Fördermaßnahme

Versorgungsstudien

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2012
Förderzeitraum: 2013 - 2017
Gesamte Fördersumme: bis zu 18 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 32 Projekte

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Das Gesundheitssystem sieht sich vor die Herausforderung gestellt, medizinische und organisatorische Verbesserungen in die Versorgung zu integrieren und gleichzeitig deren Kosten bezahlbar zu halten. Der Anteil chronisch kranker und multimorbider Menschen wächst, gleichzeitig sinkt die Zahl der Erwerbsfähigen. Zudem entsteht Kostendruck durch mehr und bessere Behandlungsmöglichkeiten in vielen Bereichen der Versorgung. Eine Bewertung neuer, aber auch bereits etablierter Verfahren ist unerlässlich, damit das Gesundheitssystem nur sinnvolle und wirksame Maßnahmen erstattet. Dabei muss sich der Nutzen von Behandlungen nicht nur in klinischen Studien, sondern insbesondere im Versorgungsalltag unter Berücksichtigung aller Bevölkerungsgruppen belegen lassen.

Internationale Forschungsergebnisse lassen sich aufgrund der Komplexität des Versorgungsgeschehens und der starken Abhängigkeit des Gesundheitssystems von nationalen Gegebenheiten nur begrenzt übertragen. Deshalb ist auch in Deutschland eine leistungsfähige Versorgungsforschung erforderlich, um die wissenschaftlichen Grundlagen für Lösungen zur Gestaltung, Organisation und Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens zu verbessern. Versorgungsforschung wird hier verstanden als die Wissenschaft, die Kranken- und Gesundheitsversorgung und ihre Rahmenbedingungen beschreibt und erklärt, unter Alltagsbedingungen evaluiert und darauf aufbauend Versorgungskonzepte entwickelt. Dies schließt unterschiedliche Disziplinen ein, wie z.B. Rehabilitationswissenschaften, Pflegeforschung, Forschung zur allgemeinmedizinischen Versorgung und Palliativmedizin sowie Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung.

Diese Runde der Förderung von Studien der Versorgungsforschung fokussiert auf die Themenbereiche Patientensicherheit, hier insbesondere Arzneimitteltherapiesicherheit und die Sicherheit operativer Verfahren und gesundheitsbezogene Lebensqualität, hier insbesondere im Bereich der Palliativ- und Schmerzmedizin. Relevanz für den Versorgungsalltag ist Voraussetzung der Förderung, z.B. zur Überwindung von Schnittstellen zwischen Versorgungssektoren, zur Patientenorientierung und zur Evaluation von Nutzen und Kosten im Versorgungsalltag. Dabei wird der Komplexität des Gegenstandes durch eine modulare Differenzierung des Förderangebots Rechnung getragen.

2. Stand der Fördermaßnahme

Auf die Bekanntmachung vom 15.08.2012 gingen insgesamt 233 Anträge ein. Die Begutachtungen fanden jeweils modulspezifisch in drei Sitzungen statt, im Zeitraum vom 04.-08.03.2013. Die Projekte beginnen im Zeitraum vom 01.10.2013 – 01.07.2014 mit ihrer Arbeit.

Einzelprojekte

Abgeschlossen

Das schwere akute Lungenversagen des Erwachsenen: Einfluss der Versorgungsqualität und individueller Patientenmerkmale auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Überlebenden

Förderkennzeichen: 01GY1340
Gesamte Fördersumme: 819.686 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Bein
Adresse: Universität Regensburg, Universitätsklinikum, Klinik für Anästhesiologie
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg

Das schwere akute Lungenversagen des Erwachsenen: Einfluss der Versorgungsqualität und individueller Patientenmerkmale auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Überlebenden

