Fördermaßnahme

Erforschung von Covid-19 im Zuge des Ausbruchs von Sars-CoV-2

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2020
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Gesamte Fördersumme: bis zu 15 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 39 Einzelprojekte und 13 Verbünde

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus SARS-CoV-2 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Modul 3 (Rapid Response) der Förderbekanntmachung Richtlinie zur Förderung eines „Nationalen Forschungsnetzes zoonotische Infektionskrankheiten"; Bundesanzeiger vom 15.02.2016 aktiviert.

Gefördert werden Einzelvorhaben und in begründeten Ausnahmen kleine Forschungsverbünde (mit bis zu drei Partnern an verschiedenen Einrichtungen), die sich an der Prioritätensetzung der WHO (https://www.who.int/news-room/detail/12-02-2020-world-experts-and-funders-set-priorities-for-covid-19-research) orientieren. Die Förderung erfolgt in 4 gesonderten Modulen:

Modul 1 - Bekämpfung von COVID-19 durch frühe klinische Studien für die Anwendung bereits zugelassener, therapeutischer Ansätze auf SARS-CoV-2:

Gefördert werden frühe klinische Studien der Phase I, I/II und ggf. II, bei denen die begründete Annahme besteht, dass sie sich auf SARS-CoV-2 übertragen lassen.

Modul 2 – Kontrolle von COVID-19 durch neue therapeutische und diagnostische Ansätze:

Gefördert werden:

- klinische Studien zur Ausweitung der Diagnosemöglichkeiten zum besseren Verständnis der Serologie und damit des Infektionsverlaufs, der Wirksamkeit von neuen therapeutischen Ansätzen und der Wirksamkeit von Infektions- und Übertragungskontrollmaßnahmen;

 - die Entwicklung therapeutischer Ansätze in der späten präklinischen Phase (proof-of- concept-Studien) bis zur klinischen Prüfung der Phase I.

Modul 3 – Forschung, die zum Verständnis des Virus und dessen Ausbreitung beiträgt:

 - Forschung zum Ursprung des Virus und zur Übertragung zwischen Tier und Mensch

 - Forschung zu humanpathogenen Eigenschaften des Virus, Infektionsketten und Ausbreitungsbedingungen

 - Ansätze zur Prüfung der Übertragbarkeit existierender Tiermodelle auf SARS-CoV-2

 - Entwicklung neuer klinisch relevanter Tiermodelle und menschlicher Zellmodelle (z.B. Lungeninfektionsmodell)

 - Epidemiologische Ansätze

 - Infektionsprävention (keine Impfstoffentwicklung) und  –kontrolle, auch zum Schutz Beschäftigter im Gesundheitswesen

 - Forschung zu ethischen, rechtlichen und sozio-ökonomischen Implikationen (ELSA) im Zusammenhang mit dem Ausbruchsgeschehen.

Modul 4 – Unterstützung bereits laufender Forschungsprojekte zu Coronaviren:

Unter Modul 4 konnte für bereits laufende, öffentlich geförderte Forschungsprojekte zu Coronaviren bzw. relevanten ELSA-Forschungsprojekten an deutschen Forschungsinstitutionen eine Zuwendung für begrenzte Zusatzarbeiten (in Höhe von max. 50.000 Euro) beantragt werden.

2. Stand der Fördermaßnahme

Gefördert werden Einzelvorhaben und in begründeten Ausnahmen kleine Forschungsverbünde (mit bis zu drei Partnern an verschiedenen Einrichtungen), die Projekte innerhalb der oben beschriebenen Module bearbeiten.

Einzelprojekte

Understand-ELSED - Öffentliche Wahrnehmung ethischer, rechtlicher und sozio-ökonomischer Dimensionen des Covid-19 Ausbruchs

Förderkennzeichen: 01KI20500
Gesamte Fördersumme: 394.269 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Meike Watzlawik
Adresse: Institut für psychologische Forschung an der SFU Berlin e.V.
Columbiadamm 10
12101 Berlin

Understand-ELSED - Öffentliche Wahrnehmung ethischer, rechtlicher und sozio-ökonomischer Dimensionen des Covid-19 Ausbruchs

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind vielfältig – nicht nur auf körperlicher Ebene. Was ist ethisch, rechtlich, sozioökonomisch vertretbar, um die Ausbreitung "des Virus" zu verlangsamen bzw. zu verhindern? Welche Konsequenzen haben die getroffenen Entscheidungen für die Menschen in Deutschland? Welche Risiken/mögliche Schutzmaßnahmen sind ihnen bekannt? Welche Faktoren beeinflussen z. B. die Bereitschaft, Ausgangsbeschränkungen einzuhalten? Wer ist besonders belastet (z. B. durch Ausgrenzung)? Ziel des Vorhabens ist, die Ergebnisse wirksam in Maßnahmen umzusetzen, die dabei helfen, Menschen zielgruppenadäquat zu informieren, negative Folgen und Belastungen einzudämmen und die Bevölkerung zum Mitwirken bei Gegenmaßnahmen zu motivieren. Dies wird durch die folgenden Schritte erreicht: 1) 30.000 Haushalte in Deutschland werden gebeten, an einer Online-Befragung zu den o. g. Fragen teilzunehmen, um den jeweiligen Stand der Dinge möglichst repräsentativ zu erfassen. Durch eine wiederholte Befragung (3 Messzeitpunkte) können zusätzlich Entwicklungsverläufe abgebildet werden. 2) Mit 30 Personen aus der unter 1) beschriebenen Online-Befragung werden noch einmal vertiefend Interviews führen (ebenfalls zu 3 Messzeitpunkten), um Details besser herauszuarbeiten. 3) Einer weiteren Untergruppe der unter 1) Befragten wird zusätzlich die Möglichkeit gegeben, an einer begleitenden Tagebuchstudie teilzunehmen, bei der sie wöchentlich beschreiben, wie es ihnen ergangen ist, um alltägliche Herausforderungen im Verlauf abzubilden. 4) Anhand einer Analyse von Twitter-Daten wird begleitend untersucht, wie "Corona" dargestellt sowie verstanden wird: Wer spricht wie darüber? 5) Traditionelle Publikationen (z. B. von öffentlichen Gesundheitseinrichtungen), die über Covid-19 berichten und aufklären, werden ebenfalls gesichtet und in die Studie in Echtzeit eingebettet, was z. B. ermöglicht, die Glaubhaftigkeit von Artikeln direkt einschätzen und begründen zu lassen.

