Verbund

ANDEMIA - Afrikanisches Netzwerk für verbesserte Diagnostik, Epidemiologie und Management häufig vorkommender Infektionskrankheiten

Das deutsch-afrikanische Gesundheitsforschungsnetzwerk ANDEMIA hat zur Aufgabe, länderübergreifend respiratorische und gastrointestinale Krankheiten und akute Fieber unbekannten Ursprungs, sowie die Ausbreitung von multiresistenten Erregern in Sub-Sahara Afrika zu bekämpfen. Solche gewöhnlichen Krankheiten werden oft in Förderprogrammen internationaler Forschungsinstitute und lokaler Gesundheitsbehörden vernachlässigt, zählen jedoch insbesondere bei Kindern zu den Hauptursachen von Krankheits- und Todesfällen in Afrika. ANDEMIA bedient sich dabei eines Sentinel-Surveillance-Systems, innerhalb dessen relevante Daten an strategisch platzierten Kliniken in den afrikanischen Partnerländern Elfenbeinküste, Burkina Faso, Demokratische Republik Kongo und Republik Südafrika erhoben werden. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse werden nicht nur positive Auswirkungen auf die Krankenversorgung in den betreffenden Regionen haben, sondern auch von hohem Interesse für die internationale Wissenschaftsgemeinschaft hinsichtlich der weltweiten Ausbreitung von Erregern und deren "Reservoir-Regionen" sein. Weiterer integraler Bestandteil ist ein Weiterbildungsplan des wissenschaftlichen Nachwuchses, welcher zu einer nachhaltigen Zusammenarbeit Deutschlands mit den afrikanischen Partnerländern beitragen wird.

Teilprojekte

Aufbau individueller Kapazitäten

Förderkennzeichen: 01KA2110A
Gesamte Fördersumme: 84.700 EUR
Förderzeitraum: 2022 - 2022
Projektleitung: Dr. Charbel El Bcheraoui
Adresse: Robert Koch-Institut (RKI)
Nordufer 20
13353 Berlin

Aufbau individueller Kapazitäten

Das Ziel ist es, das Datenmanagement auf lokaler Ebene zu verbessern, um geeignete epidemiologische Berichte zu erstellen und Gesundheitsentscheidungen auf der Grundlage zuverlässiger und aktueller Daten zu fördern. Darüber hinaus wird die ICB die allgemeine Kapazität des wissenschaftlichen Personals erhöhen, die Wissenslücke für afrikanische Forscher schließen, die laufenden Forschungsuntersuchungen fördern und zur Entwicklung neuer Untersuchungen anregen. Die Verringerung der Wissenslücke in Afrika südlich der Sahara wird im Allgemeinen nützlich sein, um die lokalen Gesundheitssysteme zu stärken, die Gesundheitsbedürfnisse der Bevölkerung besser zu erfüllen und eine bessere Reaktion auf Notfälle (z. B. COVID-19-Pandemie) zu gewährleisten. Durch dieses Projekt wird erwartet: 1) Die Studenten sind in der Lage, richtige und durchführbare Forschungshypothesen zu erarbeiten; 2) Die Studenten haben das Wissen, die richtige Methodik und das Studiendesign anzupassen, um ihre Hypothese zu bestätigen; 3) die Studierenden sind in der Lage die gesammelten Daten zu analysieren und die Ergebnisse durch eine angemessene wissenschaftliche Kommunikation zu synthetisieren; 4) Die Studierenden sind in der Lage, ihr Curriculum zu bewältigen; 5)   Die Studierenden sind in der Lage, sich mit ihrem Wissen kompetent in das ANDEMIA-Netzwerk einzubringen; 6) Die Studierenden sind in der Lage, ihre Ergebnisse in zuverlässigen wissenschaftlichen Zeitschriften zu veröffentlichen. Die durch das ICB-Programm erworbenen Fähigkeiten sind für den korrekten und nachhaltigen Betrieb des ANDEMIA-Netzwerks unerlässlich.