Ziel des Vorhabens ist die deutschlandweite systematische Erfassung von Patientinnen und Patienten mit schwerem Lungenversagen und deren Lebensqualität nach abgeschlossener Behandlung sowie die Beschreibung und Identifikation von Lebensqualitätsprädiktoren und Qualitätsmerkmalen der gesamten Versorgungskette. Aus den umfangreichen Daten werden Ansatzpunkte innerhalb des Versorgungssystems identifiziert, um die Organisation desselben zu verbessern (beispielsweise durch Einbindung der erstversorgenden Kliniken, Verbesserung des Transportsystems, Stärkung der Zentren und Rehabilitationseinrichtungen) und somit die Lebensqualität bei Überleben zu steigern. Das Vorhaben ist über drei Jahre angelegt. Im ersten Jahr werden innerhalb von sechs Monaten das Studienprotokoll erstellt, das Ethikvotum eingeholt, eine Datenbank entwickelt und das Personal der teilnehmenden Zentren geschult. Der Einschluss von Patienten (Ziel = 2.400 Patienten) beginnt ab Monat 7 und erfolgt für ein Jahr über das ARDS-Netzwerk Deutschland (52 Kliniken). Im Rahmen der gesamten Versorgung werden relevante medizinische und nicht-medizinische Daten erfasst. Darüber hinaus wird die Struktur- und Prozessqualität der an der Versorgung beteiligten Institutionen dokumentiert. Die follow-up-Phase beginnt Mitte des 2. Jahres mit der wiederholten Nachuntersuchung der Patienten (Lebensqualität), sowie der Datenreinigung und Analyse. Im Jahr 3 erfolgen Abschlussanalyse und -bericht sowie die Publikation der Ergebnisse.

Abgeschlossen

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Medikationsfehler: Identifikation unbekannter Zusammenhänge über Routinedaten

Förderkennzeichen: 01GY1328
Gesamte Fördersumme: 463.836 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Medikationsfehler: Identifikation unbekannter Zusammenhänge über Routinedaten

Aktuelle Studien gehen davon aus, dass in den Industriestaaten unerwünschte Arzneimittelereignisse für 1-5% der stationären Aufnahmen verantwortlich sind. Sie stellen daher ein wichtiges Problem für die Patientensicherheit dar. Verlässliche Angaben zu unerwünschten Arzneimittelereignissen sind daher für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung unerlässlich. Durch die etablierten Meldesysteme und gängigen Studiendesigns werden die Fälle jedoch nur unvollständig erfasst. Die Forscherinnen und Forscher der Universität Duisburg-Essen wählen daher für ihr Forschungsprojekt einen neuen Ansatz: Anhand von sogenannten Routinedaten werden sie Ausmaß, Verteilung und Zusammenhänge von unerwünschten Arzneimittelereignissen bei stationär aufgenommenen Patientinnen und Patienten untersuchen. Die Forscherinnen und Forscher erhoffen sich hierdurch neue Erkenntnisse zur Häufigkeit von unerwünschten Arzneimittelereignissen. Die Ergebnisse der Studie sollen auch dazu genutzt werden, häufige Ursachen zu identifizieren.

Abgeschlossen

Validierung und Anwendung patientenrelevanter Outcome-Domänen zur Messung der Effektivität multimodaler Therapie chronischer Schmerzen

Förderkennzeichen: 01GY1326
Gesamte Fördersumme: 767.998 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2017
Projektleitung: Dr. Ulrike Kaiser
Adresse: Technische Universität Dresden, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Universitäts SchmerzCentrum
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Validierung und Anwendung patientenrelevanter Outcome-Domänen zur Messung der Effektivität multimodaler Therapie chronischer Schmerzen

