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Lancet Kommission zu inter- und multidisziplinären Ansätzen für die Bereiche Human-, Veterinär- und Umweltgesundheit ("One Health")

„One Health“ ist ein übergreifender, ganzheitlicher Ansatz, der die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Umwelt berücksichtigt. Er trägt somit zum besseren Verständnis von Krankheitsursachen und -folgen bei. Beispielsweise ist es im Kampf gegen antimikrobielle Resistenzen notwendig, deren Auswirkungen bei Tieren, in der Umwelt und Landwirtschaft und beim Menschen zu verstehen. Die Umsetzung des One Health Ansatzes, also die enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachgebieten, ist in der Praxis schwierig und die Datenlage unzureichend.

Das vorliegende Projekt wird konkrete politische Empfehlungen für die Umsetzung des One Health Ansatzes erarbeiten, insbesondere zu den Themen ansteckende und nicht-ansteckenden Krankheiten sowie Ernährungssicherheit. Die Forschungsarbeit wurde von dem prestigeträchtigen Wissenschaftsjournal „The Lancet“ als „Lancet Commission“ beauftragt. In diesem Format arbeiten internationale Expertinnen und Experten über einen Zeitraum von üblicherweise zwei Jahren an jeweils einem politisch relevanten Forschungsthema zusammen. Das Etikett „Lancet Commission“ dient als Qualitätsmerkmal und stellt die Öffentlichkeitswirksamkeit der erarbeiteten Empfehlungen sicher.

Ein tieferes, internationales Verständnis von One Health ist erforderlich, um verschiedene Herausforderungen im Bereich der Globalen Gesundheit gezielt voranzutreiben, gerade im Kampf gegen die Ausbreitung antimikrobieller Resistenzen. Deutschland hat Forschung und Entwicklung im Bereich der Globalen Gesundheit und zu antimikrobiellen Resistenzen in den letzten Jahren gestärkt und auch international in den Beratungen der G7 und G20 engagiert vorangetrieben. Das hier geförderte Vorhaben leistet einen Beitrag zur Erfüllung dieser politischen Zusagen. Inhaltlich ist es im Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung und zwar dem Handlungsfeld 1 „Globale Forschungsaufgaben gemeinsam angehen“ zuzuordnen.

Teilprojekte

Lancet Kommission zu inter- und multidisziplinären Ansätzen für die Bereiche Human-, Veterinär- und Umweltgesundheit ("One Health")

Förderkennzeichen: 01KA1912
Gesamte Fördersumme: 406.057 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Andrea Sylvia Winkler
Adresse: Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Neurologische Klinik und Poliklinik
Ismaninger Str. 22
81675 München

Lancet Kommission zu inter- und multidisziplinären Ansätzen für die Bereiche Human-, Veterinär- und Umweltgesundheit ("One Health")

The Lancet, eines der höchstdotierten Wissenschaftsjournale in der Medizin, veröffentlicht einflussreiche wissenschaftliche Stellungnahmen zu aktuell bedeutenden Themen, die von einer einberufenen hochkarätigen Kommission erstellt werden. Im November 2018 wurde Prof. Andrea Winkler (Center for Global Health, Technische Universität München, Deutschland) und Dr. John Amuasi (the Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine an der Kwame Nkrumah University of Science and Technology, Ghana) das Mandat vom Chefredakteur des The Lancet, Dr. Richard Horton, zur Gründung einer Lancet Kommission, die sich über die nächsten Jahre mit dem Thema One Health beschäftigen wird, erteilt. Durch die Zusammenführung verschiedener technischer Experten und Sektoren will die Lancet One Health Kommission Einfluss darauf nehmen, wie Regierungen und internationale Organisationen mit akuten und chronischen globalen Gesundheitsgefahren umgehen, die von Natur aus komplex sind. Ebenso wird die Kommission den Privatsektor, die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und die Zivilgesellschaften aktiv mit einbeziehen, um ihren Beitrag durch innovative Technologien, Öffentlichkeitsarbeit und Meinungsbildung im Sinne von Leadership zu nutzen. Das Ziel der Kommission ist es, den Forschungsstand zu One Health aufzuzeigen und ggf. durch feinabgestimmte Forschungsprojekte zu ergänzen, die Fortschritte bei der Umsetzung des One Health Konzepts in den unterschiedlichen Aktionsfeldern (akademisch, privat, politisch, zivil) zu beschleunigen, Richtlinien auszuarbeiten und die Kohärenz und Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Sektoren zu fördern. Am Ende des Vorhabens wird eine umfassende wissenschaftliche Stellungnahme verfasst und beim The Lancet als Lancet One Health Report zur Publikation eingereicht. Im Zentrum dieses Berichts stehen nicht nur die wissenschaftliche Evidenz für eine One Health Herangehensweise, sondern auch klare Empfehlungen für deren Umsetzung in relevanten Sektoren.