Verbund

ESPRIT

Im Forschungsverbund ESPRIT (Enhancing Schizophrenia Prevention and Recovery through Innovative Treatments) sollen neue Präventions- und Behandlungsansätze bei Schizophrenie erforscht werden. Schizophrenie ist eine Erkrankung des Gehirns; sie wird durch strukturelle und biochemische Veränderungen im Gehirn hervorgerufen und beeinflusst die Wahrnehmung der Realität. Sie tritt zumeist in akuten Schüben auf, sogenannten schizophrenen Episoden. Statistisch durchlebt jeder hundertste Mensch mindestens einmal im Leben eine schizophrene Episode.

Aktuelle Therapien finden immer während einer schizophrenen Episode statt. Hierbei sind hohe Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente, geringe Erfolgsraten der Behandlung und hohe Rückfallquoten typisch. ESPRIT überprüft daher die Wirkung präventiver Ansätze sowie die aktive Unterstützung des Genesungsprozesses nach einer akuten schizophrenen Episode. Dieser neue Ansatz soll dazu führen, zukünftige schizophrene Episoden zu verhindern oder abzuschwächen. Den Kern der geplanten Arbeiten bilden vier klinische Studien an Patientinnen und Patienten. Diese umfassen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Behandlungsansätze wie etwa eine Psychotherapie. Besondere Aufmerksamkeit wird Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko gewidmet. Erfolgreiche Konzepte sollen auf ihre Einsatzmöglichkeit im Versorgungsalltag überprüft werden.

Teilprojekte

Klinische Studie zur Wirksamkeit von Cannabidiol CR (Arvisol®) als Zusatztherapie zu einer Behandlung mit Olanzapin oder Amisulprid im Frühstadium einer Schizophrenie

Förderkennzeichen: 01EE1407A
Gesamte Fördersumme: 2.356.866 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Franz-Markus Leweke
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
J 5
68159 Mannheim

Klinische Studie zur Wirksamkeit von Cannabidiol CR (Arvisol®) als Zusatztherapie zu einer Behandlung mit Olanzapin oder Amisulprid im Frühstadium einer Schizophrenie

Schizophrenie ist durch eine hohe Rückfallquote nach einer erfolgten Therapie gekennzeichnet. Somit erleiden viele Patientinnen und Patienten trotz einer Behandlung wieder einen erneuten Krankheitsschub. Die hier vorliegende klinische Studie soll daher überprüfen, ob Cannabidiol den Behandlungserfolg verbessern kann. Cannabidiol ist ein Bestandteil der Cannabispflanze, der keinerlei rausch- oder abhängigkeitserzeugende Wirkung hat. Der Wirkstoff soll dabei in einer Erhaltungstherapie erprobt werden. Die Erhaltungstherapie schließt sich an eine Akuttherapie an. Die Akuttherapie wird mit den bereits zugelassenen Medikamenten Olanzapin oder Amisulprid durchgeführt. Zusätzlich wird den Probandinnen und Probanden Cannabidiol oder ein Plazebo verabreicht. Es wird erwartet, dass die Erhaltungstherapie mit Cannabidiol die Rückfallquote senkt. An der Studie werden 180 Patientinnen und Patienten teilnehmen. Die Therapiedauer beträgt insgesamt ein Jahr. Während dieser Zeit werden regelmäßig unter anderem die Krankheitssymptome sowie die Lebensqualität der Teilnehmenden erfasst. Die klinische Studie wird vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim geleitet. Außerdem nehmen die Universitätskliniken in Köln, Berlin, München und Aachen als weitere Studienzentren teil.

Erfassung der Langzeitkosten und Analyse der Kosteneffektivität innovativer Therapien bei Schizophrenie

Förderkennzeichen: 01EE1407B
Gesamte Fördersumme: 196.620 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Hans Joachim Salize
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
J 5
68159 Mannheim

Erfassung der Langzeitkosten und Analyse der Kosteneffektivität innovativer Therapien bei Schizophrenie

Schizophrenie ist durch eine hohe Rückfallquote nach einer erfolgten Therapie gekennzeichnet. Hierdurch entstehen für das Gesundheitssystem hohe Kosten bei der Behandlung der Patientinnen und Patienten. Im Verbund ESPRIT werden daher neue Behandlungsmöglichkeiten auf ihre Wirksamkeit und Effizienz hin untersucht. Einen wichtigen Aspekt stellt hierbei die Analyse der Behandlungskosten der neuen Therapien dar. Diese Aufgabe wird vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim übernommen. Neben den reinen Behandlungskosten wird auch die Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen sowie psychiatrischer Leistungen der Patientinnen und Patienten erhoben. Mit diesen Daten werden dann Kosteneffektivitäts- und Kosten-Nutzwertanalysen durchgeführt. Hierbei werden auch Lebensqualitätsdaten einbezogen und im Sinne von Präferenzmessungen in QALYs (qualitätsadjustierte Lebensjahre) umgerechnet. Auf diese Weise ist auch eine Aussage zur Veränderung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten möglich. Die vier neuen Therapien, die der ESPRIT Verbund erforscht, werden dann bezüglich einer möglichen Implementierung in die Versorgungsroutine bewertet.

Klinische Studie zur Prävention einer ersten psychotischen Episode durch Integrierte Präventive Psychologische Intervention bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko

Förderkennzeichen: 01EE1407C
Gesamte Fördersumme: 415.297 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Joachim Klosterkötter
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Kerpener Str. 62
50937 Köln

Klinische Studie zur Prävention einer ersten psychotischen Episode durch Integrierte Präventive Psychologische Intervention bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko

Psychotische Störungen sind durch hohe gesundheitliche und soziale Belastungen der Betroffenen und ihrer Angehörigen gekennzeichnet. Sie gehen zumeist mit sozialen und beruflichen Funktionseinbußen der Erkrankten einher. Hiermit ist eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität verbunden. Gleichzeitig entstehen hohe finanzielle Aufwände für das Gesundheitssystem. Trotz aller Behandlungsfortschritte in den letzten Jahrzehnten hat sich diese Situation nicht erheblich verbessert. Präventive Maßnahmen werden daher gegenwärtig als vielversprechendste Ansätze für Therapiemaßnahmen angesehen. Durch ein kooperatives Forschungsprojekt der Universitäten Köln und Bonn sollen jetzt zwei neue, präventive Behandlungsansätze klinisch erprobt werden. Das Ziel der Studie ist es, die Übergangsrate von Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in eine diagnostizierte Psychose zu reduzieren. Die Universität Köln koordiniert das Modul zur "Integrierten Präventiven Psychologischen Intervention" (IPPI). Hierbei handelt es sich um einen psychotherapeutischen Behandlungsansatz. Neben Köln sind die Universitätskliniken in Bonn, München, Mannheim, Tübingen und Aachen als weitere Studienzentren eingebunden. Die Studiendauer wird 48 Monate betragen, wobei die eigentliche Therapie samt Beobachtungsphase auf insgesamt 18 Monate ausgelegt ist.

Klinische Studie zur Bedeutung von Ausdauersport für die Verbesserung von Kognition und Remission bei post-akuter Schizophrenie

Förderkennzeichen: 01EE1407E
Gesamte Fördersumme: 471.013 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Peter Falkai
Adresse: Klinikum der Universität München, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Nußbaumstr. 7
80336 München

Klinische Studie zur Bedeutung von Ausdauersport für die Verbesserung von Kognition und Remission bei post-akuter Schizophrenie

Psychotische Störungen, wie beispielsweise die Schizophrenie, sind für die Betroffenen sowohl gesundheitlich wie auch sozial zumeist sehr belastend. Es besteht ein hoher Bedarf an neuen, wirksamen Therapien und Präventionsmöglichkeiten. In bisherigen Studien wurde eine positive Wirkung von 3-monatigem körperlichem Ausdauertraining in kleinen Stichproben von Patientinnen und Patienten gezeigt. Diese Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf Personen mit chronischer Schizophrenie. Im Vorhaben der Universität München soll nun erforscht werden, ob auch kürzlich erkrankte Personen davon profitieren können. Gleichzeitig soll untersucht werden, ob eine verlängerte Trainingsdauer von 6 Monaten positive Effekte hat. Hierfür sollen in einer klinischen Studie insgesamt 180 Patientinnen und Patienten behandelt werden. Alle Teilnehmenden müssen eine diagnostizierte Schizophrenie haben. Die Erstmanifestation der Erkrankung muss hierbei weniger als 3 Jahre zurückliegen. 90 Studienteilnehmende erhalten ein 6-monatiges Ausdauersporttraining, das mittels Ergometertraining nach individuellem Leistungsgrad durchgeführt wird. Weitere 90 Personen werden parallel ein Entspannungs- und Gleichgewichtstraining absolvieren. Nach 12 und 26 Wochen Therapiedauer wird der Einfluss auf die Positiv- und Negativ-Symptomatik, depressive Symptome, Lebensqualität, Remissionsgrad und die kognitive Leistungsfähigkeit untersucht. In einer weiteren Beobachtungsperiode nach sechs Monaten ohne Training soll geprüft werden, ob die erzielten Effekte anhalten oder sich zurückbilden. Neben der Universität München sind auch die Universitätskliniken in Aachen, Mannheim, Berlin und Düsseldorf als weitere Studienzentren eingebunden.

