Fördermaßnahme

Stärkung der Forschung in der Geriatrie und Gerontologie

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2016
Förderzeitraum: 2019 - 2027
Gesamte Fördersumme: bis zu 3,5 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 3 Einzelvorhaben (Modul 2)

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Die Zahl der älteren Menschen steigt stetig an. In Zukunft müssen daher immer mehr ältere Menschen bestmöglich versorgt werden, um ihnen Gesundheit und eine selbstständige Lebensführung zu ermöglichen. Hierin liegt eine große medizinische und gesellschaftliche Herausforderung. Daher ist eine starke Altersforschung notwendig, die die Besonderheiten der Versorgung von älteren Patientinnen und Patienten berücksichtigt und die Bedürfnisse von älteren Menschen als Ganzes in den Blick nimmt.  

Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, den Ausbau der Versorgungsforschung auf dem Gebiet der Geriatrie und Gerontologie zu unterstützen. Das Förderangebot richtet sich zum einen an Hochschulen, die einen Lehrstuhl oder eine selbstständige Abteilung für Geriatrie oder Gerontologie neu einrichten möchten (Modul 1). Parallel wird auch bereits bestehenden Instituten oder Abteilungen für Geriatrie und Gerontologie die Gelegenheit gegeben, ihre Forschungskapazitäten durch die Gründung von Nachwuchsgruppen zu erweitern (Modul 2). Die Förderung erfolgt in Form konkreter Forschungsprojekte.

2. Stand der Fördermaßnahme

Modul 1: In der ersten Verfahrensstufe wurden zunächst Projektskizzen vorgelegt, welche die Erfüllung von standortbezogenen Kriterien darlegen (Teil A). Auf der Grundlage der Bewertung von Teil A wurden zunächst die aussichtsreichsten Skizzen für das weitere Verfahren ausgewählt. Die in dieser Stufe erfolgreichen Antragsteller legen nach Auswahl oder gegebenenfalls Berufung der Inhaberin bzw. des Inhabers der neuen Professur eine vollständige Projektskizze (Teil A und Teil B) vor, in der zusätzlich das konkrete Forschungsprofil der Professur und das geplante Forschungsprojekt (Teil B) dargelegt ist.

Modul 2: Die eingegangenen Projektskizzen wurden von einem interdisziplinären, international besetzten Begutachtungsgremium bewertet. Auf dieser Grundlage wurden 3 Projektskizzen zur Förderung ausgewählt. Alle drei Projekte werden in Universitätskliniken durchgeführt. Es ist eine bis zu 5-jährige Förderung vorgesehen. Die Projekte haben ihre Arbeit im Februar 2019 aufgenommen.

Die Themen der Forschungsprojekte umfassen die Mundgesundheit von älteren Menschen in Langzeitpflegeeinrichtungen, die Mobilität im hohen Alter in ländlichen Gebieten sowie die Adhärenz und gesundheitsbezogene Lebensqualität bei neurogeriatrischen Patientinnen und Patienten.

Einzelprojekte

NeuroGerAd - Verbesserung der Adhärenz und gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei neurogeriatrischen Patienten

Förderkennzeichen: 01GY1804
Gesamte Fördersumme: 1.522.596 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: PD Dr. Tino Prell
Adresse: Universitätsklinikum Jena, Klinik für Neurologie
Am Klinikum 1
07747 Jena

NeuroGerAd - Verbesserung der Adhärenz und gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei neurogeriatrischen Patienten

Die Nachwuchsgruppe am Universitätsklinikum Jena untersucht bei neurogeriatrischen Patientinnen und Patienten die Einhaltung von vereinbarten Therapieempfehlungen, wie beispielsweise die Einnahme von Medikamenten. Die Einhaltung von Therapieempfehlungen durch Patientinnen und Patienten, die als Adhärenz bezeichnet wird, wird im Alltag oftmals nicht exakt umgesetzt. Medikamente werden in der falschen Dosierung, zur falschen Zeit oder gar nicht eingenommen. Dies kann zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder gar zum Tode führen.

