Teilprojekt eines Verbundes

Solidarität und schwierige Abwägungen

Förderkennzeichen: 01KI20511B
Fördersumme: 145.026 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Marianne Kneuer
Adresse: Universität Hildesheim, Fachbereich I, Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Institut für Sozialwissenschaften
Universitätsplatz 1, Gebäude F
31141 Hildesheim

Die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen im Kampf gegen die Covid-19 Pandemie sind beispiellos in der deutschen Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg. Um die Kapazitäten des öffentlichen Gesundheitswesens nicht überzustrapazieren und um die Verbreitung des Virus zu kontrollieren, damit die Krise überwunden werden kann, wird von den Bürgern solidarisches Handeln erwartet. Zur gleichen Zeit sind sie dazu genötigt, Einschränkungen ihrer Freiheiten, besonders mit der Bewegungsfreiheit aber zum Beispiel auch der religiösen Freiheit, zu akzeptieren und wirtschaftliche Aktivitäten zu verringern. Ziel des Projektes ist auf der Basis von Twitter Daten und Umfragedaten Solidarität und die Unterstützung von Solidaritätsmaßnahmen im Rahmen der Covid-19 Pandemie zu evaluieren. Dieses Projekt schafft eine sozialwissenschaftliche Perspektive auf das Konzept der Solidarität, welches im Kampf gegen das Coronavirus eine zentrale Rolle spielt. Das Projekt teilt die Pandemie in drei Phasen ein: a) Akute Krisenbewältigung b) die Stabilisierungsphase und c) das neue Equilibrium. Auf dieser Grundlage bemüht sich das Projekt um die Beantwortung von zwei übergeordneten Fragen: Was sind die Grundlagen und das Ausmaß der Solidarität, wenn die Gesellschaft als Ganzes mit schier unmöglichen Abwägungen konfrontiert wird? Und Welche Umstände ermöglichen es einer politischen Gemeinschaft in Solidarität zu handeln und Solidaritätsmaßnahmen im eigenen Land und innerhalb der EU zu unterstützen? Mit dem Fokus auf Deutschland im Zeitraum zwischen Januar und Dezember 2020, werden gemischte und unterschiedliche Methoden, wie Kodierung politischer Inhalte, Umfragedaten, Diskursanalyse von Reden und Twitter Beiträgen (auf Basis eines Korpus von Billionen von Tweets aus dem Forschungszeitraum) genutzt, um einen genauen Umriss von Solidarität in Deutschland im Kontext von Covid-19 zu schaffen und um die Abwägungen zwischen Selbst-Interesse und Gemeinwohlorientierung zu analysieren.