Verbund

EMPOWERYOU - Kinder und Jugendliche in Pflege- und Adoptivfamilien stärken und Reviktimisierung verhindern

Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend haben dramatische Folgen für die Betroffenen, unter denen sie meist ein Leben lang leiden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Forschungsverbünde, die evidenz-basierte Konzepte zur Prävention, Erkennung und Therapie zu entwickeln und in der Praxis erproben.

Die Mehrzahl der Pflege- und Adoptivkinder hat in ihrer Ursprungsfamilie Gewalt, Vernachlässigung und/oder Missbrauch erfahren. Mit der Fremdbetreuung ist die Gefahr, erneut Opfer von Gewalt zu werden, jedoch nicht gebannt: Vielmehr haben Pflege- und Adoptivkinder ihr Leben lang ein deutlich erhöhtes Risiko, Opfer von Mobbing und Gewalt zu werden.

Das übergeordnete Ziel des Verbundes EMPOWERYOU ist es, Pflege- und Adoptionsfamilien sowie Kinder und Jugendliche in Fremdunterbringung bei der Bewältigung früherer traumatischer Erfahrungen zu unterstützen und dem Risiko zukünftiger Mobbing- und Gewalterfahrungen entgegenzuwirken. Die untersuchten Kinder und Jugendlichen können dabei sowohl Täter als auch Opfer von Mobbing sein, z. B. in der Schule oder im Freundes- und Bekanntenkreis. Mobbing umfasst hier auch das so genannte Cyber-Mobbing mittels neuer Medien und in sozialen Netzwerken. Basierend auf den gewonnenen Ergebnissen werden dann maßgeschneiderte, internetbasierte Präventionsprogramme entwickelt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft. Wenn sich diese als effektiv erweisen, können sie leicht und kostengünstig verbreitet und eingesetzt werden.

Teilprojekte

Erfassung von Viktimisierungserfahrungen

Förderkennzeichen: 01KR1806A
Gesamte Fördersumme: 628.081 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Kerstin Konrad
Adresse: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Fakultät 10, Medizin und Universitätsklinikum, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Erfassung von Viktimisierungserfahrungen

Um den Teufelskreis von frühen und nachfolgenden Gewalt-Erfahrungen zu unterbrechen, ist es notwendig, zunächst zu untersuchen, welche Reviktimisierungserfahrungen die betroffenen Kinder und Jugendlichen in ihrem Alltag erleben und wie genau die soziale Informationsverarbeitung von Pflegekindern verändert ist. Insbesondere möchten wir der Frage nachgehen, wie genau die soziale Informationsverarbeitung durch frühe Traumata verändert wurde und wie diese Veränderungen mit dem erhöhten Risiko einer späteren Re-Viktimisierung zusammenhängen. Hierfür werden innovative ökologisch valide Methoden eingesetzt (insbesondere Ambulatorische Assessments via Smartphones), die auch der sich verändernden Nutzung von digitalen Kommunikationsformen von Jugendlichen heutzutage gerecht wird. Im Einzelnen verfolgt das Teilprojekt (TP ) 2 folgende Ziele: 1. Erfassung von sozialen Informationsverarbeitungs- und (Re-) Viktimisierungsprozessen im Alltag von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien; 2. Durchführung einer Validierungsstudie zur Überprüfung der Gültigkeit von Web-basierten und Smartphone-basierten Erhebungen von soziale Informationsverarbeitungsprozessen im Vergleich zu Messungen unter standardisierten Laborbedingungen (insbesondere von Aufgaben zur Emotionserkennung, riskanten Entscheidungen und Attributionsbias); 3. Bereitstellung von ökologisch validen Outcome-Massen für die Interventionsstudien /Real-Lfe Cybertest) und 4. Moderator/ Mediator-Analysen des Behandlungserfolges (TP4 & TP5).

Einflüsse auf Viktimisierungserfahrungen

Förderkennzeichen: 01KR1806B
Gesamte Fördersumme: 366.204 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Arnold Lohaus
Adresse: Universität Bielefeld, Fakultät Psychologie und Sportwissenschaft, Abteilung für Psychologie
Universitätsstr. 25
33615 Bielefeld

Einflüsse auf Viktimisierungserfahrungen

Viele Kinder und Jugendlichen in Fremdunterbringung (z.B. Pflegefamilien, Pflegeinstitutionen etc.) haben Gewalt, Vernachlässigung und/oder Missbrauch erfahren. Bei Kindern und Jugendlichen mit einem derartigen Erfahrungshintergrund ist das Risiko für eine Re-Viktimisierung erhöht. Mit diesem Forschungsprojekt sollen Faktoren identifiziert werden, die zu einer Re-Viktimisierung beitragen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Mobbing-Erfahrungen (als Opfer oder Täter) gelegt wird, da dies zu einem erhöhten Risiko für ungünstige Entwicklungsergebnisse beitragen kann. Dies gilt insbesondere für mehrfache und chronische Mobbing-Erfahrungen (z.B. kombinierte Erfahrungen durch Cyber-Mobbing und traditionelles face-to-face-Mobbing sowie anhaltende Mobbing-Erfahrungen über Transitionsperioden hinweg). Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um im weiteren Projektverlauf gezielt Interventionen für Kinder mit Gewalterfahrungen oder Erfahrungen von Vernachlässigung und/oder Missbrauch zu entwickeln, die das Re-Viktimisierungsrisiko für die Betroffenen reduzieren sollen.

