Verbund

NIRBTEST

Das Retinoblastom ist eine seltene Krebserkrankung des Auges. Es entsteht in der Netzhaut (Retina) und kommt fast ausschließlich im Kindesalter vor. Man unterscheidet eine erbliche und eine nicht-erbliche Form der Erkrankung. Patienten mit einem erblichen Retinoblastom tragen eine genetische Veranlagung. Diese führt bereits in der Kindheit zur Entstehung von multiplen Retinoblastomen und später im Leben zur Entstehung anderer Tumore. Die Früherkennung dieser Tumore ist aufgrund der Vielzahl der verschiedenen möglichen Tumorarten erschwert und für die Betroffenen sehr belastend.

Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines nicht-invasiven Bluttestes zur Früherkennung des Retinoblastoms, um eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen. Gleichzeitig soll eine systematische und umfassende Biobank aufgebaut werden, um diese in weitergehenden Forschungsprojekten zu nutzen. Dazu sollen in drei nationalen Referenzzentren in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland Blutproben von ca. 200 gesunden Kindern und Erwachsenen und einer gleichen Anzahl Mutationsträger mit zwei unterschiedlichen, sich ergänzenden Methoden untersucht werden. Die Ergebnisse beider Methoden werden anschließend verglichen. Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Verbreitung der Ergebnisse an Fachpublikum und Betroffene über Fachartikel, Vorträge und regelmäßig aktualisierte Informationen auf einer Webseite.

Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Forschungsverbundes "NIRBEST: Entwicklung eines neuen blutbasierten Tests zur Früherkennung von Tumoren bei erblicher Veranlagung für Retinoblastom" im Rahmen des ERA-NET Translational Cancer Research (TRANSCAN). Gemeinsam arbeiten in diesem Verbund vier Arbeitsgruppen aus europäischen Partnerstaaten an der Lösung dieser Forschungsfrage. Das BMBF beteiligt sich an der Fördermaßnahme, um mit der transnationalen, koordinierten Zusammenarbeit eine möglichst schnelle Überführung innovativer Forschungsergebnisse in die Klinik zu unterstützen.

Teilprojekte

Entwicklung eines neuen blutbasierten Tests zur Früherkennung von Tumoren bei erblicher Veranlagung für Retinoblastom

Förderkennzeichen: 01KT1805
Gesamte Fördersumme: 280.805 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Projektleitung: PD Dr. Petra Temming
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Entwicklung eines neuen blutbasierten Tests zur Früherkennung von Tumoren bei erblicher Veranlagung für Retinoblastom

Patienten mit einem erblichen Retinoblastom tragen eine genetische Veranlagung, bereits in der Kindheit multiple Retinoblastome und später im Leben andere Tumore zu entwickeln. Die Früherkennung von Tumoren bei RB1 Mutationsträgern ist aufgrund der Vielzahl der verschiedenen Tumorarten erschwert und für die Betroffenen sehr belastend. Daher ist der Einsatz von neuen blutbasierende Testverfahren sehr vielversprechend. Das Ziel des hier vorgestellten Projektes ist die Entwicklung eines nicht-invasiven Bluttestes (NIRBTEST: Non-Invasive RB1 cancer TEST) zur Früherkennung von Tumoren bei RB1 Mutationsträgern. NIRBTEST soll einerseits zum Screening auf Zweittumore bei RB1 Mutationsträgern und des Weiteren zur Bestimmung der biologischen Eigenschaften von Retinoblastomen bei Erstdiagnose eingesetzt werden. Gleichzeitig soll eine systematische und umfassende Biodatenbank aufgebaut werden, um nachfolgende Forschungsprojekte zu unterstützen. Dazu sollen in drei nationalen Referenzzentren in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland Blutproben von 193 gesunden Kindern und Erwachsenen und von 203 RB1 Mutationsträger mit zwei unterschiedlichen sich ergänzenden blutbasierenden Methoden untersucht werden. Schlussendlich werden die Ergebnisse beider Methoden zur Detektion von Retinoblastomen und Zweittumoren zusammengefügt und verglichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbreitung der Ergebnisse an Fachpublikum und Betroffene über Fachartikel, Vorträge und regelmäßig aktualisierte Informationen auf einer Webseite.