COVKOP - Untersuchungen von molekularen SARS-CoV-2-Wirt-Interaktionen mit gezielten Knockouts und Pulldowns

Förderkennzeichen: 01KI20393
Gesamte Fördersumme: 80.699 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Nikolaus Rajewsky
Adresse: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin

COVKOP - Untersuchungen von molekularen SARS-CoV-2-Wirt-Interaktionen mit gezielten Knockouts und Pulldowns

Erst kürzlich konnten fundamentale Entdeckungen über den Einfluss von SARS-CoV-2 auf die Genexpression des humanen Wirts gemacht werden. In Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen von Christian Drosten und Markus Landthaler konnte eine small RNA-Sequenzierung an SARS-CoV-2-infizierten Epithelzellen, und eine Gesamt-RNA-Sequenzierung durchgeführt werden, um die Genexpression im zeitlichen Verlauf zu untersuchen. Dabei wurde festgestellt, dass die microRNA miR-155 und vault RNAs kurz nach der Infektion signifikant hochreguliert und scheinbar neuartige zirkuläre RNAs herunterreguliert werden. Zudem wurden durch die Charakterisierung der Wirtsreaktion hunderte von Kandidatengenen identifiziert, die bei der Virusinfektion eine Rolle spielen könnten. Insbesondere wurde die Interferon- und heatshock-Antwort im Detail charakterisiert. In diesem Projekt wird an diese Ergebnisse angeknüpft, indem Knockouts von Kandidatengenen in Epithelzelllinien generiert werden, die die SARS-CoV-2-Replikation begünstigen, um zu untersuchen, wie signifikant dysregulierte Gene den viralen Lebenszyklus beeinflussen. Hierbei werden vor allem Kandidaten mit unmittelbarem therapeutischem Potenzial priorisiert, wie miR-155, vault RNAs, und PD-L1, da sich diese relativ simpel mit Antisense-Oligonukleotiden bzw. klinisch zugelassenen Antikörpern blockieren lassen. Zusätzlich ist geplant identische Knockouts in humanen induzierten pluripotenten Stammzellen zu generieren, die für die Entwicklung von humanen komplexen Organoiden verwendet werden sollen. Unabhängig davon werden in der RNA-Pulldown-Technologie die Spezifität des einzelsträngigen viralen nsp9-RNA-Bindungsproteins untersucht und wie die virale RNA mit Wirts-RNA und Proteinfaktoren interagieren. All diese Untersuchungen werden schließlich zu einem tieferen Verständnis des viralen Lebenszyklus und zur Findung neuer Ziele für pharmazeutische Interventionen beitragen.

MoKoCo19 - Modellbasierte Datenanalyse für die bevölkerungsbezogene prospektive Covid-19-Kohortenstudie in München

Förderkennzeichen: 01KI20271
Gesamte Fördersumme: 45.295 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Jan Hasenauer
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Life and Medical Sciences (Limes) Institut
Carl-Troll-Str. 31
53115 Bonn

MoKoCo19 - Modellbasierte Datenanalyse für die bevölkerungsbezogene prospektive Covid-19-Kohortenstudie in München

Das Projekt MoKoCo19 hat das Ziel die Wirkung nicht-pharmakologischer Interventionen wie z. B. Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen genauer zu quantifizieren und damit die Vorhersage des Pandemieverlaufs zu verbessern. Kern des Vorhabens sind modellbasierte Analysen der bevölkerungsbezogenen prospektiven Münchner Covid-19-Kohortenstudie in Kombination mit den vom Robert Koch-Institut gesammelten Daten. Die Resultate sollen dazu dienen, politische Entscheidungsträger zu unterstützen, den besten Weg aus der aktuellen Krise zu finden.

ARRay - ACE-2 Rezeptor-basierte Reagenzien als Werkzeuge zur Qualitätsbewertung von Immunoassayreagenzien und zur Entwicklung von Assays zur qualitativen Bewertung von SARS-Cov-2-spezifischen Immunantworten

Förderkennzeichen: 01KI20270
Gesamte Fördersumme: 49.633 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2020
Projektleitung: Dr. Stefan Rasche
Adresse: Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME)
Forckenbeckstr. 6
52074 Aachen

ARRay - ACE-2 Rezeptor-basierte Reagenzien als Werkzeuge zur Qualitätsbewertung von Immunoassayreagenzien und zur Entwicklung von Assays zur qualitativen Bewertung von SARS-Cov-2-spezifischen Immunantworten

Im Rahmen der SARS-CoV-2 Pandemie sind Immunoassays, die zuverlässig Auskunft über den Immunstatus von Bevölkerungsgruppen geben, entscheidend, um eine Relaxierung der Steuerungsmaßnahmen vorzunehmen. Im Rahmen des Projektes soll die schnelle Etablierung und Skalierung eines alternativen transienten Produktionsverfahren für SARS-CoV-2 Spikeproteinvarianten in Pflanzen demonstriert werden. Neben SARS-CoV-2 Oberflächenantigenen die als Assayreagenzien zum Nachweis von virusspezifischen Immunantworten genutzt werden können, ist das humane Angiotensin-konvertierenden Enzym 2 (ACE2), ein weiteres interessantes Molekül im Zusammenhang mit der Entwicklung und Verbesserung von SARS-CoV2-Serumassays, da es als Rezeptor für das Spikeprotein fungiert und die Inhibition dieser Interaktion die Funktionsweise von SARS-CoV-2 neutralisierenden RBD-spezifischen Antikörpern. Im Projekt Array sollen ACE2-basierte Verfahren zur Qualitätskontrolle von Antigenen sowie der Charakterisierung von Immunseren entwickelt werden, welche eine optimale und komplementäre Ergänzung zum CDP Projekt darstellen.

scCoV2 - Einzelzellsequenzierung von SARS-CoV2-infizierten Zellen

Förderkennzeichen: 01KI20269
Gesamte Fördersumme: 48.436 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Markus Landthaler
Adresse: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin

scCoV2 - Einzelzellsequenzierung von SARS-CoV2-infizierten Zellen

Das Ziel dieses Vorhabens ist es, mittels Einzelzellsequenzierung Veränderung der Genexpression in SARS-CoV und SARS-CoV-2-infizierten Zellkultursystemen zu untersuchen, um Infektionsprotokolle von Zelllinien für molekularbiologische Studien zu optimieren, deregulierte Signalwege in infizierten Zellen zu entdecken und Unterschiede der zellulären Antwort zwischen SARS-CoV und SARS-CoV-2 zu unterscheiden.

MoCoSpa - Modulation der Funktion des SARS-CoV-2 "Spike-Proteins" durch Proteasen der ADAM Familie

Förderkennzeichen: 01KI20207
Gesamte Fördersumme: 197.562 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Andreas Ludwig
Adresse: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Fakultät 10, Medizin und Universitätsklinikum, Institut für Pharmakologie
Wendlingweg 2
52074 Aachen

MoCoSpa - Modulation der Funktion des SARS-CoV-2 "Spike-Proteins" durch Proteasen der ADAM Familie

Das SARS-CoV-2-Spike-Protein interagiert mit dem Angiotensin-Converting-Enzym 2 (ACE-2) auf Epithelzellen in der Lunge, was ein entscheidender Schritt bei der Virusinfektion und Entwicklung von Covid-19 ist. Es wird vorgeschlagen, dass die Metalloproteinasen ADAM10 und ADAM17 kritische Modulatoren der SARS-CoV-2-Spike-Protein-Wechselwirkung mit dem viralen Rezeptor ACE-2 auf Lungenepithelzellen sind. Im Vorhaben sollen die induzierte Freisetzung und die Funktionen von löslichem ACE-2 untersucht werden, das als Kompetitor wirken und die Wechselwirkung des Virus mit seinem membranverankerten ACE-2-Rezeptor verringern könnte. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob das Spike-Protein eine Entzündungsreaktion auslöst, indem es eine erhöhte ADAM-vermittelte Abgabe von proinflammatorischen Mediatoren hervorruft. Diese Fragen werden parallel durch Behandlung von kultivierten Epithelzelllinien und Primärzellen mit SARS-CoV-2-Spike-Protein sowie durch Analyse von Covid-19-Patientengeweben bearbeitet. Für die Analyse werden etablierte Verfahren verwendet, um die ADAM-Aktivität, die Bindung von Adaptermolekülen, die Freisetzung von löslichem ACE-2, die Quantifizierung von löslichen Entzündungsmediatoren und die Spaltung von Adhäsionsmolekülen zu untersuchen. Die Analyse dieser ADAM17-abhängigen Reaktionen soll helfen zu verstehen, warum eine SARS-CoV-2-Infektion eine schwere Entzündungsreaktion verursachen kann, die zu ARDS mit hoher Mortalität führt.