Ziel des Projektes ist eine interdisziplinär konsentierte Empfehlung zur Definierung relevanter Bereiche des Krankheitserlebens sowie von Messinstrumenten, mit denen sich zuverlässig die Effektivität der Therapie von chronischen Schmerzen messen lässt. Im Teil A wird dazu zunächst eine Empfehlung zu patientenrelevanten Bereichen des Krankheitserlebens für die Bestimmung der Effektivität von multimodaler Therapie bei chronischen Schmerzen entwickelt. Die Empfehlung wird ein interdisziplinäres Team im Rahmen eines Delphi-Prozesses erarbeiten, das sich aus Vertretern der Medizin, Psychotherapie, Physiotherapie, Versorgungsforschung und Patienten zusammensetzt. Zu den definierten Bereichen sollen zudem zuverlässige und sensitive Messinstrumente genannt werden. Als Grundlage für diesen Abstimmungsprozess werden eine Übersichtsarbeit über relevante Messinstrumente erstellt sowie ein Datensatz von Patienten mit chronischen Schmerzen retrospektiv analysiert. Aus den resultierenden Empfehlungen wird ein Fragebogenset erstellt, das im Teil B in vier multimodal tätigen Einrichtungen hinsichtlich seiner Gütekriterien sowie seiner Aussagekraft zur Effektivität der Therapie untersucht werden soll. Unterstützt wird dieser Teil der Studie durch Untersuchungen zur Akzeptanz der Befragung und Therapiezufriedenheit, die in den endgültigen Schlussfolgerungen zur Güte des Fragebogensets berücksichtigt werden sollen.

Abgeschlossen

Untersuchung der körperlichen und psychosozialen Folgen nach Lebendnierenspende - Eine Multizenter-Kohortenstudie

Förderkennzeichen: 01GY1321
Gesamte Fördersumme: 303.660 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Markus Burgmer
Adresse: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Medizinische Fakultät, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Domagkstr. 22
48149 Münster

Untersuchung der körperlichen und psychosozialen Folgen nach Lebendnierenspende - Eine Multizenter-Kohortenstudie

Das Vorhaben untersucht die körperlichen und psychosozialen Auswirkungen von Lebendnierenspenden, da in Deutschland die Spendebereitschaft nach dem Tod sinkt und der Druck, eine Lebendspende auch bei medizinisch nicht idealen Spendern durchzuführen, steigt. Die bisherige Datenlage lässt keinen Rückschluss auf die genauen Risiken von Lebendnierenspendern im deutschen Gesundheitssystem zu. Auch das spezifische Risiko von Frauen wurde bislang unzureichend untersucht, obwohl diese weitaus häufiger als Männer spenden. Anhand der erwarteten Ergebnisse können somit der Transplantationsmedizin erstmals valide Daten zu den Spenderrisiken im deutschen Gesundheitssystem bereitgestellt werden Diese sollen als Grundlage für ein tragfähiges informiertes Einverständnis beim Spender dienen. Prospektiv werden in 15 Transplantationszentren bei Spendern über einen Zeitraum von 12 Monaten primär die Funktion der verbleibenden Niere sowie die Lebensqualität untersucht. Zusätzlich werden die Inzidenzen chirurgischer, internistischer oder psychosozialer Komplikationen und Einflüsse des eingesetzten chirurgischen Verfahrens, des Geschlechts und der körperlichen Verfassung des Organempfängers auf das Outcome untersucht. Es wird hierbei auf Routinedaten der üblichen Spender- und Empfänger-Nachsorge zurückgegriffen sowie mittels Fragebögen Daten zu den psychosozialen Variablen erhoben.

Abgeschlossen

Gezielte Verbesserung von Lebensqualität mit systematischer Lebensqualitätsdiagnostik und -therapie: Randomisierte Studie bei Patienten und Patientinnen mit kolorektalem Karzinom

Förderkennzeichen: 01GY1339
Gesamte Fördersumme: 322.364 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2017
Projektleitung: PD Dr. Monika Klinkhammer-Schalke
Adresse: Tumorzentrum Regensburg e.V.
Josef-Engert-Str. 9
93053 Regensburg

Gezielte Verbesserung von Lebensqualität mit systematischer Lebensqualitätsdiagnostik und -therapie: Randomisierte Studie bei Patienten und Patientinnen mit kolorektalem Karzinom

