatorische Zielsetzung aufweisen. Außerdem werden wissenschaftsinitiierte, explorative klinische Studien gefördert, die mit geringen Probandenzahlen einen ersten Wirksamkeitsnachweis für ein Therapiekonzept liefern und der Vorbereitung von multizentrischen klinischen Studien mit hohen Probandenzahlen dienen. Alle geförderten Projekte haben höchste Relevanz für das deutsche Gesundheitssystem und müssen Patientenvertretungen in die Projektplanung eingebunden haben.

Neben den klinischen Studien werden im Rahmen dieses Förderschwerpunktes auch systematische Übersichtsarbeiten („systematische Reviews“) gefördert. In einer solchen Übersichtsarbeit werden die Ergebnisse aus allen verfügbaren klinischen Studien zusammengefasst und bewertet, die sich beispielsweise auf ein bestimmtes Therapieverfahren beziehen. Die Durchführung systematischer Reviews ist ein wichtiger Schritt bei der Übertragung von Forschungsergebnissen in die Krankenversorgung. Auf diese Weise können z.B. übergeordnete Behandlungsempfehlungen oder sogar neue Therapie-Leitlinien entstehen.

In der Fördermaßnahme gibt es keine thematische Eingrenzung. Sie deckt querschnittshaft verschiedene medizinische Fachgebiete ab. Die am häufigsten vertretenen Fachgebiete sind Psychiatrie/Psychologie, Onkologie, Dermatologie und Neurologie.

2. Stand der Fördermaßnahme

Bisher wurden seit 2013 sechs Bekanntmachungen veröffentlicht.

Klinische Studien

Systematische Reviews

Einzelprojekte

CARDIA - Chirurgische Therapie für das Adenokarzinom des gastroösophagealen Überganges (AEG Typ II): Transthorakale Ösophagektomie vs. Transhiatal erweiterte Gastrektomie

Förderkennzeichen: 01KG1816
Gesamte Fördersumme: 1.348.529 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Univ. Prof. Dr. Christiane Bruns
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie
Kerpener Str. 62
50937 Köln

CARDIA - Chirurgische Therapie für das Adenokarzinom des gastroösophagealen Überganges (AEG Typ II): Transthorakale Ösophagektomie vs. Transhiatal erweiterte Gastrektomie

Die Inzidenz für das Adenokarzinom des gastroösophagealen Überganges weist in den westlichen Industrieländern einen exponentiellen Anstieg in den letzten zwei Jahrzehnten auf. Zur Evaluation der bestmöglichen Therapie wurde die Klassifikation nach Siewert eingeführt, die zwischen dem distalen Ösophaguskarzinom (Typ I), dem proximalen Magenkarzinom (Typ III) und dem eigentlichen Karzinom des gastroösophagealen Überganges (Typ II) unterscheidet. Die Typ I Karzinome werden mittels transthorakaler Ösophagektomie behandelt und die Typ III Karzinome mittels transhiatal erweiterter Gastrektomie. Offen bleibt die Frage, wie die klassischen Typ II Karzinome behandelt werden sollen. In zwei kürzlich veröffentlichten Beobachtungsstudien wurde gezeigt, dass die transhiatal erweiterte Gastrektomie von 66% der teilnehmenden Zentren favorisiert wurde. Gefolgt von der transthorakalen Ösophagektomie, die in 27% durchgeführt wurde. Nur in 7% erfolgte eine Gastrektomie. Alle zu diesem Thema veröffentlichten Studien beziehen sich auf retrospektiv erhobene Daten mit unterschiedlichen Daten zum Überleben und der postoperativen Komplikationsrate. Die transhiatal erweiterte Gastrektomie scheint eine bessere Lebensqualität postoperativ bieten zu können, allerdings scheint die onkologische Therapie hinsichtlich erhöhter positiver Schnittränder des Präparates (R1- Resektion) und weniger resezierter Lymphknoten kompromittiert. Bis heute gibt es keine prospektiv randomisierte Studie, die die Behandlung der Adenokarzinome des gastroösophagealen Überganges (Typ II) mittels transthorakaler Ösophagektomie und transhiatal erweiterter Gastrektomie vergleicht. Ziel dieser Studie ist, die optimale chirurgische Therapie dieser Tumoren zu bestimmen.

Effekt von hochdosiertem Vitamin D3 auf die 28-Tage Mortalität bei erwachsenen kritisch kranken Patienten mit schwerem Vitamin D Mangel: eine multizentrische, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Phase III Studie

Förderkennzeichen: 01KG1815
Gesamte Fördersumme: 1.897.680 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Patrick Meybohm
Adresse: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, FB 16 Medizin und Klinikum, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Theodor-Stern-Kai 7
60596 Frankfurt am Main

Effekt von hochdosiertem Vitamin D3 auf die 28-Tage Mortalität bei erwachsenen kritisch kranken Patienten mit schwerem Vitamin D Mangel: eine multizentrische, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Phase III Studie

Allgemein ist bekannt, dass Patienten mit einem Vitamin D Mangel häufiger Herz-Kreislauf-Probleme (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) bekommen, im Alltag häufiger müde sind, Schwächesymptome zeigen und ein geschwächtes Immunsystem haben. Bei schwerstkranken Patienten auf einer Intensivstation, z.B. nach einer größeren Operation oder nach einem Unfall, kann ein Vitamin D Mangel dann besonders problematisch werden. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass ein schwerer Vitamin D Mangel bei Intensivpatienten zu häufigeren Komplikationen oder einer höheren Sterberate führen kann. Prinzipiell kann ein Vitamin D Mangel durch eine zusätzliche Vitamin D Gabe in Form von Infusionslösungen, Tabletten oder Trinklösungen ausgeglichen werden. Ob so ein Ausgleich eines (schweren) Vitamin D-Mangels auch bei Intensivpatienten aber sinnvoll ist und die genannten Probleme verbessern kann ist bis heute unklar. Das Ziel der VITDALIZE-Studie ist es nun, den Effekt von hochdosiertem Vitamin D3 (Cholecalciferol) gegenüber einem Placebo (Scheinmedikament) auf die 28-Tages-Mortalität bei 2.400 Intensivpatienten (davon in Deutschland 800 Patienten) mit schwerem Vitamin D Mangel zu untersuchen. Gleichzeitig wird untersucht, ob hochdosiertes Vitamin D3 die Krankenhausliegedauer, typische Organversagen und Infektionsraten reduzieren kann. Im Fall positiver Ergebnisse könnte die Gabe von Vitamin D3 zukünftig bei kritisch kranken Intensivpatienten mit schwerem Vitamin D Defizit eine einfache und kostengünstige Therapie darstellen.

