Fördermaßnahme

JPI HDHL Metadis

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2019
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Gesamte Fördersumme: bis zu 2 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 6 transnationale Verbünde, davon 3 mit BMBF-Beteiligung (insgesamt 4 Zuwendungen)

Es ist hinlänglich bekannt, dass der übermäßige Verzehr energiereicher Nahrung in Verbindung mit einem inaktiven Lebensstil eine wichtige Ursache für Übergewicht, Adipositas und andere Veränderungen des Stoffwechsels darstellt. Dadurch steigt das Risiko für chronische Erkrankungen wie Typ 2 Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen. Das Körpergewicht wird darüber hinaus durch verschiedene biologische Prozesse reguliert. Diese können durch die Zusammensetzung der Nahrung bzw. mit der Aufnahme spezifischer Nahrungsbestandteile beeinflusst werden. Dazu gehören das Verhältnis der Makronährstoffe sowie verschiedene andere Eigenschaften der konsumierten Lebensmittel (z. B. bioaktive Substanzen, Energiedichte, Geschmack, Aromastoffe, Textur, etc.), die die Regulation des Appetits und des Stoffwechsels auf biologischer und psychologischer Ebene beeinflussen. Die zugrunde- liegenden Mechanismen sind bisher jedoch noch nicht vollständig verstanden.

Das Ziel der transnationalen Fördermaßnahme ist es, das Verständnis über den Einfluss von Lebensmittelkomponenten oder bestimmter Ernährungsweisen auf die Entwicklung von Übergewicht und damit zusammenhängende, stoffwechselbedingte Erkrankungen zu erweitern und den Effekt von Lebensmittelverarbeitung auf diese Prozesse besser zu verstehe. Ein weiterer Zweck ist es, die Weiterentwicklung von Nachwuchswissenschaftlern im Bereich Ernährung und Gesundheit zu fördern.

Die Fördermaßnahme ist eingebettet in die gemeinsame Programminitiative „Eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben“ (JPI HDHL). In dieser arbeiten EU-Mitgliedsstaaten und assoziierte Staaten zusammen, um den aktuellen Herausforderungen im Bereich Ernährung, körperliche Aktivität und Gesundheit durch länderübergreifende Zusammenarbeit zu begegnen.

Einzelprojekte

ePIDEMic: Alimentäres Methylglyoxal (MGO) - Gastrointestinale Reaktivität und Bedeutung für die Prävalenz ernährungsmitbedingter chronisch-inflammatorischer Stoffwechselkrankheiten

Förderkennzeichen: 01EA1909
Gesamte Fördersumme: 371.421 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Henle
Adresse: Technische Universität Dresden, Fakultät Chemie und Lebensmittelchemie, Professur für Lebensmittelchemie
Bergstr. 66
01069 Dresden

ePIDEMic: Alimentäres Methylglyoxal (MGO) - Gastrointestinale Reaktivität und Bedeutung für die Prävalenz ernährungsmitbedingter chronisch-inflammatorischer Stoffwechselkrankheiten

Mit der täglichen Nahrung führt der Mensch erhebliche Mengen modifizierter Nährstoffe zu sich, die bei der Verarbeitung von Lebensmitteln u.a. durch Hitzeeinwirkung gebildet werden. Der Einfluss solcher Stoffe auf die menschliche Gesundheit ist umstritten. Gelegentlich werden Reaktionsprodukte der nicht-enzymatischen Bräunung (auch als Maillard-Reaktion oder "Glykierung" bezeichnet) mit Gewebsschädigungen sowie der Generierung eines mikroinflammatorischen Allgemeinzustandes in Verbindung gebracht, der mit zur Verschlechterung des Krankheitsbildes bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Urämie beitragen soll. Konkrete Struktur-Wirkungsbeziehungen sind jedoch bisher nicht bekannt. Daher haben sich für das Projekt "The physiological impact of dietary methylglyoxal (ePIDEMic)" Partner aus den Niederlanden, Frankreich und Deutschland mit Expertise im Bereich der experimentellen inneren Medizin, Ernährungsepidemiologie und Lebensmittelchemie zusammengeschlossen. Das Projekt ist in die gemeinsame Programminitiative "Eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben" (JPI HDHL) eingebunden. Im Projekt ePIDEMic soll erstmals die Bedeutung von alimentärem (d.h. über die Nahrung zugeführtem) Methylglyoxal (MGO) und dessen (bio)chemische Reaktivität im Verdauungstrakt umfassend charakterisiert werden. Im Vorhaben der TU Dresden werden dazu freie und proteingebundene Glykierungsprodukte des Methylglyoxals synthetisiert. Anschließend wird deren (bio)chemische Reaktivität im Verdauungstrakt sowie der Einfluss auf die intestinale Mikrobiota in vitro und in vivo untersucht.