Die medizinische Versorgung onkologischer Patienten und Patientinnen ist in Deutschland umfassend gesichert (Qualitätsmanagementzyklus mit Leitlinien, onkologischen Zentren, Kontrolle der Ergebnisqualität durch Krebsregister). Es fehlen jedoch vergleichbare Strukturen für patientenrelevante Endpunkte, wie Lebensqualität (LQ). Im Tumorzentrum Regensburg e.V. wurde deshalb in einer komplexen Intervention ein LQ-Pfad mit LQ-Diagnostik und -Therapie (multidimensionales therapeutisches Netzwerk) entwickelt, implementiert und die Wirksamkeit für Patientinnen mit Brustkrebs nachgewiesen. Um das LQ-System auch anderen Karzinompatienten zur Verfügung zu stellen, soll die externe Validität erweitert werden, durch Modifikation des LQ-Pfads für eine weitere Tumorentität. In einer pragmatischen, randomisierten kontrollierten Studie soll der LQ-Pfad für Patienten und Patientinnen mit kolorektalem Karzinom (CRC) angepasst, regional implementiert und die Wirksamkeit nachgewiesen werden. 220 Patienten und Patientinnen mit primärem CRC werden in drei Kliniken rekrutiert. LQ-Diagnostik erfolgt bei allen 0, 3, 6, 12 und 18 Monate nach der Operation. In der Interventionsgruppe werden LQ-Werte in ein LQ-Profil umgewandelt und der ärztlichen Nachsorge in einem Gutachten mit Behandlungsempfehlungen für kranke LQ mitgeteilt. In der Kontrollgruppe (S3-Leitlinie) erfolgt die Nachsorge ohne Profil und Gutachten. Nach 12 Monaten wird die Rate von Patienten und Patientinnen mit schlechter Lebensqualität in beiden Gruppen verglichen.

Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) im Reha-Management bei Patienten nach Unfallverletzungen – QoL-ReMaP

Förderkennzeichen: 01GY1338
Gesamte Fördersumme: 294.775 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Kohlmann
Adresse: Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine
Walther-Rathenau-Str. 48
17489 Greifswald

Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) im Reha-Management bei Patienten nach Unfallverletzungen – QoL-ReMaP

Die primären Ziele der Studie sind die wissenschaftliche Evaluation a) des Nutzens einer systematischen Anwendung von standardisierten Methoden der Lebensqualitätsmessung zu Beginn und im Verlauf der Rehabilitationsbehandlung von Patienten nach einer Unfallverletzung und b) der Effekte eines klinischen Trainingsprogramms zur Beurteilung und Interpretation von Ergebnissen der Lebensqualitätsmessung.  Die Interventionsstudie wird als eine dreiarmige cluster-randomisierte Studie durchgeführt. Die Behandlungszentren in den ersten beiden Studienarmen führen bereits Lebensqualitätsmessungen während der Rehabilitationsmaßnahme durch. Die Zentren in der dritten Gruppe werden neu in das Programm aufgenommen. In einem mehrphasigen Ablauf wird in diesen Zentren zeitversetzt das Trainingsprogramm zur Beurteilung und Interpretation von Ergebnissen der Lebensqualitätsmessung angeboten. Durch standardisierte Erhebung relevanter Zielgrößen wird überprüft, in welchem Maße durch die Intervention patientennahe Endpunkte (Schmerzintensität, Funktionseinschränkungen, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Behandlungszufriedenheit) sowie Ergebnisparameter auf der Seite des Behandlungsteams (Wissen um und Akzeptanz der Lebensqualiätsmessung, Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit im Team und mit den Behandlungsentscheidungen) positiv beeinflusst werden.