Simvastatin als Zusatzmedikation zu Escitalopram bei Patienten mit komorbider Adipositas und Depression: eine randomisierte, kontrollierte Studie

Förderkennzeichen: 01KG1813
Gesamte Fördersumme: 1.440.342 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Christian Otte
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

Simvastatin als Zusatzmedikation zu Escitalopram bei Patienten mit komorbider Adipositas und Depression: eine randomisierte, kontrollierte Studie

Depression und Adipositas sind zwei drängende Gesundheitsprobleme weltweit. Statine gehören zu den meistverschriebenen Medikamenten mit etablierter Wirksamkeit und Sicherheit. Statine sind in der Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen empfohlen, für deren Entstehung sowohl Adipositas als auch Depression Risikofaktoren darstellen. Zudem sind Statine viel versprechende Medikamente zur Behandlung der Depression, da eine Meta-Analyse kontrollierter Studien eine antidepressive Wirkung von Statinen als Zusatzmedikation zu etablierten Antidepressiva gezeigt hat. Allerdings hat bisher keine Studie das antidepressive Potenzial von Statinen bei Patienten mit komorbider Adipositas und Depression untersucht. Dies ist häufig eine besonders schwer zu behandelnde Patientengruppe mit Behandlungsresistenz und einem chronischen Verlauf. Daher soll in dieser randomisierten, Placebo-kontrollierten, doppelt-blinden Studie untersucht werden, ob eine Zusatzgabe von Simvastatin zu Escitalopram, einem Standardantidepressivum, zu einer größeren Reduktion depressiver Symptomatik führt als eine Zusatzgabe von Placebo. Sollte die Studie erfolgreich sein, hätte sie unmittelbare Auswirkungen auf die klinische Praxis, da sowohl Escitalopram als auch Simvastatin als kostengünstige generische Medikation mit etablierter Sicherheit erhältlich sind.

BRCA-P: Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte, multizentrische, internationale Phase-3-Studie zur Bestimmung der präventiven Wirkung von Denosumab auf Brustkrebs bei Frauen mit einer BRCA1 Keimbahnmutation

Förderkennzeichen: 01KG1812
Gesamte Fördersumme: 2.136.764 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2030
Projektleitung: PD Dr. Kerstin Rhiem
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs
Kerpener Str. 34
50931 Köln

BRCA-P: Eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte, multizentrische, internationale Phase-3-Studie zur Bestimmung der präventiven Wirkung von Denosumab auf Brustkrebs bei Frauen mit einer BRCA1 Keimbahnmutation

BRCA1 Mutationsträgerinnen tragen ein lebenslang deutlich erhöhtes Brust- und Eierstockkrebsrisiko von etwa 70%. Derzeit bestehen primäre Präventionsoptionen im Wesentlichen in prophylaktischen Operationen von gesundem Brust- und Eierstock-/Eileitergewebe. Beide Eingriffe können mit postoperativen Komplikationen und schweren negativen Langzeitfolgen (z.B. unbefriedigende kosmetische Ergebnisse, Knochendichteverlust) einhergehen. Alternative, effiziente Chemopräventionskonzepte sind derzeit entweder nicht verfügbar oder werden aufgrund der starken "antihormonellen" Nebenwirkungen von den Betroffenen nicht zuverlässig in Anspruch genommen. Aktuelle Daten weisen nun erstmals auf eine Dysregulation des RANK/RANKL Systems bei BRCA1 Mutationsträgerinnen als mögliche Ursache für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko hin. Erste weitere Ergebnisse zeigen, dass durch den humanen monoklonalen RANKL Antikörper Denosumab das Risiko der Karzinogene in dieser Hochrisikogruppe reduziert werden kann. Darüber hinaus schützt Denosumab die Mutationsträgerinnen - bei günstigem Nebenwirkungsprofil - vor dem Knochendichteverlust, der durch einen vorzeitigen Hormonentzug nach prophylaktischer Eierstockentfernung bedingt ist. Damit stellt die Studie ein weltweit einzigartiges und vielversprechendes Chemopräventionskonzept dar, das den präventiven Effekt von Denosumab auf das Brustkrebsrisiko von BRCA1 Mutationsträgerinnen untersucht.

Anti-HIV Genkonstrukt zur CD34+ hämatopoetischen Stammzell Gentherapie für die HIV-Heilung beim HIV-assoziierten diffusen großen B Zell Lymphom

Förderkennzeichen: 01KG1811
Gesamte Fördersumme: 5.242.649 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2027
Projektleitung: Prof. Dr. Nicolaus Kröger
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - Onkologisches Zentrum - Interdisziplinäre Klinik für Stammzelltransplantation
Martinistraße 52
20251 Hamburg

Anti-HIV Genkonstrukt zur CD34+ hämatopoetischen Stammzell Gentherapie für die HIV-Heilung beim HIV-assoziierten diffusen großen B Zell Lymphom

Das HI-Virus (HIV) integriert seine DNA (provirale DNA bzw. Provirus) in das Erbgut der Wirtszelle. Das Provirus wird von der derzeitigen antiretrovirale Therapy (ART) nicht angegriffen. Aus diesem Grund kann ART zwar die HIV Vermehrung unterdrücken, die Infektion wird aber nicht geheilt. Beim Absetzen von ART kommt es dementsprechend rasch zum Wiederauftreten von HI-Viren (wiederauftretende Virämie). ART muss deshalb lebenslang verabreicht werden. Langjährige Einnahme von ART kann jedoch vielfältige toxische Nebenwirkungen oder die Bildung resistenter Viren hervorrufen. Neuartige, auf Genom-Editing basierende Behandlungsstrategien haben deshalb die Inaktivierung der proviralen DNA zum Ziel. Konkret ermöglicht die HIV-spezifische Designer-Rekombinase Brec1 die sichere, kontrollierte und akkurate Entfernung der HIV-1 proviralen DNA aus dem Erbgut der Wirtszelle und könnte deshalb zur Heilung von Infektionen mit HIV beitragen. In dieser Gentherapie-Studie sollen HIV-infizierte Lymphom-Patienten, deren Lymphom durch Chemotherapie (R-CHOP) behandelt werden muss, zusätzlich körpereigene (autologe) Brec1 genetisch modifizierte blutbildenden Stammzellen (CD34+ HSC) erhalten. Dadurch soll der Blutkreislauf dieser Patienten mit Zellen versorgt werden, welche bei Infektion das HIV-Erbgut (das Provirus) wieder entfernen und dadurch ihre Funktion als Immunzellen weiterhin ausüben. Eine entsprechende funktionelle Wiederherstellung des Patienten-Immunsystems könnte zur ART-freien Kontrolle der Virämie (Funktionelle Heilung) entscheidend beitragen. Studienziele sind die Machbarkeit und Sicherheit eines antiviralen Brec1 Gentransfers in HSC und der Nachweis genmodifizierter peripherer Blutzellen zur Provirus-Entfernung.

