Fördermaßnahme

Produktentwicklungspartnerschaften – Product Development Partnerships (PDP)

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2015
Förderzeitraum: 2016 - 2021
Gesamte Fördersumme: bis zu 50 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 6 Produktentwicklungspartnerschaften

Die BMBF-Förderung wird über die KfW Entwicklungsbank durchgeführt.

https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/

https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/Themen/Gesundheit/

https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_387648.html

https://www.kfw.de/stories/gesellschaft/gesundheit/medikamente-tropenkrankheiten/

Die KfW hat im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sechs Verträge mit Produktentwicklungspartnerschaften (Product Development Partnerships / PDPs) im Rahmen einer zweiten Phase in Höhe von insgesamt 50 Mio. EUR abgeschlossen. In einer ersten Phase, die 2015 endete, waren bereits 26,4 Mio. EUR an PDPs geflossen.

PDPs entwickeln neue, wirksame und erschwingliche Impfstoffe, Medikamente und Diagnostika gegen vernachlässigte und armutsbedingte Tropenkrankheiten, für die nur ein sehr eingeschränkter kommerzieller Markt besteht. Die PDPs bündeln das Wissen aus Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft und werden von öffentlichen und privaten Geldgebern finanziert.

Einzelprojekte

Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi)

Förderkennzeichen:
Gesamte Fördersumme: 10.000.000 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2021
Projektleitung: Bernard Pécoul (Executive Director)
Adresse: Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi)
Chemin Louis-Dunant 15
1202 Genf, Schweiz

Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi)

Die BMBF Förderung wird über die KfW Entwicklungsbank durchgeführt. https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/

DNDi wurde 2003 von sieben Partnern – darunter unter anderem „Ärzte ohne Grenzen“ – gegründet und hat das Ziel, Forschung, Entwicklung und Bereitstellung von einfach einzunehmenden Medikamenten gegen vernachlässigte Krankheiten zu fördern. Das Forschungsportfolio der Organisation umfasst aktuell die Schlafkrankheit, Leishmaniose, Chagas (Amerikanische Trypanosomiasis), Filiariasis, HIV/Aids-Infektionen bei Kindern, Hepatitis C sowie Myzetome.

Die Förderung durch das BMBF deckt dabei die folgenden fünf Komponenten ab, wobei jeweils auch eine Stärkung der Forschungskapazitäten in von den Krankheiten betroffenen Ländern verbunden ist:

Auswahl präklinischer Kandidaten für Leishmaniose und Chagas oral einnehmbare Medikamente gegen die Schlafkrankheit neue Behanlungen für viszerale und kutane Leishmaniose Entdeckung neuer chemischer Substanzen und Entiwcklung eines neuen Behandlungsschemas für Chargas Entwicklung vier klinischer Kandidaten und Entwicklung einer neuen chemischen Substanz gegen Filariosen.

International Partnership for Microbicides (IPM)

Förderkennzeichen:
Gesamte Fördersumme: 10.000.000 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2021
Projektleitung: Zeda F. Rosenberg (CEO)
Adresse: International Partnership for Microbicides (IPM)
Colesville Road 8405, Suite 600
20910 Silver Spring, USA

International Partnership for Microbicides (IPM)

Die BMBF Förderung wird über die KfW Entwicklungsbank durchgeführt. https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/  

IPM wurde 2002 gegründet, um neue HIV-Präventionsmethoden zu entwickel, die insbesondere Frauen in Entwicklungsländern selbstbestimmt anwenden können. IPM arbeitet dabei mit einer Reihe von pharmazeutischen Firmen zusammen, um erfolgversprechende Mikrobizide zur HIV Prävention zu entwickeln.

Das am weitesten von IPM entwickelte Produkt ist der Dapivirin-Vaginal-Ring, der nach IPM-Angaben das Potential besitzt, bis 2030 über eine halbe Million neue HIV-Infektionen in 13 Ländern in Subsahara-Afrika zu verhindern. Der Silikonring setzt kontinuierlich und direkt am Ort der möglichen Infektion durch vaginalen Geschlechtsverkehr den Wirkstoff Dapivirin frei, der die Fähigkeit des HI-Virus blockiert, sich in gesunden Zellen zu replizieren. Das Portfolio umfasst dabei mehrere dieser Silikonringe, Gele sowie Tabletten.

Gefördert wird vom BMBF der Zulassungsprozess des monatlichen Dapvirin-Vaginalrings bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA, die Durchführung der dazu erforderlichen Studien und Erlangung der WHO-Präqualifikation.Weiterhin gefördert wird die Entwicklung eines 3-Monats-Dapivirin-Vaginalrings und weiterer anti-retroviral-basierter Mikrobizide.

