Teilprojekt eines Verbundes

Klinische Studie zur evidenzbasierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei Vorschulkindern

Förderkennzeichen: 01EE1408A
Fördersumme: 385.932 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Katja Becker
Adresse: Philipps-Universität Marburg, FB 20 Medizin und Universitätsklinikum, Klinik für Kinder- und -psychotherapie
Hans-Sachs-Str. 6-8
35039 Marburg

Im Vorhaben der Universität Marburg wird eine klinische Studie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Vorschulkindern durchgeführt. Es soll die Effektivität eines individualisierten, stufenweisen Behandlungsprogramms überprüft werden. Dieses beruht auf evidenzbasierten, psychosozialen Ansätzen zur Therapie der ADHS. Gleichzeitig soll überprüft werden, ob ein solcher stufenweiser Ansatzes in die Routineversorgung implementiert werden kann. Hierbei werden auch Vorhersagemöglichkeiten für das Ansprechen bzw. Nichtansprechen auf verschiedene Behandlungskonditionen erforscht. An der Studie werden insgesamt 200 Jungen und Mädchen im Alter von 3 bis unter 6 Jahre (max. 5 Jahre und 11 Monate) teilnehmen. Alle Kinder müssen die ADHS-Diagnosekriterien erfüllen. Den ersten Schritt der Behandlung bildet eine telefonassistierte Selbsthilfe (TASH) für Eltern und Erziehende des Kindergartens. Das TASH-Programm basiert auf speziell für diese Altersstufe entwickelten Selbsthilfebroschüren und mehreren Telefon-Coachings. Nach erfolgter Behandlung werden die Kinder erneut untersucht. Diejenigen, die keine Symptome einer ADHS mehr aufweisen, erhalten bis auf eine Booster-Sitzung keine weitere Behandlung mehr. Schätzungsweise 80% der Kinder werden jedoch von der TASH alleine nicht ausreichend profitieren. Diese Kinder erhalten zusätzlich eine spezifische verhaltenstherapeutische Behandlung auf der Basis eines individualisierten Eltern-Managementtrainings. Das Training basiert auf dem Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetisch-oppositionellem Problemverhalten (THOP) und dem Präventionsprogramm für expansives Problemverhalten (PEP). Durch die stufenweisen Therapieschritte sollen der Behandlungsaufwand reduziert und der Behandlungserfolg gesteigert werden.