Dossier

Krebsforschung

Viele Menschen, die an Krebs erkranken, können heutzutage geheilt werden. Das ist ein Verdienst erfolgreicher Krebsforschung. Sie macht rechtzeitige Diagnosen und wirkungsvolle Therapien möglich.

Das ist eine gute Nachricht: Die Überlebenschancen und die Lebensqualität krebskranker Menschen hat sich in Deutschland in den letzten vierzig Jahren deutlich verbessert. Noch vor 1980 starben mehr als zwei Drittel aller Patientinnen und Patienten an ihrer Krebserkrankung. Heute überlebt jeder zweite Betroffene den Krebs.

Ärztin erläutert dem Patienten MRT-Bilder.

Dank des medizinischen Fortschritts können heute viele Krebserkrankte dauerhaft geheilt werden.

DLR-PT/ BMBF

Erfolge durch Forschung

Die Erkenntnisse der Gesundheitsforschung haben zu enormen medizinischen Fortschritten bei der Krebsbehandlung geführt. Dazu beigetragen haben vor allem Krebsmedikamente mit neuartigen Wirkprinzipien. Ein Beispiel ist Trastuzumab. Dieses Medikament ist ein Antikörper, der bestimmte Brustkrebszellen erkennt und ihr Wachstum hemmt. Aber auch bessere Diagnostik und neue Operations- und Bestrahlungstechniken erhöhen die Chancen, den Krebs zu überleben. Hodentumoren bei Männern und Leukämien im Kindesalter beispielsweise sind heute kein Todesurteil mehr. Der Krebsforschung ist es zu verdanken, dass diese beiden Erkrankungen in bis zu 95 beziehungsweise 80 Prozent der Fälle heilbar sind. Auch bei Brust- und Darmkrebs sind die Heilungschancen heute viel größer als früher. Trotzdem ist Krebs immer noch eine der gefürchtetsten Krankheiten. Denn sie ist die zweithäufigste Krankheitsursache, an der Menschen sterben. Zurzeit leben hierzulande etwa vier  Millionen Krebserkrankte und jährlich kommen etwa 500.000 Neuerkrankungen hinzu. Diese Zahlen werden steigen, denn mit steigender Lebenserwartung wird auch die Wahrscheinlichkeit immer größer, an Krebs zu erkranken.

Weniger Krebserkrankungen dank Prävention

Umso wichtiger ist es, die Ursachen von Krebs zu verstehen, um dessen Entstehung möglichst zu verhindern. Ein Erfolgsbeispiel für wissenschaftlich fundierte Präventionsforschung, die zur Vermeidung von Krebs beiträgt, ist die Impfung gegen humane Papillomviren. Eine Infektion mit diesen Viren kann nicht nur dazu führen, dass sich Warzen bilden. Schlimmstenfalls erkranken infizierte Frauen auch an Gebärmutterhalskrebs. Diese Erkenntnis, dass bestimmte Viren Krebs auslösen können, hat die Krebsforschung revolutioniert. Denn in solchen Fällen können Impfungen das Erkrankungsrisiko stark reduzieren. Heutzutage werden Jugendliche im Zuge der üblichen Vorsorgeuntersuchungen gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft. So können sie sich bzw. ihre spätere Geschlechtspartnerin oder -partner vor Gebärmutterhalskrebs schützen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten intensiv daran, weitere Impfmöglichkeiten gegen Krebserkrankungen zu entwickeln.

Aber klar ist auch: Die eine Impfung gegen Krebs wird es nicht geben. Denn Krebs ist nicht gleich Krebs. Tumor, Karzinom oder bösartige Geschwulste - so unterschiedlich die Namen sind, so unterschiedlich sind auch die Krankheitsverläufe. Es gibt gutartig und bösartige Formen - rasch wachsende wie Bauchspeicheldrüsenkrebs und langsam wachsende wie Prostatakrebs. Und aktuelle Forschungserkenntnisse zeigen: Selbst innerhalb einer einzelnen Tumorart gibt es unzählige Varianten.