Implementierung und Evaluation eines familienbasierten Interventionsprogrammes für psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche psychiatrisch kranker Eltern - eine kontrolliert-randomisierte Multicenterstudie

Förderkennzeichen: 01GY1337
Gesamte Fördersumme: 902.772 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Silke Wiegand-Grefe
Adresse: MSH Medical School Hamburg, University of Applied Sciences and Medical University, Zentrum für klinisch-psychologische Forschung und Familienforschung
Am Kaiserkai 1
20457 Hamburg

Implementierung und Evaluation eines familienbasierten Interventionsprogrammes für psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche psychiatrisch kranker Eltern - eine kontrolliert-randomisierte Multicenterstudie

Kinder psychisch kranker Eltern sind in der internationalen Literatur als Hochrisikogruppe für die Entwicklung eigener Auffälligkeiten bekannt. Etwa die Hälfte der Kinder psychisch kranker Eltern weist bereits eigene psychische Auffälligkeiten auf. Das zentrale Ziel dieses multizentrischen Vorhabens besteht darin, die manualisierte Familienintervention CHIMPs ("Children of mentally ill parents") im Sinne einer Frühintervention für bereits psychisch auffällige Kinder von psychisch kranken Eltern an den fünf beteiligten Zentren in der Routineversorgung zu implementieren unter deren Wirksamkeit unter Praxisbedingungen zu prüfen. Die Intervention zielt auf die nachhaltige Verbesserung der psychischen Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Kinder und Jugendlichen ab. Es wird eine strukturell verankerte Familienintervention und damit eine psychosoziale und klinische Versorgungsstruktur für diese Zielgruppe implementiert und damit die Versorgungssituation der Kinder und Jugendlichen zunächst in den beteiligten Zentren, später bundesweit, nachhaltig verbessert. Die Wirksamkeit wird in einem randomisierten Studiendesign geprüft, die Kontrollgruppe erhält die übliche Nachbehandlung. Primäres Zielkriterium ist die extern erfaßte psychische Gesundheit der Kinder, sekundäre Kriterien sind gesundheitsbezogene Lebensqualität, Symptomatik und Beeinträchtigung der Eltern, Krankheitsbewältigung und Familienbeziehungen.

Abgeschlossen

Komplementärmedizinische Pflege- und Beratungsmaßnahmen in der gynäkologischen Onkologie - eine randomisiert-kontrollierte Studie

Förderkennzeichen: 01GY1334
Gesamte Fördersumme: 624.593 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Stefanie Joos
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Medizinische Klinik - Innere Medizin II, Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung
Voßstr. 2
69115 Heidelberg

Komplementärmedizinische Pflege- und Beratungsmaßnahmen in der gynäkologischen Onkologie - eine randomisiert-kontrollierte Studie

Ziel dieser Studie ist es, den Nutzen ergänzender komplementärmedizinischer Pflegemaßnahmen einschließlich Beratung auf die Lebensqualität von Frauen mit gynäkologischen Tumoren unter Chemotherapie zu überprüfen. Hauptzielparameter ist die Lebensqualität erfasst mit dem EORTC-QLQ-C30. Sekundäre Zielparameter umfassen Übelkeit, Angst, Depression, Medikamentenverbrauch, Zufriedenheit mit der Versorgung sowie gesundheitsökonomische Parameter. Aufgrund der in dieser Patientengruppe nachgewiesenermaßen hohen Präferenzen für Komplementärmedizin entspricht das Studiendesign einer partiell randomisierten Präferenzstudie mit zwei randomisierten Armen und zwei Beobachtungsarmen (präferenzbasiert). Es sollen insgesamt 590 Patientinnen in zwei Rekrutierungszentren (Heidelberg/NCT und Karlsruhe/Städtisches Klinikum) eingeschlossen werden. Als Kontrollarme dienen Patientinnen, die keine zusätzliche komplementärmedizinische Pflege- und Beratungsmaßnahmen erhalten.

