Verbund

APIC

Erkrankungen aus dem Bereich der Schizophrenien gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie betreffen ca. ein Prozent der Bevölkerung (Lebenszeitprävalenz). Das Leben der betroffenen Menschen wird durch die Erkrankung erheblich beeinträchtigt. Deutliche Konsequenzen für die persönliche Situation, das familiäre und das soziale Umfeld sind die Folge. Die wichtigste Behandlungsoption für Patientinnen und Patienten mit schizophrenen Erkrankungen sind derzeit antipsychotische Medikamente. Aufgrund der erforderlichen Rückfallprophylaxe kann sich die Behandlung über Monate oder Jahre hinziehen. Eine solche Dauermedikation kann sich jedoch funktionell und strukturell auf das Gehirn auswirken. Daher wird diskutiert, ob eine Dauermedikation überhaupt klinisch sinnvoll ist. Möglicherweise bietet sich auch eine Intervalltherapie als alternative Möglichkeit an.

Der regionale Verbund APIC umfasst die RWTH Aachen sowie neun weitere Zentren. Diese sind die Universitäten Düsseldorf und Köln, die Bezirkskrankenhäuser Maria Hilf-Krankenhaus Gangelt, Alexianer-Krankenhaus Aachen, LVR Klink Bonn, LVR Klinik Düren, LVR Klinik Köln, LVR Klinik Langenfeld, LVR Klinik Mönchengladbach, LVR Klinik Viersen, Klinik Marienborn Zülpich und die Schwerpunktpraxis Dr. Bergmann (Aachen). Dieser Verbund wird die Effekte antipsychotischer Medikation an Patientinnen und Patienten auf die Struktur und Funktion des Gehirns erforschen. Dabei werden die Unterschiede zwischen einer Intervalltherapie und einer Dauertherapie mit zugelassenen Psychopharmaka untersucht. Im Fokus stehen hier insbesondere der klinische Verlauf und die Veränderungen des Gehirnvolumens der Patientinnen und Patienten. Das Projekt umfasst eine klinische Studie und drei ergänzende Forschungsprojekte. Die Arbeiten werden durch eine qualitätsorientierte methodische Plattform unterstützt.

Teilprojekte

Klinische Studie und Plattform 1 (zentrale Rekrutierung und Assessment)

Förderkennzeichen: 01EE1405A
Gesamte Fördersumme: 2.144.275 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Frank Schneider
Adresse: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Klinische Studie und Plattform 1 (zentrale Rekrutierung und Assessment)

Das Studiendesign, eine multizentrische regionale Studie, ermöglicht es, die Variabilität der klinischen Daten systematisch zu reduzieren. Wesentliches Instrument hierfür ist die Etablierung einer zentralen Rekrutierungs- und Assessmenteinheit, die für die gesamte Studiendauer eine wesentlich bessere diagnostische Validität und Stabilität erwarten lassen.

Symptomorientiertes Neurofeedback, Dopaminsystem und antipsychotische Behandlung und Unterschiede in Konnektivität und Funktion des Gehirns bei Männern und Frauen

Förderkennzeichen: 01EE1405B
Gesamte Fördersumme: 1.436.408 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Klaus Mathiak
Adresse: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Symptomorientiertes Neurofeedback, Dopaminsystem und antipsychotische Behandlung und Unterschiede in Konnektivität und Funktion des Gehirns bei Männern und Frauen

Die Forschungsprojekte (P 2-4) sind parallel zu der klinischen Studie und zielen auf a) die Identifizierung der Effekte symptomorientierter Therapie auf das Gehirn b) Modulation des Dopamin-Systems während antipsychotischer Therapie und den prognostischen Wert einer Charakterisierung des Dopamin-Systems sowie c) die unterschiedliche Bedeutung abweichender Konnektivität das Gehirns auf den Therapieerfolg bei männlichen und weiblichen Patienten mit Schizophrenie. Die klinische Studie, die zwei Behandlungsstrategien mit typischen und atypischen Antipsychotika vergleicht, wird ergänzt um a) den Vergleich der Effekte nicht pharmakologischer Therapien (Neurofeedback, Psychotherapie) auf die Hirnstruktur unterschiedlicher Patienten, b) die Bedeutung spezifischer Charakteristika des Dopamin-Stoffwechsels für die Prognose des Therapieerfolges in den beiden untersuchten pharmakologischen Therapieregimen und c) die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Ansprechen auf psychopharmakologische Therapien und deren Effekte auf das Gehirn untersuchen.

Bildgebungs-Plattform und Querschnittprojekt PING

Förderkennzeichen: 01EE1405C
Gesamte Fördersumme: 2.357.537 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Frank Schneider
Adresse: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Bildgebungs-Plattform und Querschnittprojekt PING

Die Plattform 2 übernimmt die Qualitätssicherung, datenbankbasierte Speicherung und Vorverarbeitung aller Bildgebungsdatensätze des Verbundes APIC. Das verbundübergreifende Querschnittsprojekt PING soll methodische Mindeststandards in der Bildgebung aller Verbundprojekte des Forschungsnetzes zu Psychischen Erkrankungen konsentieren, die Bildgebungsdaten in einer Datenbank zusammenfassen und für verbundübergreifende Auswertungen zur Verfügung stellen. Die Aufgaben der Plattform 2 dienen sowohl der klinischen Studie als auch allen angeschlossenen drei Forschungsprojekten. Inhaltlich hat diese Plattform drei Aufgabenbereiche: 1) Unterstützung aller Bildgebung, Qualitätssicherung, Verknüpfung der Informationen der Bildgebung mit weiteren projektrelevanten Daten; 2) Anatomische Vorverarbeitung; 3) Zusammenarbeit mit dem durch JARA und die Helmholtz-Gemeinschaft finanzierten SIM-Lab Neuroscience. Die Aufgaben von PING umfassen: a) Konsentierung technischer Mindeststandards in einem Technischen Manual, b) Erarbeitung eines Datenschutz- und Datensicherungskonzeptes für eine gemeinsame Bildgebungsdatenbank , c) Projektierung und Etablierung nachhaltiger Computer- und Netzwerkstrukturen zur Speicherung von bildgebenden Patientenstudien, d) Veröffentlichung einer Datenbank mit anonymisierten bzw. pseudonymisierten MRT-Untersuchungen von Probanden und Patienten in einem ersten Schritt für die Mitwirkenden des BMBF Forschungsnetzes Psychische Erkrankungen, e) Datenhandling und Qualitätskontrolle.