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Ernährungsforschung – Was uns gesund hält

Was wir essen, beeinflusst ganz wesentlich unser Wohlbefinden. Doch wie müssen wir uns ernähren, um davon zu profitieren? Antworten auf Fragen wie diese findet die Ernährungsforschung.

Mutter und Kleinkind mit Gemüse in der Küche

Eine ausgewogenene Ernährung kann der Grundstock für ein gesundes Leben sein.

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Ob wir krank werden oder gesund bleiben, hängt unter anderem von unserem Essverhalten ab. Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden beispielsweise durch eine ungesunde Ernährungsweise begünstigt – aber auch einige Krebserkrankungen. Doch welche Nahrungsbestandteile machen uns krank? Und welche schützen uns? Die Ernährungsforschung liefert Erkenntnisse für gesundheitsfördernde Empfehlungen und entwickelt neue Lebensmittel, die uns helfen können, gesund zu bleiben.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projektes „Allipids“ machen uns Gesundes schmackhaft: Gemeinsam mit ihren Industriepartnern stellten sie aus Ölen eine Emulsion her, die viele Omega-3-Fettsäuren beinhaltet. So verlieren die Öle ihren leicht fischigen Geschmack und sind länger haltbar. In Kooperation mit Nahrungsmittelherstellern reichern die Forschenden übliche Lebensmittel – Brötchen, Wurst, Milchprodukte und Brotaufstriche – mit dieser Emulsion an.

Dennoch fällt es uns oft schwer, diesen Empfehlungen zu folgen. Woher kommt dieser Appetit auf Fettiges und Süßes? Oder anders formuliert: Wie erreichen uns Ernährungsempfehlungen besser und was hilft uns dabei, sie umzusetzen? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich die moderne Ernährungsforschung ebenfalls. Denn das Gesundheitsbewusstsein ist nur eines von vielen Motiven, das unseren Speiseplan beeinflusst.

Greifen Sie in stressigen Phasen vermehrt zu Fastfood? Oder gehören Sie zu den rund 40 Prozent der Bevölkerung, die in diesen Situationen weniger essen? Dann ist es wichtig, einen Ausgleich zu schaffen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsprojektes EATMOTIVE konnten zeigen: In positiven Situationen kompensieren gesunde Menschen ihr Essverhalten unbewusst – und essen je nachdem weniger bzw. mehr als zuvor unter Stress.

Die Ernährungsforschung arbeitet dabei eng mit anderen Wissenschaftsgebieten zusammen – mit der Medizin, der Genetik, der Präventionsforschung und der Psychologie beispielsweise. Denn Antworten auf die wichtigen Fragen zu unserem Ernährungsverhalten lassen sich nur durch gemeinsame interdisziplinäre Anstrengungen finden. Hierbei unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Forschen für ein gesundes Leben

Die Präventions- und Ernährungsforschung ist eines der sechs großen Aktionsfelder im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung des BMBF. Der zugehörige Aktionsplan gestaltet dieses Feld aus. Ein zentraler Baustein ist die Maßnahme „Kompetenzcluster Ernährungsforschung“. Innerhalb dieser vier Cluster arbeiten Universitäten und andere Forschungseinrichtungen eng mit kleinen und mittleren Unternehmen der Lebensmittelbranche zusammen. Gemeinsam entwickeln sie neue Empfehlungen und Produkte für eine gesündere Ernährung.

Das BMBF fördert auch einzelne Forschungseinrichtungen, beispielsweise das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fahnden hier nach den molekularen Ursachen ernährungsbedingter Erkrankungen, um spezifische Ernährungsempfehlungen und neue Präventions- und Therapiestrategien zu entwickeln. Das DIfE wirkt auch maßgeblich an einem der Kompetenzcluster mit.

Auf europäischer Ebene engagiert sich das BMBF in der gemeinsamen Programmplanungsinitiative „Eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben“. Mithilfe dieser Initiative wollen die Partnerländer den Gesundheitszustand der Menschen erhalten und einem Anstieg ernährungsbedingter chronischer Erkrankungen gemeinsam entgegenwirken.

Warum ändern sich Ernährungsempfehlungen?

Die Ernährungsforschung ist eine relativ junge Wissenschaft, die sich mit sehr komplexen Fragestellungen befasst. Sie wird zudem von vielen unbekannten oder schwer zu messenden Faktoren – wie dem Wechselspiel zwischen individueller Lebensgestaltung und Erbanlagen – beeinflusst. Deswegen können ernährungswissenschaftliche Studien zunächst zu scheinbar widersprüchlichen Ergebnissen kommen. Was ist Ursache und was Wirkung? Die Aufklärung solcher Zusammenhänge gestaltet sich oft äußerst schwierig. Neue Untersuchungsmethoden oder Forschungsansätze eröffnen neue Einblicke und können dazu führen, dass bislang gültige Erkenntnisse relativiert oder korrigiert werden müssen – wie in anderen Wissenschaftsdisziplinen auch.

Ergebnisse der Gesundheitsforschung

Ein Öl aus Mikroalgen kann die Beschwerden von Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis lindern, denn es ist eine wichtige Quelle für langkettige Omega-3-Fettsäuren.

Mit Algenöl gegen rheumatische Symptome

Fisch ist reich an Omega-3-Fettsäuren. Forscher haben nun eine rein pflanzliche Alternative zu Fischöl gefunden: die Mikroalge Schizochytrium.

3D-Lebensmitteldruck: Ein aufbereitetes Mittagessen

Gut ernährt im Alter: Essen aus dem 3-D-Drucker

Durch den 3-D-Lebensmitteldruck lassen sich ganze Mahlzeiten kreieren.

Eine schwangere Frau liegt auf einem Sofa und hält ein Kuscheltier an ihren Bauch.

Essgewohnheiten schlagen sich im Erbgut nieder

Bereits vor der Geburt werden die Essgewohnheiten des Kindes durch den Lebensstil der Eltern geprägt.

Ein Jugendlicher und eine Jugendliche essen an einem Imbiss.

Was beeinflusst unser Ernährungs- und Bewegungsverhalten?

Welche Faktoren beeinflussen unser Ernährungs- und Bewegungsverhalten? Dieser Frage gehen die Forschenden des Netzwerks DEDIPAC nach.