COVID19HOSTaGE - Identifikation von genetischen Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf

Förderkennzeichen: 01KI20197
Gesamte Fördersumme: 287.103 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Andre Franke
Adresse: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Institut für Klinische Molekularbiologie
Arnold-Heller-Str. 3
24105 Kiel

COVID19HOSTaGE - Identifikation von genetischen Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf

Das Projekt Covid-19-Host(a)ge zielt darauf ab, die erste umfassende genomweite Analyse für den schweren Covid-19-Krankheitsverlauf durchzuführen. Zu diesem Zweck werden DNA-Proben von 5.000 Covid-19-Patienten, wobei die Mehrzahl der Patienten von Intensivstationen (d. h. schwerer Krankheitsverlauf) stammt, genotypisiert und mit existierenden Daten von Querschnittskontrollkohorten aus den gleichen Ländern analysiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf allen bekannten menschlichen Blutgruppensystemen (angesichts der vorherigen Beobachtung des ABO-Status vs. der Covid-19-Suszeptibilität) und menschlichen Leukozytenantigen-(HLA-)Allelen. Dieses Projekt wird auch einen wichtigen europäischen Beitrag zur internationalen Meta-Analyse von Covid-19hg leisten.

coRNA - Entwicklung eines Schnelltest auf CoV-2 NA aus Abstrichen

Förderkennzeichen: 01KI20184
Gesamte Fördersumme: 422.083 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Bernhard Schermer
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Klinik II für Innere Medizin
Kerpener Str. 62
50937 Köln

coRNA - Entwicklung eines Schnelltest auf CoV-2 NA aus Abstrichen

In dem Projekt soll ein molekularbiologischer Schnelltest entwickelt werden, der hochsensitiv und spezifisch den Nachweis von CoV-2 RNA aus Abstrichen erlaubt. Für die Entwicklung wird dabei auf ein voll ausgestattetes molekularbiologisches Labor zurück gegriffen. Der Test selbst soll jedoch in der Praxis mit einfachsten Mitteln durchführbar sein, so dass er flächendeckend Verwendung finden kann. Das Ergebnis wird entweder anhand einer Bande auf einem Teststreifen oder durch einen Farbumschlag sichtbar.

Corkid - Serokonversionsrate für SARS-CoV-2 in einer Gruppe asymptomatischer, nicht selektierter Kinder und ihrer Mütter im Ruhrgebiet

Förderkennzeichen: 01KI20173
Gesamte Fördersumme: 566.629 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Lücke
Adresse: Ruhr-Universität Bochum, Universitätsklinikum, St. Josef Hospital, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Alexandrinenstr. 5
44791 Bochum

Corkid - Serokonversionsrate für SARS-CoV-2 in einer Gruppe asymptomatischer, nicht selektierter Kinder und ihrer Mütter im Ruhrgebiet

In einer repräsentativen Stichprobe von asymptomatischen, unselektierten Kindern im Säuglings-, Kleinkind- und Jugendlichenalter, die zu einer geplanten Vorsorge-Untersuchung (U- Untersuchung) kommen soll die Rate der Serokonversion für SARS- CoV-2 erfasst werden. Auch bei den Eltern, vor allem den Müttern werden SARS-CoV-2 Antikörper bestimmt. Darüber hinaus werden mögliche Risikofaktoren und eine mögliche Exposition oder Erkrankung mit SARS- CoV-2 anamnestisch erfasst. Darüber hinaus werden Polymorphismen im ACE2 Rezeptor als mögliche zusätzliche Risikofaktoren für eine SARS- CoV-2 Infektion analysiert und in einer Subgruppe auch die nasale RNA-Expression von ACE2 erfasst. In einem Follow-up von zwölf Monaten werden nachfolgende Infekte und respiratorische Symptome erfasst sowie ggf. erneut SARS-CoV-2 Antikörper bestimmt.

COMDRUG-CoV-2 - Die Wirkung häufig eingenommener Medikamente auf das alveolare Gleichgewicht während einer SARS-CoV-2-Infektion

Förderkennzeichen: 01KI20168
Gesamte Fördersumme: 275.331 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Christina Ehrhardt
Adresse: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Sektion für Experimentelle Virologie
Hans-Knöll-Str. 2
07745 Jena

COMDRUG-CoV-2 - Die Wirkung häufig eingenommener Medikamente auf das alveolare Gleichgewicht während einer SARS-CoV-2-Infektion

Infektionen mit SARS-CoV-2 verursachen derzeit weltweit Erkrankungen der Atemwege mit symptomlosen bis schweren Verläufen. Insbesondere lebensbedrohliche Pneumonien gehen mit Lungenversagen, septischem Schock bzw. multiplem Organversagen einher. Zu den Risikogruppen gehören vor allem ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen vor allem des Herz-Kreislaufsystems. Bislang stehen weder Impfungen noch spezifische antivirale Therapeutika gegen SARS-CoV-2-Infektionen zur Verfügung, so dass auf vorhandene Medikamente gegen andere Erkrankungen zurückgegriffen wird, um vor allem Symptome zu bekämpfen. Allerdings sind diese im Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2-Infektion hinsichtlich ihrer antiviralen Aktivität und potenziellen Nebenwirkungen wenig beforscht. Auch fehlen diesbezüglich Informationen über Medikamente, die gegen allgemeine Erkältungssymptome sowie Zivilisationskrankheiten, vor allem Herz-Kreislauferkrankungen, breitflächig von der Bevölkerung eingenommen werden. Ziel des Projektes ist es, unter Verwendung eines komplexen humanen Alveolus-on-a-Chip-Modells, das Bedingungen der menschlichen Lunge nachahmt, die Pathophysiologie der SARS-CoV2- Infektion zu untersuchen. Dabei soll die Wirkung von Substanzen gegen allgemeine Erkältungskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und überschießende Immunantwort getestet werden. Insbesondere wird ihre Wirkung auf 1) Vermehrung und Verbreitung von SARS-CoV-2 im Epithel und Endothel, 2) die Aktivierung von Entzündungsparametern und 3) Schädigung der Zellbarrieren analysiert. Darüber hinaus werden SARS-CoV-2- induzierte Effekte auf Endothelzellen und die von diesen ausgehende Funktionen auf das vaskuläre System näher betrachtet, da dieses bei schweren Covid-19-Verläufen zu Blutgerinnungsstörungen und Thrombenbildung führen kann.