Medicines for Malaria Venture (MMV)

Förderkennzeichen:
Gesamte Fördersumme: 7.500.000 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2021
Projektleitung: David Reddy (CEO)
Adresse: Medicines for Malaria Venture (MMV)
Route de Pré-Bois 20
1215 Genf, Schweiz

Medicines for Malaria Venture (MMV)

Die BMBF Förderung wird über die KfW Entwicklungsbank durchgeführt. https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/

MMV ist die führende PDP, die sich für die Erforschung, Entwicklung und Bereitstellung neuer und erschwinglicher Medikamente zur Behandlung von Malaria einsetzt. Seit der Gründung 1999 hat MMV in Partnerschaft mit öffentlichen Einrichtungen und privaten Firmen das bislang größte Portfolio zur Malariabehandlung entwickelt, darunter sieben neue Medikamente, die derzeit zur Behandlung eingesetzt werden. MMV arbeitet in über 50 Ländern mit mehr als 400 Partnern aus Pharmaindustrie, Hochschulen, klinischen Studienstandorten und gemeinnützigen Organisationen zusammen.

Das BMBF fördert derzeit drei Projekte. In Zusammenarbeit mit der Firma Merck und Prof. Kelly Chibale von der Universität Kapstadt hat man sich zum Ziel gesetzt, neue Wirkstoffkandidaten zu entwickeln, die zur Krankheitsbekämpfung in Afrika wirksam eingesetzt werden können. Gemeinsam mit der Universität Tübingen wird die schnellere und günstigere Entwicklung neuer Arzneimittel zum Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen gefördert („Sporozoite Challenge Study“). Der dritte geförderte Bereich umfasst die Kapazitätenförderung für klinische Studien in Afrika. Der zuvor bereits geteste neu entwickelte Wirkstoff MMV048 wird dabei jetzt für die klinische Forschung freigegeben.

PATH Malaria Vaccine Initiative (PATH MVI)

Förderkennzeichen:
Gesamte Fördersumme: 7.800.000 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2021
Projektleitung: Ashley Birkett (Director)
Adresse: PATH Malaria Vaccine Initiative (PATH MVI)
Westlake Avenue 2201, Suite 200
98121 Seattle, USA

PATH Malaria Vaccine Initiative (PATH MVI)

Die BMBF Förderung wird über KfW Entwicklungsbank durchgeführt. https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/

PATH hat sich aus einer Mitte der 70er Jahre in den USA gegründeten NGO entwickelt, die die Verbesserung des Zugangs zu Verhütungsmitteln unterstützte. 1999 erfolgte die Gründung der PATH MVI, um die Malariaimpfstoffentwicklung und den Zugang zu solchen Impfstoffen in betroffenen Ländern zu fördern. Neben dieser Forschungsförderung steht auch die Kooperation mit anderen PDPs im Fokus.

Das diversifizierte Portfolio von MVI umfasst mehrere Impfstoffe in verschiedenen Entwicklungsstadien. Dabei werden unter anderem auch neue potenzielle Stoffe auf ihre Wirksamkeit hin getestet.

Das BMBF fördert derzeit zwei Komponenten des Gesamtportfolios von MVI. Zum einen wird eine Phase IIb Studie Studie eines Impfstoffs in fortgeschrittener Entwicklungsphase an Kindern in Ghana und Kenia zur Optimierung von Dosierung und Verabreichugnszeitpunkt gefördert. Des Weiteren fördert das BMBF eine Unterstudie zur Bestimmung des Genotyps des Malaria-Parasiten, um die Möglichkeit zu erlangen, zwischen einer Neuinfektion und einer bereits bestehenden asymtomatischen Infektion zu unterscheiden.

Global Alliance for TB Drug Development (TB Alliance)

Förderkennzeichen:
Gesamte Fördersumme: 10.000.000 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2021
Projektleitung: Mel Spigelman (President und CEO)
Adresse: Global Alliance for TB Drug Development (TB Alliance)
Wall Street 40
10005 New York, USA

Global Alliance for TB Drug Development (TB Alliance)

Die BMBF Förderung wird über die KfW Entwicklungsbank durchgeführt. https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/

