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Startschuss für die Globale Initiative gegen resistente Krankheitserreger

Am 22. Mai trafen sich zum Auftakt des „Global Antimicrobial Resistance Research and Development Hub” in Genf die Vertreterinnen und Vertreter von rund 100 Regierungen und Organisationen. Ihr Ziel: Neue Antibiotika und Therapien gegen Infektionen.

Antimikrobielle Resistenzen (AMR) haben in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen und sind zu einer großen Gefahr für die globale Gesundheit geworden. Eine neue Initiative soll dieser Entwicklung entgegenwirken: Während der Weltgesundheitskonferenz fiel am 22. Mai in Genf der Startschuss für den „Global Antimicrobial Resistance Research and Development Hub” – kurz Global AMR R&D Hub. Die weltweite Initiative will das internationale Engagement im Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen erhöhen und noch besser koordinieren. Ressourcen sollen effizienter genutzt werden, um mehr neue Wirkstoffe und Therapien gegen resistente Krankheitserreger zu entwickeln.

Members of the Global AMR R&D Hub

Vertreterinnen und Vertreter der Mitglieder des Global AMR R&D Hub

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Cornelia Quennet-Thielen, State Secretary at the Federal Ministry of Education and Research

Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Jens Spahn (German Federal Minister of Health), Cornelia Quennet-Thielen (State Secretary at the Federal Ministry of Education and Research), Dr. Jeremy Farrar (Director Wellcome Trust) und Dame Sally Davies (Chief Medical Officer for England)

Jens Spahn, Deutscher Gesundheitsminister, Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Jeremy Farrar, Director Wellcome Trust und Dame Sally Davies, Chief Medical Officer for England

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Cornelia Quennet-Thielen, State Secretary at the Federal Ministry of Education and Research, and Alex M. Azar II, United States Secretary of Health and Human Services

Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung, und Alex M. Azar II, United States Secretary of Health and Human Services

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Stéphanie Seydoux, Ambassador for Global Health, French Ministry for Europe and Foreign Affairs

Stéphanie Seydoux, Ambassador for Global Health, French Ministry for Europe and Foreign Affairs

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Soumya Swaminathan, Deputy Director-General for Programmes, World Health Organization

Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung and Dr. Soumya Swaminathan, Deputy Director-General for Programmes, World Health Organization

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Dame Sally Davies, Chief Medical Officer, Department of Health and Social Care, United Kingdom

Dame Sally Davies, Chief Medical Officer for England, British Department of Health and Social Care

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Jens Spahn, German Federal Minister of Health

Jens Spahn, Deutscher Gesundheitsminister

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Cornelia Quennet-Thielen, State Secretary at the Federal Ministry of Education and Research and Dr. Jeremy Farrar, Director Wellcome Trust

Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung and Dr. Jeremy Farrar, Director Wellcome Trust

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Angelique Berg, Director General, Public Health, Dutch Ministry of Health, Welfare and Sport

Angelique Berg, Director General, Public Health, Dutch Ministry of Health, Welfare and Sport

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Carl Hallergard, Deputy Head of Delegation of the European Union to the United Nations, European Commission

Ambassador Carl Hallergard, Deputy Head of Delegation of the European Union to the United Nations, European Commission

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Belén Crespo Sanchez-Eznarriaga, Director, Spanish Medicines Agency

Belén Crespo Sanchez-Eznarriaga, Director, Spanish Medicines Agency

Tony Photography, www.tonyphotography.net

Participants of the Launch Event of the Global AMR R&D Hub

Teilnehmer des Launch Event of the Global AMR R&D Hub

Tony Photography, www.tonyphotography.net

BMBF fördert Forschung gegen Resistenzen mit bis zu 500 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren

Die Bundesregierung hat den Aufbau des Global AMR R&D Hub federführend vorangetrieben: Unter ihrer Präsidentschaft beschlossen die G20-Staats- und Regierungschefs im Sommer 2017, die Zusammenarbeit im Kampf gegen resistente Krankheitserreger weltweit zu stärken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) rief daraufhin den Global AMR R&D Hub ins Leben und koordinierte seinen Aufbau. Das Sekretariat des Global AMR R&D Hub wird seinen Sitz zunächst in Berlin haben – unter dem Dach des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. Das Bundesforschungsministerium wird in den nächsten zehn Jahren die Forschung gegen antimikrobielle Resistenzen mit bis zu 500 Millionen Euro unterstützen.

Neue Antibiotika werden dringend benötigt, um die Gesundheit der Menschen weltweit zu schützen und Leben zu retten. Der unsachgemäße Antibiotikaeinsatz hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass immer mehr Bakterienstämme Resistenzen bilden. Mit fatalen Folgen: Allein in Europa sterben jährlich rund 25.000 Menschen an Infektionen durch resistente Keime, schätzt die Weltgesundheitsorganisation.

Kampf gegen resistente Krankheitserreger braucht öffentliche Förderung

Die Entwicklung neuer, auch gegen resistente Keime wirksamer Wirkstoffe, insbesondere Antibiotika, ist aufwändig und bietet der Pharmaindustrie wenig unternehmerische Anreize. Die Folge: Seit rund dreißig Jahren kam kein innovatives Antibiotikum mehr auf den Markt. Aktuell zeichnen sich kaum bahnbrechende Neuentwicklungen ab. Im Kampf gegen die antimikrobiellen Resistenzen hat die öffentliche Forschungsförderung daher eine besondere Verantwortung. Sie muss sicherstellen, dass dringend benötigte Forschung stattfindet – gerade in einem Bereich, der keine hohen wirtschaftlichen Profite verspricht.

Mehr als 100 Regierungen und Organisationen beim Auftakttreffen

Aktuell hat der Global AMR R&D Hub 18 Mitglieder, darunter Russland, China, USA und Frankreich, die Bill and Melinda Gates Foundation, der Wellcome Trust und die Europäische Kommission. Deren Vertreterinnen und Vertreter werden regelmäßig konferieren. Sie identifizieren wichtige Forschungs- und Entwicklungsaufgaben und stimmen gemeinsam den Einsatz ihrer Ressourcen ab, um die Entwicklung neuer Therapien und Diagnostika resistente Keime effizient zu fördern.

Zum heutigen Auftakt des Global AMR R&D Hub treffen die Mitglieder in Genf mit Vertreterinnen und Vertretern von rund 100 Regierungen und Organisationen zusammen. Dabei gilt es, neue Mitglieder, aber auch wichtige Stakeholder zu gewinnen, um Synergien zu nutzen. So vernetzt sich der Global AMR R&D Hub beispielsweise mit internationalen Initiativen wie der europäischen „Joint Programming Initiative on AMR“ (JPIAMR) und der „Global Antibiotic Research & Development Partnership“ (GARDP).

„One Health“ gegen antimikrobielle Resistenzen

Der Global AMR R&D Hub agiert im Einklang mit den Zielen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE). Indem er die Bereiche Umwelt und Veterinärmedizin in seine Analysen und Empfehlungen einbezieht, wird der Global AMR R&D Hub dem „One Health“ Ansatz gerecht: Die Gesundheit von Mensch und Tier, die Sicherheit von Lebensmitteln im weltweiten Handel sowie Umweltaspekte bilden eine Einheit.