Fördermaßnahme

Sonderprogramm zur Beschleunigung von Forschung und Entwicklung dringend benötigter Impfstoffe gegen SARS-CoV-2

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2020
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Gesamte Fördersumme: bis zu 740 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 3 Einzelvorhaben

1. Ziel des Förderschwerpunktes

Das Sonderprogramm ist Teil des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung und bedient insbesondere das Handlungsfeld 1: „Forschungsförderung – Krankheiten vorbeugen und Heilen“.

Das Ziel ist die Beschleunigung der Impfstoffentwicklung, um die frühe und umfangreiche Bereitstellung eines wirksamen und sicheren Impfstoffes in Deutschland zu ermöglichen. Bis Ende 2021 soll ein wirksamer Impfstoff entwickelt sein und pharmazeutisch in großem Umfang produziert werden. Durch die ausreichende Verfügbarkeit von sicheren und effektiven Impfstoffen ist ein Ende der Covid-19-Pandemie möglich. Umfassende Impfungen könnten die Schäden für die globale Gesundheit und die Weltwirtschaft eindämmen und eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Normalisierung könnte erfolgen.

Gefördert werden Einzelvorhaben der forschenden pharmazeutischen und biotechnologischen Industrie. Diese werden bei der Durchführung der erforderlichen klinischen Prüfungen des Impfstoffkandidaten gegen SARS-CoV-2, dem Ausbau von Studienkollektiven und der Erhöhung der Produktionskapazitäten für die zu prüfenden Impfstoffkandidaten unterstützt.

2. Stand der Fördermaßnahme

Seit dem 01.08.2020 werden drei Einzelvorhaben gefördert. Eines davon besitzt einen separaten Teil für Investitionen und bei zweien handelt es sich um rückwirkende Bewilligungen beginnend im Februar 2020.

Einzelprojekte

ACE-mR-CoV – Entwicklung, Testung und Produktion eines SARS-CoV-2 Impfstoffes auf Basis der mRNA Technologie

Förderkennzeichen: 01KI20703
Gesamte Fördersumme: 251.612.248 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Stefan Müller
Adresse: CureVac AG
Friedrich-Miescher-Str. 15
72076 Tübingen

ACE-mR-CoV – Entwicklung, Testung und Produktion eines SARS-CoV-2 Impfstoffes auf Basis der mRNA Technologie

Das Projekt umfasst alle Aktivitäten, die für die Zulassung und Verbreitung eines Impfstoffes gegen SARS-CoV-2 benötigt werden. Hierzu zählen insbesondere ein breites klinisches Programm der Phasen I-III, um die Sicherheit und Effektivität des Impfstoffes zu gewährleisten. Darüber hinaus umfasst das Projekt die zulassungsrelevanten nicht-klinischen Studien sowie die Erhöhung der Produktionskapazitäten, um den Impfstoff nach der Zulassung zeitnah einem großen Teil der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

Nach Abschluss und Auswertung der laufenden Phase I-Studie im Herbst 2020 folgen die klinischen Studien der Phasen II und III. Ziel der Impfstoffentwicklung ist eine bedingte Zulassung des Impfstoffes durch die European Medicines Agency (EMA) möglichst schon zu Beginn 2021, gefolgt von der regulären Zulassung in der 2. Jahreshälfte 2021. Parallel werden die Produktionskapazitäten für die Impfstoffherstellung ausgeweitet.

MSarsCoV2 - Entwicklung eines rekombinanten viralen Vektorimpfstoffes zur aktiven Immunisierung von Risikogruppen gegen klinische SARS-2 Coronavirus Infektionen

Förderkennzeichen: 01KI20702
Gesamte Fördersumme: 113.702.976 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Andreas Neubert
Adresse: IDT Biologika GmbH
Am Pharmapark
06955 Dessau/Roßlau

MSarsCoV2 - Entwicklung eines rekombinanten viralen Vektorimpfstoffes zur aktiven Immunisierung von Risikogruppen gegen klinische SARS-2 Coronavirus Infektionen

Das Impfstoffprojekt MSarsCoV2 beinhaltet die präklinische und klinische Entwicklung eines rekombinanten viralen MVA-Vektorimpfstoffs gegen Covid-19 und fokussiert insbesondere auf besonders gefährdete Zielgruppen (hochbetagte oder vorerkrankte Menschen). Zur aktiven Immunisierung wird ein im Menschen nicht vermehrungsfähiges bereits lange erprobtes Trägervirus eingesetzt, das das Spikeprotein des SARS 2 Coronavirus im geimpften Menschen produziert und die Bildung von neutralisierenden Antikörpern sowie eine zelluläre (T-Zell) Immunantwort hervorruft. Der Impfstoffvektor wurde an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München entwickelt. Die LMU ist mit weiteren Standorten des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) wesentlich in die klinische Entwicklung eingebunden. Bereits vorliegende Daten sprechen für die immunologische Wirksamkeit. Die klinische Entwicklung wird mit multizentrischen klinischen Studien an Partnereinrichtungen im In- und Ausland durchgeführt und soll die Voraussetzung für die Zulassung des Impfstoffes schaffen.

Parallel wird die Herstellungstechnologie für die kommerzielle Produktion in der IDT Biologika GmbH optimiert und ausgeweitet. Innovative analytische Technologien werden die schnelle Produktion und Prüfung unterstützen. Die IDT Biologika GmbH wird die Kapazitäten für die Herstellung des Wirkstoffes und der sterilen Abfüllung erhöhen, um die Bereitstellung der erforderlichen Impfdosen für die Bedarfe zu gewährleisten.

BNT-Covid-19-Vaccine – Beschleunigte Entwicklung und Bereitstellung eines mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffs (BNT162)

Förderkennzeichen: 01KI20700 und 01KI20700I
Gesamte Fördersumme: 375.002.291 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Christian Miculka
Adresse: BioNTech SE
An der Goldgrube 12
55131 Mainz

BNT-Covid-19-Vaccine – Beschleunigte Entwicklung und Bereitstellung eines mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffs (BNT162)

BioNTech entwickelt in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Pfizer und der chinesischen Firma Fosun auf der Basis seiner unternehmenseigenen mRNA-Technologie einen möglichst sicheren und wirksamen Covid-19-Impfstoff (BNT162-Impfstoff). Dazu wurde bereits Anfang des Jahres 2020 das globale Entwicklungsprogram „Lightspeed" gestartet, das umfassende präklinische und klinische Studien beinhaltet. Insgesamt befinden sich vier mRNA-Impfstoffkandidaten in der klinischen Prüfung. Für einen Kandidaten wurde bereits die (beschleunigte) Zulassung bei den zuständigen Regulierungsbehörden beantragt. Parallel zur Entwicklung werden Produktionsanlagen ausgebaut, um gemeinsam mit dem Partner Pfizer bis Ende 2020 bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen und bis Ende 2021 idealerweise mehr als 1,2 Milliarden Impfstoffdosen produzieren zu können. BioNTech plant, den Wirkstoff des Covid-19-Impfstoffes vorwiegend in den eigenen Produktionsstätten in Deutschland für die Versorgung Europas herzustellen. Zusätzliche Kapazitäten für die Herstellung des fertigen und abgefüllten Arzneimittelprodukts werden durch Kollaborationen mit Subunternehmern in Europa sichergestellt. Alle Aktivitäten haben zum Ziel, eine schnelle Versorgung mit einem wirksamen Impfstoff BNT162 sicherzustellen.