SARS-CoV-2-Aptamers – Aptamere gegen das SARS-CoV-2 Spike-Protein

Förderkennzeichen: 01KI20154
Gesamte Fördersumme: 599.103 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Famulok
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Life and Medical Sciences (Limes) Institut
Carl-Troll-Str. 31
53115 Bonn

SARS-CoV-2-Aptamers – Aptamere gegen das SARS-CoV-2 Spike-Protein

Ziel des Vorhabens ist, Nukleinsäure-Aptamere (ssDNA, 2’-F-RNA, Clickmere) zu isolieren, die das Spike-Protein S von SARS-CoV-2 binden und dadurch die Interaktion des Virus mit dem ACE2 Rezeptor verhindern. Mit einer automatisierten Selektionsplattform werden mittels der SELEX Technik DNA- und chemisch stabilisierte Aptamer-Bibliotheken nach Sequenzen durchsucht, die das SARS-CoV-2 S-Protein binden. Darüber hinaus wird ein neuartiges click-SELEX Protokoll anwendet, um Clickmere, Nukleinsäuren mit erweiterter chemischer Funktionalität, für dieses Zielprotein zu isolieren. Neben in vitro-Bindungsanalysen, mit denen die Bindung von SARS-CoV-2 und ACE2 in Gegenwart der isolierten Aptamere quantifiziert wird, werden die Aptamere Virologen zur Verfügung gestellt, damit die Wirksamkeit der Aptamere in Infektionsstudien in Zellkultur, sowie in Replikations-Assays untersucht werden kann. Aktive anti-CoV-2 S-Aptamere bilden dann die Basis für Schnelltests (ELONA, Lateral Flow Assays, Teststäbchen) und könnten später auch zu Therapeutika weiterentwickelt werden, zum Beispiel zur Herstellung präventiver Schutz-Sprays.

RECOVER - Eine randomisierte, offene Phase II Studie mit und ohne Infusion von rekonvaleszentem Plasma bei schwerer Covid-19 Erkrankung

Förderkennzeichen: 01KI20152
Gesamte Fördersumme: 2.150.437 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow
Adresse: Universität Heidelberg - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Medizinische Klinik, Innere Medizin V, Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

RECOVER - Eine randomisierte, offene Phase II Studie mit und ohne Infusion von rekonvaleszentem Plasma bei schwerer Covid-19 Erkrankung

Die geplante klinische Studie untersucht die therapeutische Bedeutung von rekonvaleszentem Plasma, also Plasma von Menschen mit überstandener Covid-19-Infektion, für die Behandlung von Covid-19 bei hohem Risiko für einen schlechten Verlauf. Rekonvaleszentes Plasma ist eine vielversprechende Option bei schwerer Covid-19-Erkrankung. Die Bedeutung einer möglichen Plasmatherapie für Hochrisikopatienten ist unklar. In dieser Studie werden Patienten mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf, die aber keine maschinelle Beatmung benötigen, randomisiert. Sie werden dann entweder mit rekonvaleszentem Plasma oder mit der jeweils vom Zentrum festgelegten antiviralen und supportiven Therapie behandelt. Ein Cross-Over vom Standardarm in den experimentellen Arm ist am Tag 10 möglich im Falle keiner Änderung oder Verschlechterung des klinischen Verlaufs.

COV2Y2H - Identifizierung zellulärer Barrieren für SARS-CoV-2 auf Proteinebene mittels Y2H

Förderkennzeichen: 01KI20147
Gesamte Fördersumme: 60.000 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: PD Dr. Dr. Albrecht von Brunn
Adresse: Ludwig-Maximilians-Universität München, Medizinische Fakultät, Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie
Pettenkoferstr. 9 a
80336 München

COV2Y2H - Identifizierung zellulärer Barrieren für SARS-CoV-2 auf Proteinebene mittels Y2H

Das Zusammenspiel viraler und zellulärer Proteine gibt Hinweise auf für die Virusreplikation essentielle zelluläre Signalwege. Mit diesen Kenntnissen wird eine neue, Hefe-2-Hybrid (Y2H) Bibliothek genutzt, welche auf einer humanen "Kern" cDNA-Bank mit Vertretern der wichtigsten bekannten, für die Virusreplikation benötigten zellulären Signalwege basiert. Aufgrund der gegenwärtigen SARS-CoV-2 Pandemie wird eine virale Y2H Expressionsbank entwickelt und gegen definierte humane cDNA-Klone auf Proteinwechselwirkungen untersucht. Von diesen werden  Informationen hinsichtlich Speziesbarrieren, Pathogenese und möglicher Präventionsstrategien zur Bekämpfung des Virus erwartet.

SILVIR-COVID19 - Silvestrol als Wirkstoff gegen SARS-CoV-2/Covid-19

Förderkennzeichen: 01KI20139
Gesamte Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Martin Groschup
Adresse: Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Institut für Neue und Neuartige Tierseuchenerreger (INNT)
Südufer 10
17493 Greifswald

SILVIR-COVID19 - Silvestrol als Wirkstoff gegen SARS-CoV-2/Covid-19

In diesem Projekt sollen Silvestrol und dessen chemischen Derivate an dem seit Dezember in China aufgetretenen neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) getestet werden. Der im SILVIR-Projekt, auf dem dieses Projekt aufbaut, genannte Wirkstoff Silvestrol konnte bereits in einer früheren Studie die humanpathogenen Coronaviren Middle East Respiratory Syndrome coronavirus (MERS-CoV) und das humane Coronavirus 229E (HCoV-229E) spezifisch inhibieren (Müller et al., 2018). Die inhibitorische Wirkung beruht dabei auf Hemmung der RNA-Helikase EIF4A und der damit verbundenen Translation viraler mRNA. Da das neue Virus (SARS-CoV-2) ebenso zu dem Genus der beta-Coronaviren gehört, wird auch für dieses Virus eine Hemmung vermutet. Die geplanten Untersuchungen sind komplementär zu den einzelnen Workpackages des SILVIR-Projektes angepasst. Alle Arbeiten dazu finden unter der Sicherheitsstufe BSL-3 statt. In einem ersten Schritt werden die antiviralen Eigenschaften von Silvestrol und seiner Derivative auf ihre Hemmung in vitro im Zellkulturmodell bestimmt. In einem zweiten Schritt wird ein SARS-CoV-2-Tiermodell verwendet, um die inhibitorischen Effekte von Silvestrol in vivo zu bestimmen. Dazu wird ein Standard-Tiermodell etabliert, die Pharmakokinetik von Silvestrol bestimmt und die antivirale Wirksamkeit von Silvestrol in infizierten Tieren bestimmt und evaluiert.