Erfassung von Viktimisierungserfahrungen

Förderkennzeichen: 01KR1806C
Gesamte Fördersumme: 264.832 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Ulrich Ebner-Priemer
Adresse: Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Sport und Sportwissenschaft
Engler-Bunte-Ring 15
76131 Karlsruhe

Erfassung von Viktimisierungserfahrungen

Pflege- und Adoptivkinder haben ihr Leben lang ein deutlich erhöhtes Risiko, Opfer von Mobbing und Gewalt zu werden. In diesem Verbund sollen die zugrunde liegenden Mechanismen dafür erfasst und, darauf aufbauend, ein internetbasiertes Präventionsprogramm entwickelt werden. In diesem Vorhaben werden dazu alltagsnah die Mobbing- und Viktimisierungserfahrungen und die sozialen Informationsverarbeitungsprozesse von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien untersucht. Dazu werden zum einen kognitive Tests zur sozialen Informationsverarbeitungsprozessen im Alltag entwickelt, adaptiert, softwaretechnisch umgesetzt sowie evaluiert und zum anderen die dynamischen Interaktionsprozesse mittels spezifischer statistischer Analysen (Dynamical Multilevel Modeling) ausgewertet.

Klinische Studie mit Pflege- und Adoptiveltern

Förderkennzeichen: 01KR1806D
Gesamte Fördersumme: 517.786 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Nina Heinrichs
Adresse: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, Institut für Psychologie, Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik
Humboldtstr. 33
38106 Braunschweig

Klinische Studie mit Pflege- und Adoptiveltern

Pflege- und Adoptivkinder haben ihr Leben lang ein deutlich erhöhtes Risiko, Opfer von Mobbing und Gewalt zu werden. In diesem Verbund sollen die zugrunde liegenden Mechanismen dafür erfasst und, darauf aufbauend, ein internetbasiertes Präventionsprogramm entwickelt werden. Ziel dieses Vorhabens ist die Entwicklung eines internetbasierten Präventionsprogramms, das Pflege- und Adoptiveltern dabei unterstützen soll, ihre Kinder vor einer Misshandlung und Mobbing (auch sog. Cybermobbing) unter Geschwistern und Gleichaltrigen zu schützen. Hierbei soll insbesondere herausgefunden werden, welche Themen und Inhalte des Programms dazu beitragen können, bereits Opfer gewordene Kinder und Jugendliche zu schützen. Im Anschluss an die Entwicklung sollen die Effekte der einzelnen Interventionsbestandteile auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Ziel ist hier die Identifikation der wirksamsten Interventionskomponenten und ihrer Kombinationen.

Klinische Studie mit Pflege- und Adoptivkindern

Förderkennzeichen: 01KR1806E
Gesamte Fördersumme: 424.544 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Wagner
Adresse: MSB Medical School Berlin GmbH, Hochschule für Gesundheit und Medizin
Calandrellistr. 1-9
12247 Berlin

Klinische Studie mit Pflege- und Adoptivkindern

Pflege- und Adoptivkinder haben ihr Leben lang ein deutlich erhöhtes Risiko, Opfer von Mobbing und Gewalt zu werden. In diesem Verbund sollen die zugrunde liegenden Mechanismen dafür erfasst und, darauf aufbauend, ein internetbasiertes Präventionsprogramm entwickelt werden. Ziel dieses Vorhabens ist die Entwicklung eines internetbasierten Präventionsprogrammes, das Pflege- und Adoptivkinder im Alter von 14 bis 21 Jahren davor schützen soll, erneut Opfer von Kindesmisshandlungen durch Erwachsene oder von Mobbing (auch sog. Cybermobbing) unter Geschwistern und gleichaltrigen Jugendlichen zu werden. Hierbei soll insbesondere herausgefunden werden, welche Themen und Inhalte des Programms dazu beitragen können, Kinder und Jugendliche zu schützen und in welcher medialen Form diese präsentiert werden sollen. Im Anschluss an die partizipative Entwicklung soll die Intervention im Rahmen einer randomisierten Kontrollgruppenstudie auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.