CBTlate – Kognitive Verhaltenstherapie für die Behandlung von Altersdepression - Eine multizentrische, randomisierte, beobachterblinde, kontrollierte Studie

Förderkennzeichen: 01KG1716
Gesamte Fördersumme: 1.956.582 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Frank Jessen
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Kerpener Str. 62
50937 Köln

CBTlate – Kognitive Verhaltenstherapie für die Behandlung von Altersdepression - Eine multizentrische, randomisierte, beobachterblinde, kontrollierte Studie

Die Studie CBTlate befasst sich mit dem medizinischen Problem der unzureichenden Behandlung der Altersdepression (late life depression, kurz: LLD). Im Vergleich zur Depression im frühen Erwachsenenalter, sind die Behandlungsmöglichkeiten der LLD begrenzt. In CBTlate wird ein speziell für die LLD entworfenes 8-wöchiges kognitives Verhaltenstherapie-Programm (cognitive behavioural therapy, kurz: CBT) im Hinblick auf die Wirksamkeit im Vergleich zu einer unspezifischen Kontrollintervention in einer multizentrischen Studie bei n=248 ambulanten Patienten im Alter von 60 Jahren mit mäßiger bis schwerer unipolarer Depression untersucht. Die Studie wird durchgeführt an sieben deutschen Zentren (Berlin, Bonn, Freiburg, Köln, Leipzig, Mannheim, Tübingen).

Effekt der Geburtsumgebung auf den Geburtsmodus und das Wohlbefinden von Frauen am Geburtstermin: eine randomisiert kontrollierte Studie (RCT) (BE-UP)

Förderkennzeichen: 01KG1715
Gesamte Fördersumme: 1.109.632 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Dr. Gertrud M. Ayerle
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft
Magdeburger Str. 8
06112 Halle

Effekt der Geburtsumgebung auf den Geburtsmodus und das Wohlbefinden von Frauen am Geburtstermin: eine randomisiert kontrollierte Studie (RCT) (BE-UP)

Es ist weitestgehend bekannt, dass Bewegung während der Geburt sowie eine aufrechte Körperhaltung der Frau die Wahrscheinlichkeit für eine physiologische Geburt des Kindes erhöht. Unbekannt hingegen ist, ob die Gestaltung der Geburtsumgebung die Gebärende bezüglich ihres Drangs sich zu bewegen beeinflusst. Um dieser Frage nachzugehen, wird in zwölf Kliniken jeweils ein Gebärraum räumlich wie folgt verändert: das in der jeweiligen Klinik übliche Gebärbett wird aus dem Sichtfeld der Gebärenden geräumt. Es liegen Matratzen und in Größe und Beschaffenheit verschiedene Kissen auf der Erde. An den Wänden befinden sich Poster, die verschiedene aufrechte Gebärhaltungen abbilden. Der Raum ist zudem mit einer Essecke, der Möglichkeit Snacks und Getränke zuzubereiten, Paravents, indirektem Licht sowie einem DVD Player ausgestattet. Die anderen Gebärräume der jeweiligen Kliniken behalten die für sie übliche Gestaltung bei. Der gewohnte medizinische Standard bleibt in beiden Raummodellen erhalten. Die Wünsche der Frauen werden - angepasst an die geburtshilfliche Situation - zu jeder Zeit berücksichtigt.

Perioperative Versorgung nach hüftgelenknaher Fraktur bei älteren Patienten: eine multizentrische, randomisiert kontrollierte Studie um die Effizienz der Spinalanästhesie versus der Allgemeinanästhesie zu untersuchen

Förderkennzeichen: 01KG1714
Gesamte Fördersumme: 2.193.422 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Mark Coburn
Adresse: Universitätsklinikum Aachen, Klinik für Anästhesiologie
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Perioperative Versorgung nach hüftgelenknaher Fraktur bei älteren Patienten: eine multizentrische, randomisiert kontrollierte Studie um die Effizienz der Spinalanästhesie versus der Allgemeinanästhesie zu untersuchen

Die Untersuchung der Effizienz einer Spinalanästhesie versus einer Allgemeinanästhesie, bezogen auf die 30-Tage Letalität und auf neu aufgetretene, schwere kardiale und pulmonale Komplikationen nach Hüftfraktur, ist das primäre Ziel von iHOPE. Es besteht ein enormer humanitärer und sozioökonomischer Bedarf, die Qualität und Effizienz der perioperativen Versorgung von Patienten mit Hüftfraktur zu verbessern. Zahlreiche plausible Mechanismen, durch die eine Spinalanästhesie möglicherweise das Outcome nach Hüftfraktur verbessern könnte, wurden identifiziert. Dennoch haben relevante Guidelines und systematische Übersichtsarbeiten große Evidenzlücken aufgezeigt. iHOPE wird die Effizienz zweier weit verbreiteter Standard-Anästhesieverfahren für die Hüftfraktur-OP vergleichen: Standard Spinalanästhesie versus Standard Allgemeinanästhesie. In dieser pragmatischen, multizentrischen, randomisiertkontrollierten Studie ist es das Ziel, alle Patienten älter als 65 Jahre mit akuter Hüftfraktur, die einer operativen Versorgung bedürfen, nach erfolgter schriftlicher Einwilligung, einzuschließen. Das primäre Ziel von iHOPE ist die Untersuchung der Effizienz einer Spinalanästhesie versus einer Allgemeinanästhesie bezogen auf die 30 Tage Letalität und neu aufgetretene, schwere kardiale und pulmonale Komplikationen nach Hüftfraktur. Des Weiteren werden auf den Patienten fokussierte sekundäre Zielparameter erfasst, wie z. B. postoperatives Delirium, Depressionen, Fähigkeit zu laufen, chronischer Schmerz, Gesundheits- und Invaliditäts-Status und gesundheitsbedingte Lebensqualität, die bis zu 365 Tage nach der Operation nachverfolgt werden. iHOPE wird Behandlungsprotokolle verwenden, die der gängigen Praxis der Allgemein- und Spinalanästhesie entsprechen. iHOPE wird Ärzten, Patienten, Beratungsorganisationen und Interessengruppen weitgehende, generalisierbare, klinisch anwendbare Informationen liefern, um das Outcome der Patienten mit Hüftfraktur zu verbessern.