SARS-CoV-2-T-Zell-Epitope für die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Ansätze für die COVID-19-Krankheit

Förderkennzeichen: 01KI20130
Gesamte Fördersumme: 285.587 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Juliane Walz
Adresse: Eberhard Karls Universität Tübingen, Fakultät für Biologie, Interfakultäres Institut für Zellbiologie, Molekularbiologie
Auf der Morgenstelle 15
72076 Tübingen

SARS-CoV-2-T-Zell-Epitope für die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Ansätze für die COVID-19-Krankheit

Die SARS-CoV-2-Pandemie stellt derzeit eine der größten Bedrohungen für die Weltbevölkerung dar und erfordert die rasche Entwicklung wirksamer diagnostischer und therapeutischer Instrumente. CD4- und CD8-T-Zellen als Vertreter des erworbenen Immunsystems stellen einen bedeutenden Eckpfeiler bei der Kontrolle von Virusinfektionen dar. Für die Aktivierung und Funktion dieser T-Zellen ist die Erkennung von viralen Antigenen, unerlässlich. Diese sind repräsentiert durch kurze Peptide die über das Humane Leukozytenantigensystem (HLA) präsentiert werden. Die Kenntnis solcher Virus-spezifischer T-Zell-Epitope bietet einerseits ein diagnostisches Werkzeug um zu erkennen ob Immunität gegen ein Virus besteht und andererseits verschiedene therapeutische Optionen, darunter Impfansätze und die Übertragung Virus-spezifischer T-Zellen oder T-Zell-Rezeptoren, die sich bereits bei verschiedenen Virusinfektionen als wirksam erwiesen haben. Daher ist unser Ziel im Rahmen des hier beantragten Projekts, SARS-CoV-2-spezifische CD4 und CD8 T-Zell-Epitope aus allen bekannten Proteinen des Virus, die ein breiteres Spektrum der häufigsten HLA-Allotypen abdecken zu charakterisieren. Dieser Ansatz wird es ermöglichen, 1) detailliertere Kenntnisse über die Interaktion von SARS-CoV-2 mit dem Immunsystem zu gewinnen, 2) neuartige diagnostische Werkzeuge zur Identifizierung von Menschen mit SARS-Cov-2-Immunität bereitzustellen und darüber hinaus 3) mögliche Zielstrukturen für die Entwicklung von Virus-spezifischen Immuntherapien zur Behandlung der COVID-19-Krankheit zu definieren.

GICK - Gesundheitskommunikation in Corona-Krise

Förderkennzeichen: 01KI20101
Gesamte Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Bernd Blöbaum
Adresse: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Fachbereich 6, Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften, Institut für Kommunikationswissenschaft
Bispinghof 9-14
48143 Münster

GICK - Gesundheitskommunikation in Corona-Krise

Ziel des GICK-Projekts ist es zu ermitteln, welche Zielgruppen welche Medien im ländlichen Raum nutzen, um sich vor dem Hintergrund der Corona-Krise mit Gesundheitsinformationen zu versorgen und wie sie diese Angebote bewerten. Dabei wird die gerade bei Gesundheitsinformationen zentrale Bedeutung von Vertrauen in Quellen, die Bedeutung von Fähigkeit (Expertise), Integrität und Wohlwollen in der Vertrauensbeziehung untersucht. Das Vorhaben ergänzt eine laufende Studie (2019-2022) zur Vermittlung gesundheitsbezogenen Wissens im Münsterland, in der analysiert wird, wie Wissen und Expertise im Bereich Gesundheit im ruralen Raum optimal an verschiedene Zielgruppen vermittelt werden kann. Die Corona-Krise ist auch im ländlichen Raum eine neue Herausforderung für das Gesundheitssystem und die Gesundheitskommunikation. Dieses Zusatzprojekt ergänzt das laufende Projekt deshalb um repräsentative Befragungen im Münsterland. Die Bevölkerungsbefragungen in Münster und in den Münsterlandkreisen vermitteln auf breiter Basis Erkenntnisse darüber, wie sich verschiedene Bevölkerungsgruppen während der Corona-Krise informieren, wie sie die Vertrauenswürdigkeit der diversen Quellen bewerten, ob sich ggf. ihre Mediennutzung verändert und welche Bedeutung neben traditionellen Kommunikationsformaten neue Formen wie Apps, Online-Sprechstunden haben und wie diese bewertet werden. Zusätzlich bietet sich die Gelegenheit nach möglichen Veränderungen des eigenen Gesundheitsverhaltens zu fragen. Um Veränderungen in der besonderen, dynamischen Situation im Zeitverlauf messen zu können, sind zwei Wellen von Befragungen vorgesehen: Mai und November 2020. Darüber hinaus sollen die vor der Corona-Krise befragten Gesundheitsexperten im Münsterland 2021 erneut in leitfadengestützten Interviews befragt werden, um aus dem Vergleich mit der Befragung von 2019/20 Aufschluss darüber zu gewinnen, welchen Einfluss die Pandemie auf die Bedeutung von Gesundheitskommunikation hat.

COVID-GAMS - Die Covid-19 Krise und ihr Einfluss auf den ambulanten Sektor in Deutschland - Die Sicht der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte

Förderkennzeichen: 01KI2099
Gesamte Fördersumme: 148.868 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Nadine Scholten
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Zentrum für Versorgungsforschung
Eupener Str. 129
50933 Köln

COVID-GAMS - Die Covid-19 Krise und ihr Einfluss auf den ambulanten Sektor in Deutschland - Die Sicht der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte

Grundsätzlich wird ein Großteil der medizinischen Basisversorgung in Deutschland im ambulanten Sektor erbracht, der auch einen Großteil aller medizinischer Fachrichtungen und Spezialisierungen beinhaltet. Daher entfällt auch auf den ambulanten Sektor quantitativ die Hauptlast bei der Versorgung von Covid-19-Patienten. Über die unmittelbare medizinische Versorgung hinaus ist der ambulante Sektor auch in der Informationsübermittelung, Angehörigeninformation, (Seuchen-)Schutzmaßnahmenberatung und -prävention wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Des weiteren hat das veränderte Inanspruchnahmeverhalten der Patienten im ambulanten Sektor langfristige Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Betroffenen. Bisherige Forschungsarbeiten zur Pandemieprävention und -bekämpfung sind vor allem auf das Krankenhaus und den stationären Sektor fokussiert. Der ambulante Sektor und die Rolle von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sind bisher wenig erforscht. Ziel ist auch diesen Bereich, der in Deutschland essentiell für die Gesundheitsversorgung ist in Bezug auf die aktuelle Rolle, wie auch im Hinblick auf die zukünftige Versorgung genauer zu untersuchen. Folgende Fragestellungen stehen dabei im Zentrum: 1. Welche organisationalen Herausforderungen in der Anpassung an die Krisensituation werden erlebt? 2. Welche wirtschaftlichen Herausforderungen für die Praxis zeigen sich konkret? Praxisüberlastungen aufgrund Erkrankungsaufkommen oder/und Schließungen anderer Praxen (regional)? Oder Gegenteil: Einbruch der Patientenzahlen aufgrund der Ausgangsbeschränkungen? 3. Welche Auswirkungen auf die Patientenversorgung hat die Krise? Zustand von Patienten mit chronischen Erkrankungen bzw. Auswirkungen auf den Versorgungsauftrag? Wie wird die Überwachung des Zustandes umgesetzt? 4. Welche interpersonellen Herausforderungen bringt die Krise mit sich?

