Verbund

iCase

In dem vorliegenden Verbund „iCase“ wird untersucht, welchen Einfluss die Aminosäure Tryptophan auf die soziale Kognition ausübt. Als soziale Kognition werden neurologische Prozesse bezeichnet, die es zum Beispiel erlauben, die Absichten und die Gefühlslage der Mitmenschen zu erkennen. Bei der sozialen Kognition spielt der Neurotransmitter Serotonin eine wichtige Rolle. Für die Herstellung von Serotonin benötigt der Körper Tryptophan, das in vielen Nahrungsmitteln wie Fisch, Milch oder Bananen enthalten ist. Deshalb könnte eine tryptophanreiche Ernährung die soziale Kognition positiv beeinflussen. Im Alter lässt die Fähigkeit zur sozialen Kognition nach. Daher untersucht der Verbund, ob sich der Rückgang der sozialen Kognition durch eine gezielte Gabe von tryptophanhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln kompensieren lässt. Der internationale Verbund sowie die daran beteiligten deutschen Verbundpartner leisten damit einen Beitrag zur Entwicklung zukünftiger Programme zur ernährungsbasierten Prävention sozial-kognitiver Abbauprozesse im Alter.

Teilprojekte

Teilprojekt der Uni Bonn

Förderkennzeichen: 01EA1606
Gesamte Fördersumme: 358.084 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Martin Reuter
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Philosophische Fakultät, Psychologisches Institut
Kaiser-Karl-Ring 9
53117 Bonn

Teilprojekt der Uni Bonn

Soziale Kognitionen beeinflussen wesentlich die soziale Funktionsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Gesundheit. Es gibt Hinweise darauf, dass soziale Kognitionen einen Rückgang in höheren Altersgruppen zeigen, der mit dem serotonergen (5-HT) Neurotransmittersystem in Verbindung gebracht wird. Es wird daher die Hypothese aufgestellt, dass Nahrungsergänzungsmittel die auf das 5-HT System wirken, die negativen Folgen einer altersbedingten Beeinträchtigung kompensieren können. Mit Hilfe eines multidisziplinären Ansatzes wird getestet, ob diese Nahrungsergänzungsmittel 1) moralische Urteile, 2) Mentalisierung und 3) die Stimmung in der gesunden alternden Bevölkerung steigern. Da die Serotoninspiegel zwischen Individuen variieren und da die Genetik eines Individuums umso bedeutsamer ist, je älter eine Person ist, wird erwartet, dass genetische Unterschiede das Ausmaß in dem Probanden von der Ernährungsintervention profitieren, beeinflussen. Neurochemische und epi-/genetische Analysen, sowie Bildgebung werden benutzt, um die Wechselwirkungen zwischen Gehirn, Ernährungsinterventionen und Sozialverhalten zu untersuchen. Dieses Projekt wird für die genetischen und epigenetischen Analysen aller Teilprojekte des Konsortiums verantwortlich sein. Darüber hinaus wird in einem eigenen Teilprojekt die Verbindung zwischen Ernährungsgewohnheiten, sozialen Kognitionen und epi-/genetischen Markern des 5-HT-Systems untersucht. Die Probanden werden aus einer großen Gendatenbank rekrutiert, um die Fragestellungen in einem Querschnittsansatz über verschiedene Altersgruppen hinweg zu testen. Neben einem Ernährungsfragebogen werden zwei Paradigmen zur Messung sozialer Kognitionen (RMET und eine moralische Urteilsaufgabe) über das Internet präsentiert. Zudem werden Polymorphismen des 5-HT-Systems mit Fokussierung auf relevante Kandidatengene genotypisiert. In Bezug auf die epigenetischen Analysen werden Methylierungsmuster im Promotor des 5-HTT und des THP-2-Gens analysiert.

Teilprojekt ZI Mannheim

Förderkennzeichen: 01EA1605
Gesamte Fördersumme: 323.377 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Peter Kirsch
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Abt. Klinische Psychologie
J 5
68159 Mannheim

Teilprojekt ZI Mannheim

Ziel des Vorhabens ist die Untersuchung der neurobiologischen Grundlagen des Einflusses von Tryptophan auf die sozialen Kognition mittels Magnetresonanztomographie. Dabei soll sowohl untersucht werden, welche neuronalen Signaturen während sozial-kognitiver Informationsverarbeitungsprozesse nach akuter Einmalgabe von Tryptophan auftreten als auch, inwieweit eine mehrwöchige Einnahme von Tryptophan-angereicherter Kost zu neuronalen Veränderungen in mit sozialer Kognition assoziierten Hirnregionen führt.