Digitale FortschrittsHubs Gesundheit

Daten helfen heilen! Nicht nur an den Unikliniken, auch in Hausarztpraxen, im Krankenhaus um die Ecke, in Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen sollen digitale Innovationen künftig helfen, die Versorgung der Menschen zu verbessern.

Patient und Ärztin betrachten Daten auf einem Tablet

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und die sechs Verbundpartnerinnen und Verbundpartner stellen in einem Video die verschiedenen digitalen Lösungen vor, die sich zum Beispiel auf die Pandemiebekämpfung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder die Krebsforschung spezialisieren.
BMBF-Video: Die neuen „Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit“

Shutterstock/Pressmaster

Die digitale Zukunft der Medizin hat längst begonnen: So können tragbare Sensoren beispielsweise die Vitaldaten zur Herzgesundheit von Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche auch im häuslichen Umfeld erfassen und direkt an die Klinik übermitteln – Vorboten kritischer Entwicklungen können Behandelnde so frühzeitig erkennen und gezielt dagegen vorgehen. Und intelligente Smartphone-Apps helfen Ärztinnen und Ärzten längst, auch in Notfallsituationen die bestmöglichen Therapieentscheidungen zu treffen. Zentraler Wegbereiter solcher Innovationen in Deutschland ist die Medizininformatik-Initiative (MII) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). In vier Konsortien, an denen sich alle deutschen Unikliniken beteiligen, hat die MII zukunftweisende Dateninfrastrukturen aufgebaut und innovative IT-Lösungen entwickelt, die schon heute die Versorgung der Patientinnen und Patienten vieler Unikliniken verbessern.

Transfermodelle für die Medizin der Zukunft

Für die meisten Menschen ist jedoch nicht die Uniklink, sondern die Hausarztpraxis oder das regionale Krankenhaus die erste Anlaufstelle für die medizinische Versorgung. Daher gilt es nun, die von den Uniklinken geleistete Pionierarbeit zur Digitalisierung der Medizin möglichst in alle Bereiche des Gesundheitssystems einfließen zu lassen: von der ambulanten Versorgung in der Hausarztpraxis über den stationären Aufenthalt im örtlichen Krankenhaus bis zur Versorgung in Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen. Dieser Transfer ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Dafür zunächst modellhafte Lösungen zu entwickeln und zu optimieren, damit sie zukünftig allen Menschen zu Gute kommen können – das ist die Aufgabe der sechs vom BMBF geförderten Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit. Bis 2025 stellt das BMBF für diese Leitinitiative seiner Digitalstrategie rund 50 Millionen Euro bereit. Die FortschrittsHubs zahlen zudem auf die Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung ein.

Im Fokus: Innovationen, von denen die Menschen vielfältig profitieren

Die Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit fokussieren auf Anwendungsfälle, bei denen der Datenaustausch zwischen regionalen Akteuren, Unikliniken und Forschungseinrichtungen vielen Menschen zu Gute kommt. So widmen sich mehrere FortschrittsHubs der Krebsmedizin und verfolgen die Ziele der Nationalen Dekade gegen Krebs, die das BMBF 2019 ins Leben rief (Mehr Informationen: Nationale Dekade gegen Krebs). Auch das Pandemiemanagement liegt im Themenspektrum der FortschrittsHubs. Die hier entwickelten und erprobten Lösungen sollen helfen, das Gesundheitssystem gegen künftige Krisen noch besser zu wappnen. Ebenso vielfältig wie die medizinischen Themen sind auch die technischen Lösungen, die dabei zum Einsatz kommen – das zeigt die folgende Auswahl:

  • Plattformen für den Datenaustausch sollen die Erforschung, Diagnostik und Therapie von Krankheiten durch die intelligente Verknüpfung und den Austausch von Informationen verbessern – und zwar über die Grenzen von Klinik, ambulanter Versorgung, Rehabilitation und Pflege hinweg. Zugleich gilt es, die Kommunikation zwischen Behandelnden unterschiedlicher Professionen – darunter Medizin, Psychologie und Physiotherapie – sowie zwischen den Behandelnden und ihren Patientinnen und Patienten zu fördern. Denn der Austausch und die Verfügbarkeit von Daten sind wichtige Voraussetzungen, um Patientinnen und Patienten personalisiert und – etwa im Verlauf einer Krebserkrankung – auch langfristig von der Klinik bis zur Rehabilitation und darüber hinaus bestmöglich zu versorgen.
  • Künstliche Intelligenz soll Ärztinnen und Ärzten beispielsweise in zeitkritischen Notfallsituationen helfen, schnell die richtigen Maßnahmen einzuleiten und Leben zu retten – etwa bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten im Rettungseinsatz.
  • Telemedizin und mobile Sensoren, die Gesundheitsdaten an behandelnde Ärztinnen und Ärzte übermitteln, sollen die Versorgung auch in ländlichen Regionen verbessern. Die dabei erfassten Daten werden auch helfen, Volkskrankheiten wie psychische Erkrankungen und Krebs noch besser zu verstehen und Therapien zu optimieren.

Wie Digitale FortschrittsHubs funktionieren

Ausgangspunkt eines Hubs ist das Datenintegrationszentrum einer Uniklinik. Diese Zentren werden derzeit als IT-Infrastrukturen an fast allen Unikliniken im Rahmen der Medizininformatik-Initiative aufgebaut. Dieses vernetzt sich mit regionalen Partnern – darunter Krankenhäuser, Arztpraxen, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen sowie Rettungsdienste. Auch Forschungseinrichtungen und Krankenkassen sind Partner der Hubs. Sie alle teilen und nutzen ihre Daten gemeinsam. Wissenschaft, IT, Versorger, Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal, Patientinnen und Patienten arbeiten dabei eng zusammen.

Datenschutz und Datensicherheit

Umfassender Datenschutz und Datensicherheit sind ein zentraler Erfolgsfaktor der MII und der Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit. Die freiwillige und informierte Einwilligung der Patientinnen und Patienten ist die Voraussetzung dafür, dass die Gesundheitsforschung und -versorgung ihre Daten nutzen dürfen. Ihre Einwilligung können die Patientinnen und Patienten jederzeit zurückziehen. Ausgewiesene IT-Expertinnen und Experten gewährleisten, dass die Einwilligungen sicher elektronisch dokumentiert und sorgfältig verwaltet werden. Bei all dem bindet die MII Datenschutzbeauftragte sowie Patientenorganisationen in ihre Planungen ein.

Die folgenden Portraits der sechs vom BMBF geförderten Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit skizzieren, welche konkreten Anwendungsfälle welche Partner wo in Deutschland umsetzen: