Verbund

ALTRUISM - Veränderte Translation bei Autismus

Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) sind neurologische Entwicklungsstörungen. Sie bedingen unterschiedliche Beschwerden, von stereotypen Verhalten über soziale Kommunikationsprobleme bis hin zu geistiger Beeinträchtigung. Rund 2 % der Bevölkerung sind von ASD betroffen und können bislang nicht zufriedenstellend therapiert werden. Während verschiedene genetische Ursachen bei unterschiedlichen Formen der ASD bekannt sind, liegt ein gemeinsames Charakteristikum in der gestörten Proteinsynthese bei ASD.

Der Verbund ALTRUISM soll bekannte gestörte Proteinsynthesen bei ASD untersuchen und dazu nutzen, um potenzielle Biomarker zu finden. Mittels modernster Methoden werden zunächst Nervenzellen und sogenannte Organoide aus Zellen von ASD-Patientinnen und Patienten hergestellt. In diesen Zellen wird die gestörte Proteinsynthese durch gezielte Mutationen mittels der Genschere CRIPSR manipuliert und analysiert. So sollen Biomarker identifiziert werden, die verschiedenen Zelllinien gemein sind. Die Biomarker-Kandidaten werden an Blutproben einer großen ASD-Stichprobe überprüft und validiert.

Der Verbund ALTRUISM ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst jeweils eine Forschungsgruppe aus Italien, Frankreich, Deutschland, Schweiz und Kanada. Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin trägt durch die Analyse von ASD-assoziierten Mutationen, die die Proteinsynthese stören könnten, und durch deren  Validierung  zu den Verbundzielen bei.

Die Ergebnisse können helfen, die Diagnostik von ASD durch Identifikation von Biomarkern zu verbessern und neue therapeutische Perspektiven zu eröffnen.

Teilprojekte

Veränderte Translation bei Autismus

Förderkennzeichen: 01EW2001
Gesamte Fördersumme: 299.202 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Matthias Selbach
Adresse: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin

Veränderte Translation bei Autismus

Ziel des ALTRUISM-Konsortiums ist ein transformativer Sprung in der Diagnostik und möglicherweise der therapeutischen Perspektive der Autismus-Spektrum-Störung (ASD), der komplexesten und am weitesten verbreiteten Form von neurologischen Entwicklungsstörungen (NDD), deren große sozioökonomische Belastung nicht zufriedenstellend therapiert werden können. In diesem Teilprojekt wird dazu der Einfluss paradigmatischer ASD-assoziierter Mutationen auf die Synthese von Proteinen mit Hilfe quantitativer Massenspektrometrie analysiert. Darüber hinaus wird mit Hilfe globaler Phosphoproteomanalyze der Einfluss dieser Mutationen auf die Signalübertragung untersucht. Für diese Analysen dienen aus Stammzellen generierte induzierte neuronale Zellen als Modellsystem. Mit Hilfe der so gewonnen Daten werden 200 ausgewählte Proteinen und Phosphosites für die Validierung von Biomarkern in Blutproben von ASD Patienten selektiert. Es wir erwartet, dass die in diesem Projekt gewonnenen Ergebnisse sowohl für das grundlegende Verständnis der Pathogenese von ASD, als auch für möglich zukünftige Therapieansätze relevante Anhaltspunkte liefern.