Wirksamkeit von Lichttherapie bei stationär behandelten Jugendlichen mit Depression: Eine doppelblinde, randomisierte kontrollierte klinische Studie (DeLight)

Förderkennzeichen: 01KG1713
Gesamte Fördersumme: 1.795.799 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann
Adresse: Ruhr-Universität Bochum, LWL-Universitätsklinik Hamm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatikll
Heithofer Allee 64
59071 Hamm

Wirksamkeit von Lichttherapie bei stationär behandelten Jugendlichen mit Depression: Eine doppelblinde, randomisierte kontrollierte klinische Studie (DeLight)

Depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen zeigen eine hohe Zuwachsrate. Trotz der großen Bedeutung dieser Erkrankung im Kindes- und Jugendalter sind Effektivität und Sicherheit der gängigen pharmako- und psychotherapeutischen Behandlungsansätze immer noch unzureichend untersucht. Daher ist die Prüfung ergänzender Therapien notwendig. Studien an Erwachsenen belegen die Effektivität von morgendlicher Lichttherapie nicht nur bei saisonaler bedingter Depression. Erste eigene kontrollierte Pilot-Studien belegen die Praktikabilität von zwei Wochen Lichttherapie bei stationär behandelten depressiven Jugendlichen. Die Remissionsrate der depressiven Symptome betrug 46.7% nach Lichttherapie und 25.9% in der Kontrollbedingung; wegen der zu kleinen Fallzahl wurde dieser Unterschied nicht signifikant.Die Lichttherapie zeigte signifikant bessere Effekte auf die Schlafqualität und die Normalisierung des Tag-Nacht-Rhythmus.

Phosphodiesterase-5-Inhibition bei Patienten mit kombinierter prä- und postkapillärer pulmonaler Hypertonie durch Herzinsuffizienz mit konservierter Ejektionsfraktion (PASSION): eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie

Förderkennzeichen: 01KG1712
Gesamte Fördersumme: 3.278.218 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2023
Projektleitung: Carmen Schade-Brittinger
Adresse: Philipps-Universität Marburg, FB 20 Medizin und Universitätsklinikum, Koordinierungszentrum für Klinische Studien
Karl-von-Frisch-Str. 4
35037 Marburg

Phosphodiesterase-5-Inhibition bei Patienten mit kombinierter prä- und postkapillärer pulmonaler Hypertonie durch Herzinsuffizienz mit konservierter Ejektionsfraktion (PASSION): eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie

Die PASSION Studie untersucht Wirksamkeit und Sicherheit der Langzeitanwendung von Tadalafil, einem Phosphodiesterase-5 (PDE5)-Inhibitor in Patienten mit kombinierter prä-und postkapillärer pulmonaler Hypertonie (PH) auf dem Boden einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (CpcPH-HFpEF). Weltweit ist CpcPH-HFpEF eine der häufigsten Formen der PH mit einer hohen Morbidität und Mortalität. Für diese Erkrankung gibt es bisher keine effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt wirksame Therapien für andere Formen der pulmonalen Hypertonie, aber es ist unklar, ob solche Medikamente auch bei Patienten mit CpcPH-HFpEF sicher und wirksam sind. Dennoch werden PDE5-Inhibitoren weltweit bei diesen Patienten häufig eingesetzt. Da diese Substanzen bereits generisch sind bzw. in Kürze generisch werden, gibt es kein Interesse von Seiten der Industrie, in weitere Studien zu dieser Indikation zu investieren. Die Durchführung einer randomisierten, placebokontrollierten Studie zur langfristigen Beurteilung von Sicherheit und Wirksamkeit von Tadalafil bei Patienten mit CpcPH-HFpEF wird geplant. Der kombinierte primäre Endpunkt umfasst Gesamtmortalität und Krankenhauseinweisungen wegen kardialer Ursachen. Wichtige sekundäre Endpunkte umfassen Nebenwirkungen, Lebensqualität und körperliche Belastbarkeit. Die Studie wird 356 Patienten einschließen.

Verbesserung des funktionellen Ergebnisses für Patienten mit neu diagnostiziertem Grad II oder III-Gliom mit Kodeletion von 1p/19q - IMPROVE CODEL: eine NOA-Studie

Förderkennzeichen: 01KG1605
Gesamte Fördersumme: 2.948.233 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2026
Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Wick
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Neurologische Klinik
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg

Verbesserung des funktionellen Ergebnisses für Patienten mit neu diagnostiziertem Grad II oder III-Gliom mit Kodeletion von 1p/19q - IMPROVE CODEL: eine NOA-Studie

Diffuse Hirntumore gehören weiterhin zu den unheilbaren Erkrankungen mit erheblicher persönlicher und gesellschaftlicher Relevanz. In den letzten Jahren haben wissenschaftliche Untersuchungen zu einem besseren Verständnis der molekularen Besonderheiten dieser Erkrankung geführt. Einfache genetische Tests am Tumorgewebe erlauben die Unterteilung in prognostisch günstigere und ungünstigere Subgruppen. Das Studienvorhaben plant eine Behandlung von Patienten mit molekular günstiger diffuser hirneigener Tumorerkrankung (WHO Grad II und III-Gliome mit 1p und 19q Kodeletion). Die Standardtherapie für diese Patienten besteht seit kurzem aus einer kombinierten Radio-Chemo-Therapie. Diese Radio-Chemo-Therapie besteht aus einer Teilhirnbestrahlung und einer medikamentösen Behandlung mit Procarbazin, Lomustin und Vincristin. Die langjährige Erfahrung mit dieser aggressiven Therapie zeigt, dass die Effektivität für viele Patienten sehr gut ist, Nebenwirkungen den Nutzen der Patienten von dieser Therapie aber limitieren. Diese Nebenwirkungen bestehen aus relevanten neurokognitiven, funktionellen Lebensqualitätseinschränkungen durch die aggressive Therapie. Die aktuelle Studie, die über die Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Krebsgesellschaft (NOA) durchgeführt werden soll, plant die Fokussierung der Primärtherapie auf eine alkylierende Chemotherapie und eine Verzögerung der Radiotherapie oder anderer (z.B. immun-)therapeutischer Maßnahmen im Vergleich zur Standardtherapie. Hauptzielkriterium ist eine Verlängerung der Zeit ohne Progression und ohne die Lebensqualität und Funktion beeinträchtigende Einschränkungen. Zusätzlich wird diese Studie aufgrund der umfangreichen wissenschaftlichen Projekte wesentliche Erkenntnisse der biologischen Besonderheiten und der Weiterentwicklung der Therapie für diese Patientengruppe liefern.

Abgeschlossen

Vermeidung von Komplikationen nach Operationen an der Bauchspeicheldrüse durch lokale Injektion von Botulinumtoxin

Förderkennzeichen: 01KG1604
Gesamte Fördersumme: 209.648 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Thilo Hackert
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgische Klinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg

Vermeidung von Komplikationen nach Operationen an der Bauchspeicheldrüse durch lokale Injektion von Botulinumtoxin

Ziel der Studie ist der Nachweis der Reduktion der Rate an postoperativen Pankreasfisteln und/oder Mortalität durch eine endoskopische Injektion von Botulinumtoxin in den Sphinkter Oddi innerhalb von drei bis sieben Tagen vor geplanter Pankreaslinksresektion verglichen mit keiner präoperativen endoskopischen Intervention.