Trotzdem sinkt die relative, vom Alter unabhängige Erkrankungsrate. Das liegt unter anderem daran, dass immer mehr grundlegende Risikofaktoren von Krebs bekannt sind und verringert werden können. Zum Beispiel leiden weniger Männer an Lungenkrebs, da die Raucherzahlen bei Männern schon seit langem zurückgehen. Das Präventionspotenzial ist aber noch viel höher. Studien, die unter anderem am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg durchgeführt wurden, ergeben: Ohne die Risikofaktoren Rauchen, Alkohol, fettes Essen oder dreckige Luft würden pro Jahr bundesweit rund 165.000 Menschen weniger an Krebs erkranken. Hier wird die Notwendigkeit ersichtlich, die Bevölkerung ausreichend zu informieren und für das Thema zu sensibilisieren.

Logo Nationale Dekade gegen Krebs

 #XgegenKrebs:

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet im Januar 2019 gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium und weiteren Partnern die „Nationale Dekade gegen Krebs". Gemeinsames Ziel ist es, möglichst viele Krebsneuerkrankungen zu verhindern und die Früherkennung und Versorgung zu verbessern.

BMBF fördert Krebsforschung

Das BMBF unterstützt die deutsche Krebsforschung durch verschiedene Maßnahmen. Ein wesentlicher Eckpfeiler dieser Förderung ist das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung, kurz DKTK. Es ist eines der bislang sechs deutschen Zentren für Gesundheitsforschung. Im Kampf gegen Krebs kooperieren 20 Einrichtungen an acht Standorten. Das Konsortium ermöglicht den Forscherinnen und Forschern den Zugang zu besten Technologien, die nicht überall verfügbar sind: etwa Hochdurchsatz-Verfahren für das Genomscreening und große Rechenzentren für die Bioinformatik. Ein Schwerpunkt der Forschungsförderung liegt darauf, neuartige diagnostische Methoden und Verfahren zu entwickeln.

Außerdem fördert das BMBF viele Projekte im Schwerpunktprogramm „Individualisierte Medizin“ oder „Systemmedizin“. Das Ziel: Typische molekulare Profile jedes Erkrankten zu erkennen und zu verstehen. Denn das Risiko, an Krebs zu erkranken, wird von vielen individuellen Faktoren beeinflusst. Das BMBF unterstützt die deutsche Krebsforschung auch im internationalen Zusammenhang. Zum Beispiel das internationale Krebsgenom-konsortium, kurz ICGC. Dieses zurzeit weltweit größte internationale Projekt zur Krebsforschung will die molekularen Ursachen von Krebserkrankungen aufklären. Außerdem beteiligt sich das BMBF auch am europäischen Forschungsnetzwerk Translational Cancer Research, kurz TRANSCAN. Der Schwerpunkt hier: Forschungsergebnisse aus dem Labor schneller in Arztpraxen und Krankenhäuser zu übertragen.

Ergebnisse der Gesundheitsforschung

Arzt spricht im Krankenzimmer mit Kind, das rosafarbenes Kopftuch trägt.

Neuroblastome: Neue Erkenntnisse ermöglichen präzisere Therapie

Neuroblastome sind Tumore des peripheren Nervensystems. Die bösartige Krebserkrankung, die vor allem im frühen Kindesalter auftritt, verläuft sehr unterschiedlich.

Krebszelle zwischen roten Blutkörperchen

Höhere Überlebenschancen nach Stammzelltransplantation

Eine Stammzellspende ist für viele Patientinnen und Patienten mit Blutkrebs oder Lymphdrüsenkrebs die Hoffnung auf ein zweites Leben.

Bei der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) entarten weiße Blutzellen (im Bild dunkel eingefärbt). Als Folge wird die gesunde Blutbildung gestört, und es kann ein Mangel an roten Blutzellen, Blutblättchen und weißen Blutzellen auftreten.

Akute lymphoblastische Leukämie: Präzisere Therapien in Sicht?

Ein neues Testverfahren könnte zukünftig eine bessere Behandlung der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) ermöglichen.

Reagenzgläser im Labor

Hautkrebs – Früherkennung per Bluttest

Ein Bluttest könnte zukünftig die Hautkrebs-Therapie verbessern.

Nationale Dekade gegen den Krebs