BePal - Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz durch den Zivil- und Katastrophenschutz in Pandemielagen am Beispiel SARS-CoV-2

Förderkennzeichen: 01KI2097
Gesamte Fördersumme: 48.183 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Martin Voss
Adresse: Freie Universität Berlin, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, Institut für Sozial- und Kulturanthropologie, Katastrophenforschungsstelle (KFS)
Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10
12165 Berlin

BePal - Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz durch den Zivil- und Katastrophenschutz in Pandemielagen am Beispiel SARS-CoV-2

Der gesundheitliche Bevölkerungsschutz spielt eine maßgebliche Rolle bei der Bewältigung SARS-CoV-2-Pandemie. Unterstützung erfährt der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) in der Situation vor allem durch Institutionen und Organisationen des Zivil- und Katastrophenschutzes (Feuerwehren, Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen). Ziel des Forschungsvorhabens ist die Analyse der Kapazitäten und Potenziale der Organisationen des Zivil- und Katastrophenschutzes im Kontext des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes im Falle einer Pandemie am Beispiel SARS-CoV-2.

RiCoRT – Anforderungen an die Risikokommunikation für spezifische Zielgruppen in einer lang andauernden Covid-19 Krise

Förderkennzeichen: 01KI2091
Gesamte Fördersumme: 224.939 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Marion Dreyer
Adresse: DIALOGIK gemeinnützige Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung mbH
Lerchenstr. 22
70176 Stuttgart

RiCoRT – Anforderungen an die Risikokommunikation für spezifische Zielgruppen in einer lang andauernden Covid-19 Krise

Global wurden zur Verbreitung von SARS-CoV-2 einschneidende Maßnahmen ergriffen, auch in Deutschland. Viele Maßnahmen werden lange Zeit aufrechterhalten werden müssen. Mit Dauer der Maßnahmen werden die Anforderungen an eine adäquate Risikokommunikation voraussichtlich wachsen. In RiCoRT wird eine zielgruppenspezifische Langzeitrisikokommunikation entwickelt, die auch dann noch effektiv anwendbar sein soll, wenn der Höhepunkt der Krise überschritten sein wird, aber immer noch einschränkende Maßnahmen gegen die Virusausbreitung notwendig sein werden. Zwei Risikogruppen sollen untersucht werden: 1) Ältere Menschen (50-70 Jahre) haben ein größeres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken und diese Krankheit nicht zu überleben. 2) Jüngere Menschen (18-30 Jahre) scheinen nach einer SARS-CoV-2-Infektion mobil zu bleiben und spüren (zum Teil) weniger die Notwendigkeit, sich an die Regeln der sozialen Distanzierung zu halten. Damit spielen sie eine größere Rolle bei der Verbreitung des Virus. Das Projekt analysiert die Risikowahrnehmung, die Bereitschaft zu Handeln bis hin zur Verhaltensänderung der beiden Zielgruppen, denn gerade die Überwindung der Unterbrechung zwischen Risikowahrnehmung und dem sich und andere schützenden Handeln (Risikoparadox), erfordert geeignete Risikokommunikationsstrategien. Das IRGC Risk-Governance Framework, bei dessen Entwicklung DIALOGIK wesentlich mitgewirkt hat, bildet die Grundlage für die Vorgehensweise von RiCoRT. Es verbindet Fokusgruppen (qualitativ) und eine Einzelbefragung der Zielgruppen (quantitativ) mit einer Konsensmethodik, einem Gruppendelphi mit Kommunikationsexpert (deliberativ). Ziel von RiCoRT ist es, im Konsens mit den relevanten Stakeholdern und Kommunikationsexpertinnen und -experten einen Leitfaden für eine Langzeitkommunikation für die SARS-CoV-2-Krise zu entwickeln. Eine effektive Kommunikation wird dazu beitragen, das Risiko für Gesundheit und Leben, das Covid-19 darstellt, in Deutschland zu minimieren.

SOPICO - Sozialethische und psychosoziale Implikationen des Ausbruchs des Corona-Virus Sars-CoV-2 für die Allgemeinbevölkerung

Förderkennzeichen: 01KI2086
Gesamte Fördersumme: 357.505 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Silke Schmidt
Adresse: Universität Greifswald, Philosophische Fakultät, Institut für Psychologie, Lehrstuhl Gesundheit und Prävention
Robert-Blum-Str. 13
17489 Greifswald

SOPICO - Sozialethische und psychosoziale Implikationen des Ausbruchs des Corona-Virus Sars-CoV-2 für die Allgemeinbevölkerung

Ziel des Forschungsvorhabens SOPICO ist sozialethische und psychosoziale Auswirkungen von Covid-19 in der Bevölkerung zu beleuchten sowie anwendungsorientiert Hinweise zum Umgang mit diesen zu geben, unter der Berücksichtigung digitaler Anwendungen und sozialer Medien. Kernfragen betreffen dabei die Chancen und Herausforderungen des Einsatzes von digitalen Gesundheitsanwendungen und Telemedizin in Infektionsprävention und -management und die Ambivalenz des Einsatzes von sozialen Medien zur Risiko- und Krisenkommunikation. Das Vorhaben knüpft an den state of the art der Forschung sowie Best Practices im Bereich der Risiko- und Krisenkommunikation, der Änderung von Gesundheitsverhalten, der sozialpsychologischen Prozesse sozialer Identitätsbildung und Stigmatisierung sowie bevölkerungsbezogenen Potenzialen der Nutzung telemedizinischer und mHealth-Anwendungen an. Es bedient sich eines interdisziplinären, multimethodalen Vorgehens und vereint konzeptuell-theoretische Analysen, qualitativ-sozialwissenschaftliche Ansätze und quantitative Methoden, um einen Beitrag zum Verständnis der Entstehung und des Verlaufs bevölkerungsbezogener Verhaltens- und Einstellungsdynamiken im Kontext des Ausbruchsgeschehens zu liefern, sowie anwendungsorientiert Hinweise zum Umgang mit diesen zu geben, unter der Berücksichtigung digitaler Anwendungen und sozialer Medien. Ein besonderer Fokus liegt auf der Einbindung relevanter Zielgruppen in die Ausgestaltung des Vorhabens, um einen erfolgreichen Transfer der Ergebnisse des Forschungsvorhabens in wissenschaftliche und weitere gesellschaftliche Handlungsfelder zu ermöglichen.

alvBarriere-COVID-19 - Humane alveoläre Barriereschäden in Covid-19-assoziiertem Lungenversagen

Förderkennzeichen: 01KI2082
Gesamte Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Hippenstiel
Adresse: Charité, Universitätsmedizin Berlin , Campus Virchow-Klinikum, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

alvBarriere-COVID-19 - Humane alveoläre Barriereschäden in Covid-19-assoziiertem Lungenversagen