Studie zu Morbus Bechterew: Vergleich einer einfachen TNF-Blocker-Therapie und einer Kombinationstherapie mit NSAR

Förderkennzeichen: 01KG1603
Gesamte Fördersumme: 2.239.418 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2020
Projektleitung: PD Dr. Denis Poddubnyy
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Medizinische Klinik I, Abt. für Gastroenterologie/Infektiologie/Rheumatologie
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

Studie zu Morbus Bechterew: Vergleich einer einfachen TNF-Blocker-Therapie und einer Kombinationstherapie mit NSAR

Morbus Bechterew oder ankylosierende Spondylitis ist eine besondere Form von entzündlichem Rheuma. Sie kann zu Rücken- und Gelenkschmerzen sowie zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen. Die Krankheitssymptome werden mit entzündungshemmenden Mitteln behandelt, wie etwa nicht-steroidalen Antirheumatika oder TNF-Blockern. Das Ziel des Vorhabens ist es, die Behandlung von Patienten mit ankylosierender Spondylitis (M. Bechterew) zu optimieren, um die Langzeitprognose dieser Erkrankung zu verbessern. In einer multizentrischen Studie werden zwei Behandlungsstrategien hinsichtlich der Verlangsamung der Progression von Strukturschäden (knöcherner Versteifung) in der Wirbelsäule verglichen: eine einfache Therapie mit dem TNF-Blocker Golimumab und eine Kombinationstherapie aus Golimumab und dem nicht-steroidalen Antirheumatikum Celecoxib. Insgesamt sollten 170 Patienten innerhalb von 18 Monaten an 21 Prüfzentren in Deutschland in die Studie eingeschlossen werden. Eingeschlossene Patienten werden zunächst für drei Monate mit Golimumab behandelt. Diejenigen, die nach drei Monaten ein gutes Ansprechen auf Golimumab zeigen, werden zufällig in eine von zwei Studiengruppen (Golimumab allein oder Golimumab plus Celecoxib) eingeteilt. Der primäre Endpunkt der Studie ist die röntgenologische Progression in der Wirbelsäule in beiden Behandlungsgruppen nach zwei Jahren Therapie. In der Praxis werden nicht-steroidale Antirheumatika bei einer Behandlung mit TNF-Blockern oft abgesetzt, sodass die Effekte einer Kombinationstherapie bis jetzt nicht ausreichend untersucht sind. Es gibt Daten, die belegen, dass nicht-steroidale Antirheumatika nicht nur symptomatisch, sondern auch krankheitsmodifizierend durch die Hemmung der Knochenneubildung in der Wirbelsäule bei der ankylosierenden Spondylitis wirken können.

Randomisiert kontrollierte multizentrische Studie zur Prüfung einer automatischen Regelung des Sauerstoffanteils im Atemgas (FiO2-C) hinsichtlich Sicherheit und Effekt auf Häufigkeit und Schweregrad potentiell durch Hypoxie oder Hyperoxie ausgelöste

Förderkennzeichen: 01KG1602
Gesamte Fördersumme: 5.187.440 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Axel Franz
Adresse: Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Kinder- und Jugendmedizin
Hoppe-Seyler-Str. 1
72076 Tübingen

Randomisiert kontrollierte multizentrische Studie zur Prüfung einer automatischen Regelung des Sauerstoffanteils im Atemgas (FiO2-C) hinsichtlich Sicherheit und Effekt auf Häufigkeit und Schweregrad potentiell durch Hypoxie oder Hyperoxie ausgelöste

Unreife Atemregulation und Lungenfunktion führen bei sehr unreifen Frühgeborenen häufig zu Schwankungen der Sauerstoffsättigung im Blut und damit zu Schwankungen der Sauerstoffversorgung aller Organe. Beobachtungsstudien zeigen, dass die Häufigkeit und die Schwere von Schwankungen der Sauerstoffsättigung mit Häufigkeit bzw. Schweregrad der für Frühgeborene typischen Netzhaut-, Lungen-, und Darmerkrankungen sowie der Sterblichkeit assoziiert sind. Eine automatische Regelung des Sauerstoffanteils im Atemgas (FiO2-C) kann die Häufigkeit und die Schwere von Sauerstoffmangelzuständen vermindern. Die Sicherheit der langfristigen Anwendung dieser Technik ist, ebenso wie ihr Nutzen für die langfristige Entwicklung der Frühgeborenen noch unerforscht. Ziel des Vorhabens ist, Sicherheit und Auswirkung der FiO2-C-Technik bei sehr unreifen Frühgeborenen in einer randomisiert kontrollierten multizentrischen Studie zu prüfen, bevor durch deren Markteinführung Fakten ohne hinreichende Risiko-/Nutzenbewertung geschaffen wurden. Der Arbeitsplan umfasst alle erforderlichen Vorbereitungen zur Durchführung einer klinischen Studie nach höchsten internationalen Standards: Dies umfasst die Entwicklung von Studienprotokoll, Datenbank, Daten Management Plan, Statistischem Analyse Plan und Monitoring-Handbuch zur Sicherung höchster Datenqualität. Es müssen Studienzentren gewonnen werden, die gewährleisten, dass 2.340 sehr unreife Frühgeborene nach Zustimmung durch deren Eltern in die Studie eingeschlossen werden. Diese Frühgeborenen werden dann unter Einhaltung der Leitlinie zur Guten Klinischen Praxis und kontinuierlicher Überwachung der Patientensicherheit nach dem Zufallsprinzip zu einer von zwei Behandlungsgruppen zugeteilt: 1) konventionelle, d.h. allein manuelle Steuerung des Sauerstoffanteils im Atemgas oder 2) FiO2-C zusätzlich zur manuellen Steuerung. Die mittel- und langfristige Entwicklung aller Studienteilnehmer wird anhand standardisierter Zielkriterien erhoben.

