Teilprojekt eines Verbundes

ESCA-Life

Im Forschungsverbund ESCA-Life (Evidence-based, Stepped Care of ADHD along the life-span) werden neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen erforscht. Diese Erkrankung beginnt zumeist bereits im Kindes- und Jugendalter. Oftmals wird ADHS aber auch in das Erwachsenenalter übertragen. Zur Therapie von ADHS sind medikamentöse und nicht-medikamentöse Verfahren verfügbar. Der Erfolg dieser Therapien ist aber individuell sehr unterschiedlich. Die Forschungsprojekte des ESCA-Life Verbundes verfolgen daher das Ziel, den Behandlungserfolg individuell zu verbessern. Hierzu sollen abgestufte Therapiekonzepte erforscht werden. Diese sehen unterschiedliche Optionen vor, die individuell angepasst werden. Die Behandlung beginnt mit einem sehr niederschwelligen Ansatz, etwa einer angeleiteten Selbsthilfe. Je nach Ansprechen wird die weitere Therapie dann entsprechend angepasst. In insgesamt vier klinischen Studien sollen abgestufte Therapieansätze an unterschiedlichen Zielgruppen erforscht werden: Vorschulkinder, Kinder im Schulalter, Jugendliche und Erwachsene. Parallel zu der eigentlichen Therapie sollen Parameter bestimmt werden, anhand derer sich der Behandlungserfolg vorab abschätzen lässt. Basierend auf den Ergebnissen der Studien wird eine Implementierung entsprechender Maßnahmen im Gesundheitswesen angestrebt.

Teilprojekte

Klinische Studie zur evidenzbasierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei Vorschulkindern

Förderkennzeichen: 01EE1408A
Gesamte Fördersumme: 385.932 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Katja Becker
Adresse: Philipps-Universität Marburg, FB 20 Medizin und Universitätsklinikum, Klinik für Kinder- und -psychotherapie
Hans-Sachs-Str. 6-8
35039 Marburg

Klinische Studie zur evidenzbasierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei Vorschulkindern

Im Vorhaben der Universität Marburg wird eine klinische Studie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Vorschulkindern durchgeführt. Es soll die Effektivität eines individualisierten, stufenweisen Behandlungsprogramms überprüft werden. Dieses beruht auf evidenzbasierten, psychosozialen Ansätzen zur Therapie der ADHS. Gleichzeitig soll überprüft werden, ob ein solcher stufenweiser Ansatzes in die Routineversorgung implementiert werden kann. Hierbei werden auch Vorhersagemöglichkeiten für das Ansprechen bzw. Nichtansprechen auf verschiedene Behandlungskonditionen erforscht. An der Studie werden insgesamt 200 Jungen und Mädchen im Alter von 3 bis unter 6 Jahre (max. 5 Jahre und 11 Monate) teilnehmen. Alle Kinder müssen die ADHS-Diagnosekriterien erfüllen. Den ersten Schritt der Behandlung bildet eine telefonassistierte Selbsthilfe (TASH) für Eltern und Erziehende des Kindergartens. Das TASH-Programm basiert auf speziell für diese Altersstufe entwickelten Selbsthilfebroschüren und mehreren Telefon-Coachings. Nach erfolgter Behandlung werden die Kinder erneut untersucht. Diejenigen, die keine Symptome einer ADHS mehr aufweisen, erhalten bis auf eine Booster-Sitzung keine weitere Behandlung mehr. Schätzungsweise 80% der Kinder werden jedoch von der TASH alleine nicht ausreichend profitieren. Diese Kinder erhalten zusätzlich eine spezifische verhaltenstherapeutische Behandlung auf der Basis eines individualisierten Eltern-Managementtrainings. Das Training basiert auf dem Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetisch-oppositionellem Problemverhalten (THOP) und dem Präventionsprogramm für expansives Problemverhalten (PEP). Durch die stufenweisen Therapieschritte sollen der Behandlungsaufwand reduziert und der Behandlungserfolg gesteigert werden.

Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei Schulkindern (ESCAschool)

Förderkennzeichen: 01EE1408B
Gesamte Fördersumme: 792.314 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Manfred Döpfner
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
Robert-Koch-Str. 10
50931 Köln

Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei Schulkindern (ESCAschool)

Im Vorhaben der Universität Köln wird eine klinische Studie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Schulkindern durchgeführt. Es soll die Effektivität eines individualisierten, stufenweisen Behandlungsprogramms überprüft werden. Dieses beruht auf verhaltenstherapeutischen und pharmakologischen Ansätzen zur Therapie der ADHS. Gleichzeitig soll überprüft werden, ob ein solcher stufenweiser Ansatze in die Routineversorgung implementiert werden kann. Hierbei werden auch Vorhersagemöglichkeiten für das Ansprechen bzw. Nichtansprechen auf verschiedene Behandlungskonditionen erforscht. An der Studie werden insgesamt 521 Kinder im Alter von 6 bis maximal 11 Jahren teilnehmen. Alle Kinder müssen die ADHS-Diagnosekriterien erfüllen. Den ersten Schritt der Behandlung bildet für Kinder mit einer stark ausgeprägten Symptomatik eine psychoedukative und medikamentöse Behandlung. Kinder mit leichter oder mittelschwerer Symptomausprägung nehmen zusätzlich an einer telefonassistierten Selbsthilfe (TASH) für Eltern und Lehrer teil. Das TASH-Programm basiert auf Selbsthilfebroschüren und mehreren Telefon-Coachings. Nach erfolgter Erstbehandlung werden die Kinder erneut untersucht. Die weitere Behandlung hängt davon ab, wie gut die Kinder auf den ersten Behandlungsschritt angesprochen haben. Bei gutem Ansprechen erhalten die Kinder mit ursprünglich starker Symptomatik weiterhin eine medikamentöse Behandlung und zusätzliche Beratung. Diejenigen, die nur teilweise von der Erstbehandlung profitiert haben, erhalten neben einer medikamentösen Behandlung zusätzlich Beratung, Verhaltenstherapie oder Neurofeedback. Haben die Kinder gar nicht auf die Erstbehandlung angesprochen, werden sie alternativ pharmakologisch behandelt und erhalten zusätzlich eine Verhaltenstherapie. Bei Kindern mit ursprünglich leichter bis mittelschwerer Symptomatik werden ebenfalls in Abhängigkeit vom Behandlungserfolg in der ersten Phase weitere Therapien durchgeführt.

Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS durch individualisierte Kurzzeit-Therapie bei Jugendlichen (ESCAadol)

Förderkennzeichen: 01EE1408C
Gesamte Fördersumme: 355.354 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Marcel Romanos
Adresse: Universitätsklinikum Würzburg, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Zentrum für psychische Gesundheit
Füchsleinstr. 15
97080 Würzburg

Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS durch individualisierte Kurzzeit-Therapie bei Jugendlichen (ESCAadol)

Im Vorhaben des Universitätsklinikums Würzburg wird eine klinische Studie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Jugendlichen durchgeführt. Die Studie richtet sich speziell an betroffene Jugendliche, bei denen trotz bereits erfolgter Routinebehandlung keine hinreichende Stabilisierung der Symptomatik erreicht wurde. Es soll daher die Effektivität eines manualisierten, verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapieprogrammes überprüft werden. Das Programm kombiniert bereits bewährte Behandlungselemente individuell. Es ermöglicht so eine problembezogene und zeitökonomische Behandlung. An der Studie werden insgesamt 160 Jugendliche im Alter von 12 bis maximal 15 Jahren teilnehmen. Die Behandlungsstrategien umfassen neben psychoedukativen Ansätzen spezifische Module zu Medikations-Compliance, Organisation und Planen, Impulsivität und Emotionsregulation, Substanzmissbrauch, familiäre Interaktion, psychische Gesundheit der Eltern sowie Elterntraining. Als Kontrollbehandlung zu dem individuellen Kurzzeittherapieprogramm wird telefonassistierte Selbsthilfe (TASH) durchgeführt. Das TASH-Programm basiert auf Selbsthilfebroschüren und mehreren Telefon-Coachings. Durch die individualisierten Therapieschritte sollen der Behandlungsaufwand reduziert und der Behandlungserfolg gesteigert werden.

Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen (ESCAlate)

Förderkennzeichen: 01EE1408D
Gesamte Fördersumme: 653.195 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Rösler
Adresse: Universität des Saarlandes, Universitätsklinikum - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Kirrberger Str.
66424 Homburg

Klinische Studie zur evidenz-basierten, stufenweisen Versorgung von ADHS bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen (ESCAlate)

Im Vorhaben der Universität des Saarlandes wird eine klinische Studie zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Erwachsenen durchgeführt. Es soll die Effektivität eines abgestuften therapeutischen Behandlungsprogramms überprüft werden. Hierbei sind die verschiedenen Komponenten der Behandlung  hierarchisch organisiert. Die Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten aus der ADHS-Routinesprechstunde beginnt mit einem niederschwelligen Angebot. Es handelt sich dabei um zwei Formen der Psychoedukation. Bei der ersten Form wird die betroffene Person von einem Psychotherapeuten direkt betreut. Hingegen wird bei der zweiten Form eine telefonassistierte Selbsthilfe (TASH) angeboten. Das TASH-Programm basiert auf Selbsthilfebroschüren und mehreren Telefon-Coachings. Im Anschluss an die erste Behandlungsstufe werden die Betroffenen erneut untersucht und das Ansprechen der Behandlung überprüft. Bei gutem Therapieerfolg erhalten die Patientinnen und Patienten ein klinisches Routinemanagement. Bei therapeutischem Teilerfolg werden die Betroffenen nochmals aktiv psychologisch betreut. Bei einer Teilgruppe der Studienteilnehmenden wird zusätzlich Neurofeedback durchgeführt. Bei gänzlich fehlendem Therapieerfolg werden die Betroffenen schließlich mit Methylphenidat medikamentös behandelt. Auch hier gibt es wieder eine Teilgruppe, bei der ergänzend Neurofeedback angewendet wird. Durch die stufenweisen Therapieschritte sollen der Behandlungsaufwand reduziert und der Behandlungserfolg gesteigert werden.

Vorhersage der Behandlungsantwort aus der Gehirnstruktur und-funktion (ESCAbrain)

Förderkennzeichen: 01EE1408E
Gesamte Fördersumme: 2.138.393 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Tobias Banaschewski
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
J 5
68159 Mannheim

Vorhersage der Behandlungsantwort aus der Gehirnstruktur und-funktion (ESCAbrain)

Der Behandlungserfolg nicht-pharmakologischer Therapien bei ADHS ist sehr heterogen. Patientinnen und Patienten sprechen individuell entweder besser oder schlechter auf eine bestimmte Behandlung an. Diese Unterschiede werden zunehmend anhand individueller Veränderungen der Gehirnstruktur und der Gehirnfunktion der Betroffenen interpretiert. In diesem Projekt, das vom ZI Mannheim geleitet wird, sollen diese Veränderungen daher näher untersucht werden. Ziel des Vorhabens ist es, anhand bestimmter Parameter den Behandlungserfolg einer spezifischen Therapie vorab besser einschätzen zu können. Die Arbeiten konzentrieren sich dabei speziell auf die Vorhersage des Behandlungserfolges bei Verhaltenstherapie und bei Neurofeedback. Hierzu werden Patientinnen und Patienten untersucht, die an den entsprechenden Modulen in den klinischen Studien des ESCA-Life Verbundprojektes teilnehmen. Es werden Merkmale der Funktion, der Struktur und der Konnektivität des Gehirns analysiert. Dies geschieht durch Bildgebungstechniken wie Elektroenzephalographie (EEG), Magnetresonanztomografie (MRT) oder transkranieller Sonographie (TCS). Durch die Arbeiten im Vorhaben sollen zukünftige Behandlungen gezielter und effizienter auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden können.