Klinische Studie zur Wirksamkeit eines Integrierten sozial-kognitiven und verhaltensbezogenen Kompetenztrainings hinsichtlich der sozialen Funktionsfähigkeit bei Schizophrenie

Förderkennzeichen: 01EE1407F
Gesamte Fördersumme: 678.738 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Wölwer
Adresse: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Rheinische Kliniken Düsseldorf, Psychiatrische Klinik
Bergische Landstr. 2
40629 Düsseldorf

Klinische Studie zur Wirksamkeit eines Integrierten sozial-kognitiven und verhaltensbezogenen Kompetenztrainings hinsichtlich der sozialen Funktionsfähigkeit bei Schizophrenie

Ein typisches Merkmal der Schizophrenie ist die gestörte soziale Funktionsfähigkeit der erkrankten Menschen. Darunter versteht man beispielsweise die Motivationslosigkeit zu sozialen Aktivitäten oder Probleme bei der Interaktion mit anderen Menschen. Dies ist für die Betroffenen sehr belastend und führt zu einer stark reduzierten Lebensqualität. Alle derzeit verfügbaren Therapiemaßnahmen zeigen hier nur geringe Behandlungserfolge. Die vorliegende Studie überprüft daher eine neue Therapiemöglichkeit. Das Ziel ist es, die soziale Funktionsfähigkeit durch die Kombination zweier unterschiedlicher Behandlungsstrategien wirksamer als bislang möglich zu verbessern. Hierbei handelt es sich um ein "Integriertes sozial-kognitives und verhaltensbezogenes Kompetenztraining (ISST)". Die neue Methode wird mit einer derzeit verwendeten Standardtherapie verglichen, dem "Neurokognitiven Remediationstraining (NCRT)". Insgesamt 180 Patientinnen und Patienten nehmen an der Studie teil. Alle Teilnehmenden befinden sich in einer frühen Phase der schizophrenen Erkrankung. Die neue Behandlung dauert insgesamt sechs Monate. Der Therapieerfolg wird unmittelbar nach der Behandlung sowie nochmals sechs Monate nach Behandlungsende gemessen. Die klinische Studie wird von der Universitätsklinik Düsseldorf geleitet. Außerdem nehmen die Universitätskliniken in Köln, Bonn und Tübingen als weitere Studienzentren teil. Die gewonnenen Daten der Studie fließen zudem noch in ein weiteres Projekt des Forschungsverbundes ein. Hier soll versucht werden, einen etwaigen Behandlungserfolg bereits frühzeitig während der Behandlung vorherzusagen.

Datenerhebung im Alltag und multivariate Methoden zur Prädiktion des Therapieerfolgs bei Schizophrenie

Förderkennzeichen: 01EE1407G
Gesamte Fördersumme: 524.977 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Henrik Walter
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Datenerhebung im Alltag und multivariate Methoden zur Prädiktion des Therapieerfolgs bei Schizophrenie

In dem Forschungsvorhaben der Charité Berlin soll eine Datenerfassung im Alltag bei schizophrenen Patientinnen und Patienten durchgeführt werden. Die hierfür verwendete Technik ist das Ecologically Momentary Assessment (EMA). Die Daten werden ambulant, d.h. in ganz gewöhnlichen Alltagssituationen der Patientinnen und Patienten erhoben. Das aktuelle Erleben und das Verhalten werden zeitnah und in der jeweiligen konkreten Situation erfasst. Dies geschieht im konkreten Vorhaben durch Smartphones, die den Studienteilnehmenden zur Verfügung gestellt werden. Psychopathologie, sozialer Kontext, psychosoziale Belastungen, Lebensqualität und das Aktivitätsniveau werden nicht wie üblich in der Behandlungssituation, sondern im typischen Lebensumfeld der Betroffenen erhoben. Hierin unterscheidet sich die Technik von der sonst üblichen stationären Datenaufnahme, beispielsweise in Kliniken oder im Labor. Die so gewonnenen Daten sollen dazu benutzt werden, Therapieverläufe und Behandlungsergebnisse bereits während der laufenden Therapie vorherzusagen. Das EMA ist zu diesem Zweck in die laufenden klinischen Studien des Verbundes ESPRIT eingebunden. Von besonderem Interesse sind in diesem Zusammenhang die pharmakologische Studie zur Wirksamkeit von Cannabidiol (ZI Mannheim) und das Ausdauertraining (LMU München) bei postakuter Schizophrenie.