Verringerung des Einsatzes von Antibiotika bei unkomplizierten Harnwegsinfekten durch Behandlung mit Uva ursi - eine vergleichende Effektivitätsstudie in hausärztlichen Praxen

Förderkennzeichen: 01KG1601
Gesamte Fördersumme: 1.486.333 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Dr. Ildikó Gágyor
Adresse: Georg-August-Universität Göttingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Zentrum Innere Medizin, Allgemeinmedizin
Humboldtallee 38
37073 Göttingen

Verringerung des Einsatzes von Antibiotika bei unkomplizierten Harnwegsinfekten durch Behandlung mit Uva ursi - eine vergleichende Effektivitätsstudie in hausärztlichen Praxen

Der unkomplizierte Harnwegsinfekt ist ein häufiges Krankheitsbild in der Hausarztpraxis. Nach hausärztlichen Leitlinien wird dieser üblicherweise antibiotisch behandelt. Aufgrund der zunehmenden Resistenzproblematik wird jedoch mehr und mehr gefordert, die Zahl der antibiotischen Verschreibungen gerade im hausärztlichen Bereich so weit als möglich zu reduzieren. Eine alternative Behandlungsmöglichkeit sind pflanzliche Medikamente mit Bärentraubenblätter (Uva ursi)-Extrakt. Die Wirksamkeit dieser Medikamente ist jedoch bislang noch nicht wissenschaftlich belegt. Ziel der geplanten klinischen Studie ist es, die Wirksamkeit von Bärentraubenblätter-Extrakt und dem Antibiotikum Fosfomycin bei unkompliziertem Harnwegsinfekt zu vergleichen. Konkret untersucht die Studie, ob in der Therapie des unkomplizierten Harnwegsinfektes durch eine Behandlung mit Bärentraubenblätter-Extrakt (Interventionsgruppe) im Vergleich zur sofortigen Behandlung mit dem Antibiotikum Fosfomycin (Kontrollgruppe) eine Reduktion des Antibiotikaverbrauchs ohne wesentliche Beeinträchtigung des Symptomverlaufs und der Komplikationsrate erreicht werden kann. Die Studie wird in ca. 36 verschiedenen Hausarzt-Praxen in Norddeutschland durchgeführt. Dabei sollen insgesamt 400 Patientinnen eingeschlossen werden. Sollte sich zeigen, dass Bärentraubenblätter-Extrakt eine Alternative zur antibiotischen Behandlung darstellt, stünde damit eine weitere nicht antibiotische und nicht rezeptpflichtige Therapiemöglichkeit für Frauen mit einem unkomplizierten Harnwegsinfekt zur Verfügung. Nicht erforderliche Antibiotikaverordnungen könnten dadurch weiter eingeschränkt werden.

Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit einer systemischen Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie im Vergleich zur Standarddosis-Therapie in der Behandlung des einseitigen akuten idiopathischen Hörsturzes, angewendet als Primärtherapie

Förderkennzeichen: 01KG1427
Gesamte Fördersumme: 1.916.419 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Plontke
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle

Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit einer systemischen Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie im Vergleich zur Standarddosis-Therapie in der Behandlung des einseitigen akuten idiopathischen Hörsturzes, angewendet als Primärtherapie

Der Hörsturz ist ein weit verbreitetes Krankheitsbild. Dabei treten plötzlich und ohne erkennbare Ursache Hörprobleme auf, die typischerweise nur eins der beiden Ohren betreffen. Die Betroffenen hören dann deutlich schlechter oder fast gar nichts mehr. Hinzu kommen oftmals Ohrgeräusche ("Tinnitus") und Schwindel. Zur Behandlung des Hörsturzes werden zwar verschiedene Medikamente eingesetzt, deren Wirksamkeit jedoch bislang noch nicht wissenschaftlich belegt ist. Ziel des geplanten Vorhabens ist es, die Wirksamkeit und die Sicherheit der in der deutschen Leitlinie zur Behandlung des Hörsturzes empfohlenen Hochdosis-Steroidtherapie zu untersuchen. Die Studie wird über knapp fünf Jahre an ca. 50 verschiedenen Zentren durchgeführt. Dabei sollen insgesamt 312 Patientinnen und Patienten eingebunden werden. Diese erhalten in der dreiarmigen Studie über mehrere Tage entweder eine hohe Dosis Dexamethason (in Tablettenform) oder eine hohe bzw. eine niedrige Dosis Prednisolon als intravenöse Therapie oder in Tablettenform. An diese Behandlung schließt sich eine insgesamt sechsmonatige Nachbeobachtungsphase an. Über den gesamten Zeitraum sind immer wieder Untersuchungen geplant, bei denen die Hörfähigkeit der Patientinnen und Patienten bewertet wird. Die Ergebnisse sollen zum einen in die Leitlinie zum Hörsturz einfließen und somit einen Beitrag zur Verbesserung der Behandlung der Betroffenen leisten. Zum anderen könnten Mittel im Gesundheitswesen eingespart werden, da bei erfolgreichem Studienausgang die geeignetste Form der Steroidtherapie identifiziert und die sehr kostenintensiven Behandlungen mit Hörhilfen seltener benötigt würden.

Vergleich der Wirksamkeit autologer Knorpelzellen mit autologen Knochenmarkszentrifugaten zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk

Förderkennzeichen: 01KG1426
Gesamte Fördersumme: 1.467.354 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Philipp Niemeyer
Adresse: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Fakultät, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Hugstetter Str. 49
79106 Freiburg

Vergleich der Wirksamkeit autologer Knorpelzellen mit autologen Knochenmarkszentrifugaten zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk

Eine Knorpelverletzung verursacht sowohl während der Bewegung als auch im Ruhezustand Schmerzen und Schwellungen und stellt einen Risikofaktor für das spätere Auftreten einer Arthrose dar. Zur Behandlung dieser Knorpelverletzungen stehen zurzeit mehrere zuverlässige Operationsverfahren zur Verfügung. Ziel dieser klinischen Studie ist es daher, Erkenntnisse darüber zu erhalten, welches Verfahren die bestmögliche Behandlung für Patienten mit Knorpelverletzungen des Knies bietet. Im Rahmen dieser klinischen Studie soll ein etabliertes zweizeitiges Operationsverfahren (die Knorpelzelltransplantation) mit einem neuartigen einzeitigen Operationsverfahren hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit verglichen werden. Patienten mit isoliertem Knorpelschaden werden im Rahmen der vorliegenden Studie mit einem aus Knochenmark während der operativen Versorgung gewonnenen Konzentrat aus mesenchymalen Vorläufern (Bone Marrow Stroma Cells) behandelt. Als Kontrollgruppe dient die bereits seit vielen Jahren etablierte Knorpelzelltransplantation. Diese Behandlung besteht im Gegensatz zur neuen Behandlung aus zwei getrennten Operationen zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Nach Entnahme von Knorpelzellen im Rahmen einer Gelenkspiegelung werden diese in einem Labor expandiert und dann im Rahmen einer zweiten Operation transplantiert. Die Gruppenzuteilung erfolgt zufällig. Hauptzielkriterium der Studie ist das klinische Behandlungsergebnis nach 24 Monaten. Der Nachverfolgungszeitraum beträgt fünf Jahre.

Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit topischer Trichloressigsäure versus Elektrokauterisation von analen intraepithelialen Neoplasien bei HIV-positiven Patienten (TECAIN) – eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie

Förderkennzeichen: 01KG1425
Gesamte Fördersumme: 1.846.975 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Dr. Stefan Esser
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit topischer Trichloressigsäure versus Elektrokauterisation von analen intraepithelialen Neoplasien bei HIV-positiven Patienten (TECAIN) – eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie

Die chronische Infektion der Analregion mit Humanen Papillomviren (HPV) kann Analkrebsvorstufen (anale intraepitheliale Neoplasien (AIN)) verursachen, aus denen sich Analkarzinome (AC) entwickeln können. Bei HIV-positiven Patienten finden sich häufig HPV-induzierte AIN und im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein mehr als 30-fach erhöhtes Risiko für die Entstehung eines AC. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung der AIN kann AC verhindern. Deshalb empfehlen Leitlinien für HIV-infizierte Patienten das Screening auf und die Therapie von AIN. Bisher wurden nur wenige klinische Studien zur Therapie der AIN bei HIV-Infizierten veröffentlicht. Eine weniger aufwendige, kostensparende Lokalbehandlung mit Trichloressigsäure (TCA) wäre, im Gegensatz zur Standardtherapie mittels Elektrokauterisation (ECA), auch in einer Arztpraxis ohne Spezialisierung und besondere technische Ausstattung möglich. Ziel der klinischen prospektiv 1:1 randomisierten TECAIN Studie ist die vergleichende Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit der lokalen TCA-Behandlung mit der operativen ECA in maximal bis zu vier Behandlungssitzungen alle vier Wochen von histologisch gesicherten AIN bei 560 HIV-positiven Patienten nach deren Einwilligung zur Studienteilnahme in neun deutschen proktologischen Zentren, die jährlich etwa 1.850 HIV-Infizierte im Rahmen des Analkrebs-Screenings betreuen. Der Erfolg und die Nebenwirkungen der jeweiligen Therapie wird vier und 24 Wochen nach der letzten Behandlung durch eine hochauflösende Anoskopie mit gezielten Probebiopsien beurteilt.

Kontrollierte Therapiestudie zur Vakzinierung neudiagnostizierter Glioblastompatienten mit Tumorlysat-beladenen, reifen Dendritischen Zellen integriert in die Standardradiochemotherapie

Förderkennzeichen: 01KG1424
Gesamte Fördersumme: 3.135.545 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Michael C. Sabel
Adresse: Universitätsklinikum Düsseldorf, Neurochirurgische Klinik
Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf

Kontrollierte Therapiestudie zur Vakzinierung neudiagnostizierter Glioblastompatienten mit Tumorlysat-beladenen, reifen Dendritischen Zellen integriert in die Standardradiochemotherapie

Das Glioblastom ist der häufigste hirneigene Tumor. Trotz kombinierter Therapie aus operativer Entfernung des Tumors, Strahlen- und Chemotherapie liegt das mediane Überleben neudiagnostizierter Patientinnen und Patienten bei 14,6 Monaten mit einer Zweijahresüberlebensrate von 27,2%. Die Impfung mit Dendritischen Zellen ist eine vielversprechende Form aktiver Immuntherapie. Sie zielt darauf ab, das Immunsystem der Erkrankten spezifisch gegen den Tumor zu aktivieren und so eine antitumorale Immunantwort zu induzieren, die letztlich zur Beseitigung der Tumorzellen führen soll. Beim Glioblastom liegen aus zahlreichen kleineren, unkontrollierten Studien ermutigende Ergebnisse vor, weshalb nun in einer multizentrischen, kontrollierten Studie an einem größeren Patientenkollektiv geprüft werden soll, ob die Impftherapie als Zusatz zur Standardtherapie das Überleben der Patientinnen und Patienten gegenüber der Standardtherapie alleine signifikant verbessern kann. Nach der Fertigstellung, Einreichung und Genehmigung des Studienprotokolls und Ethikantrags soll im Oktober 2015 mit der Rekrutierung der Patientinnen und Patienten begonnen werden, die Anfang 2018 abgeschlossen sein wird. Nach einer weiteren Nachbeobachtungszeit von zwei Jahren, kann die abschließende Analyse der Studie, bei der neben dem Überleben auch das Nebenwirkungsprofil und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten ausgewertet werden, bis Juli 2020 abgeschlossen werden. Immunologische Analysen werden die Rekrutierungs- und Nachbeobachtungszeit begleiten. Durch sie soll ein möglicher mechanistischer Zusammenhang zwischen antitumoraler Immunantwort und klinischem Ansprechen abgeklärt werden. Ferner soll geprüft werden, ob für das Ansprechen von Patientinnen und Patienten auf die Therapie prädiktive Parameter definiert und die Zielstrukturen der antitumoralen Immunantwort molekular identifiziert werden können.

Eine randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich von Arsentrioxid (ATO) in Verbindung mit ATRA und Idarubicin versus ATRA in Kombination mit einer Anthracyclin-basierten Chemotherapie (AIDA) bei Patienten mit neu diagnostizierter, akuter Promyelozytenleu

Förderkennzeichen: 01KG1423
Gesamte Fördersumme: 1.955.542 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Uwe Platzbecker
Adresse: Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Medizinische Klinik und Poliklinik I
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Eine randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich von Arsentrioxid (ATO) in Verbindung mit ATRA und Idarubicin versus ATRA in Kombination mit einer Anthracyclin-basierten Chemotherapie (AIDA) bei Patienten mit neu diagnostizierter, akuter Promyelozytenleu