Afrikanisches Netzwerk für verbesserte Diagnostik, Epidemiologie und Management häufig vorkommender Infektionskrankheiten 2022

Förderkennzeichen: 01KA2110B
Gesamte Fördersumme: 480.792 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Dr. Fabian H. Leendertz
Adresse: Robert Koch-Institut (RKI), Abt. für Infektionskrankheiten
Nordufer 20
13353 Berlin

Afrikanisches Netzwerk für verbesserte Diagnostik, Epidemiologie und Management häufig vorkommender Infektionskrankheiten 2022

Akute Atemwegsinfektionen (ARI) sind eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, insbesondere bei Kindern. Die schnelle globale Ausbreitung des Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) zeigte wie wichtig kontinuierliche Anstrengungen zur Prävention und Kontrolle von ARI sind. ANDEMIA bietet eine einzigartige Gelegenheit, ARI - einschließlich der Corona Virus Disease 2019 (Covid-19) – im Afrika südlich der Sahara (SSA) zu untersuchen; an Standorten unterschiedlicher ökologischer und sozioökonomischer Gegebenheiten sowie unterschiedlichen Niveaus der Gesundheitsversorgung. ANDEMIA-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen seit 2020 lokale Covid-19 Responses und die Surveillance-Aktivitäten des Netzwerks tragen effektiv dazu bei, kritische Wissenslücken in der Bekämpfung der SARS-CoV-2 Pandemie in SSA zu schließen. Das Netzwerk veröffentlichte 96, 145 bzw. 8 virale Genome aus Burkina Faso, der Elfenbeinküste und der Demokratischen Republik Kongo (DRC) in der GISAID-Datenbank, welche SARS-CoV-2-Genome aus der ganzen Welt sammelt und der wissenschaftlichen Gemeinschaft zugänglich macht. Allerdings liegt SSA bei der Generierung von genomischen Daten zu neu auftretenden Erregern mit pandemischem Potenzial, sowie Bekämpfungsmaßnahmen, weiterhin weit zurück. Aus diesem Grund widmen wir uns 2022, aufbauend auf ANDEMIAs bisherigen Aktivitäten, folgenden Aufgaben: 1) Kapazitätsaufbau für die Verbesserung der Hochdurchsatz-Sequenzierung viraler Erreger, sowie entsprechende Analysen und wissenschaftliche Publikation der Ergebnisse in den ANDEMIA-Partnerländern; 2) Untersuchung der molekularen Epidemiologie des Respiratorischen Synzytial Virus (RSV) und des humanen Metapneumovirus (HMPV) in Westafrika; 3) Untersuchung der Rolle von Enteroviren bei akuten Atemwegs- und Fiebererkrankungen in Westafrika; 4) Aufbau von Kapazitäten bei Gesundheitspersonal für die Infektionsprävention und -kontrolle in SSA.

Afrikanisches Netzwerk für verbesserte Diagnostik, Epidemiologie und Management häufig vorkommender Infektionskrankheiten

Förderkennzeichen: 01KA2021
Gesamte Fördersumme: 789.862 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Dr. Fabian Leendertz
Adresse: Robert Koch-Institut (RKI)
Nordufer 20
13353 Berlin

Afrikanisches Netzwerk für verbesserte Diagnostik, Epidemiologie und Management häufig vorkommender Infektionskrankheiten