TB Alliance ist eine im Jahre 2000 gegründete gemeinnützige Organisation, die sich der Erforschung und Entwicklung besserer, schneller wirksamer und erschwinglicher Medikamente gegen Tuberkulose (TB) widmet. Der hohe Assoziationsgrad von TB und Armut (98% der TB-Erkrankungen in Entwicklungs- und Schwellenländern) und fehlende kommerzielle Anreize für Forschung und Entwicklung im Bereich Tuberkulose haben dazu geführt, dass es bis zur Gründung von TB Alliance praktisch keine neuen TB-Medikamente in Entwicklung gab. TB Alliance hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich diese Situation grundlegend geändert hat. Gegenwärtig koordiniert TB Alliance die historisch größte TB-Medikamenten-Pipeline von über 20 Wirkstoffkandidaten in unterschiedlichen Entwicklungs-stadien, darunter Behandlungsregime aus mehreren Medikamenten, die sich in der Endphase der klinischen Entwicklung befinden. 2012 konnte mit dem Präparat Bedaquilin erstmals seit 40 Jahren ein Medikament mit neuem Wirkungsmechanismus zugelassen werden, das in Zusammenarbeit mit Janssen Pharmaceutica und TB Alliance entstand. Eine weitere Errungenschaft der TB Alliance ist eine spezielle pädiatrische TB-Kombinationstherapie, die bislang in über 60 Ländern für rund 400.000 Behandlungszyklen eingesetzt wurde.

Das Portfolio von TB Alliance umfasst Medikamente zur Behandlung von medikamenresistener und extrem medikamentenresistenter Tuberkulsoe (MDR-TB und XDR-TB). Das ultimative Ziel ist es jedoch ein „universelles Behandlungsregime“ für alle TB-Formen zu entwickeln.

Die BMBF-Förderung umfasst drei Komponenten. Zum einen wird die NIX-Studie unterstützt (Phase-III-Studie), bei der es um neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten geht, die mit multiresistenen bzw. extrem multiresistenenten TB-Keimen infiziert sind. Außerdem wird auch Entwicklung und Registrierung einer Vierfach-Kombinationstherapie gefördert, bei der sowohl medikamenten-sensitive als auch ein Teil der arzneimittelresistenten Krankheitsbilder behandelbar sein sollten. Des Weiteren wird ein F&E-Programm gefördert, das nach neuen Wirkstoffen aus der Gruppe der Oxazolidinome sucht.

Foundation for Innovative New Diagnostics (FIND)

Förderkennzeichen:
Gesamte Fördersumme: 8.700.000 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Catharina Boehme (CEO)
Adresse: Foundation for Innovative New Diagnostics (FIND)
Chemin des Mines 9
1202 Genf, Schweiz

Foundation for Innovative New Diagnostics (FIND)

Die BMBF Förderung wird über die KfW Entwicklungsbank durchgeführt. https://www.kfw-entwicklungsbank.de/Internationale-Finanzierung/KfW-Entwicklungsbank/

FIND wurde 2003 gegründet und fokussiert sich auf die Entwicklung, Markteinführung und Anwendung von innovativen Diagnostiklösungen für armutsassoziierte Krankheiten und vernachlässigte Tropenkrankheiten. FIND agiert dabei als Brückenbauer zwischen Experten für Technologieentwicklungen, politischen Entscheidungsträgern und Ärzten.

Das Portfolio beinhaltet dabei die Forschung über folgende Krankheiten: Tuberkulose, AIDS, Malaria, die Schlafkrankheit, Leishmaniose, Chagas, Buruli Ulkus, Hepatitis C, Ebola- und Lassa-Virus.

Die BMF-Förderung umfasst folgende Bereiche: Zum einen wird die Verbesserung der Tuberkulose-Diagnostik gefördert. Insbesondere soll die generelle Verfügbarkeit von Diagnostika, insbesondere auch für Tuberkuloseerkrankungen bei Kindern, verbessert, und Schnelltests zur Bestimmung der Resistenzlage für frühzeitige und passende Therapie mit bestehenden bzw. neuen entwickelten Behandlungsregimes entwickelt werden. Des Weiteren fördert das BMBF eine verbesserte Diagnose von Buruli Ulkus. Dies beinhaltet unter anderem das Anlegen einer „sample Bank“ mit Gewebeproben von betroffenen Patienten in Kooperation mit der WHO und endemischen Ländern. Außerdem werden die Entwicklung von Antikörpern und die Optimierung der Prototyp-Schnelltests unterstützt. Eine weitere Förderkomponente umfasst die Entwicklung eines vor-Ort einsetzbaren Schnelltests für die Diagnose einer Erkrankung mit dem Lassa-Virus. Eine derartiges Diagnostikum ist neben der Behandlung von Patienten auch für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Lassa-Viren erforderlich..