Verbund

CarbHealth - Qualitätsverbesserung kohlenhydratreicher Lebensmittel als Beitrag zu einer besseren Stoffwechselgesundheit

Brot stellt in nord- und mitteleuropäischen Ländern eine Hauptkohlenhydratquelle in der Ernährung dar. Jedoch wirken sich die Brotsorten, je nach Vollkorn- und Ballaststoffgehalt und in Abhängigkeit ihres glykämischen Indexes, unterschiedlich auf die Stoffwechselgesundheit aus.

Vor diesem Hintergrund soll im Verbund „CarbHealth“ die Rolle von Brot als Grundnahrungsmittel aller Altersgruppen und Geschlechter in den beteiligten Partnerländern untersucht werden. Dazu haben sich Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, Schweden und Norwegen zusammen getan. Sie werten Daten existierender Kohorten und die internationale Literatur zu dieser Fragestellung aus. Zudem untersuchen sie in einer multizentrischen Interventionsstudie ein neu entwickeltes Brot, das besonders reich an bestimmten Ballaststoffen aus Hafer ist, auf seinen Einfluss zur Regulation des Blutzuckerspiegels, des Körpergewichts und der Blutfettwerte. Im Erfolgsfall soll das Brot langfristig auf dem europäischen Markt eingeführt werden. Die wissenschaftlichen Ergebnisse können darüber hinaus in die Entwicklung von Ernährungsempfehlungen einfließen.

Der Verbund wird im Rahmen der gemeinsamen Programminitiative „Eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben“ (JPI HDHL) gefördert. Darin arbeiten EU-Mitgliedsstaaten, assoziierte Staaten sowie die Länder Kanada und Neuseeland zusammen. Hierdurch soll die Ernährungsforschung transnational gebündelt und gestärkt werden. Ziel der transnationalen Fördermaßnahme der JPI HDHL ist es, den Einfluss der Ernährung, einzelner Lebensmittelkomponenten oder der Lebensmittelverarbeitung auf die Körpergewichtsregulation und übergewicht-assoziierte Stoffwechselerkrankungen zu untersuchen.

Teilprojekte

Chrononutrition und Evidenzsynthese

Förderkennzeichen: 01EA1908A
Gesamte Fördersumme: 270.010 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Anette Buyken
Adresse: Universität Paderborn, Fakultät für Naturwissenschaften, Department Sport & Gesundheit, Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit, Public Health Nutrion
Warburger Str. 100
33098 Paderborn

Chrononutrition und Evidenzsynthese

CarbHealth wird sich der Forschungsfrage widmen, ob der gewohnheitsmäßige Verzehr eines ß-Glukan-ballaststoffreichen Brotes einen wesentlichen Baustein einer gesunden pflanzlichen Ernährungsweise darstellen kann und sich positiv auf das Körpergewicht und das T2DM Risiko auswirkt. Das Konsortium von Partnern aus Norwegen, Deutschland und Schweden wird dazu eine 16-wöchige randomisiert-kontrollierte Interventionsstudie an Menschen mit erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes durchführen und in dieser den Effekt eines neu entwickelten Brotes auf die glykämische Kontrolle testen. Das neu entwickelte Brot ist reich an ß-Glukanen aus Hafer und weist einen vergleichsweise niedrigen GI von 57 auf; als Kontrolle wird ein konventionelles ballaststoffreiches Brot ohne ß-Glukane mit hohem GI (d.h. über 70) eingesetzt. Zu den sekundären Zielgrößen der Studie zählen Körpergewicht und Körperzusammensetzung sowie die Serumlipidwerte und der hepatische Steatose-Index. In Untergruppen wird zudem der Effekt der beiden Brote auf die Magenentleerungsrate und Parameter der Sättigung untersucht (Bergen), sowie die postprandiale Glukoseantwort auf den morgendlichen und abendlichen Konsum der Brote (Paderborn). Darüber hinaus wird die längerfristige Relevanz des Brotverzehrs und der Kohlenhydratqualität für die Stoffwechselgesundheit untersucht. Dies erfolgt sowohl anhand von Daten einer Beobachtungsstudie an gesunden Erwachsenen (HUSK, Norwegen) als auch anhand von Daten aus Beobachtungsstudien an normal- und übergewichtigen Kindern. Im Rahmen von systematischen Reviews und Meta-Analysen wird schließlich die aus Interventions- und Beobachtungsstudien verfügbare Evidenz zur Bedeutung des Brotverzehrs für das Körpergewicht, das T2DM Risiko bzw. die glykämische Kontrolle sowie assoziierte kardiometabolische Zielgrößen zusammengefasst. Die Universität Paderborn bringt sich in die Interventionstudie ein und untersucht hier zusätzlich die Chrononutrition. Außerdem leitet sie das Arbeitspaket zu systematischen Reviews.

Relevanz des Brotkonsums für Körpergewichtsentwicklung und Glukosehomöostase von der Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter

Förderkennzeichen: 01EA1908B
Gesamte Fördersumme: 304.607 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Antje Körner
Adresse: Universitätsklinikum Leipzig, Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin
Liebigstr. 20a, Haus 6
04103 Leipzig

Relevanz des Brotkonsums für Körpergewichtsentwicklung und Glukosehomöostase von der Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter

Das Vorhaben ist Teil des europäischen Verbundprojekts CarbHealth, das die Rolle von Brot als Grundnahrungsmittel aller Altersgruppen und Geschlechter in den beteiligten Partnerländern untersucht. In einer multizentrischen Interventionsstudie werden die Auswirkungen eines mit ß-Glukan angereicherten Brotes auf HbA1c im Vergleich zu einem Kontrollbrot ohne ß-Glukan untersucht; d.h. es werden Erkenntnisse zur Relevanz einer Lebensmittelkomponente generiert. Durch eine einfache Intervention, die lediglich auf den Austausch eines einzigen kohlenhydratreichen Grundnahrungsmittels (hier: Brot) abzielt, werden Erkenntnisse zur Wirksamkeit dieser Lebensmittelkomponente unter Alltagsbedingungen erzielt. Ergänzend werden drei weitere Arbeitspakete die Rolle von Brot per se für die Entwicklung von T2DM (bzw. die Glukosehomöostase) und das Körpergewicht (bzw. der Körperzusammensetzung) untersuchen. Zwei dieser Arbeitspakete werden Daten aus bestehenden Kohorten in Norwegen und Deutschland nutzen und die Bedeutung des Brotkonsums (und der Brotsorte) für diese metabolischen Zielgrößen für die gesamte Lebensspanne, unterschiedliche sozioökonomische Schichten und Geschlechter beleuchten, indem Sie Daten von Kindern, Jugendlichen und älteren Erwachsenen heranziehen. Ein drittes Arbeitspaket wird die derzeit verfügbare Evidenz dieser Zusammenhänge anhand von bereits veröffentlichten Beobachtungs- und Interventionsstudien zusammenfassen. Da die auf Selbstangaben basierenden Ernährungsdaten anfällig für systematische und zufällige Fehler sind, welche die Validität der Daten beeinträchtigen können, werden die Analysen um Erhebungen des Biomarkers Alkylresorcinole ergänzt. Die Universität Leipzig bringt sich in die multizentrische Studie ein. Sie leitet darüber hinaus das Arbeitspaket zur Analyse der Relevanz des Brotkonsums/Kohlenhydratqualität für die Gewichtsentwicklung bis ins junge Erwachsenenalter anhand der Daten der "LIFE-Child-study" und der "Leipzig Atherobesity Childhood Cohort".