Verbund

SHARED

Neurodegenerative Erkrankungen – wie z.B. verschiedene Demenzerkrankungen oder Morbus Parkinson – stellen eine große Herausforderung für Patienten und ihre Angehörigen dar. Die Gewährleistung einer angemessenen Gesundheits- und Sozialversorgung ist notwendig für alle Beteiligten. Allerdings variieren die Verfügbarkeit und Qualität von Gesundheits- und Sozialversorgungsleistungen für Betroffene, Pflegende und Familien erheblich – innerhalb und außerhalb Europas. Die Koordination zwischen Gesundheits- und Sozialversorgungssystemen ist oft ineffizient und der Zugang zu Pflege daher schwierig. Ein besseres Verständnis der Faktoren, die z.B. zur gesellschaftlichen Beteiligung sowie zum Erhalt der Würde und somit zur Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien beitragen, ist deshalb von großer Bedeutung.

Das Vorhaben der Universität Bremen ist Teil des transnationalen Verbundprojektes „SHARED“. Der Verbund untersucht das Zusammenspiel von sozialer Gesundheit und biologischen sowie psychologischen Faktoren bei Demenz. Ziel ist es, auf Basis der gewonnenen Ergebnisse Strukturen für die Entwicklung von Interventionen im Gesundheits- und Sozialwesen zu entwickeln. Im Vorhaben sollen Informationen und Ergebnisse der Datenanalysen der beteiligten Projektpartner in ein sogenanntes „System Dynamics“ (SD) Modell zusammengeführt werden. Das Modell berücksichtigt Aspekte der sozialen, körperlichen und psychischen Gesundheit sowie deren Auswirkungen auf den Verlauf der Demenz. Es soll zu Empfehlungen für Prävention und Verbesserung der Behandlung von Demenzerkrankungen führen.

Im EU-Programm zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen (EU Joint Programme – Neurodegenerative Disease Research, JPND) arbeiten EU-Mitglieds- und assoziierte Staaten sowie Kanada und Australien zusammen. Hierdurch soll die Forschung auf diesem Gebiet transnational gebündelt und gestärkt werden.

Teilprojekte

SHARED - Soziale Gesundheit und kognitive Reserven im Verlauf demenzieller Beeinträchtigungen

Förderkennzeichen: 01ED1905
Gesamte Fördersumme: 408.535 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann
Adresse: Universität Bremen - Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften - Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Grazer Str. 4
28359 Bremen

SHARED - Soziale Gesundheit und kognitive Reserven im Verlauf demenzieller Beeinträchtigungen

Das internationale Forschungsprojekt "Social Health And Reserve in the Dementia patient journey" (Soziale Gesundheit und Reservekapazität im Verlauf demenzieller Beeinträchtigungen) untersucht das bisher wenig erforschte Zusammenspiel zwischen sozialer Gesundheit und biologischen und psychologischen Faktoren bei Demenz. Ziel ist es, auf Basis dieser Ergebnisse Strukturen für die Entwicklung von Interventionen im Gesundheits- und Sozialwesen zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Untersuchung der bidirektionalen Verbindung vor und nach der Entwicklung der Demenz, pathologischen Veränderungen, sowie der Rolle der Veränderung der Reservekapazität des Gehirns (brain reserve) und der kognitiven Reserve. Im von der Universität Bremen geleiteten Arbeitspaket 5 sollen alle verfügbaren Informationen, Wissensbestände und Ergebnisse der Datenanalysen der beteiligten Projektpartner (Arbeitspakete 2, 4) in ein System Dynamics (SD) Modell zusammenführt werden. Das SD-Modell beinhaltet Aspekte der sozialen Gesundheit in Verbindung mit körperlicher und psychischer Gesundheit sowie deren Auswirkungen auf den kognitiven Rückgang und den Verlauf der Demenz. Das SD-Modell wird schrittweise im Projektverlauf mit Hilfe des Group Model Building Approach (GMB) erstellt, welches sich besonders zur Einbeziehung von Stakeholdern, einschließlich Patienten und Patientinnen und der Öffentlichkeit in komplexe Modellbildungsprozesse, eignet. Aufbauend auf das finale SD-Modell werden gemeinsam mit den Projektpartnern Kernelemente und Ziele für Empfehlungen für Interventionen abgeleitet, sowohl für die Prävention als auch für die Verbesserung der Behandlung von Demenzerkrankungen.