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Gesundheitsfördernde Maßnahmen auf dem Prüfstand

Das internationale Netzwerk PEN vergleicht und bewertet gesundheitsfördernde Programme und politische Maßnahmen in Europa. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben Anfang Februar ihre Arbeit aufgenommen.

Eine Mutter und ihre Kinder decken einen Tisch

Ziel des Netzwerkes PEN ist es, die Maßnahmen und Programme zu bewerten, die beispielsweise eine gesunde Ernährung fördern.

DLR PT / BMBF

In Großbritannien und Irland zahlen die Hersteller stark gesüßter Getränke eine zusätzliche Steuer. Mit dieser „Zuckersteuer“ kämpft die Regierung seit dem vergangenen Jahr gegen Übergewicht und Diabetes an – und will so dazu beitragen, dass sich die Menschen gesünder ernähren. Das internationale Netzwerk PEN (Policy Evaluation Network) hat es sich zur Aufgabe gemacht, europäische Maßnahmen wie diese zu bewerten. Denn bislang fehlen vergleichbare Informationen darüber, welches Programm oder welche Maßnahme nachhaltig Wirkung zeigt und welche nicht.

In PEN bündeln deshalb 28 Forschungseinrichtungen aus sieben europäischen Ländern und Neuseeland ihre Expertise. Ziel des Netzwerkes ist es zunächst, einen „Werkzeugkasten“ zusammenzustellen, mit dem die Programme und Maßnahmen evaluiert und bewertet werden können. Darüber hinaus werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Akzeptanz und den Erfolg bereits bestehender Interventionen systematisch analysieren. Ihr Blick richtet sich dabei insbesondere auf Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, die körperliche Aktivität zu steigern, eine gesunde Ernährung zu fördern sowie die Sitzdauer zu verringern.

Drei Fallstudien wird das Netzwerk detailliert bewerten: die Besteuerung von Zucker und gezuckerter Getränke, den Einfluss von städtischen Mobilitätsplänen auf das Fußgänger- und Radfahrverhalten sowie ein Programm zur Verbesserung der Ernährung und Bewegung in Schulen.

PEN ist Teil der Programminitiative „Eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben“ (JPI HDHL). In dieser Initiative arbeiten EU-Mitgliedsstaaten, assoziierte Staaten sowie Kanada und Neuseeland zusammen. Die Partnerländer wollen so einem Anstieg ernährungsbedingter chronischer Erkrankungen gemeinsam entgegenwirken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die deutschen PEN-Partner mit rund 1,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren.

Eine Datengrundlage für mögliche Anpassungen und Ausweitungen schaffen

„Das PEN-Netzwerk wird damit die Basis für eine systematische Bewertung von gesundheitsfördernden politischen Maßnahmen in Europa und darüber hinaus legen, die es bislang so noch nicht gibt“, erläutert Professor Wolfgang Ahrens. „Genau das ist aber unbedingt notwendig, um eine politische Maßnahme zu priorisieren, nötige Anpassungen vorhandener Maßnahmen vorzunehmen und diese Erkenntnis dann auch auf andere Länder übertragen zu können. Und das ist unzweifelhaft im Interesse der gesamten Bevölkerung.“ Professor Wolfgang Ahrens leitet die Abteilung Epidemiologische Methoden und Ursachenforschung am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS). Zudem koordiniert er das PEN-Netzwerk, das von den beteiligten Staaten mit insgesamt rund vier Millionen Euro über drei Jahre gefördert wird.