Effektivität der Transkraniellen Gleichstromstimulation zur Verbesserung des kognitiven Trainings bei Schizophrenie

Förderkennzeichen: 01EE1407H
Gesamte Fördersumme: 312.210 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Christian Plewnia
Adresse: Eberhard Karls Universität Tübingen, Universitätsklinikum, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Calwerstr. 14
72076 Tübingen

Effektivität der Transkraniellen Gleichstromstimulation zur Verbesserung des kognitiven Trainings bei Schizophrenie

Dieses Forschungsvorhaben befasst sich mit der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS). Hierbei handelt es sich um ein nicht-invasives Hirnstimulationsverfahren. Je nach Anwendung steigert oder reduziert es bestimmte Aktivitäten im Gehirn. Die Wirkung dieses Verfahrens auf kognitive Funktionen ist bereits gut belegt. In diesem Vorhaben wird nun der Effekt der tDCS auf die Arbeitsgedächtnisleistung und kognitive Beeinträchtigungen bei Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie untersucht. Die Arbeitsgedächtnisleistung wird durch ein spezielles Trainingsverfahren, die "adaptive n-back" Aufgabe, geprüft und trainiert. Hierbei werden einer Probandin oder einem Probanden einzelne Buchstaben am Computer gezeigt. Die Person reagiert dabei mit einem Tastendruck auf Buchstaben, die bereits ‚n' Buchstaben vorher präsentiert wurden. Die Zahl ‚n' verändert sich in Abhängigkeit der Arbeitsgedächtnisleistung der Versuchsperson. Sie dient als Zielparameter des Trainingserfolges. Das Arbeitsgedächtnistraining soll nun mit der tDCS kombiniert werden. Zunächst werden die Effekte unterschiedlicher Stimulationspolaritäten, Stimulationsareale am Gehirn sowie verschiedene Stimulationsstärken erprobt. Danach werden die wirksamsten Parameter in Kombination mit dem Arbeitsgedächtnistraining angewandt um diese zu prüfen. Die Ergebnisse der Testpersonen werden mit denen anderer Probandinnen und Probanden verglichen, die keine tDCS erhalten haben. Die Kombination von Arbeitsgedächtnistraining und tDCS gilt als vielversprechende neue Möglichkeit zur Verbesserung der Therapie kognitiver Einschränkungen von Patienten mit Schizophrenie.

Klinische Studie zur Prävention einer ersten psychotischen Episode durch N-Acetylcystein bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko

Förderkennzeichen: 01EE1407I
Gesamte Fördersumme: 397.734 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. René Hurlemann
Adresse: Universitätsklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Klinische Studie zur Prävention einer ersten psychotischen Episode durch N-Acetylcystein bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko

Psychotische Störungen führen oftmals zu sozialen und beruflichen Funktionseinbußen bei den Erkrankten. Dies führt zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Gleichzeitig entstehen hohe finanzielle Aufwände für das Gesundheitssystem. Bislang existieren keine Behandlungsmethoden, die verlässlich und dauerhaft wirken. Ein großer Teil der Betroffenen erleidet trotz beendeter Therapie einen oder mehrere Rückfälle in die Erkrankung. Präventive Maßnahmen werden daher gegenwärtig als vielversprechendste Ansätze neuer Therapiemaßnahmen angesehen. Durch ein kooperatives Forschungsprojekt der Universitäten Köln und Bonn sollen jetzt zwei neue, präventive Behandlungsansätze klinisch erprobt werden. Das Ziel der Studie ist es, die Übergangsrate von Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in eine diagnostizierte Psychose zu reduzieren. Die Universität Bonn koordiniert das pharmazeutische Behandlungsmodul. Hier soll die Wirkung eines neuen Arzneimittels, N-Acetylcystein (NAC), erforscht werden. Die Universität zu Köln erforscht parallel hierzu ein psychotherapeutisches Behandlungsmodul. Beide Module sollen nach der Studie miteinander verglichen werden. Neben Bonn und Köln sind die Universitätskliniken in München, Mannheim, Tübingen und Aachen als weitere Studienzentren eingebunden. Die Studiendauer wird 48 Monate betragen, wobei die eigentliche Therapie samt Beobachtungsphase auf insgesamt 18 Monate ausgelegt ist.