Ein Ziel des Projektes „NeuroGerAd“ ist es, allgemeine und krankheitsspezifische Faktoren zu identifizieren und zu bewerten, die die Adhärenz beeinflussen. Dabei wird auch der Übergang von der stationären Versorgung im Krankenhaus in die ambulante Betreuung durch den Neurologen oder Hausarzt analysiert. Darauf aufbauend werden dann in der zweiten Phase spezifische Interventionen entwickelt, angewendet und evaluiert, die die Adhärenz verbessern sollen. Hierdurch soll die Lebensqualität von neurogeriatrischen Patientinnen und Patienten gesteigert, unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden, Pflegebedürftigkeit reduziert und Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden.

MOBILE - Erhalt und Verbesserung der Mobilität hochaltriger Menschen im ländlichen Raum durch Aktivierung und Integration von personalen, sozialen und regionalen Ressourcen

Förderkennzeichen: 01GY1803
Gesamte Fördersumme: 1.210.663 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Dr. Paul Gellert
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin - CharitéCentrum Human- und Gesundheitswissenschaften, Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften
Luisenstr. 57
10117 Berlin

MOBILE - Erhalt und Verbesserung der Mobilität hochaltriger Menschen im ländlichen Raum durch Aktivierung und Integration von personalen, sozialen und regionalen Ressourcen

Der Weg zum Hausarzt, die Unterstützung durch Familie und Nachbarn oder der Gebrauch eines Rollators - Mobilität von hochaltrigen Menschen hat viele Facetten. Gerade in ländlichen Regionen kann es eine besondere Herausforderung sein, die Mobilität von Hochaltrigen zu erhalten. Gleichzeitig ist sie aber auch wesentlich für die Selbstständigkeit und Gesundheit. Ziel dieses Vorhabens ist es zum einen daher, umweltbezogene, soziale sowie persönliche Faktoren zu identifizieren, die die Mobilität hochaltriger Menschen in ländlichen Regionen beeinflussen. Zum anderen soll getestet werden, ob Mobilität und Partizipation bei hochaltrigen Menschen unterstützt werden kann. Hierzu sollen in persönlichen, Tablet-gestützten Beratungsgesprächen Mobilitätsressourcen aktiviert werden, etwa durch die Planung von Aktivitäten oder ein Übungsprogramm für zu Hause. Um die Forschungsfragen zu beantworten, wird eine Studie mit 254 hochaltrigen Menschen aus ländlichen und kleinstädtischen Gebieten der Region Havelland durchgeführt.

TAILOHR - Entwicklung, Adaptation und Implementierung einer Intervention zur Verbesserung der Mundgesundheit in der stationären Altenpflege

Förderkennzeichen: 01GY1802
Gesamte Fördersumme: 712.332 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2021
Projektleitung: PD Dr. Falk Schwendicke
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Institut für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde (CC3), Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin
Aßmannshauser Str. 4 - 6
14197 Berlin

TAILOHR - Entwicklung, Adaptation und Implementierung einer Intervention zur Verbesserung der Mundgesundheit in der stationären Altenpflege

In dem Vorhaben wird untersucht, wie die Mundgesundheit von pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren, die in stationärer Altenpflege wohnen, verbessert werden kann. Eine Reihe verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen (Zahnmedizin, Psychologie/Soziologie, evidenzbasierte Medizin und Implementierungsforschung) werden an den Untersuchungen teilnehmen. Es sollen folgende Schritte unternommen werden: 1) Erfassung der wichtigsten Probleme in der Mundpflege und Mundgesundheitserhaltung von pflegebedürftigen Senioren und Seniorinnen sowie Feststellung der Faktoren, die eine bessere Mundgesundheit ermöglichen würden bzw. derzeit behindern; 2) Zusammenstellung vorhandener Maßnahmen zur Verbesserung der Mundgesundheit; 3) Auswahl der für Deutschland vielversprechendsten Maßnahmen durch eine Konsensusgruppe und Adaptation der Maßnahmen an das deutsche Gesundheitssystem; 4) Pilottestung der Maßnahmen und erwarteten Veränderungen in sog. Modellierungen oder Simulationen. Langfristig soll somit die Mundgesundheit sowie die Lebensqualität von Pflegeheimbewohnern und -bewohnerinnen verbessert werden.