Die akute Promyelozytenleukämie (APL) ist eine seltene Form der akuten myeloischen Leukämie mit spezifischen klinischen, morphologischen und genetischen Merkmalen. Trotz der zumeist erfolgreichen Erstbehandlung mit all-trans Retinsäure (ATRA) in Kombination mit Idarubicin (AIDA-Regime) erleiden etwa 20 % der APL-Patienten später ein Rezidiv. Zudem ist diese Behandlung mit erheblicher Toxizität assoziiert. Diese ist vor allem auf das erhöhte Infektionsrisiko als Folge der Myelosuppression zurückzuführen. In einer kürzlich von uns durchgeführten randomisierten klinischen Studie mit APL-Patienten ohne Hochrisikomerkmale (Leukozytenwert bei Diagnose = 10 GPt/l, APL0406), die mit einer Therapiekombination von Arsentrioxid (ATO) und ATRA behandelt wurden, ergab sich eine vergleichbare Überlebensrate mit deutlich verringerter Toxizität im Vergleich zur AIDA-basierenden Standardtherapie. Damit ist es erstmalig gelungen, eine Form der Leukämie ohne Chemotherapie zu heilen. Aufgrund dieser Ergebnisse planen wir eine randomisierte klinische Studie zur Behandlung von Patienten mit APL und Hochrisikomerkmalen (Leukozytenwert bei Diagnose > 10 GPt/l) mit einer ATO/ATRA-Kombination und nur niedrig-dosiertem Idarubicin im Vergleich zum aktuellen Standard mit Chemotherapie (AIDA). Es wird erwartet, dass der ATO/ATRA-Behandlungsarm weniger toxisch ist, dies zu einer geringeren behandlungsassoziierten Mortalität führt und sich somit auch die Lebensqualität im Vergleich zum klassischen AIDA-Regime verbessert. Diese klinische Prüfung wird als Europäische Intergroup Studie u.a. in Kooperation mit der italienischen GIMEMA Studiengruppe durchgeführt. Die Umsetzung der beantragten APOLLO-Studie unterteilt sich in drei Projektphasen (Vorbereitung, Datenerhebung/Studiendurchführung und Auswertung), die jeweils in drei bis zehn unterschiedliche Arbeitspakete aufgegliedert werden.

Abgeschlossen

Effekte von Acetyl-DL-Leucin auf zerebelläre Ataxie - eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, plazebo-kontrollierte, 2-Weg-Crossover Phase III Studie

Förderkennzeichen: 01KG1422
Gesamte Fördersumme: 1.044.865 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Strupp
Adresse: Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, Neurologische Klinik und Poliklinik
Marchioninistr. 15
81377 München

Effekte von Acetyl-DL-Leucin auf zerebelläre Ataxie - eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, plazebo-kontrollierte, 2-Weg-Crossover Phase III Studie

Bislang existiert für Kleinhirnerkrankungen keine allgemein akzeptierte, effektive Therapie. Bei Acetyl-DL-Leucin handelt es sich um eine modifizierte Aminosäure. Elektrophysiologische Messungen zeigten einen Effekt des Medikaments auf eine spezifische Gruppe von Nervenzellen, die im Gehirn für den Gleichgewichtssinn zuständig sind. Als möglicher Wirkmechanismus wird postuliert, dass durch Einlagerung in die Zellmembran eine Normalisierung der elektrischen Spannung über die Zellmembran erreicht wird. In einer eigenen Vorarbeit mit 13 Patienten, die Acetyl-DL-Leucin über jeweils eine Woche in einer Dosierung von 5 g täglich erhielten, zeigten sich positive Effekte im Hinblick auf die verwendeten Ataxie-Scores. Dabei zeigte sich eine Besserung der Ataxie-Symptome ohne wesentliche Nebenwirkungen und somit mit gutem Nutzen-Risiko-Profil. Diese Effekte sollen nun in einer placebokontrollierten Studie bestätigt und überprüft werden. Die in der geplanten Studie zu untersuchenden Patienten leiden allesamt an einer chronischen Erkrankung, welche langsam fortschreitet. Die geplante Studie dient dem Nachweis der Wirksamkeit der symptomatischen Therapie. Ein wesentliches Voranschreiten der Krankheit ist innerhalb der geplanten Studiendauer nicht zu erwarten, weshalb für die Studie ein Crossover-Design vorgesehen ist, wobei jeder Patient als eigene Kontrolle dient. Im Rahmen der Studie erhalten Patienten, auf welche die Einschlusskriterien zutreffen, in einem Cross-Over-Design placebokontrolliert Acetyl-DL-Leucin bzw. Placebo über jeweils sechs Wochen mit einer vierwöchigen "Auswasch-Phase". Untersucht werden als primäre Endpunkte die Ataxie-Scores (SARA, SCAFI) jeweils zu den Studienterminen. Sekundäre Endpunkte sind der Einfluss der Medikation auf die Lebensqualität sowie die Untersuchung der Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen unter der Medikation im Vergleich zu Placebo.

Randomisierte kontrollierte klinische Studie zur Wirksamkeit einer Internet-basierten Verhaltenstherapie von Patientinnen und Patienten mit Tic-Störungen

Förderkennzeichen: 01KG1421
Gesamte Fördersumme: 1.133.569 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Kirsten Müller-Vahl
Adresse: Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für Seelische Gesundheit, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Randomisierte kontrollierte klinische Studie zur Wirksamkeit einer Internet-basierten Verhaltenstherapie von Patientinnen und Patienten mit Tic-Störungen

Das Gilles de la Tourette-Syndrom (Tourette-Syndrom) ist eine chronisch verlaufende neuropsychiatrische Erkrankung, die durch motorische und vokale Tics gekennzeichnet ist, das heißt, plötzlich auftretende, schnelle Bewegungen einzelner Muskeln und Lautäußerungen oder das Aussprechen von Wörtern und Sätzen. Tics sind unwillkürlich und können allenfalls kurzzeitig unterdrückt werden. Sie führen oft zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Bisher galt die medikamentöse Behandlung von Tics als Therapie der 1. Wahl. Allerdings sind alle gebräuchlichen Substanzen nicht für diese Indikation zugelassen und rufen häufig erhebliche Nebenwirkungen hervor. Nachdem jüngst gezeigt werden konnte, dass eine Verhaltenstherapie mit "Comprehensive Behavioral Intervention for Tics (CBIT)" ebenfalls zu einer Tic-Reduktion von 30-40% führt, wird nunmehr - vor dem Einsatz von Medikamenten - zunächst eine Verhaltenstherapie empfohlen. Patienten in Deutschland haben allerdings kaum Zugang zu dieser wirksamen Behandlung, weil qualifizierte Therapeuten fehlen. Ziel dieser Studie ist es zu zeigen, dass CBIT alternativ auch Intern-basiert (iCBIT) - völlig unabhängig von einem Therapeuten - erfolgreich angewendet werden kann. Sollte sich iCBIT als wirksam erweisen, stünde in Deutschland eine effektive Therapie für Patienten mit Tourette-Syndrom zur Verfügung, die jederzeit verfügbar wäre und zudem höchst kosteneffizient ist. Im Rahmen einer Deutschland weiten, multizentrischen (n=6), randomisierten, kontrollierten, einfach blinden Studie soll die Wirksamkeit von iCBIT im Vergleich zu einer internet-basierten Psychoedukation mit Entspannungstraining nachgewiesen werden. Das internet-basierte Therapieprogramm beinhaltet acht Therapiesitzungen über zehn Wochen analog dem ursprünglichen Therapiekonzept CBIT nach Woods et al. Innerhalb von 24 Monaten sollen 160 erwachsene Patienten mit Tourette-Syndrom und anderen chronischen Tic-Störungen in die Studie eingeschlossen werden.