Gesundheitsforschung - ethische, rechtliche und soziale Aspekte

Welche Chancen und welche Risiken verbergen sich hinter Forschungsergebnissen und neuen Technologien? Was wollen wir als Gesellschaft verantworten? Darüber müssen wir sprechen. Die ELSA-Forschung schafft Grundlagen und stößt diesen Dialog an.

Mehrere Menschen ziehen an bunten Kordeln, die in der Mitte verknotet sind.

Thinkstock/plustwentyseven

Wir können das Erbgut gezielt ändern, ohne Spuren zu hinterlassen. Neueste Untersuchungsmethoden ermöglichen die Diagnose einzelner Erkrankungen lange bevor erste Krankheitszeichen auftreten. Ferngesteuerte Roboter und Computer assistieren in den Operationssälen. Für Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch gibt es vielfältige Möglichkeiten dennoch eine Familie zu planen. Diese Beispiele zeigen: In der Gesundheitsforschung wird immer mehr möglich. Und die neuen Methoden und Technologien werden uns zukünftig tagtäglich begegnen und herausfordern. Für jeden von uns stellen sich dabei Fragen, die diskutiert und beantwortet werden müssen: Wie „künstlich“ darf für uns beispielsweise eine künstliche Befruchtung sein? Oder: Was bedeutet es für mich, wenn ich in einigen Jahren mit bis zu 30% iger Wahrscheinlichkeit erkranken kann?

Gesellschaftlicher Diskurs

All diese Fragen müssen diskutiert werden – und zwar nicht nur unter Fachleuten, sondern gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern und den beteiligten Akteuren. Ein erster Schritt ist die Information und Wissensvermittlung. Denn nur wer weiß, was hinter einer neuen Behandlungsmethode steht und wie sie funktioniert, kann für sich entscheiden, ob er oder sie offen ist für diese neue Entwicklung. Für die Diskussion ist es wichtig, die ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekte einer Erneuerung zu beleuchten und eine sachlich fundierte Grundlage für die Diskussion zu schaffen. Die Forschungsrichtung, die sich mit diesen Fragen beschäftigt, zeichnet sich durch eine fachübergreifende Zusammenarbeit aus: Expertinnen und Experten aus der Philosophie, Soziologie, den Rechtswissenschaften, der Medizin und den Naturwissenschaften tauschen sich zu den relevanten Fragestellungen aus.

Die ELSA Forschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beschäftigt sich mit den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten in den Lebenswissenschaften. Der Name leitet sich aus den englischen Wörtern „ethal“, „legal“ und „social aspects“ ab. Ihr Ziel ist es, wissenschaftlich basierte Aussagen zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der modernen Lebenswissenschaften zu ermöglichen. Sie umfasst mehrere Themen wie beispielsweise die Stammzellforschung, die Gentechnologie oder auch die Neurologie.

Diskursprojekte

Wie können wir in unserer Gesellschaft gemeinsam über Chancen und Risiken neuer Möglichkeiten diskutieren? In den sogenannten Diskursvorhaben werden bisher vor allem junge Erwachsene angesprochen. Sie sollen befähigt werden, sich eine eigene, reflektierte Meinung zu bilden. 

Nachwuchsförderung

Wissenschaftlicher Nachwuchs braucht Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. In sogenannten Klausurwochen werden besonders junge, interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefördert. Das ermöglicht ihnen, ihre Arbeits- und Kommunikationsfähigkeiten fächerübergreifend auszubauen. Denn in den Klausurwochen treffen bislang voneinander abgegrenzte Wissenschaften aufeinander: Aus den medizinisch-naturwissenschaftlichen und den geistes- bzw. sozialwissenschaftlichen Fächern.

Themen, die im gesellschaftlichen Diskurs besprochen werden:

Der Leistungsdruck am Arbeitsplatz steigt. Bis zu 12 Prozent der Berufstätigen sollen ihre kognitive Leistung durch verschreibungspflichtige Substanzen stärken.

"Hirndoping“ – lernen leicht gemacht mit Pillen?

Die vielfältigen Aspekte des „Hirndopings“ zeigen, wie wichtig es ist, mögliche Folgen des lebenswissenschaftlichen Fortschritts mit einem gesellschaftlichen Diskurs zu begleiten.

Zwei Tutorinnen bei der Arbeit – hier an der Lernstation „Blick in den Körper“.

Stammzellforschung: Was ist deine Meinung dazu?

Was ist Stammzellforschung und regenerative Medizin eigentlich genau? Welche Chancen, Risiken und gesellschaftlichen Herausforderungen sind damit verbunden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich mehr als 200 Schülerinnen und Schüler aus Hannover.

Gesundheitsforschung - ethische, rechtliche und soziale Aspekte