Verbund

GROWTREAT

Viele Pflegekinder haben Misshandlungserfahrungen gemacht, die zu einer Fremdplatzierung geführt haben. Frühe traumatische Erfahrungen, seelische Verletzungen, Umbrüche und Krisen stehen oft mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensproblemen bei Kindern in Zusammenhang und es ist für die Betroffenen häufig nicht leicht, die Erlebnisse zu verarbeiten. Nicht selten beeinflusst es ihre Verhaltensweisen auch dann noch nachhaltig, wenn sie in einer "neuen" Familie untergebracht wurden. Die langfristigen Folgen von Misshandlungserfahrungen und Fremdunterbringungen führen dazu, dass es ehemaligen erwachsenen Pflegekindern nur in der Hälfte aller Fälle gelingt, eine ökonomische Selbstständigkeit, gute Familienbeziehungen und eine gute Fürsorge für ihre eigenen Kinder zu verwirklichen. In dem Verbundvorhaben soll die Entwicklung von Pflegekindern mit Vernachlässigungs- und Misshandlungsverfahrungen unter unterschiedlichen Förderbedingungen untersucht werden.

Teilprojekte

Abgeschlossen

TREAT-Part

Förderkennzeichen: 01KR1302A
Gesamte Fördersumme: 555.042 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Nina Heinrichs
Adresse: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, Institut für Psychologie, Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik
Humboldtstr. 33
38106 Braunschweig

TREAT-Part

Mit diesem Vorhaben soll die Entwicklung von Pflegekindern mit Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen unter verschiedenen Förderbedingungen erforscht werden. Dazu wird an der TU Braunschweig der zusätzliche Nutzen eines neues neuer Intervention ("Taking Care Triple P") untersucht, die Pflegeeltern in der Erziehung ihres Pflegekindes unterstützen soll.Die klinische Studie (TREAT-Part) ist eingebettet in eine Längsschnittstudie zur Entwicklung von Pflegekindern mit Missbrauchs- und Vernachlässigungserfahrungen. Erfasst werden sollen Veränderungen in der Pflegeeltern-Kind-Interaktion, dem elterlichen Erziehungsverhalten und der Anzahl notwendiger Unterbringungswechsel. Auch Veränderungen in Hinblick auf psychische Auffälligkeiten beim Pflegekind, die kindliche Emotionsregulation sowie neurobiologische Veränderungen in der Stressreaktion werden betrachtet. Darüber hinaus sollen durch die Studie Aussagen darüber möglich werden, inwiefern Pflegekinder, soweit sie in einer positiven und sicheren Umgebung aufwachsen, die Chance auf eine normale Entwicklung haben. Einem per Zufall ausgewählten Teil der in die Längsschnittstudie eingeschlossenen Pflegeeltern wird die Teilnahme an einer an die Bedürfnisse von Pflegefamilien angepassten Intervention zur Förderung der Erziehungskompetenz und des Umgangs mit dem Pflegekind angeboten. Das Elterntraining umfasst fünf Gruppensitzungen, zwei individuelle Telefonberatungen und eine Abschlusssitzung. Zur Überprüfung des zusätzlichen Nutzens im Vergleich zu den regulären Angeboten für Pflegefamilien finden im Rahmen des TREAT-Parts zu drei Zeitpunkten Erhebungen statt: vor Beginn, direkt nach sowie ein Jahr nach der Intervention. 

Abgeschlossen

GROWPART

Förderkennzeichen: 01KR1302C
Gesamte Fördersumme: 484.980 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Arnold Lohaus
Adresse: Universität Bielefeld, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft, Abt. für Psychologie
Universitätsstr. 25
33615 Bielefeld

GROWPART

Mit dem Vorhaben soll die Entwicklung von Pflegekindern mit Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen unter unterschiedlichen Förderbedingungen untersucht werden. Es wird dabei von der Annahme ausgegangen, dass Kinder mit Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen vor allem unmittelbar nach dem Übergang in eine Pflegefamilie deutliche Entwicklungsauffälligkeiten aufweisen, die sich jedoch mit der Dauer der Fremdunterbringung reduzieren. Mit der geplanten Studie soll deutlich werden, welche Kinder von einer Fremdplatzierung stärker und welche Kinder weniger stark profitieren. Zusätzlich soll erkennbar werden, welche Maßnahmen in besonderem Maße zu einer positiven Entwicklung von Pflegekindern beitragen.  Um mögliche Entwicklungsunterschiede und ihre Ursachen untersuchen zu können, soll bei Pflege- und Vergleichskindern eine Reihe von Erhebungen stattfinden. Dazu zählen u.a. die Beantwortung von Fragebögen durch die Eltern (z.B. zu Bewältigungs- und Emotionsregulationskompetenzen, zu kritischen Lebensereignissen und Verhaltensauffälligkeiten), die Durchführung von Verhaltensbeobachtungen sowie die Erhebung verschiedener physiologischer Parameter, die Hinweise auf das Stresserleben von Kindern liefern können (z.B. die Schlafqualität und Cortisol-Messungen). Die längsschnittlichen Erhebungen sollen in einem halbjährlichen Abstand wiederholt werden, um Entwicklungsverläufe und mögliche Einflussparameter erfassen zu können.