Das SARS-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2) hat eine Pandemie ausgelöst. Ein Teil der Patienten entwickelt ein "Acute Respiratory Distress Syndrome" (ARDS) mit hoher Sterblichkeit. Dieses ARDS ist geprägt vom Versagen der alveolo-kapillären Schrankenfunktion. SARS-CoV-2 scheint dabei keine Virämie auszulösen, so dass dieses Barriereversagen am ehesten durch Wirtsmediatoren vermittelt scheint. Unpublizierte eigene Vorexperimente zeigen, dass Plasma von beatmungspflichtigen Patienten Barriereversagen an kultivierten Endothelzellen auslösen kann. Daher wird die Hypothese getestet, ob Plasma von beatmungspflichtigen Covid-19-Patienten strukturelle Schäden der alveolären Schranke in humanem kultivierten Lungengewebe auslöst, welche ursächlich zur Bildung des ARDS ist. Ziel ist der Nachweis vom Verlust kritischer Junktionsmoleküle mit struktureller Relevanz in Covid-19 Plasma-exponiertem humanem Lungengewebe. Dieser erfolgt über etablierte Protokolle mittels Western Blot sowie spektraler Konfokalmikroskopie am Gewebeschnitt. Weiterhin wird getestet, ob die in präklinischen Modellen barrierestabilisierende körpereigene Substanz Adrenomedullin dem Verlust der Barrierefunktion entgegenwirken kann. Die Arbeiten konzentrieren sich bewusst auf diese primär relevanten Ausleseparameter in einem etablierten Modell, Überstände und Gewebe werden für Folgeanalysen in eine Biobank aufgenommen. Je nach Befund kann sich dann die Testung von Interventionen sowie die Untersuchung von Mechanismen anschließen. Die langjährige Erfahrung der Projektleitenden in der Untersuchung dieser Prozesse, die Verfügbarkeit der benötigten klinischen Proben sowie das Vorliegen aller Ethikvoten und Genehmigungen ermöglicht den sofortigen Start der Untersuchungen. Die Ergebnisse werden im Sinne des FAIR-Datenmanagements unverzüglich veröffentlicht, um einen zeitnahen zuverlässigen und signifikanten Beitrag zum Verständnis von Covid-19 zu gewährleisten.

CoPREDICT - Covid-19-Evaluation von Präventionstrategien durch agentenbasierte Simulationen

Förderkennzeichen: 01KI2071
Gesamte Fördersumme: 60.000 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Stephan Ludwig
Adresse: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Universitätsklinikum Münster, Institut für Virologie
von-Esmarch-Str. 56
48149 Münster

CoPREDICT - Covid-19-Evaluation von Präventionstrategien durch agentenbasierte Simulationen

Dieses Projekt strebt eine Ergänzung des laufenden Entwicklungsprojektes EPIPREDICT (01KI1913) an, um mittel- und langfristige Maßnahmen zu evaluieren, welche zur Kontrolle und Eindämmung der Covid-19-Epidemie dienen. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil so die Entwicklung einer bundesweiten Strategie unterstützt werden kann, in der sowohl die Kapazität des deutschen Gesundheitswesens als auch soziologische und wirtschaftliche Faktoren berücksichtigen werden müssen. Erste Simulationsergebnisse können somit unmittelbar in die Bekämpfung der gegenwärtigen Pandemie einfließen. Langfristig kann die Software, basierend auf den Erkenntnissen der aktuellen Situation, dafür verwendet werden, zukünftige Gesundheitskatastrophen zu verhindern, indem frühzeitig verschiedenen Szenarien untersucht werden. Konkret kann so mit der erweiterten Software evaluiert werden, ob und zu welchem Zeitpunkt z. B. die Schließung aller Schulen notwendig ist oder welche lokale Maßnahmen gezielt getroffen werden können. Darüber hinaus kann das Ausweichverhalten der Bevölkerung (bei geschlossenen Schulen oder Arbeitsplätzen) modelliert werden, welches einen Hinweis auf die Notwendigkeit einer Ausgangsbegrenzung gibt. Zudem wäre es möglich zu simulieren, ob nur die Isolierung bestimmter Risikogruppen sinnvoll ist. Zuletzt kann die Simulation auch dazu verwendet werden, die Wiederaufnahme des öffentlichen Lebens nach dem Höhepunkt der Epidemie zu organisieren, ohne eine erneute Gesundheitskatastrophe zu riskieren.

SARS2-MAB-Test - Entwicklung eines Vor-Ort Schnelltestes zum Nachweis von SARS-CoV-2 Antigenen für die Charité Berlin

Förderkennzeichen: 01KI2060
Gesamte Fördersumme: 29.517 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Kristine Knipper
Adresse: Fassisi, Gesellschaft für Veterinärdiagnostik und Umweltanalysen mbH
Marie-Curie-Str. 7
37079 Göttingen

SARS2-MAB-Test - Entwicklung eines Vor-Ort Schnelltestes zum Nachweis von SARS-CoV-2 Antigenen für die Charité Berlin

Projektziel ist die Entwicklung eines serologischen vor-Ort-Schnelltests zum Nachweis von SARS-CoV-2 mittels muriner, monoklonaler Antikörper, um diesen Test der Virologie der Charité zur Verfügung stellen zu können. Im Zuge der Entwicklung eines MERS-Coronavirus Schnelltests gemeinsam mit dem Projektpartner, der Virologie der Charité und der UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam in einem ZIM-Netzwerkprojekt, ist Wissen entstanden, das sich nahtlos auf SARS-CoV-2 übertragen lässt.

OrganSars - Analyse der SARS-CoV-2 Infektion in humanen Lungen-Organoiden

Förderkennzeichen: 01KI2058
Gesamte Fördersumme: 391.236 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Stephanie Pfänder
Adresse: Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät, Molekulare und Medizinische Virologie
Universitätsstr. 150
44801 Bochum

OrganSars - Analyse der SARS-CoV-2 Infektion in humanen Lungen-Organoiden

In diesem Projekt werden aus induzierten pluripotenten Stammzellen humane Lungenorganoide differenziert und nachfolgend mit SARS-CoV-2 infiziert, um Virus-abhängige Mechanismen wie Zelltyp-spezifische Virus Replikation, Entzündung sowie die Relevanz bekannter und neuer antiviraler Substanzen zu analysieren. Sowohl Mausmodelle wie auch 1- oder 2- dimensionale Zellkulturen haben Limitationen, wenn es darum geht, für den Menschen pathogene virale Infektionen zu untersuchen. Primärkulturen ausgesät in einer "Luft-Flüssigkeit Interphase", bieten viele Vorteile gegenüber klassischen Zellkulturen. Diese Kulturen werden aus humanem Lungen-Biopsie-Material gewonnen und zeichnen sich durch hohe inter-individuelle Unterschiede aus. Auch sind sie aufgrund begrenzter Verfügbarkeit nicht für Hochdurchsatz-Screening Experimente geeignet. Inzwischen bieten Stammzell-Technologien ein vielversprechendes neues Modell: humane Lungen-Organoide, die aus induzierten pluripotenten Stammzellen differenziert werden können. Diese Organoide leiten sich von humanen Zellen ab, und lassen sich in großen Mengen generieren, wobei alle Lungen-Organoide den gleichen genetischen Hintergrund aufweisen. Sie bieten somit ein sehr verlässliches 3D Modell, das es auch ermöglicht, komplexe Interaktionen zwischen verschiedenen Zelltypen des Lungengewebes zu untersuchen. Im Rahmen des Projekts wird dieses Modell mit dem Ziel des Aufbaus eines Hochdurchsatz-Verfahren mit geringer Variabilität weiter entwickelt, um SARS-CoV-2 Infektionen zu untersuchen. Es werden sowohl die virale Replikation und Pathogenese, sowie Entzündungs-Mechanismen und Cytokin-Expression in Lungen-Organoiden untersucht. Des Weiteren werden Infektionsraten in Abhängigkeit der Applikation antiviraler Substanzen (remdesivir, camostat, chloroquine) sowie einer Bibliothek neuer Substanzen analysiert. Mittels hochauflösender Mikroskopie werden die genannten Virus-Organoid Interaktionen und Mechanismen untersucht.