Das ANDEMIA-Netzwerk umfasst die Erforschung und Bekämpfung von akuten Atemwegsinfektionen (RTI) im Afrika südlich der Sahara, wo systematische und umfassende Surveillance von RTI weitgehend fehlt. Angesichts der aktuellen Covid-19-Pandemie ist es unerlässlich, die Forschungsbemühungen von ANDEMIA auf SARS-CoV-2 auszudehnen. Die Überwachung der Ausbreitung des neuen Virus, insbesondere in abgelegenen ländlichen Gebieten Afrikas mit geringer diagnostischer Kapazität, muss jetzt verstärkt werden, um die Pandemie verfolgen zu können und Risikobereiche in SSA zu identifizieren. ANDEMIA bietet eine sehr wichtige und einzigartige Gelegenheit, RTI - einschließlich Covid-19 - in den afrikanischen Ländern Côte d'Ivoire, Burkina Faso, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Südafrika zu erforschen; an Standorten mit unterschiedlicher ökologischer, soziologischer und medizinischer Infrastruktur. Die Aufnahme von Covid-19 in das Forschungsprogramm von ANDEMIA wird dazu beitragen, wichtige Wissenslücken im Verständnis der Dynamik von Covid-19 zu schließen, eine Plattform für die Langzeitüberwachung des Virus bereitstellen und, was am wichtigsten ist, nationale Covid-19 Kontrollbemühungen zu unterstützen. Im speziellen werden : 1) Die Dynamik von Covid-19, einschließlich der Rolle von Ko-Infektionen sowie atypischer Krankheitsmanifestationen wie neurologischer Symptome, durch genomische Surveillance und epidemiologische Studien eingehend untersucht. 2) Eine serologische SARS-CoV-2-Studie unter ANDEMIA-Patientinnen und Patienten durchgeführt, welche den derzeit verstärkten internationalen Bemühungen zur Untersuchung des serologischen Fußabdrucks der Pandemie und des lokalen Immunstatus entspricht. 3) Forschungen und Interventionen zum Covid-19-Wissensstand, Einstellungen und Praktiken unter Mitarbeitenden in Gesundheitsberufen durchgeführt, was den Aufbau von Kapazitäten zur Verhinderung der nosokomialen Übertragung und Erhöhung der Patientensicherheit beinhaltet.

Abgeschlossen

Fort- und Weiterbildung

Förderkennzeichen: 01KA1660
Gesamte Fördersumme: 435.000 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Dr. Matthias Borchert
Adresse: Robert Koch-Institut (RKI)
Nordufer 20
13353 Berlin

Fort- und Weiterbildung

Das deutsch-afrikanische Gesundheitsnetzwerk ANDEMIA wird respiratorische, gastrointestinale Krankheiten und akut fieberhafte Erkrankungen unbekannter Ursache sowie das Vorkommen multiresistenter Krankheitserreger erforschen und bekämpfen. Auf deutscher Seite koordiniert das Robert Koch-Institut bereits die Forschungsaktivitäten. In diesem Teilprojekt geht es um die Koordination der Aktivitäten des "Individual Capacity Strengthening", unterteilt in kurzfristige und mittel- bis langfristige Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung. Kurzfristig: Auf der Basis einer Bedarfserhebung sind 10 verschiedene Fortbildungsmaßnahmen als prioritär identifiziert worden, die den Mitarbeitern afrikanischer Netzwerkmitglieder angeboten und grundsätzlich von Netzwerkmitgliedern selbst veranstaltet werden. Mittel- bis langfristig: Hierunter fallen Weiterbildungen auf Master, PhD und Postdoc-Ebene. Es werden ausgeschrieben: 8 Masterstipendien für Teilnehmer aus Côte d’Ivoire, Burkina Faso und Demokratischer Republik Kongo, für Studiengänge an den Universitäten Kinshasa, Pretoria und der Charité; 11 dreieinhalbjährige Sandwich-PhD Stipendien für Teilnehmer aus Côte d’Ivoire, Burkina Faso, DR Kongo und Südafrika, eingeschrieben an den Universitäten Abidjan, Ouagadougou, Kinshasa und Pretoria, mit 6-monatigen Aufenthalten an der Universität Pretoria, dem National Institute of Communicable Diseases Johannesburg und am RKI; 16 zweijährige postdoc Stipendien. Die Einrichtung eines "PhD in International Health"-Studiengang an der Charité, der in Zukunft allen geeigneten Kandidaten zur Verfügung stehen soll, ist angedacht.

Abgeschlossen

Teilprojekt RKI

Förderkennzeichen: 01KA1606
Gesamte Fördersumme: 1.292.236 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2021
Projektleitung: Dr. Fabian H. Leendertz
Adresse: Robert Koch-Institut (RKI), Abt. für Infektionskrankheiten
Nordufer 20
13353 Berlin

Teilprojekt RKI