Teilprojekt eines Verbundes

Multiprofessionelle Zusammenarbeit und Patientenbeteiligung

Förderkennzeichen: 01GK1901H
Fördersumme: 143.000 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Dr. Christine Kersting
Adresse: Private Universität Witten/Herdecke gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Fakultät für Medizin, Humanmedizin, Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
Alfred-Herrhausen-Str. 50
58455 Witten

In Nordrhein-Westfalen (NRW) leben 22% der deutschen Bevölkerung, und 21% der Hausärzte praktizieren hier. Zentrum von NRW ist das polyzentrische Ballungsgebiet Rhein-Ruhr, eine einzigartige Struktur für Deutschland und eine der 40 größten Metropolregionen der Welt. An den Rändern NRWs finden sich dünner besiedelte Regionen wie Münsterland, Niederrhein, Eifel und Sauerland. Für die ärztliche Versorgung bestehen einige Besonderheiten, wie zum Beispiel das Nebeneinander von arm und reich, von städtischen und ländlichen Regionen, eine stark interkulturell geprägte Bevölkerung, ein hoher Anteil an Menschen in unsicheren wirtschaftlichen Verhältnissen sowie eine hohe Anzahl Patienten pro Hausarzt. Forschung in NRW ist deshalb relevant für Deutschland mit großer internationaler Vergleichbarkeit. Etwa 90 % der medizinischen Versorgung findet im niedergelassenen Bereich statt, davon ein Großteil in Hausarztpraxen. Um in diesem wichtigen Sektor solide Forschung möglich zu machen, wird im Rahmen dieses 5-jährigen Projekts ein nachhaltiges NRW-weites, hausärztliches Forschungspraxennetzwerk (NRW-GPRN) aufgebaut, koordiniert und vernetzt. Ziel ist es, 520 Praxen zu rekrutieren: Zum einen 320 sogenannte Level-1-Praxen, die für Versorgungs- und epidemiologische Forschung trainiert werden, zum anderen 200 sogenannte Level-2-Praxen, die in Zusammenarbeit mit den Koordinierungszentren für Klinische Studien (KKS) zusätzlich für klinische Forschung (u.a. Medikamentenstudien) qualifiziert werden. Eine klinische Pilotstudie, die im vierten Projektjahr beginnt sowie bereits eingeworbene, große Versorgungsforschungsstudien, die ab dem ersten Projektjahr laufen, begleiten den Aufbau des Netzes. Der Standort Witten bearbeitet hauptverantwortlich das Arbeitspaket "Multiprofessionelle Zusammenarbeit und Patientenbeteiligung" mit dem Ziel, Medizinische Fachangestellte und Patient/innen aktiv an Forschungsprojekten zu beteiligen.