Abgeschlossen

Reduzierung von Polypharmazie bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen – ein patientenzentrierter Ansatz an der Schnittstelle von Sekundär- und Primärversorgung (POLITE-RCT)

Förderkennzeichen: 01GY1332
Gesamte Fördersumme: 1.420.360 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Attila Altiner
Adresse: Universitätsmedizin Rostock, Medizinische Fakultät, Institut für Allgemeinmedizin
Doberaner Str. 142
18057 Rostock

Reduzierung von Polypharmazie bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen – ein patientenzentrierter Ansatz an der Schnittstelle von Sekundär- und Primärversorgung (POLITE-RCT)

Auf Patientinnen und Patienten ab 60 Jahren entfallen mehr als 30% des gesamten Medikamentenverbrauchs. Eine Reduktion unangemessener Polypharmazie führt zur Verringerung unerwünschter Arzneimittelereignisse und medikamentenbezogener Morbidität und Mortalität sowie zur Steigerung von Patientensicherheit und Lebensqualität. Ökonomisch betrachtet, verursacht Polypharmazie hohe, eigentlich vermeidbare Kosten für das Gesundheitssystem. Die cluster-randomisierte kontrollierte Studie POLITE-RCT untersucht die Effektivität einer Intervention (von Pharmazeutinnen und Pharmazeuten durchgeführte narrative Medikamentenreviews) im sekundären Versorgungsbereich unter Berücksichtigung der Schnittstelle zur Primärversorgung (Hausärztin bzw. Hausarzt) mit dem Ziel, die Zahl der Langzeitmedikamente für multimorbide und chronisch kranke Patientinnen und Patienten ab 60 Jahren (mit mind. fünf Medikamenten) zu senken. Die zwei teilnehmenden Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt 42 Stationen rekrutieren 1626 geeignete Patientinnen und Patienten bei Einweisung, welche dann, während ihres Krankenhausaufenthaltes, abhängig von Interventions- und Kontrollgruppe entweder die Intervention (Medikamentenreview) oder die „übliche Behandlung" erhalten. Zu vier verschiedenen Messzeitpunkten werden für alle Patientinnen und Patienten die Lebensqualität und Angaben zur Medikation erhoben. Die Studie will eine signifikante Reduktion der Polypharmazie für die Interventionsgruppe zwölf Monate nach Krankenhausentlassung feststellen.

Randomisiert kontrollierte Studie zur Evaluation einer multiprofessionellen Atemnotambulanz für Patienten mit fortgeschrittenen Tumor- und chronischen Erkrankungen

Förderkennzeichen: 01GY1331
Gesamte Fördersumme: 648.460 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Claudia Bausewein
Adresse: Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin
Marchioninistr. 15
81377 München

Randomisiert kontrollierte Studie zur Evaluation einer multiprofessionellen Atemnotambulanz für Patienten mit fortgeschrittenen Tumor- und chronischen Erkrankungen

Ziel des Projektes ist die Bewertung der Wirksamkeit und der Kosten einer multi-professionellen Atemnotambulanz auf den Umgang mit Atemnot und Lebensqualität von Patienten und Patientinnen in der Palliativmedizin. Die multiprofessionellen Teams setzen sich aus Experten und Expertinnen aus der Pneumologie, Palliativmedizin, Krankengymnastik und Sozialarbeit zusammen. Um die Bedürfnisse der Patienten und Patientinnen zu erheben werden Qualitative Interviews geführt. Das Team in der Atemnotambulanz wird standardisiert geschult. Im Fokus stehen das Beherrschen der Atemnot und die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Weiterhin werden die Schwere der Atemnot, die Symptombelastung und die Belastung der Angehörigen gemessen. Es werden zwei Gruppen verglichen. Die Interventionsgruppe erhält sofort den Zugang zur multiprofessionellen Atemnotambulanz. Die Vergleichsgruppe erhält standardmedizinische Betreuung und nach acht Wochen Zugang zur Ambulanz. Das Projekt wird ergänzt durch eine gesundheitsökonomische Evaluation.