COVHCQ-Hydroxychloroquin für Covid-19

Förderkennzeichen: 01KI2052
Gesamte Fördersumme: 2.399.999 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Peter Kremsner
Adresse: Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Medizinische Klinik, Institut für Tropenmedizin, Sektion Humanparasitologie
Wilhelmstr. 27
72074 Tübingen

COVHCQ-Hydroxychloroquin für Covid-19

Der aktuelle Ausbruch von Covid-19, verursacht durch SARS-CoV-2, ist ein globaler Gesundheitsnotstand mit einer Todesfallrate von bisher ca. 4% und einer wachsenden Zahl bestätigter Fälle (>53000 stand 28.03.2020) in Deutschland. Es wurden keine Daten veröffentlicht, und die berichtete Evidenz basiert auf der nicht kontrollierten Anwendung von Hydroxychloroquin. Mit dieser placebokontrollierten Studie soll die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin auf die virale Replikation von Sars-CoV-2 zu untersuchen. Damit soll die Frage beantwortet werden, ob Hydroxychloroquin als therapeutischer Ansatz bei Covid-19 Patienten angewendet werden kann. Die Daten werden eine Grundlage für die Vorbereitung größerer Studien zur Wirksamkeit von Hydroxychloroquin bei der Behandlung von Covid-19 liefern.

ANCOS- Afrikanisches Netzwerk für Coronavirus Surveillance

Förderkennzeichen: 01KI2047
Gesamte Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Grit Schubert
Adresse: Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin

ANCOS- Afrikanisches Netzwerk für Coronavirus Surveillance

Im Vergleich zu anderen Regionen der Welt verursachen akute Atemwegsinfektionen im Afrika südlich der Sahara eine unverhältnismäßig hohe Last an Krankheits- und Todesfällen. Die Mehrzahl der jeweiligen Ätiologien blieb bis dato jedoch ungeklärt. Das deutsch-afrikanische Gesundheitsforschungsnetzwerk ANCOS hat zur Aufgabe, länderübergreifend akute respiratorische Krankheiten, welche dem aktuellen Ausbruch von COVID-19 zuzuordnen sind, im Afrika südlich der Sahara zu bekämpfen. Zu diesem Zweck wird der routinemäßige molekularbiologische Nachweis von SARS-CoV-2 in zentralen Laboratorien in Public Health Instituten und Universitätskliniken in Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Demokratische Republik Kongo und Südafrika etabliert. Ermöglicht wird die schnelle Einführung entsprechender Tests durch eine enge Anbindung an das bereits seit 2017 erfolgreich laufende BMBF-geförderte African Network for the Detection, Epidemiology and Management of common Infectious Agents (ANDEMIA), welches durch Krankenhausgestützte sentinel Surveillance akute respiratorische und gastrointestinale Krankheiten und akute Fieber unbekannten Ursprungs, sowie die Ausbreitung von multiresistenten Erregern in sub-Sahara Afrika zu bekämpfen sucht. Routinemäßiger Einschluss von Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen und entsprechende Labortestung hinsichtlich eines großen Errergerpanels (inkl. Coronaviren 229E, HKU1, NL63 and OC 43) ist an allen zwölf ANDEMIA Standorten bereits etabliert. Angesichts der derzeitigen Covid-19 Pandemie ist es zwingend notwendig, im Rahmen von ANCOS den Nachweis von SARS-CoV-2 in Patienten mit akuten respiratorischen Symptomen an die ANDEMIA Surveillance anzuschließen. Die Überwachung der Verbreitung dieses neuen Virus insbesondere in abgelegenen ländlichen Gebieten Afrikas ohne diagnostische Kapazitäten muss jetzt gestärkt werden, um ein kommendes Ausbruchsgeschehen und Risikogebiete im Afrikanischen Raum erfassen zu können.

SARS-MAB - Generierung muriner, monoklonaler Antikörper gegen SARS-CoV-2

Förderkennzeichen: 01KI2046
Gesamte Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Frank Sellrie
Adresse: UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam

SARS-MAB - Generierung muriner, monoklonaler Antikörper gegen SARS-CoV-2

Projektziel ist es, mittels Hybridomtechnik so schnell wie möglich murine, monoklonale Antikörper zu generieren, um diese der Virologie der Charité zur Verfügung stellen zu können. Geeignete Antikörper sind unverzichtbare Werkzeuge, um bei der Entwicklung eines serologischen Tests, wie bei der Forschung zur Biologie des Virus schnelle Fortschritte machen zu können. Im Zuge der Arbeiten zur Generierung von MERS-Coronavirus Antikörper gemeinsam mit dem Projektpartner, der Virologie der Charité und der FASSISI GmbH in einem ZIM-Netzwerkprojekt, ist Wissen entstanden, das sich nahtlos auf SARS-CoV-2 überfragen lässt. Zeit ist bei der Eindämmung der Pandemie der entscheidende Faktor.

EisCor – Präklinische Entwicklung von spezifischen Inhibitoren gegen die SARS-CoV-2 Helikase oder Macrodomäne zur Behandlung der Coronavirusinfektion Covid-19

Förderkennzeichen: 01KI2045
Gesamte Fördersumme: 1.200.000 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Andreas Ladurner
Adresse: Eisbach Bio GmbH
Am Klopferspitz 19
82152 Planegg

EisCor – Präklinische Entwicklung von spezifischen Inhibitoren gegen die SARS-CoV-2 Helikase oder Macrodomäne zur Behandlung der Coronavirusinfektion Covid-19

Es ist geplant, vorhandene und bereits weitgehend validierte Kleinmolekül-Arzneimittelkandidaten aus der internen Entwicklung nun als Coronavirus-Medikament weiterzuentwickeln. Die bereits vorliegenden Kleinmoleküle werden für die Verwendung als antivirale Therapie optimiert und in zellulären Modellen und Tiermodellen getestet. Die klinische Entwicklung könnte in ca. 12-18 Monaten begonnen werden. Nachdem das entwickelte Arzneimittel die Genehmigung für den Beginn von Phase 1 Studien erlangt hat, wird die Auslizensierung an interessierte Pharmaunternehmen zur weiteren klinischen Entwicklung erwartet. Damit wird zur Forschung und Entwicklung von Medikamenten (und anderen Therapieverfahren sowie der Entwicklung neuer diagnostischer Ansätze) für Covid-19 beigetragen. Die Optimierung der Kleinmoleküle sieht im Einzelnen folgende Ziele vor: KI-unterstützte Optimierung der Kleinmoleküle; Validierung der Kleinmoleküle als SARS-CoV-2 Inhibitoren auf zellulärer Ebene und im Tiermodell. Eine vorläufige "Freedom to Operate" (FTO) Analyse hat keinerlei Umsetzungshürden identifiziert, die einer späteren Ergebnisverwertung im Weg stehen würden. Durch einen bereits durchgeführten Hochdurchsatzscreen gegen ein verwandtes Protein, liegen bereits sehr vielversprechende Wirkstoffkandidaten vor, die als Ausgangspunkt für die Entwicklung von SARS-CoV-2 Inhibitoren dienen.